Politischer Widerstand zeigt Matteo Salvini die rote Karte

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Leoluca Orlando geht mit guten Beispiel voran

Wegsperren, Ausgrenzen, gar ertrinken lassen, auch Italien scheut keine Mühe, seine abscheuliche Politik gegen Flüchtlinge zu Markte zu tragen, allen voran jener Innenminister Matteo Salvini, der mit seiner rechtspopulistisch politischen Einstellung all Diejenigen beflügelt, die ihren Haß auf Ausländer in vollen Zügen ausleben.

Doch der Bürgermeister von Palermo, Leoluca Orlando, widersetzt sich harter Einwanderungspolitik, selbst wenn Salvini gar mit sarkastischen Unterton droht, nicht die Armee zu schicken, was den promovierten Juristen, wohlweislich umstritten international bekannt, der Mafia zu trotzen, eher nicht beeindrucken wird. Dennoch zeigt Orlando dadurch entsprechenden Mut, eben nicht in stillem Gehorsam zu verfallen.

2018 über 2.200 ertrunkene Flüchtlinge im Mittelmeer

So die offizielle, statistische Zahl des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, ein Jahr zuvor sind 3.139 Todes- oder Vermisstenfälle zu beklagen, ein leichter Rückgang, was sich ebenso bei der Zahl der Geflüchteten selbst widerspiegelt. Waren es 2017 noch rund 172.000, schafften im letzten Jahr ca. 113.000 Menschen die Flucht übers Mittelmeer.

Während immer wieder bei kleinsten Anlässen, die man dadurch nicht verharmlosen soll, behauptet wird, Flüchtlinge seien generell kriminell, nutzen jene rechtsradikalen Kräfte Parolenbrüllerei für ihre Zwecke bis hin zur Behauptung, Flüchtlinge wären Invasoren, die die europäischen Völker überrennen wollen, um selbst an die Macht zu kommen. Davon kann natürlich keineswegs die Rede sein!

Politischer Zivilcourage den Rücken stärken

Selbst wenn man den politischen Werdegang des Leoluca Orlando kritisch betrachten mag, der verstorbene Mafiajäger Giovanni Falcone bezeichnete Orlandos Kampf gegen die Mafia als „reine Rhetorik“, wechselte er vielfach Parteien, verließ die Democrazia Christiana, um im Anschluß die Demokratiebewegung „La Rete“ zu gründen, neun Jahre später in die I Democratici trat, um schließlich seit 2006 sich der Italia dei Valor zu verpflichten.

Wege der Selbstfindung, offensichtlich Räume, um mit gewissen Abstand kritischer hinzuschauen. So auch gen Rom, um dem Innenminister Matteo Salvini zu trotzen. Dem dortigen Neofaschismus, der als längst auf dem Vormarsch bezeichnet werden muß, gilt es, nicht kampflos hinzunehmen, sowohl in Italien selbst als europaweit, wenn man Österreich, Ungarn und andere rechtsradikale Politik mit einbezieht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Davor war dahinter

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Es war etwas zu früh,
das Davor war noch nicht gegangen,
traumtrunken
in der letzten Zeit gefangen
gab es kein zurück.

Die Blumen, die er brachte,
gehindert ihr Wuchs, davor die Karte,
Berge verdecken fadenscheiniges Licht,
zurück durch den Tunnel, errate,
davor oder dahinter der Morgen anbricht.

Davor war die Angst früher,
Angst davor ist jetzt in der kühlen Wärme,
noch so fern, so nah verletzt,
inmitten surrender Mückenschwärme,
trillernder Vögel spaltet sich Blitz und Eis.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Der besondere Kick zwischen Quiz und Kriegsgetümmel

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Keine Promis im Glanze des Scheinwerferlichtes

Die fernsehverwöhnte Gesellschaft wird wohl nicht müde, sich ständig nach getaner Arbeit allabendlich wie ferngesteuert vor dem Fernseher einzufinden, um sich nonstop unterhalten bzw. berieseln zu lassen.

