Chemie in Lebensmitteln: Ignoranz seitens TTIP, CETA und Politik

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Nein zum Palmöl im Essen – Aushebelung des Vorsorgeprinzips

Die globale Zerstörungswut greift immer weiter um sich, Mensch in seiner zunehmenden Verschwendungssucht scheint sich selbst und der Natur zuliebe keinerlei Grenzen zu setzen, außer einige beherzt Engagierte trotzen jenem Raubbau, leisten Widerstand auf unterschiedlichen Ebenen, von Bürgerbewegungen vor Ort bis hin zu groß organisierten Verbänden.

Obwohl schon ein erheblicher Bedarf herrscht, Palmölplantagen den Regenwald vernichten, Völker in Folge vertrieben werden, dies nicht nur für den umweltentlasteten Biosprit, sondern ebenso für die Lebensmittelbranche, schrecken all jene Profiteure keineswegs davor zurück, diesen gewinnbringenden Kurs unerschrocken fortzusetzen. Eine Nachfrage wird schlicht bedient, jedoch der Endverbraucher hat das leidvolle Nachsehen, oftmals unwissentlich.

EFSA bestätigt sogar gefährliche Giftstoffe im Palmöl

Die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA), die nicht unbedingt einen guten Ruf genießt angesichts weitreichender Zusammenarbeit mit etlichen Lebensmittelkonzernen wie Nestlé, Kraft Foods oder Unilever, hat immerhin nach etlichen in Auftrag gegebenen Untersuchungen bekundet, daß die im Palmöl enthaltenen Glycidol-Fettsäureester Krebs erzeugen können als auch Erbgut und Organe zerstören. Der Rettet den Regenwald e.V. hat daraufhin diese Petition ins Leben gerufen.

Dennoch fühlt sich die Lebensmittelbranche kaum in der Pflicht, entsprechend zu reagieren, eine erfolgreiche Verbannung etlicher Gifte findet viel zu halbherzig statt, und dies auch nur nach heftigen Protesten seitens aufgebrachter Bürger. Nach mehreren Aufrufen, Informationsveranstaltungen und gut organisierten Demonstrationen, die obendrein medienwirksam begleitet werden, greifen schon mal deutliche Widerstände, entsteht Bewegung auf politischer Bühne. Ob es am Ende ausreicht, erleben wir just am Beispiel Glyphosat, wo das EU-Parlament gar die WHO-Einschätzung ignoriert.

Internationales Rechtsgutachten entlarvt die Aushebelung des Vorsorgeprinzips

Wie gestern foodwatch warnend beschrieb, Politik und Wirtschaft täusche uns über TTIP und CETA, was ohnehin schon längst in aller Munde derjenigen, die nicht auf die lobbygekauften Interessen mancher Volksvertreter hereinfallen. In sofern nichts neues. Trotzdem darf man sich wundern, mit welcher Dreistigkeit Politik die Menschen in die Irre führt, nach wie vor die Freihandelsabkommen CETA und TTIP gutheißt.

Es zählen nicht begründete Sorgen, man richtet sich nach dem Wirtschaftsdiktat des Konzernlobbyismus, selbst die neulichen Greenpeace-Enthüllungen, die sowieso längst im Vorfeld bekannt waren, wer genauer die Thematik verinnerlicht hatte, ändern nichts an dem Vorgehen seitens der Politik.

Solange viele bedenkenlos krankmachende Lebensmittel essen, einer verlogenen Politik sowie einer profitgeilen Industrie stets Freiräume zulassen, denken wir ans bevorstehend geplante TTIP, ändert sich kaum etwas. Jeder Verbraucher hat durchaus Möglichkeiten des Widerstands. Worauf noch warten?

Lotar Martin Kamm

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Zuckerbrot und Peitsche

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Eine fragwürdige Methode verharrt bis in die Gegenwart

„Bist du damit nicht zufrieden, gibt es gar nichts.“ „Wenn wir dieses Spiel jetzt nicht spielen, bist du nicht mehr mein Freund, Freundin.“ „Sei pünktlich Zuhause, sonst gibt es kein Abendbrot für dich.“ Zuckerbrot und Peitsche, hoffentlich nicht mehr in Erziehungsfragen eine angewandte Form.

Viele Kinder wurden mit dieser Methode groß und haben sie selbst auch bei ihren Kindern angewandt. Den Wert des Zuckerbrotes kann sicher nur noch von denjenigen verstanden werden, die den seltenen Genuß erleben durften, Zucker auf einer Scheibe Brot, wie wunderbar, wenn auch noch mit Butter bestrichen, ablecken durften. Über den Wert der Peitsche, Rohrstock, Teppichklopfer oder ähnliche Gegenstände, die zur Anwendung kamen, um dem Kind Gehorsam beizubringen, muß wohl nicht näher beschrieben werden.

Die Herkunft dieses Ausdruckes kommt allerdings aus den Zuckerrohrplantagen, bei Erhitzung des Zuckers bleibt in karamellisierter Form Zucker auf dem Boden des Topfes hängen, dieses Zuckerbrot wurde den Sklaven oft als Belohnung überlassen. Auch in diesem Zusammenhang braucht die Peitsche nicht näher erklärt werden, oder?

