Brexit – das britische Aus zur EU eine Chance ihrer Erneuerung

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Europa vor der Zerreißprobe?

Obwohl von einem britischen Nein zur EU nicht wirklich die Rede sein kann, Schottland, Nordirland sowie London selbst bevorzugen eine weitere Zusammenarbeit mit Brüssel, eine Petition gegen den Brexit wurde schnell gestartet, deren Chancen, Gehör zu finden, gar politisch sich durchsetzen läßt, gen Null tendieren. Das knappe Ergebnis besiegelt das britische Aus.

Tatsächlich beflügelt Großbritanniens Entscheidung den Rechtspopulismus, der nunmehr voller Überzeugung sich ans Werk machen wird, die Fortsetzung der EU-Demontage voranzustreiben, ein entschiedenes Zurück zur Nationaldümpelei zu fördern. Folgen daraufhin Griechenland, Ungarn oder gar Frankreich, wenn in unserem westlichen Nachbarland der Front National die Oberhand gewinnt, Marine Le Pen die verhaßte EU an den politischen Pranger stellt?

EU hängt am Tropf des Konzernlobbyismus

Im Prinzip nichts neues, daß stets die Wirtschaft den Kurs der Politik weltweit diktiert. Alles richtet sich danach aus, die Gesellschaft, deren demokratisch legitimierten Vertreter, um ständig nach Kompromissen zu suchen, damit wenigstens eine gewisse Balance bewahrt bleibt zwischen zu offensichtlicher Ausbeutung und ein wenig sozialverträglichen Lippenbekenntnissen.

Letztere befinden sich allerdings auf bestem Wege, geopfert zu werden, um den ungebremsten Hunger nach noch mehr Überreichtum zu stillen. Dem hat sich alles unterzuordnen. Im Fall der EU nutzt der Konzernlobbyismus sämtliche Register der Bevormundung bis hinein in die einzelnen Nationalparlamente, eine bürokratische EU-Krake öffnet etliche Türen, denken wir an die bevorstehenden Freihandelsabkommen TTIP und CETA.

Grund genug, erst recht der EU den Rücken zu kehren? Ein fadenscheiniges Argument, schließlich hat jeder Staat dennoch genug Möglichkeiten, seinen jeweils demokratisch gewählten Regierungen die rote Karte zu zeigen, bevor diese den Abkommen zustimmen.

Simple Phrasen lösen keine Probleme – Neuorienterung der EU

Doch genau solche Parolen wie die rechtspopulistischer Parteien und Strömungen reichen oftmals aus, um einfache Stimmen des Volkes zu mobilisieren, denken wir an das kurze Phänomen einer PEGIDA, an die AfD, obwohl letztere laut der Bundestag-Sonntagsfrage bereits rückläufige Zahlen hat von angeblich erfolgsversprechenden zwanzig Prozent zu gerade mal 12%, wie Emnid vorgestern ermittelte.

Macht sich etwa Verunsicherung breit, weil manche jetzt hautnah miterleben dürfen, daß die EU entschlossen die schnelle Abwicklung des britischen Aus vorantreibt? Ob Hollandes Einstellung hilfreich ist, bleibt mal dahingestellt, erst recht im Hinblick zur baldigen Präsidentschaftswahl im April des nächsten Jahres. Die EU wird sich baldigst neu orientieren müssen, beim bevorstehenden morgigen Brüsseler Gipfel könnten erste Sondierungsgespräche den Kurs einleiten, das Mißtrauen etlicher dieser EU gegenüber verbleibt, eine unsichere Gratwanderung auf ziemlich wackligen Beinen.

Lotar Martin Kamm

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Schwarz wie die Nacht

© Doris Mock-Kamm

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Schwarz wie die dunkelste Nacht,
schleicht sie zu mir ganz sacht.
Sie schmiegt sich zärtlich an mich,
ihre Bewegungen sehr zögerlich.
Sie konnte nicht widerstehen,
auch mal fremdzugehen.

Die Gelegenheit war günstig,
ertappt zu werden sehr winzig,
da alle mittags im Freibad waren,
bei diesen heißen ersten Tagen.
Ich blieb im dunklen Zimmer zurück,
Kopfschmerzen hatten mich erwischt.

Ansonsten bin ich für sie Luft,
ihre kalte Schulter zeigt sie mit Genuß.
Aus den Augenwinkeln beobachtet sie
mein Verhalten, Augenkontakt gibt’s nie.
Für sie bin ich seit Monaten geduldeter Gast,
ein Eindringling, Männer scheinen ihr verhaßt.