Dabei obliegt den Fernsehsendern die immer schwierig werdendere Aufgabe, aufregende Sendeformate zu erdenken, obwohl der unkritische Konsument nach wie vor nicht sehr wählerisch ist, man ihm nahezu jeden Klamauk präsentieren vermag, Hauptsache er muß nicht viel nachdenken, sondern ein gewisser Spannungsbogen sorgt für entsprechende Unterhaltung.

Brauchst du manchmal den ganz besonders schrillen Kick, um dich wie ein vollständiger Kerl zu fühlen? Keine Sorge, Ihr Frauen sollt natürlich ebenso nicht zu kurz kommen, da haben wir etwas für Euch in petto, versteht sich. Na, kommt jemand drauf? Wollen wir ein kleines Quiz starten, um die Spannung zu steigern? Oder aber halten Sie es nicht mehr länger aus?

Okay, dann wählen wir mal am besten die erste Variante mit dem Quiz. Wir werden nicht zu streng vorgehen, ist daher schon lösbar. Wer traut sich von Ihnen? Sie dahinten, ja, Sie, ne ne, bloß nicht wegducken, Sie sind längst entdeckt worden, also geben Sie sich einen Ruck. Ja, bitte schön, setzen Sie sich doch, hier ist die Kamera. Sehen Sie, der Applaus bleibt nicht aus. Keine Bange, Sie schaffen das schon. Wenn Sie sich mal ganz kurz vorstellen mögen, wie heißen Sie, woher kommen Sie und was machen Sie beruflich?

Ich heiße Andreas Niebel, und nein, ich bin nicht mit dem Dirk Niebel verwandt, lebe in Nürnberg und leite eine Schreinerwerkstatt.

Na, bitte, geht doch Herr Niebel. Möbel- oder Bauschreinerei?

Wir bieten unseren Kunden alles an, vom Innenausbau, Möbelbau bis hin zur Bauschreinerei, wobei letzteres den Hauptanteil ausmacht. Können wir auch ohne weiteres bewerkstelligen, da wir über viel Personal verfügen, 28 Gesellen, drei Schreinermeister und 7 Lehrlinge sind im Betrieb.

Das hören wir aber gern. Kommen wir zum Quiz. Noch nervös, nein? Sehr gut. Ich stelle Ihnen mal die erste Frage. Daraufhin erscheinen auf Ihrem Monitor 4 unterschiedliche Antworten, eine davon ist richtig, der Rest verkehrt. Jaja, ist so ähnlich wie bei „Wer giert zum Millionär“. Und hier kommt sie schon. Wieviele Länder grenzen an den afrikanischen Staat Demokratische Republik Kongo? A. fünf Länder, B. sieben Länder, C. neun Länder oder D. elf Länder. Lassen Sie sich ruhig Zeit und überlegen in Ruhe.

Hm, etwas knifflige Frage. Also, ich weiß ja, daß da im Süden Angola und Sambia grenzen und im Norden der Sudan. Das wären schon mal drei. Das können dann höchstens noch vier sein, das sind zusammen sieben. Okay, ich entscheide mich, Antwort B.

Ihr letztes Wort?

Ja, ich bleibe dabei. B.

Falsch, es sind 9, also Antwort C wäre richtig gewesen. Aber kein Problem, eine Quizfrage habe ich noch für Sie. Welcher US-amerikanische Präsident hatte die längste Amtszeit? Und nein, Sie erhalten keine vier Antworten zur Auswahl, sondern Sie sollten dabei noch mir sagen, der wievielte es obendrein war.

Nun, das ist nicht einfach. George Washington war der erste und hatte, so glaube ich zwei Amtszeiten, genauso wie Thomas Jefferson und Roosevelt, aber auch Ronald Reagan. Wer war wohl länger im Amt… hm… na, klar doch, Harry Truman müßte es gewesen sein, weil der doch den plötzlich verstorbenen Roosevelt ablöste. Okay, Truman war es… der wievielte?, ich glaube der 34. Präsident.

