In die Suppe spucken

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Wer hat uns das wohl eingebrockt oder ist etwa ins Fettnäpfchen getreten?

Hat Ihnen auch schon mal jemand in die Suppe gespuckt? Oder haben Sie jemandem die Suppe versalzen? Im übertragenen Sinne natürlich, schätzungsweise ist es sicher schon jedem passiert, womöglich aus Absicht oder aber aus Versehen. Denn schnell kann man in ein Fettnäpfchen treten, das man übersehen hatte.

In die Suppe spucken ist gleichbedeutend mit, jemanden schaden, seine Pläne durchkreuzen, dies muß nicht unbedingt bewußt geschehen. Die Suppe versalzen, bedeutet so ziemlich das Gleiche. Ob also in die Suppe gespuckt oder sie versalzen wurde, beide Redewendungen implizieren eine absichtliche Handlung, um jemanden irgendetwas nicht zu gönnen. Ob wir nun das Haar in der Suppe finden oder suchen, auch hier gilt die vorsätzliche Böswilligkeit.

Immerhin besteht, wenn eine böswillige Absicht hinter unserem Tun steckt, die Möglichkeit, die Suppe auszulöffeln, die wir uns eingebrockt haben. Die Suppe abgeleitet von saufen, schlürfen, saugen, ausquetschen liefert eine Einsicht in die Eßgewohnheiten der Vorfahren. Ob nun als supfa, eingetunkte Brotschnitte, soppa, Milch mit gebröckeltem Brot, soppen, Brot in Flüssigkeit tunken, leichte Abendmahlzeit halten, bei sämtlichen artverwandten Wörtern, es gibt noch einige mehr, ist das Tunken von Brot in einer Flüssigkeit erwähnt.

Vielleicht gibt es den ein oder anderen Leser, der sich noch sehr gut daran zurückerinnern kann, daß auf dem Ofen, der „Küchenhexe“ immer ein Topf mit Suppe köchelte oder nur noch kurz warm gemacht werden mußte. Manchem mag noch im Bewußtsein sein, daß zur Suppe oftmals ein Kanten Brot serviert wurde, und falls sich unerwartet Besuch einstellte, die Suppe gegebenenfalls mit ein bißchen mehr Wasser angereichert wurde, damit es für alle ausreichte.

Die Suppe als Nahrungsmittel hatte schon deshalb einen hohen Stellenwert, weil sie ohne weiteres mit verschiedenen Zutaten und Gewürzen kurzerhand verändert werden konnte. Es ist es kein Wunder, daß die Suppe Einzug in die Redensarten gefunden hat, kam sie doch bei allen gesellschaftlichen Schichten auf den Tisch. Und da die Suppe in schlechten Zeiten, wenn sie mehr oder weniger nur aus Wasser bestand, wertvoll war, steckte natürlich böswillige Absicht dahinter, wenn jemand in die Suppe gespuckt hat, vielleicht damit den anderen der Appetit verging.

Mit Menschen, die anderen schaden wollen, ihnen etwas nicht gönnen, neidisch sind, nicht fähig sind zu teilen, auf ihren eigenen Nutzen bedacht sind, haben also schon unsere Vorfahren ihr Leidwesen gehabt.

Nichtsdestotrotz kann es natürlich passieren, daß jemand unabsichtlich, unüberlegt, ohne böse Absicht, im falschen Moment etwas äußert oder tut und damit jemanden die Suppe versalzt. Es ist dann der Moment, in dem wir ins Fettnäpfchen treten. Die Fettnäpfchen waren eigentlich Töpfe, Pfannen, Krüge, die neben oder über den Kaminen, Öfen standen, um das Fett, das durch das Räuchern von Speck, Fisch heruntertropfte, aufzusammeln.

