Türkei: Expansion à la Erdogan nimmt ihren Lauf

Wie weit kann der sogenannte Nato-Partner noch gehen?

Gar nicht so lange her, da legte sich Recep Tayyip Erdoğan gleich mit mehreren EU-Staaten an, beschimpfte auch deutsche Politiker als Nazi-Schergen, obwohl eigene despotische Entscheidungen ziemlich verwandt mit einer rechtsextremistischen Haltung. Aber das scheint heutzutage ohnehin nicht mehr allzu wichtig genommen zu werden, viel zu schnell schmeißt man mit jenen klar definierten, historischen Begriffen und Sachverhalten um sich.

Vielleicht glaubt der „türkische Pascha“ auch, er könne als Nato-Partner sich besonders weit aus dem Fenster lehnen, man verzeihe ihm dessen ständigen Eskapaden schon. Daher nicht weiter verwunderlich, daß er am Ende der dritten Januarwoche damit begann, die YPG-Miliz im Norden Syriens aufzumischen. Solange die USA sich zurückhielten, war zunächst alles in seinem Sinne gelaufen.

Mehrere Fronten gleichzeitig – die Türkei in Kriegstaumel?

Irgendwie müssen die Gelder ja wieder fließen, nachdem die Tourismusbranche in der Türkei einbrach nach den letztjährigen Entgleisungen des türkischen Präsidenten. Da kommen Kriegsszenarien gerade recht, geht Erdoğan auf Konfrontationskurs mit Griechenland und den USA. Weiterhin schwelt der jüngste Konflikt in der Ägäis vor zyprischer Küste zur Erdgassuche, droht der Despot damit, internationale Unternehmen sollen türkische Rechte nicht mißachten.

Obendrein kündigt er eine „osmanische Ohrfeige“ an, die die Türkei den USA verpassen werde, falls diese neben Terroristen stünden, dann würden sie halt gnadenlos vernichtet werden. Starker Tobak für eine Nation, die sich damit gleich mit dem gesamten Westen anlegt, der nicht einfach sich wegducken mag. Mit politischer Weitsicht hat das gar nichts zu tun, viel eher mit gezielter Provokation.

Genau vor einem Jahr wurde Deniz Yücel eingesperrt

Die Pressefreiheit als kostbares Gut wird in der Türkei schon länger ziemlich mißachtet, durch Erdoğan erst recht und seit dem Putschversuch Mitte Juli 2016, der die Macht des Despoten festigte. Gleichzeitig ihm in die Hände spielte, auch wenn sämtliche Verschwörungstheorien nichtig sein sollten, er somit ihn nicht selbst initiierte. Faktisch baute dieser Präsident seine Macht aus, etliche ausgemachten Gegner wurden in Haft gesetzt, so eben auch Deniz Yücel, der heute vor einem Jahr eingesperrt wurde.

Obwohl die Bundesregierung und das Ausland sich bemühten, dessen Freilassung zu erwirken, hält die Türkei an ihrem unmißverständlichen Vorgehen fest. Auch hierbei kann man sich nur wundern, inwieweit jener türkische Despot agieren darf, selbst Außenminister Sigmar Gabriel empfing neulich seinen türkischen Amtskollegen Mevlüt Çavuşoğlu mit dem Ziel, die diplomatische Eiszeit zu beenden.

Eine Freundschaft wider Willen aus rein taktischen Gründen? Schließlich gibt es wirtschaftlich-militärische Argumente, die genau dies rechtfertigen, da haben Menschenrechte so gar keinen Platz, werden kurzerhand weggeredet. Was für ein Fazit, ein Spagat, der sich eben zu Ungunsten etlicher Betroffener auswirkt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Wortmimik der Historikhysteriker

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Sprache zeigt nicht ihr Gesicht,
wenn Mimik ihre Laute wegwischt.

Da wird gelächelt süffisant,
die Worte sprechen intrigant.

Mit dem Ton der Überheblichkeit
wird gefordert Fremdenfeindlichkeit.

