Was Davos vermag, setzen Sozialdemokraten in den Sand

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Manchmal kann man sich nicht des Eindrucks verwehren, daß unsere Spezies sehenden Auges ungesichert in rasender Geschwindigkeit ihrem apokalyptischen Ende entgegenstrebt, ohne auch nur ansatzweise dies verhindern zu wollen. Ach, tatsächlich? Und was ist mit all den Globalisierungsgegnern, den Pazifisten und wie besonders Rechtsradikale vollmundig zum Besten geben, mit den sogenannten Gutmenschen, – welch widerwärtiges Wort -, die genau das zu verhindern versuchen?

In etwa Phantasten, die bis zum letzten Atemzug hoffen und keineswegs aufgeben? Unbedingt, denn wer einfach jenes Szenarium geschehen läßt, macht sich nicht nur mitschuldig, sondern hat so gar keinen Respekt vor der Schöpfung. Klingt Ihnen zu spirituell? Das soll es auch, weil es sich so verhält, wer es immer noch nicht begriffen hat.

In Davos verschneiter Landschaft gaben sich mal wieder die Eliten der Politik und Wirtschaft die Klinke in die Hand, um der Welt vollmundig zu beweisen, daß sie selbst den Kurs unseres armseligen Daseins bestimmen. Da wirkt Soros Machtwort allemal fragwürdig, obwohl in Teilen durchaus berechtigt, auch darf sich niemand über eine übereifrige Angie wundern, schließlich möchte sie bekanntlich den Dicken mit ihrer vierten Amtszeit toppen, obwohl ihr „weiter so“ mit den angeschlagenen Sozialdemokraten kaum noch wirklich etwas bewegt, außer Waffen, Banktransfers und Sozialeinschnitte. Aber das kennt man ja hierzulande schon zu genüge, hält die Füße still.

Da wäre noch so ne rechtsradikale Partei im Deutschen Bundestag, die sich als die Alternative anbiedert. Bullshit, eine Soap, die lächerlicher kaum noch zu toppen ist, aber dennoch die politische Landschaft empfindlich durcheinanderwirbelt. Somit werden jene vier Oppositionsparteien dieser dritten Großen Koalition versuchen, in die Suppe zu spucken. Ob’s gelingt, zeigen die nächsten vier Jahre.

Obendrein wollen alle ihre Macht ausbauen, wohin man auch hinschaut, die Brandherde aufkommender Krisen und Kriege haben längst zugenommen, noch nie gab es soviel mögliche Eskalationen. Gleichzeitig bestimmt ein Elefant im Porzellanladen die Geschicke der USA, gefährdet mit seinem Getöse den gesamten Weltfrieden, der ohnehin stets auf äußerst wackeligen Beinen steht. Psychopathen, soweit das Auge blickt, in der Politik genauso wie  im alltäglichen Leben. Welche Pille hat man ihnen verabreicht? Das Laissez-faire eines Egotrips, Mackerverhalten ungebremst auszuleben, frauenverachtend, ungehobelt, oftmals hochstaplerisch unterwegs, während ihre Nächsten sie gewähren lassen? Unfaßbar!

Eine Schandtat folgt der nächsten, die um Schadensbegrenzung bemühten Versuche verebben im Rausche jener nimmersatten Gierigen, die keinerlei Einsicht zeigen, ganz im Gegenteil Mutter Erde erst recht zerstören. Und niemand stoppt sie. Stirbt am Ende doch noch die Hoffnung zuletzt? Es schaut sehr danach aus. Mensch, wach auf, bevor es zu spät sein wird!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

 

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Wie man in den Wald hineinschreit

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„Schalldämmung“ ist Bestandteil des Christentums

Also ganz ehrlich, mir hat ein Wald noch nie geantwortet, wenn ich in ihn hineingeschrien habe. Auch innerhalb des Waldes bekam ich keine Antwort von ihm. Als ich hingegen auf einem Berg, ein richtiger Berg war das und kein Hügel, in die Gegend brüllte, brüllte ein Berg mein Geschreie zurück. Aus dem Schulunterricht wußte ich, das Brüllen des Berges nennt man Echo. Dieses Echo gibt nur das Gerufene wieder, deshalb können wir es auch mit dem Begriff Widerhall benennen.

