Weisheit einer Schnecke

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Das End’ ist nah,
der Anfang naht,
zieht man an der Naht,
knallt es fern und nah.

Der Lärm erschreckt
die Schnecke
auf ihrer Wegstrecke,
erst versteckt, dann sie den Hals streckt.

Uns macht so leicht keiner zur Schnecke.
Deshalb und eben aus diesem Zwecke
beschleimen wir jede Wegstrecke.
Guten Rutsch bis zum Aufprall in der Hecke.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Das Gebot der Stunde

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Sich einmischen,
wo immer nötig.
Sich artikulieren,
weil andere schweigen.
Sich verteidigen,
wenn Ungerechtigkeit waltet.

Keine Ruhe geben
in Momenten purer Gewalt.
Das fordert das Leben,
in unseren Gedanken widerhallt.

Sich einsetzen,
wo stets geboten.
Sich anstrengen,
weil jede Müh Sinn macht.
Sich wehren,
wenn Angriffe uns bedrohen.

Keine Sekunde schweigen
an Orten, wo Gebrüll zerstört.
Das will uns das Leben zeigen,
wenn sinnlose Gewalt Leute betört.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Flüchtlinge alles andere als kriminell

Die größten Verbrecher sind Industriestaaten Manchmal, und das zunehmend immer öfters, kann einem nur noch der Kragen platzen angesichts weltweiter Heuchelei, die gen Himmel stinkt. Ganz besonders was die dummdreiste Frechheit der Neuen Rechten anbelangt, Flüchtlinge dermaßen zu kriminalisieren, Asylheime anzuzünden, Hetzjagden gegen Ausländer zuzulassen, bis hinein in den Deutschen Bundestag diesen ekelhaften Haß auch noch zu rechtfertigen. Dabei wird schonungslos ebenso seitens offizieller Politik völlig ungeniert ein dermaßen harter Kurs verfolgt, Jean-Claude Junckers Anmahnung verdeutlicht dies, daß man sich nur noch wundern kann, wer hier wen hinters Licht führen möchte. Sehr wahrscheinlich allesamt ganz gezielt sich gegenseitig, einerseits die Hardliner Italien, Ungarn und Österreich, andererseits die EU selbst nebst bundesdeutscher Politiker wie ein Herr Seehofer. Insofern muß man in erster Linie die Industriestaaten als die größten Verbrecher betiteln. Übertrieben? Keineswegs. Fluchtursachen werden weiterhin lieber unter den Teppich gekehrt Allen voran nämlich diese nahezu grenzenlose Ausbeutung, Aufrüstung bis hin zu bewußt herbeigeführten Konflikten, die oftmals zu Kriegen eskalieren. Mit Blick gen Jemen z.B., wo laut UN-Bericht rund 20 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, weltweit ca. 70 Millionen Menschen auf der Flucht sind. Während die Festung Europa weiterhin standhält trotz etlicher Opfer im Mittelmeer, Schleueser nach wie vor ihre üblen Geschäfte ausüben, schaut es auch in Amerika nicht viel besser aus, erst recht nicht unter jenem Herrn Trump, dessen Rassismus widerlicher denn je sich austobt. Neben etlichen Lügen und Fakenews, die er selbst täglich von sich gibt, setzt er beim jüngsten Vorfall noch einen drauf, in dem er den Demokraten die Schuld am Tod von Flüchtlingskindern gibt. Genau, Humpty-Trumpty sat on his wall, fördert mit ihr erst recht jenen Krawall. Chancen aus diesem Dilemma? Unbedingt. Doch der politische Wille greift nicht entscheidend genug, solange jene Kräfte perfider Vorverurteilung sich austoben dürfen, Integration viel zu wenig real greift, Flüchtlinge zusammengepfercht obendrein mißhandelt werden, Industriestaaten ihre Politik knallharter Geschäftspraxis völlig ungeniert und ungehindert fortsetzt. Märkte vor Ort brechen weg, Monokulturen belasten die Umwelt, Hauptsache der ahnungslose Verbraucher in den Industriestaaten frönt seinem Konsum, während Entwicklungs- und Schwellenländer der Ausbeutungsmaschinerie ausgesetzt bleiben. Da braucht sich somit niemand wundern, daß in Stich Gelassene sich auf den Weg machen, flüchten, auch wenn sie viel lieber in ihrer Heimat ohne Not leben möchten. Lotar Martin Kamm Kategorie: Meinung

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Die größten Verbrecher sind Industriestaaten

Manchmal, und das zunehmend immer öfters, kann einem nur noch der Kragen platzen angesichts weltweiter Heuchelei, die gen Himmel stinkt. Ganz besonders was die dummdreiste Frechheit der Neuen Rechten anbelangt, Flüchtlinge dermaßen zu kriminalisieren, Asylheime anzuzünden, Hetzjagden gegen Ausländer zuzulassen, bis hinein in den Deutschen Bundestag diesen ekelhaften Haß auch noch zu rechtfertigen.