Sie versucht vorsichtig, die leichte Decke
anzuheben, damit sie mich nicht aufwecke.
Ihr Ziel hat sie wohl endlich erreicht,
denn ihr Schnurren entweicht
mit immer lauter werdenden Tönen,
ihre Pfoten massieren die Achselhöhlen.

Damit ist das Eis scheinbar geschmolzen.
Die erste Annäherung mit ihr, der stolzen
Lizzy, die eigenwillige Persönlichkeit,
die, die Liebe ansonsten nur mit Frauchen teilt,
verdeutlicht, sie kann mich riechen,
Hoffnung besteht, mit ihr Freundschaft zu schließen.

Nafia

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Lebenskrisen ein Fingerzeig für Wendepunkte

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Jede Veränderung birgt Chancen neuer Erkenntnisse

Manchmal geht unser Leben schon ganz merkwürdige Wege, besonders deutlich offenbart es sich, wenn unvorhergesehenes eintritt, was gestern noch undenkbar gewesen wäre. Eine unerschütterlich geglaubte Ordnung gerät ins Wanken, das blanke Chaos möchte über uns hereinbrechen, wenn dadurch plötzlich die Zeit stehen bleibt, die Emotionen angesichts einer unauflösbaren Aufgabe durcheinanderwirbeln.

In der Regel bewirken persönliche Krisen eines ganz deutlich: Sie sorgen meist für Veränderung. Sind dramatisch sich zuspitzende, schwierige Situationen im Leben, wie sie halt durchaus vorkommen können, ein hohes Maß an Entscheidungen uns abverlangen, etwa ein Wendepunkt? Und falls die Übersicht verloren wird auf bestem Weg in die Katastrophe?

Halt und Geborgenheit durch ein schützend soziales Umfeld

Wer innerhalb einer Familie geborgen zusammen mit Freundeskreis aufgefangen wird, falls eine Lebenskrise hereinbricht, darf sich glücklich schätzen. Das setzt natürlich entsprechendes Verständnis voraus, dem letztlich nicht alle Familienmitglieder oder Freunde nachkommen können, so daß auch hierbei Rückschläge bis hin zu kleineren Folgekrisen geschehen mögen.

Jedoch bietet das soziale Umfeld zunächst Halt und Geborgenheit, liefert Hilfestellung, um persönliche Krisen auf diese Weise meist einfacher bewältigen zu können. Menschen, die allein sind oder nur zweit, haben es da wesentlich schwerer, obendrein, wenn ausgerechnet der Lebenspartner Gegenstand einer Krise, denken wir nur an größere Streits mit Trennungsabsichten verbunden.

Meist wird der Gang zur Paartherapie ohnehin nicht in Erwägung gezogen, vielmehr versucht man, die Probleme selbst in den Griff zu bekommen, ob gemeinsam oder jeder für sich. Je länger und intensiver Krisen anhalten, desto mehr Kreise ziehen sie, neben den eng Vertrauten kommen Berufskollegen ins Spiel, die Existenz kann plötzlich sogar gefährdet sein, nicht immer reagieren Arbeitgeber mit Verständnis und erst recht nicht, wenn bestimmte Mitarbeiter im Visier sind, auf einer möglichen Kündigungsliste stehen.

Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe sollte daher niemals ausbleiben, morgen schon könnte jeder in Lebenskrisen sich befinden. Aber in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, oberflächlicher Beziehungen, zunehmender Verrohung und Gewalt, Zukunftsängsten, die oft nicht unbegründet, des Mobbings und der Statussymbole, wo Schwäche als Versagen ausgelegt wird, haben Krisen nur sehr wenig Platz, schwindet Verständnis.

Wenn der klare Verstand uns rechtzeitig bremst

Mit der Ernüchterung greift hoffentlich der klare Verstand, um nicht direkt in die nächste Krise zu schlittern. Nach jeder Krise setzt eine Veränderung ein, ob diese sich nachteilig auswirkt, bleibt mal dahingestellt. Wie heißt es so schön zutreffend: no risk, no life. Das ganze Leben besteht sowieso aus Entscheidungen, es kommt nur darauf an, ob wir die richtige treffen. Doch was bedeutet schon richtig: Was heute zutrifft, kann morgen völlig anders sich gestalten?