Falls der Wald irgendwann etwas zu meinem Geschrei zu sagen hätte, so wäre dies nur mein eigenes Geschrei, das ich etwas leiser zu hören bekommen würde. Oder jemand würde sich einen Spaß erlauben und anstelle des Waldes reagieren, das wäre zwar dann kein Echo und kein Widerhall, sondern könnte als Widerrede tituliert werden. Wobei über die Lautstärke des Widerspruchs mehrere Varianten möglich wären.

Wer sich noch an seine Schulzeit in den ersten vier Jahrgangsstufen erinnern kann, womöglich unter Zuhilfenahme in der Nähe einer Grundschule zu leben oder eventuell in Hörweite davon sich ab und an aufzuhalten, wird diese Erinnerung leichter hervorkramen können und im Gegensatz zum jetzigen Empfinden der Lautstärke, die vom Schulhof erschallt, sicher sein, so laut waren wir nie. Immer wieder gibt es aufgrund des Lärmpegels von Kindern Rechtsstreitigkeiten, die aber in den letzten Jahren zunehmend zugunsten der Kinder ausfallen. Sprich, Kinder dürfen lärmen, obwohl bei Messungen zwischen 70 und 85 Dezibel gemessen werden, sogar zeitweise den Wert von 110 Dezibel erreichen können, immerhin die Lautstärke einer Kreissäge, Diskomusik oder einer Autohupe. Das Lärm krankmachende Folgen nach sich ziehen kann, sollte jedem inzwischen bewußt sein.

Eine erfolgreiche Methode den Lärm an Schulen und in Kindergärten zu verringern, ist und wäre ein Schallschutz. Kinder schreien, falls kein Schallschutz vorhanden ist, nämlich nicht in den Wald, sondern von einem Berg. Somit wird das Schreien durch Wände „zurückgeschrien“, was zur Folge hat, die Kinder werden lauter. Sie reagieren auf ihr Echo, und wenn eine größere Anzahl Kinder auf ihr Echo antworten, steigt automatisch der Lärmpegel. Sie sind in dem Moment zwischen Widerhall (Echo) und Widerrede (Widerspruch) „gefangen“ und dies nicht freiwillig.

Ähnlich sieht es aus, wenn jemand angeschrien wird, falls keine Gefahr vorliegt, vor der durch das Rufen gewarnt werden soll, wird der Angerufene entweder in derselben Lautstärke oder lauter zurückschreien. Er befindet sich in der gleichen Situation wie die Kinder auf dem Schulhof, nämlich zwischen Widerhall und Widerrede. Er gibt durch seine Lautstärke nur zurück, was er als Ton empfangen hat und reagiert dementsprechend gleich laut oder lauter darauf.

Wer des Öfteren hohen Dezibelzahlen ausgesetzt ist, wird diese Frequenz der empfangenen Töne weitergeben, weil er das zu erwartende Echo übertönen möchte, um gehört zu werden. Und er wird laut der Gesetzmäßigkeit des Echos nicht nur den Ton, sondern auch das Wort weitergeben. Widerhall und Widerspruch ergänzen sich genauso wie Echo und Widerrede.

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus, bezieht sich also nicht nur auf die Lautstärke sondern auch auf den Inhalt des Geäußerten. Oder wie du mir, so ich dir. Wie du mich behandelst, so behandle ich dich. Unhöflichkeit wird mit Unhöflichkeit beantwortet. Die Redewendung ist seit dem 13. Jahrhundert bekannt und schriftlich durch den Dichter Freidank überliefert: „Swie man ze walde rüefet, dazselbe er wider güefet.“ (redensarten.de)

Sicher ist „Aug um Aug, Zahn um Zahn“ (Gleiches mit Gleichem vergelten) heute nicht mehr empfehlenswert und gehört eher der Vergangenheit an, weil inzwischen die Möglichkeiten der „Schalldämmung“ nicht nur auf bautechnischem Gebiet, sondern auch in der Kommunikationslehre Einzug gefunden haben.

Und an die „Retter des Abendlandes“, die „Heimatverliebten“ und „christliche Werte Verteidiger“, genau diese „Schalldämmung“ ist Bestandteil des Christentums. Bibelzitat aus dem Neuen Testament: „Ihr habt gehört, dass den Alten gesagt ist: ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn‘. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.“ (Mt 5,38 f.)

