Blick zurück voller Zweifel und Wehmut

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Zukunftsaussichten verheißen Handlungsbedarf

Splitter überall, ob Glas, Holz oder Kunststoff, im schrecklichsten Fall folgt heftiger Zoff. Was treibt Menschen an, dermaßen hart aufeinander loszugehen? Rückbesinnung irgendwann, was war geschehen? Meldungen jagen rasend schnell weltweit um den Globus, und doch leben viele noch im Überfluß, so als ob Ressourcen ewiglich sich schöpfen lassen, während Geblendete dabei total vergaßen, die richtigen Konsequenzen zu ziehen, manche daher nur noch in Traumwelten fliehen.

Ständiger Raubbau fordert seinen Tribut, es wird nichts einfach von selbst für uns gut, weil in Sicherheit wiegende Stimmen viele Gefahren nicht wahrhaben wollen. Da hilft kein wahlloses Erklimmen von noch mehr Ausbeutung, wenn viele längst die Erkenntnis tiefgreifender Bedeutung erlangt haben. Wollen Beherzte es daher wagen, der verkehrten Politik Paroli zu bieten? Sie haben den Mächtigen vieles zu sagen, lassen sich nicht länger behandeln wie Nieten.

Revolution in anderer Form dem Diktat weiterhin trotzt? Da nützt es wohl kaum, wenn die Elite motzt, bestimmte Bürger eine vorgeschriebene Norm verlassen. Auch wenn immer mehr Gruppen sich gezielt hassen, weil es von oben diktiert so gewollt, am Ende manch wacher Geist uns in die Realität zurückholt. Die da lautet, rechtzeitig klügere Wege einzuschlagen, es notwendigst zu wagen, den Weltenlauf in eine gesunde Richtung zu lenken. Niemand hat was zu verschenken, doch wenn gerechte Verteilung nicht endlich eintritt, dieser äußerst wichtige Schritt, dann setzen Profitgierige ihr Schandwerk schamlos fort, dulden Zerstörung und millionenfachen Mord.

Blick zurück voller Zweifel und Wehmut wird nicht reichen, die Brut dieser bösen Saat will keineswegs weichen. Funktionierte doch bisherig reibungslos in ihrem Sinn, was interessiert sie all das Leid, wenn sie sich erfreuen an ihrem Gewinn. Für Nächstenliebe verbleibt kein Platz, sie erkennen mitnichten den wichtigsten Schatz, nämlich eine friedliche, gerechte Welt. Sie sehen nur ihr schmutziges Geld, welches ihre Macht stets hofiert, während die Mehrheit der Menschheit dahinvegetiert.

Wohlan, Bürger dieses Planeten, es ist die Zeit gekommen, andere Gefilde zu betreten. Jenen unvoreingenommen zu begegnen, die lediglich ihr Wohl im Auge haben, all jene zu segnen, die ein friedliches Miteinander wagen. Dies hat nichts mit Religion oder ähnlichem zu tun, sondern wer Änderung zum Besseren vorantreibt, wird nicht länger ruhen, bis das Bösartige für immer schweigt!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Angedacht

© Doris Mock-Kamm

Gelöscht das Bild,
auf dem das heimatlose Kind
in der Krippe der Tiere lag.
Armut vermag
entsetzen,
Gefühle verletzen,
Freude überdecken,
Wunsch sich zu verstecken.

Das Symbolische
verwandelt ins Diabolische,
Geschenke als Handel
für keinen Wandel.
Anmut erscheint verdächtig,
sinniere ich andächtig.
Gelähmte Stille als Verlegenheit,
nein, Bild neu erstellen, höchste Zeit.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Weihnachten 2018 fällt ins Wasser

Wagenknechts Aufruf mobilisiert überraschend viele Gelbwestenträger

Endlich mal eine handfeste Politik, die nicht lange um den heißen Brei redet, sondern Taten folgen läßt. Labern war gestern, gehandelt wird heute am Heiligabend. So geschehen und direkt ausgeführt von jener dynamischen, parteiübergreifenden Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht, die sich beherzt vor die Waschmaschine stellt, um ihrer #Aufstehen-Bewegung entsprechenden Pepp zu bringen, in dem sie die Menschen auffordert, es den Franzosen gleichzutun, selbst mit gelber Weste zu protestieren.