Dabei wird schonungslos ebenso seitens offizieller Politik völlig ungeniert ein dermaßen harter Kurs verfolgt, Jean-Claude Junckers Anmahnung verdeutlicht dies, daß man sich nur noch wundern kann, wer hier wen hinters Licht führen möchte. Sehr wahrscheinlich allesamt ganz gezielt sich gegenseitig, einerseits die Hardliner Italien, Ungarn und Österreich, andererseits die EU selbst nebst bundesdeutscher Politiker wie ein Herr Seehofer. Insofern muß man in erster Linie die Industriestaaten als die größten Verbrecher betiteln. Übertrieben? Keineswegs.

Fluchtursachen werden weiterhin lieber unter den Teppich gekehrt

Allen voran nämlich diese nahezu grenzenlose Ausbeutung, Aufrüstung bis hin zu bewußt herbeigeführten Konflikten, die oftmals zu Kriegen eskalieren. Mit Blick gen Jemen z.B., wo laut UN-Bericht rund 20 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, weltweit ca. 70 Millionen Menschen auf der Flucht sind.

Während die Festung Europa weiterhin standhält trotz etlicher Opfer im Mittelmeer, Schleueser nach wie vor ihre üblen Geschäfte ausüben, schaut es auch in Amerika nicht viel besser aus, erst recht nicht unter jenem Herrn Trump, dessen Rassismus widerlicher denn je sich austobt. Neben etlichen Lügen und Fakenews, die er selbst täglich von sich gibt, setzt er beim jüngsten Vorfall noch einen drauf, in dem er den Demokraten die Schuld am Tod von Flüchtlingskindern gibt. Genau, Humpty-Trumpty sat on his wall, fördert mit ihr erst recht jenen Krawall.

Chancen aus diesem Dilemma?

Unbedingt. Doch der politische Wille greift nicht entscheidend genug, solange jene Kräfte perfider Vorverurteilung sich austoben dürfen, Integration viel zu wenig real greift, Flüchtlinge zusammengepfercht obendrein mißhandelt werden, Industriestaaten ihre Politik knallharter Geschäftspraxis völlig ungeniert und ungehindert fortsetzt.

Märkte vor Ort brechen weg, Monokulturen belasten die Umwelt, Hauptsache der ahnungslose Verbraucher in den Industriestaaten frönt seinem Konsum, während Entwicklungs- und Schwellenländer der Ausbeutungsmaschinerie ausgesetzt bleiben. Da braucht sich somit niemand wundern, daß in Stich Gelassene sich auf den Weg machen, flüchten, auch wenn sie viel lieber in ihrer Heimat ohne Not leben möchten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Triefendes Glück

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Mein fließendes Gesicht,
wie zärtlich du blickst
in meine zerrinnende Welt,
glänzend schimmert mein Ich.

Tief unter den kräuselnden Wellen,
mein jugendliches Bildnis abgelegt,
still ruhend, bis ich spielerisch beweg
die feuchtgespannte Schicht des Sees.

Fort. Fortgespült, Tropfen für Tropfen,
aufgeteilt in lauter kleine Wasserperlen
strömen stürmisch sanft sie dahin,
mein zärtlich Gesicht blinzelnd umfangen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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2018: Kein hoffnungsfroher Rückblick

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Doch so mancher Tick bleibt schick, vor allem ewiglicher Raubbau, nicht nur zur Show, vielmehr um einmal gewonnene Pfründe nie wieder loszulassen, genau das ist kaum zu fassen, jenes rücksichtslose Verhalten, jenes unbedarfte Schalten und Walten. Was Mensch seit jeher immer treudoof erduldet hatte, da brochste keene Mathe, hält bis heute an: dieser Wahn, ständig Eliten zu erschaffen, die dann alles an sich raffen.

Reichtum auf der einen Seite, Armut und millionenfache Pleite andere belastet. Sich dann noch wundern, wenn immer mehr ausgerastet? Laßt diese Heuchelei einfach stecken, stoppt das ewigliche Verrecken! 2018 – hundert Jahre nach dem Ende vom Ersten Weltkrieg – wer spricht dabei dennoch von Sieg? Die ewiglich Gestrigen scheinen rastlos erneut bösartige Pläne zu schmieden, verflogen die Hoffnung nach Frieden.