Und wer des nachts im Dunkeln durchs Haus geisterte, konnte also schon mal in so ein Fettnäpfchen treten. Falls uns dies passiert, hilft nur eine aufwendige äußerliche Reinigung, zur innerlichen Reue löffeln wir die Suppe leer, die wir uns eingebrockt haben.

Doris Mock-Kamm

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Steinmeiers NATO-Kritik löst Welle der Entrüstung aus

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Kehrtwende vom neuen kalten Krieg erstes Signal den USA zu trotzen?

Um es gleich vorwegzunehmen, man sollte keineswegs voller Optimismus in Richtung der festgefahrenen politischen Spannungen zwischen US-gesteuerten Hardlinern und Russland blicken, die bevorstehend geplante Entscheidung über die Fortsetzung der Sanktionen jetzt am Dienstag kann auch Außenminister Steinmeier nicht verhindern.

Steinmeiers Verständnis für Moskau sei „unverantwortlich“, wie T-Online betitelt, sowohl die Grünen als auch der Koalitonspartner CDU beharren auf den Kurs der US-europäischen Politik, die Russland im Gegenzug weiterhin vorwirft, dessen Waffen nicht aus der Ost-Ukraine zurückzuziehen. Er würde gar einen Koalitionskrach provozieren mit seiner Kritik am NATO-Manöver.

Es rollt der Ball gen Tor, Waffen folgen ihrer Logik

Während bei der Fußball-EM den Gruppenspielen ein baldiges Ende bevorsteht, die heiße Phase jener Brot-und-Spiele-Show beginnt, eine unsinnige Debatte über fahnenschwenkende Fans für noch mehr Ablenkung sorgt, unterstreicht die NATO mit dem jüngsten Einsatz ihre einflußreiche Drohgebärde gen Russland. Es rollt der Ball gen Tor, doch Waffen folgen ihrer Logik und die lautet, daß sie irgendwann zum Einsatz kommen.

Wer will und kann das besonders im dichtbesiedelten Europa tatsächlich verantworten? Eine Bundeskanzlerin, die sich nach wie vor lieber in Schweigen hüllt, statt endlich ihren Job zu machen, der da lauten sollte: zum Wohle des Volkes? Dann lieber einem Friedensnobelpreisträger folgen, der jenes Säbelrasseln vor russischer Grenze zu verantworten hat, welches jederzeit einen dritten Weltkrieg lostreten mag.

Taktisches Geschachere im Hinblick zur BT-Wahl oder eine gezogene Notbremse?

Manche Stimmen unterstellen Frank-Walter Steinmeier, er möchte schon mal im Hinblick zur bevorstehenden Bundestagswahl den Linken gefallen mit dieser NATO-Kritik, sie auf diese Weise ins Boot eines rot-rot-grünen Bündnisses holen. Selbst wenn, schwenken dann die Grünen ihr Fähnchen in eine andere Richtung, wo sie doch derzeit lieber der US-amerikanischen Hetze gegen Putin verfallen? Wohl kaum, aber nicht unmöglich in der Politik, denken wir zurück an eine FDP, die über Nacht der SPD in den Rücken fiel, so daß der „Dicke“ aufs Siegertreppchen durfte, der zerknirschte Hanseate das Nachsehen hatte.

Allerdings belasten uns ganz andere Probleme, die schnell eine Bundestagswahl in den Schatten stellt angesichts bevorstehend anhaltender Spannungen im Osten Europas, im Nahen und Mittleren Osten sowie einer weltweit daraus resultierenden Kettenreaktion, die in Folge einen dritten Weltkrieg loslösen kann. Betritt in sofern unser bundesdeutscher Außenminister den Boden der Vernunft mit seiner Kritik und zieht die Notbremse?

Wann wird endlich das ganze Ausmaß einer kontinuierlichen Hochrüstung begriffen? Wenn es zu spät ist, weil trotz jahrzehntelangem Kalten Krieg eine Fortsetzung erneut greift, der Hegemon in seinem Rausch ewiglicher Expansion ungebremst den Krieg gegen Russland provoziert?