Mittels Gelassenheit in der Stimme
hofiert man wieder Korn und Kimme.

Durch schalkhaft wirkende Untertöne
erniedrigt man freidenkende Töchter, Söhne.

Denunziationen, ausgesprochen lässig,
verstecken des Redners Wesen, gehäßig.

Freundlichkeit vortäuschender Silbenmienen
sind gefährlicher als sichtbare Landminen,
sie vertuschen den Wortcharakter,
mit Zweifeln pflügt man den Satzacker.

Sie zerstören die Sprachwortwerte,
simulieren Ausdrucksstärke.

Wörter gesprochen mit Zunge gespalten,
mit zwielichtiger Mimik, damit will man erhalten
hemmende Traditionen, ängstliche Völker,
gelenkt durch egomanische Historikhysteriker.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Dresden: Stadtrat setzt Bettelverbot durch

Nach unten treten – Sachsens Hauptstadt zeigt ihr wahres Gesicht

Schlimm genug, daß gerade in Sachsen der rechte Mob sich besonders ausbreiten darf, die Justiz als auch die Polizei oftmals einfach wegschaut. Kein Wunder, daß in Dresden eine Pegida sich dermaßen hartnäckig etablieren konnte. Somit darf man ebenso nicht in Erstaunen geraten, wenn „Saubermänner“ dafür sorgen, daß eine zunehmende Armut weniger sichtbar werden soll. Dresdens Stadtrat setzte kürzlich das Bettelverbot durch, hat das Betteln mit und von Kindern unter Strafe gestellt.

Was hierbei mit den Stimmen der beteiligten Parteien, der CDU, FDP, AfD und auch der SPD verordnet wurde, widerspricht jedweder sozialer Gerechtigkeit, verhöhnt die am Rand der Gesellschaft, denen oftmals das Betteln als letzte Überlebenschance dient. Diese Mehrheit des Stadtrats von Sachsens Hauptstadt zeigt somit ihr wahres Gesicht.

Bettellobby- und Change.org-Proteste blieben wirkungslos

Natürlich entstand im Vorfeld zu diesem Verbot genügend Widerstand, gleichwohl mit diesem Dresdner Stadtrat, der ein Kooperationsabkommen beschlossen hatte zwischen Linke, SPD, Grüne und den Piraten. Daß ausgerechnet die SPD bei jenem Bettelverbot ausscherte, spricht Bände, zeigt einmal mehr, welch „sozialen Verrat“ die älteste Partei Deutschlands ausübt.

Die Bettellobby verhinderte zwar das „Bettelverbot mit Hund“, Kinder finden ganz offensichtlich bei den betreffenden Parteien zum Verbotsbeschluß kein Gehör, konnte dennoch nicht genügend per Protest bewirken, genauso wie eine Change.org-Petition, die nicht einmal die 1.000 Stimmen erreichte. Auch ein Indiz dafür, daß in der Bevölkerung selbst viele sich lieber abwenden, anstatt beherzt die Not der Lage zu erkennen.

Eine derartige Politik begünstigt Ausgrenzung und Zunahme der Gewalt

Ob sich die beteiligten Parteien zu diesem Bettelverbot darüber auch im Klaren sind? Man muß es ihnen unterstellen, daß dem nicht so ist, bei der AfD ohnehin am ehesten, betrachtet man die bösartige, menschenverachtende Wortwahl bei etlichen Anlässen, die diese rechtsextreme Partei zum Besten gibt. Aber die anderen Parteien sind deshalb längst nicht entschuldigt.

Wer dermaßen verächtliche Gesetze ins Leben ruft, offenbart nicht nur Unmenschlichkeit selbst, sondern verkennt die Ursachen solcher Mißstände, an denen die Politik oftmals aktiv mitbeteiligt ist mit Blick auf den Arbeitsmarkt, Sozialabbau, Wohnungsnot und einer ohnehin zunehmenden Armut, eine friedliche Koexistenz ist somit mehr denn je gefährdet.