In dem 77-Sekunden-Videobeitrag spricht sie zwar vom nächsten Jahr, was allerdings offensichtlich eine Menge Leute wohl überhören. Schon Stunden später versammeln sich an die geschätzten 750 Gelbwestenträger mit eiligst aufgemalten Schildern, auf denen „AKK muß weg“, „Es hat sich ausgemerkelt“ oder „Maas macht mobil – welch perfides Spiel“ zu lesen ist. Letzterer bezieht sich auf den Abzug amerikanischer Soldaten aus Syrien und Afghanistan, es wird befürchtet, die Lücken sollen nunmehr deutsche Soldaten schließen.

Als die Bundeskanzlerin ihr Domizil verlassen will, verzögert sich die Abreise, vor dem Bundeskanzleramt versperren inzwischen mindestens dreitausend Menschen den Weg, die Fahrzeuge können zunächst nicht losfahren. Erst per Wasserwerfer- und Tränengaseinsätzen wird eine Schneise geschaffen, so daß Angie ihren ihrer Meinung nach verdienten Weihnachtsurlaub antreten kann. Für die Menschen vor Ort fällt Weihnachten somit ins Wasser, manche heulen oder brüllen lauthals ihre Wut gen Waschmaschine, Flaschen und Steine fliegen.

Stunden später ist der kurze Spuk beendet, was verbleibt, bedeutet nachdenkenswerte Rückbesinnung, wieso Politik weiterhin die Belange des einfachen Volkes stoisch ignoriert. Sie bedient viel eher eine reiche Klientel, Sozialabbau wird nonchalant geschickt als unabwendbar den Leuten eingeredet, obwohl die Fakten klar ersichtlich.

Was drüben bei den französischen Nachbarn noch deutlicher sichtbar geworden, vertuscht gern Frau Merkel mit Augenauswischerei von angeblich niedriger Arbeitslosenquote als Garant dafür, die richtigen politischen Weichen gestellt zu haben. Dabei verschweigt sie einfach, daß der Niedriglohnsektor als Verschiebebahnhof dient, obendrein immer mehr Menschen per Hartz IV aufstocken müssen.

Und die Linken? Die zerlegen sich just, weil Sahra ausscheren will mit eigenen Vorstellungen, wie man die Menschen wachrütteln kann. Es ist immer richtig, aufzustehen, das machen nahezu alle jeden morgen, ob sie arbeiten, zur Schule gehen, in die Uni, zur Ausbildung oder um sich zu bewerben. Aber aufstehen, um die Politik anzumahnen? Protestkultur nennt man das, diese hat seit den Schah-Demos gerade hierzulande an Fahrt aufgenommen, denken wir an die riesigen Friedensdemos, an die Bürgerproteste gegen AKWs. Viel davon ist nicht mehr vorhanden, weil etliche gesättigt ihre Pöstchen ergattern konnten bis hinein in die Politik selbst.

Und das soll es jetzt richten, man zieht sich ne gelbe Weste an und alles wird wunderbar? Schmeißt Schaufenster ein, zündet Autos an, randaliert oder provoziert Polizisten? Und dann? Danach geht der Wahnsinn weiter, es ändert sich real zu wenig.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Räume ohne Grenzen

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Zertrampelt die Flächen,
auf denen vor kurzem ich gesessen,
es ist schon etwas länger her,
mir ist´s, als wenn´s vorhin
gewesen wär.

Umgegraben die Wiesen,
auf denen Sommerblumen blühten,
gesammelt als Strauß
der Mutter geschenkt,
wir lebten in einem alten Haus.

Abgesägt die Bäume,
auf denen hoch oben ich saß,
nur dort flüsterte der Wind
tröstende Verse mir zu,
Labsal für das erwachende Kind.

Zerstört die Räume,
durch die ich manch Runden drehte,
keine Türen, Fenster, kein Dach.
Seh ich deshalb die alten Wege so klar,
als schrieb ich dies eine Minute danach?

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Kurz vor Weihnachten fliegt uns die Welt um die Ohren?