Da liegen Sie aber verkehrt. Harry S. Truman war der 33. Präsident, doch Franklin Delano Roosevelt war vom 04. März 1933 bis zum 12. April 1945 der 32. US-Präsident und somit am Längsten im Amt. Machen Sie sich nichts draus, die wenigsten hätten die Frage korrekt beantwortet.

Nach dieser kurzen Auflockerung möchte ich Sie nicht länger auf die Folter spannen und Ihnen verraten, was wir für den Kerl haben und auch die Frau. Na, erahnen Sie es schon? Nicht? Herr Niebel, irgendeine Idee?

Ja, nun, hat es vielleicht etwas mit Afrika oder gar den USA zu tun und daher diese Quizfragen?

Aber Herr Niebel, Sie sind ja ein ganz Ausgekochter, nicht schlecht, Ihre Assoziation. Da ist was dran. Okay, ich komme jetzt mal auf den Punkt. Der schrille Kick für ihn: Eine Safari-Reise in Afrika, aber nicht etwa, um Tiere anzuschauen, die gibt es ohnehin fast nicht mehr, nein, zu einem Kriegsschauplatz, da können Sie sich als vollständiger Kerl beweisen, notfalls eingreifen, wenn Ihnen danach ist. Ja, es darf dann scharf geschossen werden, immer rin in die Menge, schließlich haben wir die US-amerikanische Sache zu verteidigen! Sie fragen sich, was wir für die Frauen dabei in petto haben? Ganz einfach, die dürfen die verwundeten Männer verarzten oder anderweitig trösten. Emanzipation gibt es an der Front nicht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Pro mit Contra

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Ich widerspreche.
Mir.
Gerne. Oft.
Das ist übertrieben.
Immerhin ehrlich.
Bisweilen.
Wahrscheinlich.
Einfach ist das nicht.
Ein Schachspiel alleine.
Gewinne ich oder ich.
Oder ich beide.
Dann ist es verloren.
Verlogen.
Einer kapituliert,
einer debattiert.
Ein Standpunkt, gestatte,
ist ein Standpunkt.
Hier geht es nicht
um Einigung.
Konfrontation.
Mit der Stirnseite.
Front an Front.
Das liebe ich.
Ätzend.
So ein Geschwätz.
Bisweilen.
Es festigt den Punkt.
Den Standpunkt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Gewaltphantasien aktueller denn je

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Gemeinsamkeit zwischen US-Militär und Ausländerhaß?

Sie äußern sich in unserem Alltag, in den Medien, ob am Arbeitsplatz, zu hause oder in der Freizeit. Dies mit einem vorrübergehenden Phänomen abzutun oder mit der Behauptung, früher sei Gewalt wesentlich größer gewesen, verklärt den Sachverhalt. Angesichts einer Menschheit, die für sich in Anspruch nimmt, zivilisiert zu sein, entfernt diese sich allerdings davon, wird dem keinesfalls gerecht.

Allen voran der 45. US-Präsident präsentiert sich mit äußerst schlechtem Beispiel, nicht nur was den Umgangston seinen Mitarbeitern, Politikern, Staatsfrauen und -männern gegenüber anbelangt, sondern obendrein seine Sprache, seine üblen Twitter. Kein Wunder, daß dies auch bis hinein ins US-Militär abfärbt, der jüngste Tweet mit der Bemerkung, „Bereit, etwas viel, viel größeres abzuwerfen“, signalisert, wohin die Reise geht. Das ist nicht nur ziemlich geschmacklos, sondern letztlich sehr ernst zu nehmen!

Bottroper Amokfahrt läßt tief blicken

Zum Jahreswechsel zeigt sich zugleich, inwieweit geistige Brandstifter ganz Arbeit geleistet haben! Ein 50-jähriger Mann hatte „klare Absicht, Ausländer zu töten“ . Dabei spielt nicht unbedingt eine wesentliche Rolle, ob dieser geistig umnebelt ist oder nicht, vielmehr haben all jene entscheidend mitgewirkt, diesen Haß zu schüren, wie Querdenkende schon vor zwei Jahren anmahnte.