Bismarcks Politik wird gerne in Zusammenhang mit den Sozialgesetzgebungen als Zuckerbrot und Peitsche-Politik beschrieben, weil die Vermutung oder sogar der berechtigte Einwand nahelag, daß die Sozialgesetze nur die Funktion hatten, die Arbeiterklasse (und damit die sozialistische Bewegung) in den monarchischen Obrigkeitsstaat einzugliedern. Kurt Tucholsky veröffentlichte 1930 unter dem Pseudonym Theobald Tiger ein Gedicht, Zuckerbrot und Peitsche, in der Weltbühne.

Das Prinzip, Zuckerbrot und Peitsche, wird zurzeit auch in der Aufforderung „Fördern und Fordern“ im Zusammenhang mit Hartz IV angewandt. Auch hier ganz deutlich, parierst du nicht, wie ich es will, hat das negative Konsequenzen, machst du, was ich dir vorschreibe, passiert dir nichts. Diese Logik ist gespickt mit undifferenzierten Platitüden, die den Zweck verfolgen, Menschen in Wirklichkeit zu unterdrücken oder sie gefügig zu machen. Das Verhältnis ist Unterdrücker und Unterdrückte und nicht die Bemühung, auf gleicher Augenhöhe einen Disput zu klären.

Natürlich ist es nicht immer einfach, gerade im Hinblick auf das Zusammenleben mit Kindern und Jugendlichen, nicht selbst in dieses Muster zu verfallen, gerade in Streßsituationen. Dann kann schon mal das „Wenn-dann-Prinzip“ die Oberhand gewinnen und wird nicht zu großem Schaden führen, solange es nicht bei genereller Handhabung für Auseinandersetzungen, Meinungsverschiedenheiten zwischen den Kindern und Eltern bleibt.

Zuviel Lob kann zu Selbstüberschätzung, der Tadel oft zu Ängsten, Beklemmungen und Furcht führen, die letztendlich keine Vertrauensbasis schaffen. Gerade heutzutage, nein, eigentlich immer schon, sollte das „Wenn-dann-Prinzip“ nur sehr selten zum Einsatz kommen, es wird aber bei politischen, wirtschaftlichen, sozialen Entscheidungen permanent angewandt, und bist du nicht willig, wirst du sanktioniert.

Jeder Programmierer weiß, wie zeitaufwendig und mit welcher akribischen Genauigkeit aller möglichen Aspekte das „Wenn-dann–Prinzip“ eingesetzt werden muß, um ein funktionsfähiges, ohne große Anfälligkeiten und Fehlerhinweisen, Programm zu erstellen.

Wenn dieser Zeitaufwand auch für zwischenmenschliche Konflikte angewandt werden würde, dann wäre irgendwann „Zuckerbrot und Peitsche“ für immer Vergangenheit.

Doris Mock-Kamm

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Gewalt beschneidet die Freiheit des Einzelnen

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Zerstörung vs. Liebe – Mensch verwirkt seine Daseinsberechtigung?

Gewalt hat sehr viele Facetten, innerhalb der Familie, in Schulen, am Arbeitsplatz, auf der Straße oder in Kriegen. Stets findet sie Wege der Entfaltung, immer unerschrockener, ob im Alltag oder gegen Künstler, Politiker. Friedliche Kommunikation kommt zu kurz trotz weltweiter Vernetzung?

Letztlich beschneidet Gewalt die Freiheit des Einzelnen. Verwirkt Mensch in etwa seine Daseinsberechtigung, heißt es somit: Zerstörung vs. Liebe? Um es gleich mal vorwegzunehmen, die größte Kraft im Universum ist und bleibt die Liebe, weil sie bedingungslos dem Schöpfungsplan folgend sich weiterentwickelt trotz Naturgewalten und dem Haß, der Menschen innewohnt.

Wer erinnert sich noch an den 1970 erschienenen Song von Rio Raiser, „Macht kaputt, was euch kaputt macht“, den im Anschluß die Hausbesetzerszene gern aufgriff? Damals nach den ersten großen Demos im kleinbürgerlichen Herzen Europas eine gewisse Signalwirkung? Im Grunde kann jeder freiheitsliebende Mensch nicht anders, als machtbessene Vorgaben von dannen zu jagen, unwichtig welch politischem Korsett sie dienen mögen, denken wir an den Mauerfall.

Doch was geschieht da eigentlich, wenn sich Neuzeitritter, in dem Fall Polizisten gut geschützt, der Politik gehorchend einem aufgebrachten Volk gegenüberstehen? Staatsgewalt sich schützend vor einem entrüsteten Volkswillen, der sich unverstanden fühlend Luft macht, siehe gen Nachbarland Frankreich, wo soziale Spannungen und Fußball-EM parallel für unterschiedliche Gewaltausbrüche sorgen? Minderheiten, und das sind sie weiterhin trotz Hunderttausender auf den Straßen gemessen an millionenfach Daheimgebliebenen, wollen per Gewalt den Weg der Politik fordernd bestimmen?