Heute Dresden, morgen andere Großstädte im Lande? Welche Maßnahmen per Gesetze und Verbote mögen einer solchen Politik noch einfallen, um Menschen auszugrenzen? Erinnerungen und Assoziationen an Silent Green glimmen auf. Wollen wir das wirklich zulassen? Ein weiter so in diese Richtung wäre äußerst fatal!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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Auf Hänseln folgt Schlamassel

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Arglistige Täuschung gleicht Mobbing

Früher, ach wie doch die Zeit vergeht, also vor nicht allzu langen Jahren gab es das Wort „mobben“ nicht als Begriff, um damit zur Aussage zu bringen, jemanden zu schikanieren. Man nannte dies „hänseln“.

Selbst wenn dies Hänseln in Wirklichkeit Mobbing war, gab es keine Differenzierung, das lag zum einen sicher darin, daß man bewußt oder unabsichtlich das Leid der “Opfer“ herunterspielte, (ist doch alles nur Spaß, hab dich nicht so, nimm´s doch nicht so tragisch), zum anderen die Komplexität zwischen „Opfer“ und „Täter“ nicht ausreichend interessant war hinsichtlich einer notwendigen Aufklärung innerhalb der Gesellschaft; und möglicherweise war das Auftreten solchen Verhaltens in der Mehrzahl eher ein Hänseln und nicht Mobbing.

Hänseln, mittelhochdeutsch hansen, unter gewissen (scherzhaften) Zeremonien in eine Kaufmannsgilde aufnehmen, zu Hanse. (Duden) Synonyme sind foppen, aufziehen, necken, verspotten, frotzeln, ärgern.

Hanse, mittelhochdeutsch hanse, Kaufmannsgilde, Genossenschaft, althochdeutsch hansa, Kriegerschar, Gefolge, Herkunft ungeklärt (Duden)

Mobben, englisch to mob, über jemanden herfallen, sich auf jemanden stürzen, zu: mob, Mob. (Duden) Andere Begriffe sind tyrannisieren, ärgern, quälen, verheizen, schikanieren, intrigieren.

Mob, englisch mob, eigentlich, aufgewiegelte Volksmenge, gekürzt aus lateinisch mobile vulgus. (Duden) Andere Wörter hierfür sind Bande, Gang, Meute.

Allein schon über die Wortherleitungen kann man erkennen, daß zwischen den beiden Wörtern hänseln und mobben ein großer Unterschied besteht, um nicht zu sagen eine gewaltige Diskrepanz.

Ist beim Hänseln noch ein gewisses Maß an Schalk und Scherz herauszulesen, ist beim Mobben die Rede von Schikane und Tyrannei, also böswilliges Handeln das Hauptmerkmal.

Demnach kann, könnte das Hänseln ohne weiteres „überstanden“ werden, ohne Opfer geworden zu sein. Vorausgesetzt Hänseln ist kein Dauerzustand und in einer einigermaßen erträglichen Waage zwischen zwei Personen eher als gegenseitiges Aufziehen zu verstehen, ohne dabei eine arglistige Quälerei zu verfolgen.

Mobben hingegen weist auf eine hinterlistige Täuschung, absichtliche Spötterei mit den Hintergedanken und dem Effekt, das Gegenüber zu tyrannisieren, zu diskreditieren. Und wird, wenn beide Seiten eine „dicke Haut“ haben, sich hochschaukeln können, bis hin zu Handgreiflichkeiten, körperlichen Auseinandersetzungen und Verletzungen.

In diesen Fällen ist das Opfer einem Schlamassel ausgesetzt, einer Ausweglosigkeit, Dilemma, Misere, sitzt in der Bredouille.