Lotar Martin Kamm

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Beschwerden nicht ohne Folgen

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Eine Unart – das Beschweren um des Beschwerens willen

Um es vorweg zu nehmen, beschweren ist natürlich abgeleitet von schwer. War nicht schwer zu erraten, oder? Schwer, heikel, klotzig, drückend, beträchtlich, kräftig, massiv, kurzum das Wort um das Gewicht einer Last zu erklären, so leicht, so schwer. Wer in dem Bereich Kundenservice, Gastronomie, Verkauf arbeitet, kann über die Beschwerden der Kunden, Gäste sicherlich eine Menge erzählen. Nicht nur über unverschämte, unbegründete, sondern auch über die Dummheit oder Frechheit mancher Beschwerden.

Denn Menschen beschweren sich nicht nur, wenn wirklich etwas bei ihrer Bestellung schief gelaufen, wenn das versprochene Hotel am Strand in Wirklichkeit nur mit einem Fußmarsch von einem Kilometer zu erreichen ist, Menschen beschweren sich auch um des Beschwerens willen. Sie vermögen etwas nicht als gut ansehen, solange sie nicht das Haar in der Suppe gefunden haben, erst danach empfinden sie so etwas wie Befriedigung. Notorische Nörgler können in stressigen Berufen die Arbeit erschweren.

Viele Beschwerdeführenden nützen den Aspekt des schlechten Rufes für einen Betrieb aus, so kaufen sie Kleidung, tragen sie auf der Weihnachtsfeier, einer Hochzeit, im Urlaub, um sie danach unter fadenscheinigen Argumenten wieder umzutauschen oder sich das Geld auszahlen zu lassen. Sie erbitten einen Zimmerwechsel, da der Sonnenuntergang von ihrem Zimmer aus nicht zu sehen sei, wechseln am nächsten Tag unter dem Argument, dies Zimmer verfüge über keinen Balkon zur Südseite, um schließlich tags darauf wieder nach dem ersten Zimmer zu verlangen, da auf der Südseite die Sonne zu heiß und bis spät in der Nacht die Hitze im Zimmer aufgestaut wäre. Sie bestellen ein Mittagsmenü und lassen es beim Servieren zurückgeben mit dem Argument, es sei nur lauwarm oder fettig, um im gleichen Atemzug eine neue Bestellung aufzugeben, die kurz zuvor an den Nachbartisch serviert wurde.

Eine Beschwerde vorbringen, bedeutet in der Regel, jemand hat etwas auf dem Herzen, belastet ihn, weil unter seinen Gesichtspunkten irgendein Aspekt nicht so aussieht, funktioniert, gehandhabt werden kann, nicht die Entspannung, Freude bringt, die erhofft, gewünscht ist. Dies anzusprechen und auf Berichtigung, Ersatz hinzuweisen, ist natürlich richtig. Nicht hinnehmbar allerdings ist, sich durch eine Beschwerde bewußt mehr Vorteile zu ergattern.

Ein Nebeneffekt, der sich durch ungerechtfertigte Beschwerden einschleicht, ist nicht nur die Mehrbelastung für das Personal, sondern daß die Mehrkosten auf alle anderen Kunden übertragen werden.

Falls es Ihnen einmal daran mangelt, ihre Lachmuskeln über längere Zeit nicht trainiert zu haben, googlen sie einfach mal nach den skurrilsten, frechsten, verrücktesten Beschwerden, Sie werden garantiert fündig und vergessen dabei eventuell, über was Sie sich gerade beschweren wollten.

Doris Mock-Kamm

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Kosmos: Schöpfungsplan folgt eigener Gesetzmäßigkeit

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Kollektives Bewußtsein leidgeprüft menschlichem Fehlverhalten ausgesetzt

Alles Sein findet Wege der Entfaltung, nimmt stets Kontakt auf mit der Außenwelt, die es umgibt. Mit all seinen Möglichkeiten, die ihm in die Wiege gelegt wurden, weil der Schöpfungsplan paßgenau nach dessen Vorsehung sich ständig weiterentwickelt, eigener Gesetzmäßigkeit folgt.