Was muß noch alles geschehen, bis diejenigen in unserer Gesellschaft endlich aufwachen, die nach wie vor reale Gewalt und auch Gewaltphantasien als kurzes Intermezzo abtun. Davon kann nun wirklich keine Rede sein, wer mal genauer die Äußerungen bis hinein in die Politik selbst hierzulande verfolgt, ob in Landtagen oder gar im Deutschen Bundestag von Abgeordneten jener AfD.

Übergriffe auf Einsatzkräfte

In der Neujahrsnacht hatten Polizei und Feuerwehr alle Hände voll zu tun, dennoch fanden Angriffe auf Streitschlichter und Einsatzkräfte statt. Die Hemmschwelle sinkt stetig, jenen wichtigen gesellschaftlichen Helfern keinen Respekt mehr zu erweisen, wie auch der GdP-Bundeschef Oliver Malchow über Twitter zu Recht anmahnte.

Dabei sollte ruhig jene unsinnige, fragwürdige Gesetzesregelung neu überdacht werden, daß Alkoholisierte ob ihrer sogenannten „Unzurechnungsfähigkeit“ oftmals kaum oder viel zu wenig belangt werden. Man könnte den Verdacht hegen, manch einer zielt es genau auf jene Regelung ab.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Liebe quittiert

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Eben war sie noch da.
Meine Liebe.
Meine Liebe, bist du hier?
Treib keinen Spaß mit mir!
Kein Zettel, kein Stück Papier.
Das sieht dir gar nicht ähnlich.
Kein Anruf. Meine Liebe,
langsam wird es dämlich.
Wütend bin ich auf dich,
mit Liebe spielt man nicht.
Ach, was sag ich da, Liebe?
Meine Liebe ist fort.
Komm ich halt ohne dich klar!
Bild dir bloß nicht ein,
ich könnte ohne Liebe sein,
würde nach dir schmachten.
Wie spät ist es eigentlich?
Ganz ehrlich, ich verstehe nicht!
Gehst so einfach.
Traurig bin ich.
Das wirst du nie erfahren.
War es langweilig in all den Jahren?
Weg ist sie, meine Liebe.
Gegangen.
Ich hielt dich nie gefangen.
War das falsch?
Gleich krieg ich so ´nen Hals,
was quatsch ich da für einen Scheiß!
Meine Liebe.
Verschwunden.
Verlassen hast du mich.
Verlassen habe ich mich auf dich.
Wir sind quitt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Alltag im Straßenverkehr keineswegs friedlich

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Deutliche Zunahme der Aggressionen

Kaum ein Thema schlägt höhere Wellen als das Auto. Für die einen notwendiges Mittel der Fortbewegung, für die anderen eine Passion bis hin zu fanatischen Zwängen. Ob per Leasing, gar direkt bar, mit Karte oder Überweisung, neu oder gebraucht angeschafft, sie rollen allesamt tagtäglich im Straßenverkehr, TÜV-geprüft und dabei mit Menschen in ihnen, die sie bedienen.

Daß ein zweijähriges TÜV-Zeichen kein Garant für wirkliche Sicherheit darstellt, besonders in Zeiten des sozialen Abbaus und von Niedriglöhnen, wird hier mal als bekannt vorausgesetzt. Auch die Tatsache, daß ein deutsches TÜV-Siegel wohl eher einmalig zu betrachten ist, gibt es dennoch weltweit inzwischen eine technische Überprüfung von Kraftfahrzeugen.

Mit dem Führerschein erfolgt des Menschen Alltagstauglichkeit

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wie viel unbewußte Bewegungsabläufe sie tätigen während dem täglichen Weg zur Arbeit beim Autofahren? Manche Fahrer berichteten sogar, sie hätten keine Erinnerung von der Fahrt selbst, auch das spielt sich ab in der Welt der Automation. Wir können uns das ganz ähnlich vorstellen wie beim Arbeiten am Fließband, gewohnte Routine blendet das Bewußtsein aus, das Unterbewußtsein übernimmt seine Rolle.