Schlamassel, jiddisch schlamassel, Unglück, Pech, zu schlimm und jiddisch massel, Massel. (Duden)

Massel, jiddisch massel, hebräisch mazzạl, Stern; Schicksal. (Duden)

Würden wir uns wie bei dem Wort „hänseln“, das sich auf eine scherzhafte Zeremonie zur Aufnahme in einer Gilde herleitet (möglicherweise vergleichbar mit einem Jungenstreich), dies bei dem Wort „mobben“ gleichtun, so könnten wir es als Formulierung in etwa so ausdrücken. Mobben, ein intrigierendes Ritual zur Aufnahme in eine aufgewiegelte Volksmenge.

Ich vergaß, das Wort schlimm zu erklären. Das in diesem Zusammenhang für den Schlamassel, in dem einzelne Personen oder ganze Völker sitzen, wenn sie „Opfer von Mobbing geworden sind, eine wichtige Komponente darstellt.

Schlimm, mittelhochdeutsch slim(p), schief, schräg (vgl. althochdeutsch slimbī, Schräge), erst im Neuhochdeutschen, übel, schlecht, böse, Herkunft ungeklärt. (Duden) Andere Worte sind böse, dramatisch, fatal, folgenschwer, schrecklich, schäbig, schmutzig, skrupellos, jämmerlich, betrüblich, gravierend.

Warum diese Erklärung wichtig ist, ganz einfach, das oder der Schlamassel ist ein schräges Schicksal. Meinetwegen auch ein schlimmer Stern, das hört sich eher nach nicht mehr umkehrbar an, oder?

Erinnern Sie sich noch an das Spielplatzgerät Wippe? Welcher Schlamassel, wenn ihr Wipp-Partner partout unten sitzen blieb und Sie oben, hilflos in der Luft hingen? Wer von Ihnen beiden verbrauchte die größere Energie, Kraftaufwand, um die Schräge zu halten?

Lassen wir uns nicht verschaukeln von dieser Mobbing-Tour, egal aus welcher Richtung sie sich in unser Leben schleicht. Tatsache bleibt, wer es nötig hat, nur mittels ständigen Kraftaufwandes eine Zeremonie zur Aufnahme eines harmonischen Ausgleiches zu veranstalten, der ist schräg drauf, hat Böses im Sinn, ist jämmerlich, skrupellos.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Klimawandel sowie globale Zerstörung keinesfalls hysterische Anmahnung

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Einsichtige Entscheidungen noch möglich?

Vielleicht wäre ja der Verlauf der Menschheitsgeschichte anders gewesen, hätte Eva nicht im Paradies in den Apfel der Erkenntnis gebissen, wenn wir uns dieses alttestamentarische Gleichnis vergegenwärtigen. Doch sie hat es nun mal getan. Die Konsequenzen sind längst nicht mehr wegzudichten, selbst wenn noch so viele „gekaufte“ wissenschaftliche Gutachter sich anmaßen, ein genaues Hinschauen lächerlich machen zu wollen. Diese Realität will halt nicht in die Köpfe derer, die weiterhin skrupellos Mutter Erde wie einen Schwamm ausdrücken, weil Profitgier eine gnadenlose Ignoranz hervorruft.

Schauen wir genauer hin, bevor zukünftige Generationen zu leiden haben. Die Überflußgesellschaft, die ganz besonders der große deutsche Philosoph Erich Fromm ausführlich angemahnt hatte, vernichtet die Ressourcen unseres Planeten weiterhin bedenkenlos.

Überall bedenkenloser Raubbau

Selbst wenn dieses Thema kaum noch Beachtung findet, es betrifft die Menschheit dennoch, die Gesetzmäßigkeit läßt sich nicht verleugnen: Unsere Wälder sind die Stützpfeiler des Klimagleichgewichtes. Merken Sie was? Bewußt wurde der Klimawandel mal ausgeklammert, denn Versuche, dies in einem Artikel zu erläutern, würde den Rahmen sprengen, viel zu komplex sind die Zusammenhänge, die dabei zu berücksichtigen sind. Nein, es geht ums Gleichgewicht, und dieses ist längst außer Kontrolle geraten.