Wir sollten stets bedenken, wir selbst verändern uns, auch wenn ein scheinbarer Alltagstrott sich über Jahre einschleichen konnte. Und wenn dann eine Krise uns beschäftigt, wir sie sogar lösen, folgt nach solch einem Sturm die Ernüchterung, das Zurückblicken und Analysieren wie es soweit kommen konnte im günstigsten Fall. Das darf man als sehr hilfreich betrachten, um eben für die Zukunft ähnliche Krisen zu vermeiden.

Dennoch tickt Mensch gleichzeitig ganz unterschiedlich. Während der eine nüchtern und rational die ursprünglich dramatische Mißlage hinterher meistert, diese sich zum Guten wendet, mag es beim anderen nicht gelingen. Nichts geschieht statisch oder läßt sich irgendwie beeinflussen, viel zu vielschichtig ist die menschliche Psyche, sind die Möglichkeiten verfehlter Versuche, gekränkter Eitelkeiten, oftmals unverarbeitete Traumata mit im Spiel, die erkannt oder unerkannt mitschwingen, eine Bewältigung verhindern.

Insofern bedeuten Lebenskrisen nämlich auch Grenzen der Zumutung, eine Warnung und ein harter Hinweis darauf, radikale Lösungen finden zu müssen. Kein Wunder, daß für die Betroffenen die Zeit still steht, das Leben um sie herum weitergeht, während für sie selbst keine Lösung in Sicht, alles ausweglos erscheint. In solchen Momenten sollten sie die hilfreiche Hand annehmen, das Gespräch suchen und zulassen, andere Gedanken sich anhören, Abstand finden durch Ortswechsel oder Trennung und eine Veränderung anstreben Das nennt man Krisenbewältigung, eine Reinigung des eigenen Lebens, um gestärkt aus ihnen hervorgehen zu können.

Lotar Martin Kamm

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Die Kirche im Dorf lassen

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Oder warum Patrioten ständige Rechtfertigungen nachlegen

Manchmal kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, daß gerade in der jetzigen Zeit vermehrt Menschen die Kirche nicht mehr im Dorf lassen. Sie hausieren, angesteckt durch Ängste, Sorgen, um nicht zu sagen, durch Hetze mit sämtlichen Meinungsbildern, die sie zur Rechtfertigung ihres Haßes auf alles und jenes gerne weiterverbreiten.

Dabei spielt es keine Rolle, woher sie ihr Wissen bezogen haben, es gilt nur, das Gesehene, Gehörte anzuprangern mit der Unvernunft eines trotzigen Kindes, das partout behauptet, vom Kuchen nicht genascht zu haben, obwohl an seinen Händen und im Gesicht eindeutige Spuren der Nascherei zu sehen sind.

Die Kirche im Dorf lassen bedeutet in etwa, nicht so übertreiben, realistisch bleiben. Die Herkunft dieser Redewendung bezog sich auf die Messen in den Kirchen, die gerne als Prozession, nicht nur in der Kirche, sondern auch außerhalb, um das Dorf herum abgehalten wurde. Heute sind diese Prozessionen größtenteils auf die Fronleichnam-Prozession eingeschränkt. Laut Überlieferung haben zu große Prozessionen dazu geführt, daß die Dorfgrenzen überschritten wurden und dies den Nachbardörfern nicht gefiel, deshalb sollte die Prozession das nächste Mal innerhalb der Dorfgrenzen bleiben. Also, die Kirche im Dorf lassen.

Anscheinend haben einige Menschen es derzeit nötig, mit viel Tamtam und einem gewissen Grad an „auffallen um jeden Preis“ und dies bei sämtlichen sich bietenden Gelegenheiten wichtig zu tun, anstatt mit differenzierten, belegbaren Wissen oder zumindest mit dem Feingefühl zur Harmonisierung eines Konfliktes an einem Gespräch teilzunehmen. Viele sind schlicht überfordert, konstruktive Inhalte zu vermitteln, teilweise weil sie mit der Thematik sich nicht auseinandergesetzt haben, teilweise, um absichtlich Lügen zu verbreiten, damit Aufmerksamkeit zu erhaschen in der Hoffnung, an jeder Lüge klebt ein Stück Wahrheit.