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Meinung

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Keine guten Karten gegen Mächte

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Ganz vortrefflich argumentiert,
die Masse hat’s geschluckt,
völlig ungeniert
wurden Stühle geruckt.

So läuft das politische Geschäft
in jedem Land.
Egal welches System dies nachäfft,
schreibt’s an jede Wand.

Politik als Puffer vor dem Aufstand,
geschützt und gut situiert.
Manche bezweifeln diesen Aufwand,
doch am Ende wird stets pariert.

Wer jenes perfide Spiel durchschaut,
hat keine große Wahl.
Manchmal man besser abhaut,
lautlos, schnell und dabei legal.

Sich gegen Mächte zu stellen,
gleicht der Müh eines Sisyphos.
Das schildern etliche Quellen,
nennen Reiter und Roß.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Polizeigewalt weiterhin in der Kritik

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Ein Vakuum eines rechtsfreien Raumes?

Zunächst muß unbedingt mal betont werden, daß es in sämtlichen Berufen schwarze Schafe gibt. Wieso sollte es daher bei unseren Polizeibeamten sich anders verhalten? Ebenso dürfen wir nicht vergessen, daß die Gewalt insgesamt in unserer Gesellschaft eher zugenommen hat. Angesichts der fortschreitenden Sozialleistungsstreichungen, einer zunehmenden Verarmumg, hausgemachter Weltwirtschaftskrisen, damit einhergehender Perspektivlosigkeit, obendrein vielfach zu beobachtenden Stellenstreichungen bei der Polizei, sinkt die Hemmschwelle zur Gewalt und zwar bei allen Beteiligten und Betroffenen.

Gleichzeitig bedingt eine gute Polizeiausbildung den geschulten Umgang mit Aggressionen, was in erster Linie bedeutet, Deeskalation stets auszuüben seitens der Ordnungshüter. Doch die Wirklichkeit zeigt manchesmal das Gegenteil.

Mit der Verhaftung fiel er ins Koma und verstarb kurze Zeit später

Die Fälle unverhältnismäßig und vor allem rechtswidriger Verhaftungen seitens der Polizeibeamte häufen sich in Deutschland. Der folgende Fall hat sich vor knapp 20 Jahren mitten in unserem Lande wie beschrieben abgespielt. Der Kunstmaler K.D. hatte es nicht leicht in seinem Dorf, die Gemeinde verhielt sich entsprechend zurückhaltend. Manchmal kam es vor, daß er seinen langjährigen Hausarzt bat, ihn doch für eine Weile in eine Klinik der Psychiatrie einzuweisen.

Generell gilt auch, daß wenn der Patient dies zurücknimmt im Beisein eines Arztes seines Vertrauens, daß er nicht eingewiesen wird und das daher nicht gegen seinen Willen geschehen darf, so die Rechtslage. An einem Abend erreichte er seinen Hausarzt nicht telephonisch, sondern dessen Vertretung, bat mal wieder erneut um eine Einweisung in die Psychiatrie. Jedoch unterlief der Vertretung ein folgenschwerer Fehler: Er schaute nicht vorher in die Krankenakte!

Als K.D. dann bei Erscheinung es sich mal wieder anders überlegt hatte, ließ der Arzt die Polizei kommen. Ein zweiter Umstand kam hinzu: Es war an jenem Abend Dorfkirmes. Dabei kommt es schon mal vor, daß auch Polizisten sich ein Gläschen gönnen. Anstatt daß dem Kunstmaler seinem Recht auf freie Entscheidung zur Nichteinweisung Gehör geschenkt wurde, überwältigten die ahnungslosen, überpflichtbewußten Polizeibeamte ihn kurzerhand.

Dabei kam es zu einem heftigen Handgemenge, weil K.D. sich dies natürlich nicht bieten ließ, wobei dieser ins Koma fiel, von dem er nicht mehr erwachte und elf Tage später schließlich im Krankenhaus verstarb. Der Fehler des Arztes führte zu diesem tragischen Tod, aber auch das Fehlverhalten der Polizei. Diese hätte auf Akteneinsicht bestehen müssen, ihr Unwissen darüber entschuldigt dieses Versäumnis in keiner Weise. Leider unterließen die anwesenden Eltern des Opfers eine Anzeige, wohl wissend und vorausahnend, daß gegen die Staatsgewalt ohnehin keine Chance auf Gerechtigkeit zu erwarten war.