Europa hatte über sieben Jahrzehnte kaum Kriege, seine Ruh, insgeheim folgen Träume vom Siege, draus wird wieder ein Schuh. Ob Russland oder die USA, Weltmächte herrschen wollen, na klar. Im Osten am Maidan klopfte man ungeduldig an, inszenierte vorprogrammierte Feindseligkeiten, bei weitem ein erneutes Vorbereiten wie in alten Zeiten. Hauptsache Feindbilder erfüllen ihren Zweck, mal wieder steckt der Karren im Dreck.

Ob Syrien, Afghanistan, der gesamte Nahe- und Mittlere Osten, große Teile in Afrika, überall Not und Elend rückt nunmehr auch Europa nah, Flüchtlinge sich retten wollen, neuformierte Nationalisten hierzulande grollen. Die Welt ist keineswegs bereit zu teilen, dann lieber Ungeliebte niederkeilen. Haß ist so simpel zu entfachen, mit ihm gibt’s nichts mehr zu lachen.

Welch dramatisches Fazit am Ende des Jahres uns nachdenklich stimmt. Alles verliert, keiner gewinnt? Wie war das nochmal? Die Hoffnung stirbt zuletzt, auch wenn der Blick ganz schal? Etliche aufgehetzt, doch andere ersinnen neue Ideen, die mögen baldigst geschehen! Mensch hat es jederzeit in der Hand, nicht zu fahren sein Dasein an die Wand. Mögen auch ungläubige Blicke uns begegnen, diese Vorsätze gilt es zu segnen.

Das Zauberwort lautet gerechtes Verteilen, nicht mehr in jener ewigen Ausbeutung verweilen, die schon viel zu viel Elend erschuf. Das ist der wichtig neue Ruf, Menschen aufzuwecken, notfalls anzuecken, um alles zu hinterfragen, was da verkehrt lief in zurückliegenden Tagen. Nicht mehr diese Macht hinnehmen, die sich, ohne zu schämen, alles gönnt, dabei selbstgefällig einfache Leut’ verhöhnt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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WortBruch

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Was mußt’ ich wieder lesen,
freiwillig war’s gewesen.
Wörter sind zu finden,
neu kreierte, ich am Grinsen,
um bessere Ausdrücke zu formen,
weg von den alten Normen,
die Namen, die vergeben sind,
wie angelaufene Gläser, blind,
stand da geschrieben,
ein wenig übertrieben,
ich liebe dich,
klingt altmodisch,
unmodern,
lebensfern.

Heute liebt man nicht,
du bist mir verinnerlicht,
empfinde ich dich,
oder so ähnlich
drückt man sich aus,
Flöhe jagen jetzt die Maus.
Zur besonderen Betonung
gibt’s als Reizbelohnung
einen Großbuchstaben
mitten im Wort, zum Laben
am exotischen BlickGenuß,
Bello nicht pinkeln, BeiFuß,
wächst auf dieser Wiese,
ich erleb’ eine VerstehKrise.

Die Gries ist rot und saftig,
der Wurm drin, weiß, gesättigt.
Poliert außen, spiegelnd blank,
WurmFraß Kirschgriese krank.
Mansche Pansche, juchheißa,
Don Quijote und Sancho Panza
üben sich als WindmühlenBekämpfer,
Worte sahnen ab BedeutungsDämpfer
durch WortErsinnerungsSucher,
die Begriffvielfalt betrachten als Wucher.
Eine Narretei greift um sich, die Wortkopulation,
vergleichbar mit Genmanipulation,
ein Wettstreit über bessere Ausdruckweisen,
das Ziel dadurch ihr verpaßt, mit dem Wort zu reisen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Trügerische Landidylle ohne jede Vorwarnung Kriegsschauplatz

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Plötzlich brach für Gwen eine Welt zusammen

Ein laues Lüftchen wehte an jenem Nachmittag im Frühsommer, eine Schar Enten flog schnatternd vorbei, in der Ferne konnte Gwen das Bellen zweier Hunde vernehmen, wobei der eine ein großer sein müßte, der andere eher klein, weil dessen Kläffen in der Nähe bestimmt in den Ohren weh tun würde, grübelte die Zwölfjährige, strich sich dabei gedankenverloren durch ihre langen roten Haare.

Kaum hatte Gwen sich zurechtgesetzt, bemerkte sie drei schwarze Punkte am blauen Himmel, die merkwürdig schnell dahinflogen. Im selben Moment wurde ihr klar, daß es sich dabei nur um Militärmaschinen handeln konnte, viel zu laut durchbrachen jene die Schallmauer. Schon schwirrten sie ziemlich tief über sie hinweg, geschlossen, sehr nah beisammen. Instinktiv sprang das Mädchen auf, rannte so schnell es vermochte in Richtung Haus.