Ewiglich mögen Gedanken in verschiedene Richtungen kreisen, nach Lösungen suchen, obwohl längst sich bewußt, daß kurz darauf neue Probleme auftauchen. Fragen erzeugen stets Gegenfragen, die wiederum ins nächste Staunen gelangen, aber gleichwohl in menschenerzeugte Katastrophen neben den Naturgewalten, den Gesetzen gehorchend stattfinden müssen.

Daher dümpeln wir Menschen vor uns hin, meinen, wir könnten den Arm gen Kosmos strecken, wenngleich irdische Probleme offenbaren, wie unbedarft und grenzenlos gierig wir dem Habitus verpflichtend uns nötigen, Mutter Erde empfindlich zu stören. Geist erzwingt neue Ideen, die erschaffen werden wollen, um jeden Preis sich Möglichkeiten der Entfaltung ersinnen, rücksichtslos, inzwischen gottähnlich selbst leidgeprüfte Entwicklungserkenntnisse ignorieren.

Die Charakteristik des gesellschaftlichen Zusammenhalts rückte nicht zwangsläufig in den Fokus ernsthafter Zielsetzungen, sondern viel eher das sich Ausklammern eigener Vorteile bedacht, sich das zu nehmen, was man sich einredete, sogar gesetzlich ausformulierte, rechtens zu sein. Deshalb begann die alte Sehnsucht nach einem Urvertrauen schnell zu erlischen beim frühen Homo sapiens, das verlorene Paradies stets ein zum Greifen nahes Bild widerspiegelt, dennoch unerreichbar bleibt angesichts zu vieler Widrigkeiten.

„Stets positiv Denken“, eine gutgemeinte Formulierung, um Gedanken an das Geschehene, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Zukunftsszenarien im Visier einer geblendeten Menschheit? Sie mögen sehr nahe sein, gar nicht mal in weite Ferne gerückt, und doch beschleicht den Skeptiker das Gefühl: Wo bleibt die Aufarbeitung alten Fehlverhaltens, um auszuschließen, daß wir nicht dieselben Probleme herbeiführen, so als ob wir nichts gelernt? Kollektives Bewußtsein selbst den letzten in der Gruppe erreichen muß, damit neue Schritte sich zielsicher etablieren?

Ein ständiger Fluß, ein kosmisches Urgesetz, nicht im wörtlichen Sinne, sondern im gedanklichen, der damit die feinen Übergänge meint. Selbst einstudiertes Wissen kann nur dann sich entfalten, wenn die Umstände in der Praxis sich bewähren, wobei Zeit eine relative Konstante darstellt. Mit ein Hauptgrund, wieso die Schulsysteme allesamt scheitern! Was nützen die sogenannten Schulversager, die Aussortierten, die oftmals später Ungelernten? Lange der Industrie dienlich, erschaffen in einer neuen Welt Roboter und die Automation deren Arbeit, so daß sie in wirtschaftsplutokratischen Systemen unnötig werden.

Mensch hat es in der Hand, am Scheideweg geballt sich formierende Konflikte eskalieren zu lassen in schreckliche Kriege, eine Fortsetzung der Ressourcen-Zerstörungsgewalt oder aber die tief in uns sitzende Illusion einzufordern, das verlorene Paradies eben nicht aufzugeben. Selbst wenn der grausame Schritt stattfinden wird – und es schaut ganz real danach aus – verbleiben höchstwahrscheinlich einige übrig, die den Gedanken in sich bewahren, um nie wieder die Schöpfung anzuzweifeln. Und falls nicht, der Kosmos hat ohnehin unendlich viele Antworten parat.