Unverhältnismäßige Polizeigewalt in Deutschland weiterhin präsent

Es war Amnesty International, welches im Juli des letzten Jahres eine umfassende Aufklärung der Grundrechtseinschränkungen während des G20-Gipfels in Hamburg forderte. Obwohl in letzter Zeit schon Versuche unternommen werden, dieses bedrückende Image der deutschen Polizei ein wenig aufzupolieren und somit zu verbessern, erreichen immer wieder bestimmte Meldungen die Öffentlichkeit, in denen Polizeiübergriffe beschrieben werden.

Gleichzeitig hat aber auch die Gewalt gegen Polizeibeamte zugenommen, so kommt es durchaus vor, daß sie bei gewöhnlichen Kontrollen plötzlich einer größeren, gewaltbereiten Menschenmenge gegenüberstehen. Dennoch besteht nicht der geringste Grund, sich dermaßen unverhältnismäßig und aggressiv zu verhalten, wie dies in Hamburg geschah. Hierbei muß auch erwähnt werden, wie sich die Polizeikräfte bei Demonstrationen verhalten. Es liegen genug beweiskräftige Videos vor, bei denen klar zu sehen ist, wie die Staatsmacht anstatt gegen den gewaltbereiten „schwarzen Block“ vorzugehen, sich systematisch rechtswidrig gewaltvoll gegen harmlose und vor allem friedliche Demonstranten verhält. Das zeugt von eindeutig staatlicher Organisation mit gewissen Absichten. Es häufen sich die Berichte unaufgeklärter Polizeigewalttaten wie z.B. der bis heute nicht aufgeklärte Tod des Sierra Leoners Oury Jalloh, der in einer Gefängniszelle in Dessau an Händen und Füßen gefesselt qualvoll verbrannte.

Vor dem Gesetz sind eben die Bürger nicht unbedingt gleich. Polizeibeamte können und dürfen sich selbst bei eindeutig gewalttätigen Übergriffen wegducken und werden von der Justiz geschützt, während der zu Unrecht behandelte Bürger damit zu rechnen hat, daß ihm „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ bis hin zu „Landfriedensbruch“ als Straftat vorgeworfen wird. Der Ruf nach einer neutralen Behörde oder Gruppe, die solche Fälle auf Bundesebene klären sollte, wird zurecht lauter.

Es kann und darf nicht angehen, daß Polizeibeamte unbehelligt davonkommen, weil ansonsten das Vertrauen der Bürger ihrer Polizei gegenüber noch mehr schwindet. Im übrigen sei jedem, der von einem Polizeiübergriff betroffen ist, angeraten, eben nicht bei der Polizei selbst Anzeige zu erstatten, sondern gleich die Staatsanwaltschaft aufzusuchen. Jeder halbwegs gute Rechtsanwalt wird dies natürlich ebenso seinem Mandanten empfehlen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Aus Reifen werden keine Bäume

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Über Nacht wuchsen Autoreifen,
sie waren real, zum Angreifen,
im winterlichen Vorgarten,
wer riecht hier wessen Braten?

Entsorgt auf fremdem Grund,
dies Treiben ist zu bunt.
Ein Anlaß Gatter zu bauen,
wer will in meine Karten schauen?

Reifen als Pflanztopfkunst,
bin ich Hinz und Kunz?
Verwertung als Blumenzier,
nicht in meinem Revier!

Vielleicht meinte die Frau, der Mann,
mit Geduld man in einem Jahr kann,
zapfen Kautschuk aus den Bäumen,
Geld gäb`s dann zum Überschäumen.

Über so viel reichliche Ernte,
niemand sich zu Recht beschwerte,
dachten sich wohl die Reifenableger,
Ignoranz ist ein Streßanreger.

Vor dieser „liebgemeinten“ Idiotie
geh ich nicht in die Knie.
Ein bißchen laut war´s im Garten,
die Pflanzer fühlten sich verraten.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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George Soros spricht in Davos ein Machtwort

Verhaßt, verschmäht und dennoch bestechend scharfzüngig

Jeder Mensch mit entsprechenden Einflüssen polarisiert in vielen Richtungen. Warum sollte dies beim US-Investor George Soros sich anders verhalten? Erst recht mit seinem jüngsten Machtwort im schweizerischen Davos, wo er vorm Untergang der Zivilisation warnte.