In letzter Sekunde erreichte sie es, riß die Haustür auf und eilte in den Keller. Das war wohl ihre Rettung, weil draußen heftige Explosionen das Erdreich, den Garten zerpflügten, Bäume wie Strohhalme entwurzelt, zerfetzt durch die Luft wirbelten, direkt neben dem Haus ein Geschoß das Küchenfenster traf, Glas splitterte. Gwen verkroch sich verstört hinter ein Regal, überlegte es sich anders und suchte Schutz unter einem Beistelltisch, lag dort zusammengekauert, ihre Knie an den Bauch gezogen und weinte laut.

Sie ärgerte sich, daß ihre Eltern unterwegs waren, ihr nicht beistehen konnten, machte sich zugleich große Sorgen, wie es ihnen wohl ergehen mochte. Irgendwie verstand sie nicht im geringsten, woher diese Flugzeuge überhaupt herkamen und vor allem, warum diese so brutal die Landidylle in einen Kriegsschauplatz verwandelten? Was war geschehen, hatte sie etwas verpaßt? Warum vermieden es die Erwachsenen, solche Entwicklungen nicht weiterzugeben? Immerhin war sie kein kleines Kind mehr. Selbst die Lehrer schwiegen dazu. Wieso nur?

Gwen war auf einmal mächtig sauer über soviel Desinformation, auch über sich selbst. Schließlich hatte sie sträflich vernachlässigt, ein gewisses politisches Bewußtsein zu entwickeln. Neulich erst meinte sie, ihre beste Freundin Nelli auslachen zu müssen, weil jene in einer Diskussion auf dem Nachhauseweg von der Schule sich Sorgen machte, erwähnte, daß der Westen unbedingt Russland als neuen, alten Feind empfand, alles tat, um das Riesenreich zu provozieren. Das könne nicht gutgehen, hatte Nelli Gwen gegenüber warnend betont.

Doch Gwen zog es vor, über ihre Facebookfreunde zu lästern, widmete sich eher Belanglosem, anstatt mal genauer zuzuhören. Das wurde ihr jetzt erst klar, hier unten im Keller. Anfangs heulte noch die Dorfsirene auf, als bereits längst etliche Häuser dem Bombenhagel ausgesetzt waren, vermutete die Jugendliche. Das mußte wohl ein extrem schlagartiger Überraschungsangriff gewesen sein, dachte sie. Oder aber die Deutschen vertrauten einfach der Bundeswehr. Irgendwie schien deren Technik ein wenig zu veraltet.

Gleichzeitig grübelte Gwen, wieso denn die Russen jene Angriffe flogen. Ihr fiel ein, daß bisher es stets lautete, der Westen würde irgendwann mal losschlagen. Oder war Stunden zuvor genau das geschehen und dies hier die entsprechende Antwort? Dennoch hätte ausreichend Zeit sein müssen, um Schutzvorkehrungen zu treffen, die offensichtlich gänzlich ausblieben. Ein leises Wimmern unterbrach ihre Überlegungen, holte sie zurück in die unmittelbare Wirklichkeit. Ganz langsam kroch sie unterm Tisch hervor, bemerkte erst jetzt den Ruß auf ihren Armen und Beinen, schnappte nach Luft, die nicht nur ziemlich heiß war, sondern obendrein sehr stickig. Als sie die Kellertreppe hinaufschlich, stoppte kurz das Geschluchze, ließ sie ebenso innehalten.

Neugierig ging sie trotzdem sehr vorsichtig weiter, wußte oben angekommen, wo sie nachschauen mußte. Vor Schreck schrie Gwen kurz auf, weil neben der Kommode im Flur zur Haustür Nelli lag, ihr rechtes Bein merkwürdig verdreht, ein großer Blutfleck warnte sie sofortigst, möglichst schnell zu handeln. Kurzentschlossen zog sie ihr gelbes Kleid aus, entdeckte eine große Glasscherbe, die als Messer diente, um den Stoff am Saumende einzuschneiden. Im Nu diente ein langer Streifen als notdürftiger Verband, etwas oberhalb von Nellis Knie befand sich ein handbreit langer Schnitt.

Erleichtert wischte sich Gwen den Schweiß von der Stirn, streichelte ihre Freundin über den Kopf. Langsam beruhigte sich Nelli, rappelte sich vorsichtig auf, wobei Gwen sie stützte. Das Donnern der Militärmaschinen war verebbt, überall stiegen Rauchsäulen auf, die beiden Teenager blickten einer ungewissen Zukunft entgegen. Was war bloß geschehen, sollte das die Fortsetzung des längst begonnenen dritten Weltkriegs sein, den warnende Stimmen des öfteren verkündet hatten, allerdings die meisten Menschen als Hirngespinste abtaten?

Lotar Martin Kamm

Erschienen im Buch Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns“ (BoD)

Kategorie: Kurzgeschichten

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