Lotar Martin Kamm

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Höflichkeit – ein Übrigbleibsel der Sitte des Hofes

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Türaufhalten als Zeichen des Respekts gegenüber Frauen?

Höflichkeit, die Sitte des Hofes, wird allenthalben als verlorengegangener Wert in der Gesellschaft angeprangert. Unterschiede im Bereich der Höflichkeitsfloskeln, je nachdem was für das einzelne Individuum als höflich empfunden wird, zeigen sich in den sogenannten sozialen Schichten und in den Fähigkeiten einzelner Mitmenschen, sich auf sein Gegenüber „einzulassen“.

So ist es nicht unbedingt unhöflich, wenn ein Kind, Jugendlicher bei der Begrüßung keinen Augenkontakt herstellen kann und nur flapsig etwas wie eine Begrüßungsformel murmelt. Als Erwachsener allerdings zeigt dieses Verhalten entweder große Unsicherheit, Abneigung gegenüber dem anderen oder im schlimmsten Fall eine zwischenmenschliche Störung.

Bei den Tischmanieren verhält es sich in Bezug auf Kinder und Jugendliche ähnlich, entweder sind sie noch zu klein, um Messer und Gabel zu beherrschen oder ihnen verlangt danach, bewußt „die Sitte“ zu stören, zu ignorieren. Erwachsene haben sich gewisse Verhaltensweisen, je nach Ort des Tafelns, verinnerlicht, um nicht als „Bauer“ abgestempelt zu werden. Inzwischen sind die Tischsitten selbst bei einem Bankett lockerer geworden und schätzungsweise blamiert man sich noch beim Hummer- oder Muschelessen.

Die immer wieder angesprochene Höflichkeit, der Frau die Türe zu öffnen als Zeichen des Respektes gegenüber der Frau, darf angezweifelt werden. Diese Galanterie, so nett diese Geste sich darstellen mag, ist eigentlich nichts weiteres, als der Frau den Hof zu machen. Das Bezahlen der Rechnung, ebenso als Höflichkeit der Frau gegenüber gerne tituliert, kommt noch aus Zeiten, da Frauen entweder über keine eigenen Einkommen oder wie auch heute noch weitverbreitet weniger verdienten als Männer. Natürlich abgesehen von den Frauen, die durch Geburt generell finanziell unabhängig waren.

Höflichkeitsbezeugungen sind zudem nicht unbedingt ein Zeichen von Respekt gegenüber dem anderen, sondern oftmals eine vorgetäuschte Achtung, die in Wirklichkeit nicht einer Ehrlichkeit entspricht. Oft wird übersehen, daß gerade bei Hofe, also den als Vorbild dienenden Verhaltensmustern, ein verworrenes, teilweise von Intrigen nur so wimmelndes Zusammenleben als Grundlage der bürgerlichen Existenz übernommen wurde.

Freundlich seinem Gegenüber zu begegnen, ihm durch eine Geste verstehen zu geben, ihn erkannt oder registriert zu haben, machen die meisten Menschen unbewußt. Sehr oft kann man dadurch den wirklichen Grad der Freundlichkeit besser wahrnehmen wie durch eine antrainierte Floskel. Kinder durchschauen dieses Ritual sehr oft, und wenn auf ihr Nachfragen hin nicht ehrlich geantwortet wird, werden sie diese Floskeln nicht übernehmen, sondern gegen die Sitte handeln.

Je ehrlicher wir den Kindern Höflichkeit, Sitte, Anstand erklären, desto wahrscheinlicher werden sie die Höflichkeit besitzen, danke, bitte zu sagen, jemanden die Tür aufhalten, ihren Sitzplatz Älteren anbieten, beim Essen weder schmatzen noch sich mit ihren Ellbogen auf der Tischkante beim Essen stützen.

Denn Höflichkeit, die Sitte des Hofes, ist vor allen Dingen der Umgang miteinander, innerhalb der Familie.