Diese „Wahrheit“ wird im Handumdrehen zum Selbstläufer, denn jede Stellungnahme, die die Lüge enttarnen kann, wird nun zur Bestätigung begrüßt, daß man eben die „Wahrheit“ gesagt hat. Dieser Firlefanz wird angereichert mit „guten alten Werten“, Angst vor „nationalem“ Gefühl, Schuldkomplex, der zur Empathie führt, Disziplinlosigkeit, Verrohung der Gesellschaft, da ohne Ehre, Stolz, Loyalität kein zwischenmenschliches Zusammenleben möglich wäre und so weiter. Es folgt eine Vermischung der einzelnen Problemstrukturen zu einem Einheitsbrei aus „nur die eigenen Völker“ können die weltweiten Mißstände der Globalisierung retten, indem sie sich abschotten und Zuflucht in den gescheiterten Gesellschaftsformen der Vergangenheit anpreisen.

Romantisch verklärt werden diese Vorstellungen durch Hinzudichten oder Weglassen, je nach Belieben, wie perfekt doch die Ahnen ihre Vaterländer gestaltet und im Schweiße ihres Angesichtes das Beste, Größte für ihre Nachfahren geleistet haben. Allein das Wort Vaterland impliziert die patriarchalische Führungsrolle und zeigt eindeutig eine Respektlosigkeit gegenüber Frauen.

Wie erkennt man diese Hetzer, Heuchler, die der Welt ihre verklärte Sichtweise mit Phrasen gemischt unters Volk bringen, ähnlich wie die Wandermönche im Mittelalter, die durch die Dörfer zogen? Natürlich tragen sie keine Tonsur und kein Mönchsgewand, aber es gibt Haarschnitte und Kleidungsmerkmale genauso wie ein hämisches, überhebliches, süffisantes Lächeln, das ihrer erleuchteten Weisheit Nachdruck verleihen soll.

Sie kennen plötzlich, obwohl sie ansonsten nicht mit dem Thema beschäftigt waren, vielleicht überhaupt noch nie Interesse für gewisse Sachverhalte hatten, sämtliche Entwicklungsstufen, die zur jetzigen Situation der verschiedenen Problemstrukturen führten, diese sind ihnen bis ins kleinste Detail bekannt.

Sie berufen sich plötzlich auf das christliche Abendland, obwohl sie seit der Kommunion oder überhaupt noch nie eine Kirche von innen gesehen haben und der Papst und die Kardinäle für sie nur geldgierige Popanzen sind.

Sie sind plötzlich ernährungsbewußte Mitmenschen, die vor kurzem noch den Nachbar belächelt haben, der Gemüse anbaut, essen und trinken trotzdem die Lebensmittel, deren Konzerne sie dafür verantwortlich machen, daß ihre Gesundheit ruiniert ist, obwohl, wenigstens annähernd seit Jahrzehnten längst bekannt ist, daß verschiedene Inhaltsstoffe nicht der Gesundheit förderlich sind.

Sie zeigen plötzlich Mitgefühl für Menschen, natürlich nur für diejenigen, die sie zu ihrem eigenen Volk zählen, die aus welchen Gründen auch immer „gestrandet“ sind. Bis vor kurzem waren diese Menschen noch selbst schuld an ihrer Misere, denn wer arbeiten will, findet auch einen Job.

Sie verteufeln plötzlich wichtige Errungenschaften in der Familienpolitik, wie zum Beispiel das Scheidungsrecht, Abtreibungen, Schutz für Alleinerziehende.

Dies sind nur einige wenige Erkennungsmerkmale, ach ja, und sie betonen gebetsmühlenartig, ich bin nicht rechts, kein Nazi, ich bin Patriot.

Wenn diese aufgezählten Faktoren und einige mehr zutreffen, dann haben sie jemanden vor sich, der die Kirche nicht im Dorf läßt, sondern in übertriebener, aufdringlicher Form ihnen das neue heilsversprechende Zukunftsbild aufzeichnet, das, oh Wunder, alle Probleme wegzaubert.

Doris Mock-Kamm

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NATO-Land bald abgebrannt

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Satirischer Rückblick…

Wer fährt wohl unsere Zivilisation an die Wand? Sie brauchen nicht stammelnd herumzuraten, riechen ohnehin den fast verkohlten Braten, den lächerliche Politpappnasen uns nonstop servieren, denn sie haben rein gar nichts zu verlieren. Insofern lautet’s: keineswegs sich genieren, vielmehr parieren!