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Wenn morgen am Heiligabend die Bescherung Kinderherzen höher schlagen läßt, manches Weihnachtslied am geschmückten Tannenbaum gesungen, das Christenfest zur Geburt Jesu gefeiert wird, mögen viele Familien und Singles innehalten in Andacht, oder weil so gewohnheitsmäßig sie es zelebrieren. Tradition oder viel Show, wahre, innige Verbundenheit oder eher Heuchelei, die mittels Konsum befriedigt?

Von Frieden kaum eine Spur im weltpolitischen Geschehen genauso wie in der Gesellschaft selbst, Jesus Christus würde sich der Magen umdrehen, unabhängig davon, daß er ohnehin einer Verstaatlichung des Glaubens niemals zugestimmt hat, somit die Katholische Kirche, das gesamte Christentum erst recht ins Wanken käme. Keineswegs schaut es bei anderen Weltreligionen besser aus bei genauerer Betrachtung inwieweit das Alltagsgeschehen deren Dogmen letztlich Lügen straft.

Keine Sorge, der kurzfristig erhobene Zeigefinger senkt sich wieder, weil eine Standpauke vergeblich wäre, das haben schon ganz andere versucht, wie z.B. Heinrich Böll. Das muß der Klerus mit sich selbst ausmachen, all jene, die in den Gottesdienst trotten erst recht. Politische Persönlichkeiten bestimmen ein großes Stückweit den Lauf der menschlichen Geschichte. Es liegt aber auch uns, ob wir sie lassen.

Drüben im Westen, in den USA tobt sich seit bald zwei Jahren jener „blonde Dolle“ im Weißen Haus aus, kein US-Präsident hatte so viele Mitarbeiter entlassen, verprellt, gar drei Shutdowns herbeigeführt, um obendrein international dermaßen ungehobelt die Möchtegernweltpolizei zunehmend zu isolieren. Darüber mögen andere sich freuen wie China oder Russland, da ihre Einflüsse zunehmen. Weltpolitisch könnte man gar Chancen wittern, wenn da nicht die seit Jahrzehnten entstandenden wirtschaftlichen Verstrickungen und Abhängigkeiten wären.

Bobby Langer wies zu Recht im Interview drauf hin, so auch, daß Menschheit weiterhin die Chance habe, Wege der Einigung zu finden, Visionen zum Wandel. Die tief verbunden verwurzelte Sehnsucht nach Frieden, einem inneren und äußeren, in den Familien genauso wie global betrachtet, beschäftigt unsere Spezies schon immer, was auch gelingt trotz jener häßlichen Kriege, Not und Elend.

Mensch ist sich dessen durchaus bewußt, deren Gleichnisse gibt es viele, ob in Geschichten, Märchen, Fabeln oder im alltäglichen Zusammenleben. Lassen wir uns nicht beirren trotz anhaltender Gewalt, Terror und apokalyptischen Horrorszenarien.

„Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben.“ (Mark Twain)

Illusionen aber sind manchmal trügerische Ratgeber, wenn wir nicht in der Lage, sie verinnerlicht umzusetzen, sie gar mit anderen zu teilen. Beste Voraussetzung: reinen Herzens sein!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Was wäre wenn

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Einmal durch die Welt reisen
ohne irgendwelche Bedenken,
Geschichten dabei anpreisen,
sich gedanklich verrenken,
das wäre schon ein hehres Ziel.

Einmal stundenlang in der Badewanne liegen
ohne schlechtes Gewissen,
in seinen Träumen mal davonfliegen,
sich verstricken in durchdachten Prämissen,
das wäre ganz sicher ein schönes Gefühl.

Einmal sich einfach so gehen lassen
ohne anmahnendes Verantwortungsbewußtsein,
wie ein Kind sich bloß nicht anpassen,
schon gleich gar nicht nur so zum Schein,
das wäre doch mal ein interessanter Deal.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Rheinwasser alles andere als sauber

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Noch viel Handlungsbedarf vonnöten

Als in den Morgenstunden des 13. Januars 2011 der mit 2.378 Tonnen Schwefelsäure beladene Frachter „Waldhof“ in Höhe von Sankt Goar kenterte, galt selbstverständlich die erste Sorge den Menschen. Zwei der vier Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden, die anderen hatten ihr Leben lassen müssen. Das Unvermeidbare geschah, und die Ladung gelangte zum größten Teil in den Rhein.