Doris Mock-Kamm

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USA ein Garant für Krieg – Frieden davonflieg

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Satirischer Rückblick…

Wer denen wohl hinterherstieg? Sie wissen es schon, ob per Drohn oder viel Säbelrasseln, ausgesprochen beim Feuerprasseln, unübersehbar dringt der Ami weltweit vor, wer’s nicht glaubt, ist ein ignoranter Tor, weil der Hegemon seine Rüstungsausgaben nach oben schraubt.

Nun denn, die Fußball-EM hat erneut viele im Griff, wer steuert wohl jenes Schiff? Trotz zunehmendem Alter fragt man sich, warum so dermaßen widerlich? Was läuft hier all die Zeit verkehrt, daß Mensch jenen fadenscheinigen Haß gar vermehrt?

Da steht wohl die freie Entfaltung im Widerspruch, der Patriarch bastelt sich sein eigenes Sexualstrafrecht, welch Fluch, manch einem wird dabei schlecht ob solch verharmlosender Taten. Auf gerechte Menschlichkeit muß man weiterhin warten. Kommt uns dies nicht bekannt vor? Terrorattentate willkommene Gelegenheiten in solch unsicheren Zeiten, Mensch immer noch Ausgrenzung zuläßt, sich gegenseitig verletzt.

Wem kann man’s verdenken, mal loszulassen, sich eine Zugfahrt zu schenken, pausieren vom sichtbar realen Hassen. Die einen es Zeit totschlagen nennen, andere sich lieber träumend verrennen, statt den ganzen Tag vor lauter Ängsten zu flennen. Wobei ausgerechnet die SPD ihren neoliberalen Kurz fortsetzt, gegen Wohnungsnot hetzt, gar japanische Verhältnisse fordernd will. Das ist schrill!

Und das verlorene Kind weiß sich keinen Rat, für Hetze gegen die eigenen Eltern ist es sich nicht zu schad. Welch dramatisch trauriger Werdegang, jener kaltschnäuzige Hang. Exemplarisch in jener Zeit die Doppelmoral des DFB, Fußball und Cola tun doch keinem weh, egal ob die Gesundheit etlicher leidet, stets der Profit über unser Leben entscheidet.

Voll Überschwang manch einer sich lieber zurückzieht, per Fischfang dem Alltag entflieht. Kein Wunder, weil so viel häßliches geschieht. Die NATO einflußreiche Drohgebärden gen Russland unterstreicht, die USA keinen Zoll von ihrem Kriegskurs weicht. Es reicht!

Zurück in alte Zeiten wie vor 40 Jahren, als im Kalten Krieg wir uns waren im Klaren: Das Ende des Warschauer Pakt ein neuer Friedensakt. Doch weit gefehlt, immer noch zählt, Störfaktoren nicht auszuräumen, man darf weiter vom Frieden träumen.

Das tut schon weh, jene undurchdachte Politik. Manchmal dennoch gutes gescheh, der ein oder andere behält den Überblick, und sei es zu sammeln, zu verarbeiten ein verwertbares achtlos weggeworfenes Plastikstück.

Lotar Martin Kamm

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Störfaktoren allenthalben vorhanden

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Auf den Spuren von Archimedes unterwegs

„Störe meine Kreise nicht.“ Dieser Ausspruch wird Archimedes als seine letzten Worte in den Mund gelegt. Er soll, als Plünderer in die Stadt Syrakus eingedrungen waren, beim Nachdenken über einen mathematischen Beweis gesessen, dafür Kreise in den Sand gemalt haben, einem Soldaten, der ihn dabei störte, mit den Worten: Störe meine Kreise nicht, so aufgebracht haben, daß der plündernde Soldat ihn erschlug. Archimedes lebte von 287 bis 212 v.Chr., wahrscheinlich ist dem Großteil der Menschen dieser Ausspruch geläufiger als seine mathematischen Beweise und Erfindungen.