Dies sollte keineswegs mit Träumen beim Autofahren verwechselt werden, selbst wenn im rollenden Straßenverkehr dem ein oder anderen Verkehrsteilnehmer die Geduld durchaus nervenaufreibend strapazieren kann. Der Kreisverkehr zum Beispiel ist ein beliebter Streitpunkt merkwürdiger Verhaltensweisen. Autofahrer, die schon vor ein paar Jahrzehnten ein wenig in Frankreich unterwegs gewesen sind, für die stellen Kreisverkehre bestimmt keine unlösbare Herausforderung mehr dar. Für den sesshaft regionalbedingten Alltagsautofahrer kann dies schon eine merkwürdige Hürde darstellen.

Der Kreisverkehr naht, es wird fast schon scharf gebremst, es könnte ja ein Auto kommen. Nach etwas zu langem Blick gen links wird angefahren – manche bremsen dann gern erneut beim leisesten Verdacht – die Fortsetzung im Kreis findet endlich für den Nachfolgeverkehr statt. Nächster Knackpunkt: entweder Blinker nach rechts setzen oder nicht, hupen, weil mal wieder jemand die Vorfahrt nimmt oder nicht, es geht ohnehin alles ganz schnell. Entsprechend überzeugen die Unfallstatistiken, wobei eigentlich der Kreisverkehr eine äußerst sinnvolle Straßenentlastung darstellt. Keine Ampeln, keine Wartezeit, eigentlich weniger Unfälle, es sollte der Verkehr wunderbar fließen. In Frankreich schon, hierzulande manchmal eben nicht. Aber so ist das halt, wenn Menschen rollende Maschinen bedienen, in denen sie obendrein noch fahren. Gefühle lassen sich hierbei eben nicht wegdenken, sie haben beim Fahren erheblichen Einfluß.

Wenn das Auto den Aggressionen zu gehorchen hat

Der Faktor Zeit kann durchaus eine große Rolle spielen im täglichen Straßenverkehr. Ob auf den Autobahnen Drängler mit Tempo 180 km/h und einem Abstand von unter fünf Metern meinen, sie kämen dadurch schneller zum Ziel, riskante Überholmanöver, meist an unübersichtlichen Stellen, einfach riskiert werden, die geduldige Autoschlange wird schon eine Lücke parat haben zum Einscheren, stets fährt der Tod mit im Run der knappen Zeit, die solche Autofahrer meist selbstverschuldet eben nicht einkalkulieren. Wird schon irgendwie klappen, hat bisher auch stets funktioniert.

Die Unfallzahlen durch überhöhte Geschwindigkeit, bzw. unangepaßte Geschwindigkeit als Unfallursache sprechen eine ziemlich unmißverständliche Sprache. Meist kommt erst die Einsicht, wenn es passiert ist, Opfer zu beklagen sind. Doch auch die Aggressionen nehmen deutlich im Straßenverkehr zu. Wer das leugnet, schaut nicht genau genug hin. Wer täglich unterwegs ist, weiß das natürlich. Dabei sind menschliche Verfehlungen sowieso vorprogrammiert. Es gibt nicht den perfekten Autofahrer, weil Fehler nur allzu menschlich sind.

Solange sie sich und andere nicht gefährden, sollten diese auch mal einfach toleriert werden im täglichen Miteinander. Mehr Gelassenheit wäre da wohl angebracht. Gleichzeitig offenbaren sich dennoch so manche Sorgen, Ängste und Nöte im Verkehrsfluß, wenn wir an die zunehmende soziale Schieflage denken, die sich in vielen Bereichen ausgebreitet hat. Menschen trennen halt persönliches Befinden nicht im Handeln selbst, somit ist auch das Autofahren betroffen. Wer gern satirisch-humorvolles zur Thematik des Autofahrens liest, dem sei hier Carlo Manzonis „Liebling zieh’ die Bremse an“ empfohlen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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