Da ein Ende der Erdölreserven schon lange in Sicht ist, obwohl in jüngster Zeit immer wieder erneute Vorkommen entdeckt wurden, müssen Ersatzstoffe herhalten, wie z.B. die Palmölerzeugung. Aus Palmöl werden alternative Treibstoffe hergestellt als auch Waschmittel sowie Lebensmittel. Die viertgrößte Insel Borneo wird bei gleichbleibender Abholzung des Urwaldes schon in wenigen Jahren gar keinen mehr haben.

Der durchschnittliche tägliche Wasserverbrauch pro Kopf in Las Vegas lag noch 2009 bei 800 bis 1.000 Liter, wurde inzwischen allerdings reduziert, während in Indien 30% aller Brunnen versiegt sind. In Australien ist die Hälfte des Farmlandes von Trockenheit betroffen. Der einstmals gewaltige Colorado River erreicht in der warmen Jahreszeit nicht mehr den Golf von Kalifornien. Sehr bald werden zwei Milliarden Menschen unter Wassermangel zu leiden haben.

Ein sehr großer Teil der Menschheit ernährt sich durch Fischverzehr. Solange dies in einem natürlichen Gleichgewicht stattfindet, hat der Fischbestand auch eine Chance, wieder nachzuwachsen. Aber da sind viel zu viel Gefährdungen für die Fischwelt bei enorm steigender Bevölkerungszahl, sodaß bei derzeitiger Fischfangquote bereits 2050 sämtliche Fischbestände vernichtet sein werden. Ebenso werden Mitte dieses Jahrhunderts die Hälfte aller Tierarten gefährdet sein.

Klimawandel zwischen erhobenem Zeigefinger und tatsächlicher Umkehr

Betrachten wir dennoch mal nur ganz kurz die Auswirkungen des Klimawandels, den es ja gar nicht geben darf, weil er nicht ins „marktgerechte Wirtschaftskonzept“ der Weltkonzerne paßt. Die Eisschmelze von Grönland geht wesentlich schneller voran, als selbst die schlimmsten Pessimisten vorausgesagt hatten. Dieses Grönlandsüßwasser fließt somit ins Meer, und die Systeme werden dort instabil. Nach kompletter Grönlandeisschmelze werden die Meeresspiegel weltweit um 7 Meter ansteigen. Aber es sind ja nur 70% der Weltbevölkerung, die in Küstennähe leben.

Es macht dennoch wenig Sinn, jetzt den moralischen Zeigefinger zu heben, auch wenn die Zukunftsaussichten angesichts dieser tragischen Entwicklungen alles andere als rosig sind. Die Menschheit hat es selbst in der Hand, eine Umkehr hin zur Einsicht zu bewirken. Lassen Sie sich nicht blenden von manipuliert verharmlosenden Berichten, die meist nur Wirtschaftsinteressen dienen.

Beobachten Sie selbst, informieren Sie sich über globale Zusammenhänge, und Sie werden feststellen, daß da nichts mehr schönzureden ist. Am Ende schließt sich der Kreis auch mit dem sinnigen Werbeslogan: Der Mensch braucht die Natur, diese aber den Menschen nicht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Wenn Fahnen riechen

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Die Fahne weht mir ins Gesicht,
dennoch fassen kann ich sie nicht.
Sie ist eine Fahne aus Gasen,
möglich wäre, sie wegzublasen.

Da sitzt man schweratmend im Bus,
man hat´s geschafft, nicht laufen muß.
Anstatt Luft, Atemluft, reine Luft,
bekommt die Lunge Veilchenduft.

Man hüstelt, schaut sich lächelnd um,
grinsende, wissende Gesichter, reihum.
Du weißt, keiner will mit dir tauschen,
du sehnst dich danach, abzutauchen.

Raus aus dem Bus bei nächster Station,
bin eh zu spät, was macht das schon?
Schnellen Schrittes suchst du das Weite,
das Vorstellungsgespräch wird ´ne Pleite.

Zum Termin warst du weit über der Zeit,
sie mustern, fragen dich, sie sind zu zweit.
In deiner Nase ist immer noch die Duftfahne,
sie sagt, für den Job bist du nicht erste Sahne.