Fast täglich werden wir damit konfrontiert, bei unseren Beschäftigungen gestört zu werden, sei es das Klingeln des Telefons, das Läuten der Kirchenglocken, hupende Autos. Ablenkungsfaktoren, die uns mitunter verleiten, von der Arbeit aufgeschreckt oder abgelenkt zu werden. Wer mit kleinen Kindern zusammenlebt, wird sich des Phänomens nicht verschließen können, zu beobachten, daß das Kind, sobald es den Eindruck hat nicht beobachtet zu werden, weil wir im Gespräch vertieft sind, die Gelegenheit nutzt, einfach mal eine Schublade auszuräumen.

Der Duden erklärt zu dem Wort stören, die Herkunft sei ungeklärt und die eigentliche Bedeutung komme von verwirren, zerstreuen, vernichten. Das Wörterbuch der Gebrüder Grimm allerdings führt unter anderem stören auf das germanische Wort sturian zurück, in Bewegung setzen, aufrühren, hetzen. Wahrscheinlich läßt sich der Sturm auch auf sturian zurückführen. Stüren, steuren, im ursprünglichen Sinn, mit einer Stange in etwas stochern, herumstoßen. In Bezug auf die lateinische Sprache restaurare, wiederherstellen, instaurare, instandsetzen. Es zeigt wieder einmal, daß durch handwerkliche, tägliche Handhabungen, wie zum Beispiel das Herumstochern im Feuer ein Wort sich sinngemäß gewandelt hat, um die Begrifflichkeit von menschlichen Handlungen zu erklären. In Bezug auf stöbern, das wortverwandt ist, kann dies sehr gut erkannt werden.

Obwohl Musik durch ihre vielen Facetten einen positiven Einfluß auf unser Gemüt ausübt, so kann sie aber durchaus aus verschiedenen Gründen zu einem Störfaktor werden, der bei einigen Menschen bis zum blinden Wutanfall führen mag. Die Störungen, die Töne auslösen, sind nicht unbedingt auf die Lautstärke zurückzuführen, stören können die Vorlieben oder Aversionen der unterschiedlichen Musikrichtungen eben je nach eigenem Geschmack oder Empfinden. Eventuell gibt es kein Gegenstand, Person, Tier, Pflanze, der nicht von irgend jemandem als Störfaktor wahrgenommen wird und der dann bei der Erwähnung des Wortes sich schon in seinem Sein gestört fühlt.

Zurzeit empfinden die meisten Menschen wohl das Wetter und die politische Stimmung als Störfaktor für ihr Umfeld. Für ihren eigenen Wohlfühlmoment, das Wetter, weil es so gar nicht der Vorstellung entspricht, wie das Wetter zu sein hat in diesem Monat, dem Jahresrhythmus entsprechend. Die politische Stimmung, weil allzu viele nur ihre eigene Suppe kochen wollen und damit ihre Argumentationen fruchten, ihnen Beachtung geschenkt wird, verhalten sie sich wie kleine Kinder, die wie oben beschrieben, in Schubladen stöbern, damit man sich ihnen wieder zuwendet, kurz genannt, negative Aufmerksamkeit erhaschen wollen.

Störe meine Kreise nicht, bedeutet Respekt für den anderen und sein Tun, solange er mit seinem Verhalten weder sich noch andere gefährdet. Dies zu berücksichtigen, ist im täglichen Miteinander nicht einfach und manchmal auch nicht vermeidbar, aber bewußtes, absichtliches Stören, vielleicht sogar ein ständiges Stöbern nach Störungsmöglichkeiten wird für niemanden ein friedliches Zusammenleben bieten. Und das Wetter konnte wohl noch nie zur aller Zufriedenheit einen Beitrag leisten, aber schließlich brauchen wir manchmal seine Unzuverläßigkeit, um unser Befinden zu erklären oder um einen Gesprächsfaden anzuknüpfen.

Doris Mock-Kamm

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