Im Prinzip nichts neues, wer sich intensiv mit weltpolitischen Zusammenhängen auseinandersetzt und nicht die Augen vor deutlichen Tatsachen verschließt, wobei es keineswegs um irgendwelche utopischen Phantastereien geht. Besonders ein Dorn im Auge rechtsradikaler Strömungen und Putin-Verehrer, verhaßt, verschmäht und dennoch bestechend scharfzüngig jener George Soros? Natürlich sollte man dabei wesentlich genauer differenzieren, als ihn simpelst zu verurteilen.

Überreichtum bewirkt viel Einfluß

Was ein George Soros insofern sich nicht nehmen ließ, denken wir an seine Kampagne zurück, George W. Bush auszubremsen, einerseits vehement den Irak-Krieg verurteilte, linksgerichteten Gruppen spendete, aber andererseits den Afghanistan-Krieg guthieß. Welch Widerspruch, genauso wie sein ziemlich auffälliges Engagement bei den Euro-Maidanprotesten als unübersehbarer Gönner der neuen Regierung unter Poroschenko in der Ukraine.

Verständlicherweise setzte Soros alles daran, sich aktiv am Zusammenbruch des Ostblocks zu beteiligen, dem Ende der Sowjetunion, verharrte dann aber als Widersacher Putins, was wiederum seine Position der Ukraine gegenüber bestärkte. Ziemlich typisch für Überreiche, ihre Einflüsse geltend zu machen. Sie entscheiden sich eben für die andere politische Seite und rücken dann in den Fokus schärfster Kritik, bishin sie letztendlich zu hassen. So ergeht es ebenso einem George Soros, der ganz besonders bei der Neuen Rechten ein Dorn im Auge darstellt.

Vom Investor zum Philanthrop – wie paßt das zusammen?

George Soros wird nachgesagt, er sei inzwischen ein Philanthrop. Das läßt sich aber ziemlich schwerlich vereinbaren, wer schlichtweg dermaßen viel Einfluß hat. Auch hierbei geht es um gewisse Seiten, die bedient werden wollen, wobei gleichseitig andere das Nachsehen haben. Eine schier unlösbare Aufgabe, weil gut und böse untrennbar miteinander verknüpft.

Dennoch überwiegt das eigentliche Anliegen, folgerichtig gutes zu tun? Prinzipiell schon, aber mit entsprechenden Einbußen versteht sich. Die Welt tickt bekanntlich ziemlich vielseitig, das dichte Netz wirtschaftspolitischer Verflechtungen bei gegenseitigen Abhängigkeiten ist ohnehin kaum wirklich in Gänze durchschaubar.

Dabei entstehen zwangsläufig heftige Interessenskonflikte. Am Ende haben weite Teile der Bevölkerung das Nachsehen. Das weiß natürlich ein George Soros genauso wie alle anderen Menschen mit enstprechendem Einfluß. Dennoch verbleibt der Eindruck, daß George Soros Davos aufgemischt hat, jenes Wirtschaftsforum, welches sowieso berechtigterweise in der Kritik steht. Daß Soros sich dem nicht entziehen kann, liegt auf der Hand.

Lotor Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Musikgeschmack

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Der Wasserhahn tropft,
Melodie die Ohren vollstopft.
Wer fährt denn hier rasant?
Zuhause bröckelt die Wand!

Deine Hupe ist keine Musik,
du verträgst halt keine Kritik.
Fehlende Ziegel stören mich nicht,
Schlafsack schützt mein Gesicht.

Dann überhol mich doch,
du halbgeistiges Arsch…,
mein Feuerplatz ist im Garten,
dein Feierabendbier kann warten.

Streng dich nur an mit dem Getöse,
dein Geprotze macht nur Flöhe böse.
Du hast keinen Musikgeschmack,
deine Hupe, dein Motor, alles Fuck.

Neidisch bist du auf meine Karre,
sie klingt wie eine Gitarre
im Windkanal,
dein Vehikel rauscht nicht einmal.

Ich liebe meinen natürlichen Punk,
den schimmelnden Holzgestank,
Musikwelten tönen in meinen Ohren,
Lebendigkeit geht so nicht verloren.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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