Gemächlich, Selbstbewußtsein täuschend,
Frusttiraden deinem Munde entfleuchend,
gönnst du dir in ´ner Kneipe einen Kaffee,
Coffein, um Lisa Rede und Antwort zu stehn.

Die Fahne weht ihr ins Gesicht,
dennoch fassen kann sie es nicht.
Sie läßt dich nicht zu Worte kommen,
die Fahne hat ihr den Verstand genommen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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GroKo-Taufe ohne rosarote Schlaufe

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Jetzt mal Butter bei die Fisch, packen wir manch ungereimtes auf den Tisch. Wat is denn nu schon wieder los in der Bundeshauptstadt? Von wegen ein Patt, die dritte GroKo verschafft der Mutti ne neue Regierungsmacht, obwohl dat Volk über sie nur noch lacht? Irgendwas scheint hierbei total aus dem Ruder zu laufen, da heißt es mal soeben tief durchschnaufen.

Doch ob das nach alledem tatsächlich nützt? Eher nur noch total beschwippst? Könnte durchaus sein, bei Karneval is man eh nich allein. Mal zurück zur Misere in Berlin, wo bei den Sozen gar nichts mehr jut schien. Dieser Martin Schulz, mit Verlaub, wirkt wie ne billige Schnulz oder nen Duplikatenraub. Mit solch komischen Vertretern läßt sich keine Politik machen, kein Enthusiasmus entfachen.

Dennoch ließ die Union sich drauf ein, nicht nur so zum Schein, weil Macht braucht ne willige Klientel, sonst läuft sie gänzlich fehl. Am Ende hat’s dann doch gereicht, erleichtert wurde der Koalitionsvertrag eingereicht. Jetzt muß halt bloß die Basis zustimmen, dann können die Regierungsglocken wieder klingen. Ob dabei noch mit Widerstand zu rechnen ist, zeigt die bald abgelaufene Frist. Wohl eher nicht, denn denen da oben zustimmen, ist oberste Pflicht.

Dann darf die Bundesmutti wieder schalten und walten, alles wie vorher beim Alten. Ob die Menschen da draußen im Lande, diesmal so am Rande, die Füße stillhalten? Wohl kaum, erst recht nicht dieser rechte Abschaum. Der hockt jetzt im Deutschen Bundestag, weil angeblicher Protest dies mag. Dabei schimpft er rotzfrech, zahlen tut der Steuerzahler ohnehin jede Zech, beleidigt rassistisch, wann und wo immer es ihm paßt. Phantastisch, wie simpel man haßt, Hauptsache die Masse fällt drauf rein, obwohl sie am Ende steht allein. Das interessiert wohl kaum ein Schwein.

Mit simplen Mitteln lassen deren Anhänger sich umgarnen, da hülft kein inständiges Warnen. Statt aus der Geschichte zu lernen, wiederholt man jenes tröge Lärmen. Der Mensch läßt sich mal wieder blenden, dat kannste drehen und wenden, wie du willst, egal wie innig du nach Gerechtigkeit schielst. Dummheit obsiegt, woran das wohl liegt?

Bloß nicht über Zusammenhänge nachdenken, besser lassen sie sich lenken, weil’s doch so bequem wie ehedem. Mit dieser ollen GroKo-Kamelle, egal welch neue Minister auf die Schnelle im Regierungsboot hocken, sie werden’s dennoch verbocken. Mit Blick zu den Sozen oder der Union, erkennt man schon den eigentlichen Hohn, der sich dahinter verbirgt.

Die alten Rezepte schnell mal hinuntergewürgt, in der Hoffnung der Bürger merkt es nicht. Doch genauer hinschauen, ist jetzt oberste Pflicht. Verpassen dies die Menschen erneut, ihr Leut, dann merkelt man in Berlin halt wieder nur zu Lasten der unteren Schichten, wird nichts gutes vollrichten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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