Vom Regen in die Traufe kommen, man sieht schon sehr verschwommen, wohin unser Weg wohl führt. Manch Frau ganz gerührt vom netten Türaufhalten, doch Mensch möchte lieber schalten und walten in seinem leidgeprüften Fehlverhalten, übersieht wohl, der Schöpfungsplan folgt eigener Gesetzmäßigkeit. Dann lieber ganz banal und hohl das Beschweren um des Beschwerens willen zelebrieren, hat er doch sonst nichts zu verlieren.

Wer will uns nunmehr schon wieder in die Suppe spucken? Da magste dumm gucken: Es rollt der Ball gen Tor, kommt uns das nicht allzu bekannt vor? Kein Wunder, daß Steinmeiers Kritik eine Welle der Entrüstung auslöst. Man verfällt lieber dem Plunder der Systemlügen, folgt diesem sichtbaren Betrügen, meint, das solle genügen. Übersieht aber dabei, Gewalt stets unsere Freiheit beschneidet. Haben viele deshalb jede Friedenszeit beneidet?

Dann lieber bis heute dem Zuckerbrot, der Peitsche verfallen, laßt böse Mächte des Menschen letzte Ehrfurcht krallen, Hauptsache selbst keine Initiative ergreifen, wegducken, wenn sie Euch nonstop einseifen? Wo sind die kleinen Helfer hin, die so wichtig Naturkreisläufe am Leben erhalten? Sie tun lieber ihren aufgehäuften Reichtum verwalten.

Gifte in sich hineinstopfen, Hauptsache an Türen der Hochfinanz klopfen, Ignoranz seitens TTIP, CETA und Politik, das fruchtet gar schick. Um es in den Worten eines Giovanni Trapattoni zu sagen: Ich habe fertig. Deshalb verbleiben genug Fragen, gänzlich ohne Hintertür oder jedweden Trick. Denn wie schon vor 40 Jahren, als man sich war sehr wohl im Klaren, züchtet man weiter diese Heuschreckenscharen. Solch Gebaren!

Mit welchem Recht dieser Haß, dem Ihr rechtspopulistischen Blender arglos berechtigt verfallt, gleichwohl vor Inkompetenz strotzt? In etwa komplexbeladener Spaß, der im Suff vor sich hinlallt, dabei Eure Pamphlete dahinrotzt? Meint für Euch den Brexit als britische Antwort zur EU-Kritik mißbrauchen zu müssen? Da nützt kein nationalistisches Fahnenhissen, denn in Wirklichkeit will die Menschheitsgeschichte Euch viel eher missen.

Und so schließt sich der Kreis, braucht’s keinerlei Beweis. Die NATO fördert das Ziel des Hegemons, Russland mit allen Mitteln zu provozieren. Man sieht die Schlagzeile schon: Krieg – der Westen hat nichts mehr zu verlieren. Am Ende kriecht vielleicht der letzte Mensch auf allen Vieren, um gen Himmel zu blicken, sein letztes Gebet ins All zu schicken.

Lotar Martin Kamm

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Rechtspopulistische Blender

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Mit welchem Recht erlaubt Ihr Euch,
nach Widerstand zu schreien,
mit dem Strick in der Hand?
Welch patriotisch identitäres Gekreuch
will uns von was denn befreien,
einer angeblich inloyalen Schand?

Mit welchem Recht fordert Ihr Treue
zur Heimat, die keine sein kann,
weil so viele Völker dort durchzogen?
Droht gar mit Kampf ohne jedwede Reue
ob diesem idiotischen Bann,
der durchs Hirn rast ganz verlogen?

Mit welchem Recht dieser Haß,
dem Ihr arglos berechtigt verfallt,
gleichwohl vor Inkompetenz strotzt?
In etwa komplexbeladener Spaß,
der im Suff vor sich hinlallt,
dabei Eure Pamphlete dahinrotzt?

Wir sagen es Euch, live und direkt:
Ihr seid dermaßen geblendet
von Eurer verrannten Doktrin,
habt erneut wie damals Blut geleckt,
Euch vom Humanismus längst abgewendet.
Seht nur, Eure Zeit strebt dem Ende hin.

Denn noch gibt es genug wache Gesellen,
die sich nicht von Euch einlullen lassen,
beherzt keinen erneuten Rassismus gewähren.
Die erlauben sich, Urteile zu fällen,
stoppen das sinnlose Hassen auf den Straßen,
beenden Euren Weg, Lügen zu vermehren!