Obwohl Schwefelsäure zu den aggressivsten Säuren zählt, war sie laut einer BASF-Sprecherin als schwach wassergefährdend einzustufen. Selbstverständlich ist äußerste Wachsamkeit und Skepsis angebracht, wenn Chemiekonzerne mit solchen Äußerungen nach Unglücken aufwarten. In diesem Fall hat allerdings selbst der BUND bestätigt, daß aufgrund der schnellen Verdünnung lediglich nur die unmittelbar in der Nähe sich befindenden Fische gefährdet seien und auch teilweise dadurch verenden.

Bessere Wasserqualität ziemlich fraglich

Dabei rückt auch erneut die berechtigte Frage in den Vordergrund, ob die so oftmals verkündete gute Wasserqualität des Rheins denn auch gegeben sei. Die Antwort kann und sollte man keineswegs bejahen.

Nach dem Brand einer Chemiefabrik von Sandoz in Schweizerhalle bei Basel (01.11.1986) war das Ökosystem des Rheins erheblich gestört, und zwar als Folge der „chemischen Reinigung“ vom Löschwasser. Damals reagierte die Bevölkerung durch die Traumatisierung der Tschernobyl-Katastrophe desselben Jahres natürlich mit verschiedenen Protestaktionen, wie z.B. dem „Rheintribunal“. So haben insbesondere Umweltverbände, allen voran der BUND erheblich dazu beigetragen, durch den Sandoz-Unfall die Lehren zu ziehen, so daß die Wasserqualität streckenweise tatsächlich verbessert wurde. Im Jahre 2005 wurde erstmals wieder Lachslaich in der Kinzig gefunden, einem Nebenfluß des Rheins, der bei Kehl in ihn mündet.

Extreme Unfälle der chemischen Industrie mitverantwortlich

Zu schön wäre es gewesen, wenn anschließend nachhaltige Verbesserungen innerhalb der chemischen Industrie, aber auch der Atomkraftwerksindustrie vorgenommen worden wären. Dem geschah bis heute nicht zugenüge. Insbesondere veraltete Chemieanlagen wie die des Konzerns Rhodia führten zu extremen Unfällen, wie im Jahreswechsel 2002/2003, als im chemischen Werk von Rhodia in Chalampé, welches gegenüber von Neuenburg liegt, unbemerkt die Riesenmenge von 1.200 Tonnen Cyclohexan austrat und sogar teilweise ins Grundwasser gelangte.

Neben den chemischen, oftmals eher sichtbaren Unfällen sind da aber noch die „sauberen“ AKWs am Vater Rhein, sowie an seinen Zuflüssen, die eben nicht die physikalischen Gesetze austricksen können, sondern daher eine große Gefahr aufgrund von Materialverschleiß, Versprödung der Reaktordruckgefäße darstellen. Auch das geplante Atommüll-Endlager in Benken in der Nähe von Schaffhausen ist kein Garant für Sicherheit, sondern eine zusätzliche, zukünftige Gefahr. Daß alle Atomkraftwerke schon bei Normalbetrieb den Rhein mit dem radioaktiven Tritium belasten, sei an dieser Stelle ebenso mal betont.

Zunahme hormonähnlicher Substanzen im Rheinwasser

Damit noch nicht genug. Jährlich fließen im Rheinwassercocktail Tonnen von Antibiotika, Anti-Epileptika und Schmerzmitteln, Abbaustoffe von Plastik oder Pflanzenschutzmitteln sind dort zu finden. Einerseits sind die Betreiber von Klärwerken weiterhin zufrieden mit der Qualität des Rheinwassers, andererseits stellte der Chemiker Reiner Plasa von der Umwelt-Organisation BUND völlig zu Recht fest, daß ihn die Zunahme der Konzentrationen von hormonähnlichen Substanzen im Rohwasser beunruhige.

Es bedarf nicht unbedingt eines erschöpfenden Chemiestudiums, um sich zu vergegenwärtigen, daß mit dem Wissen um die Ignoranz der Gefahren und daher die anhaltend bedenkenlose Handhabung durch die chemische Industrie sowie der Atomkraftwerke das Rheinwasser keineswegs als sauber oder gar badefreundlich zu bezeichnen ist. Der blauäugigen Mär vom genußvollen Baden kann daher eher abgeraten werden, wem seine Gesundheit noch etwas wert ist.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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