Lotar Martin Kamm

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Brexit: Großbritanniens Entscheidung beflügelt Rechtspopulismus

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Bürokratische EU-Krake verliert an Glaubwürdigkeit

Die Rechnung all jener, die ein gestärktes Europa im Einklang der Völker ins Leben riefen und sich etliche Vorteile im Sinne der Gemeinschaft erhofften, geht keineswegs auf. Obwohl stets begleitende Widerstände diese EU äußerst kritisch anmahnten, inwiefern die Vormachtstellung in Brüssel keineswegs vertrauenserweckend über viele Köpfe hinweg Beschlüsse durchsetzte, schien das Zentrum dieser europäischen Machtzentrale keinerlei Selbstzweifel zuzulassen.

Nonchalant weitete sie ihren Einfluß kontinuierlich aus, ob per Lissabon Vertrag oder EUROGENDFOR, die Rechte der Völker wurden beschnitten, Unmut verselbständigte sich. Nun fiel mit der gestrigen Wahl die Entscheidung: „Ein trauriger Tag für Großbritannien und Europa“ bekundet die FAZ.

Auftrieb rechtspopulistischer Parteien wider sozialer Notwendigkeit

Wer sich die Mühe macht und die unterschiedlichen Statements und Parteiprogramme in den europäischen Ländern jener rechtspopulistischen Parteien genauer betrachtet, wird schnell feststellen, daß bei ihnen minimum genauso wenig Raum vorhanden ist für eine Verbesserung sozialer Ausgewogenheit, keinerlei durchgreifende Notwendigkeiten in deren Fokus stehen, wie bei den jetzigen Regierungen.

Ganz im Gegenteil, sie setzen einerseits auf die eigenen Kräfte im Lande, gar durchaus berechtigt auf eine regional strukturelle Erneuerung heimischer Betriebe und ein Zurück zu kleineren und mittelständischen Unternehmen, andererseits beharrt man mit der Feststellung des stellvertretenen Vorsitzenden des Front Nationals, Florian Philippot, zum Brexit, „die Freiheit der Völker siege am Ende“ auf eine Nationalstaatendümpelei. Das wird mit fortschreitenden Globalismus nicht funktionieren, abgesehen davon, daß niemand ernsthaft eine Rückkehr der Verhältnisse vor dem Zweiten Weltkrieg in Europa erhoffen kann. Wohin dies führte, sollte man verinnerlicht haben!

Historische Chancen verstrichen zu genüge – wann wacht die Bevölkerung auf?

Falsch, der Weg einer AfD bedeutet eine Sackgasse, auch wenn jetzt mittels Brexit in Frankreich, den Niederlanden, in Schottland oder Nordirland die Abkoppelung von der EU noch mehr in den Fokus rückt. Sicherlich, die heutige EU muß als ein Paradebeispiel mißglückter Politik gewertet werden, sorgt zurecht weiterhin für etliche Mißstimmung. Somit Argumente naheliegend vorhanden sind, sie zu ändern, historisch verstrichene Chancen diesmal nicht zu wiederholen, ein Aufwachen in der Bevölkerung sollte nunmehr einsetzen.

Allerdings ohne die alten Konzepte einer Fortsetzung der ins Leben gerufenen neoliberalen Politik einer Frau Thatcher, eines Ronald Reagan. Mit Blick gen Moskau, zeigt doch Wladimir Putin, wohin die Reise auch ohne die EU, einer aggressiven Expansionspolitik der USA gehen kann mit BRICS und anderen Bündnissen, die Wege einer künstlich inszenierten globalen Krise eben nicht dulden.

Das gefährlich simple Spiel einer Überlegung rechtspopulistischer Strategie, Putin für deren Zwecke zu mißbrauchen, mag viele Stimmen ihnen bescheren. Grund genug, ahnungslose Anhänger aufzuklären, inwieweit ein sogenannter Patriotismus im Sinne eines aufkeimenden Nationalismus am Ende erneut in Feindschaft anderen Staaten gegenüber münden kann, beste Voraussetzung, um wieder Kriege anzuzetteln. Die per Engelszungen eingeflößten Friedensabsichten werden sich dann sehr schnell in Luft auflösen, einmal geschürter Haß sich verselbständigen, perfide „Vorübungen“ finden zweckdienlich mit neu erweckter Ausgrenzung von Ausländern bis hin zur offenen Feindschaft statt.

Extremismus reitet stets auf der Welle seiner ausgrenzenden Art, eine scheinbare Norm durchbrechen will, obwohl doch Menschen stets versuchen, Kompromisse zu ersinnen, um ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen.

Lotar Martin Kamm

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