Umkehr von demokratisch legitimierter Politik hin zum Gesetz der Straße, wo Gewalt freien Lauf hat, ebenso all jene mitreißt, die dieser Wut nicht auf diese Weise folgen wollen? Wer bestimmt den Geruch der Anarchie, letztlich der Revolte, wieder einige als Alpha-Wesen im Rausch eigener Machtbestrebungen?

Im Grunde führt Gewalt als Akt enttäuschter Mißachtung, als Antwort, weil Sprache kein Gehör sich mehr verschaffen kann, immer wieder entweder zu verheerender Zerstörungswut, etliche Opfer in Kauf nehmend oder zu Gegengewalt, wenn der Angegriffene keineswegs kleinlaut beigibt. Eine Lösung mag da kaum folgen, außer man betrachtet Vernichtung als Chance, es möge anschließend neues entstehen, entlehnt aus der Beobachtung von Naturgewalten.

Dennoch verdrängt ein Klima der Oberflächlichkeit das Wesentliche, herrscht längst ein Defizit untereinander, was die Vielfalt des kommunikativen Austausches anbelangt. Sowohl das Zuhören verliert sich im Stakkato eines streßgeladenen Tagesablaufs genauso wie das daraus resultierende Weghören, das nicht mehr Wahrnehmen der vielen Töne im zwischenmenschlichen Miteinander.

Nicht weiter verwunderlich, daß daraus Mißverständnisse vorprogrammiert gar Vorurteile erst recht schüren, um den einmal eingeschlagenen Kurs des Unfriedens zu unterstreichen. Die Meßlatte gewisser Gewalteskalationen verliert dadurch zwangsläufig an Höhe, schnellere Gereiztheit sucht sich Ventile wie stets beim Schwächeren, um die eigene aufgestaute Aggression abzubauen. Dabei könnte sich vieles wesentlich harmonischer gestalten, wenn Mensch denn endlich begreifen würde: Gewalt führt nicht zum angedachten Ziel, sie ist darüberhinaus eine Saat für deren Fortsetzung.

Lotar Martin Kamm

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In die Suppe spucken

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Wer hat uns das wohl eingebrockt oder ist etwa ins Fettnäpfchen getreten?

Hat Ihnen auch schon mal jemand in die Suppe gespuckt? Oder haben Sie jemandem die Suppe versalzen? Im übertragenen Sinne natürlich, schätzungsweise ist es sicher schon jedem passiert, womöglich aus Absicht oder aber aus Versehen. Denn schnell kann man in ein Fettnäpfchen treten, das man übersehen hatte.

In die Suppe spucken ist gleichbedeutend mit, jemanden schaden, seine Pläne durchkreuzen, dies muß nicht unbedingt bewußt geschehen. Die Suppe versalzen, bedeutet so ziemlich das Gleiche. Ob also in die Suppe gespuckt oder sie versalzen wurde, beide Redewendungen implizieren eine absichtliche Handlung, um jemanden irgendetwas nicht zu gönnen. Ob wir nun das Haar in der Suppe finden oder suchen, auch hier gilt die vorsätzliche Böswilligkeit.

Immerhin besteht, wenn eine böswillige Absicht hinter unserem Tun steckt, die Möglichkeit, die Suppe auszulöffeln, die wir uns eingebrockt haben. Die Suppe abgeleitet von saufen, schlürfen, saugen, ausquetschen liefert eine Einsicht in die Eßgewohnheiten der Vorfahren. Ob nun als supfa, eingetunkte Brotschnitte, soppa, Milch mit gebröckeltem Brot, soppen, Brot in Flüssigkeit tunken, leichte Abendmahlzeit halten, bei sämtlichen artverwandten Wörtern, es gibt noch einige mehr, ist das Tunken von Brot in einer Flüssigkeit erwähnt.

Vielleicht gibt es den ein oder anderen Leser, der sich noch sehr gut daran zurückerinnern kann, daß auf dem Ofen, der „Küchenhexe“ immer ein Topf mit Suppe köchelte oder nur noch kurz warm gemacht werden mußte. Manchem mag noch im Bewußtsein sein, daß zur Suppe oftmals ein Kanten Brot serviert wurde, und falls sich unerwartet Besuch einstellte, die Suppe gegebenenfalls mit ein bißchen mehr Wasser angereichert wurde, damit es für alle ausreichte.

Die Suppe als Nahrungsmittel hatte schon deshalb einen hohen Stellenwert, weil sie ohne weiteres mit verschiedenen Zutaten und Gewürzen kurzerhand verändert werden konnte. Es ist es kein Wunder, daß die Suppe Einzug in die Redensarten gefunden hat, kam sie doch bei allen gesellschaftlichen Schichten auf den Tisch. Und da die Suppe in schlechten Zeiten, wenn sie mehr oder weniger nur aus Wasser bestand, wertvoll war, steckte natürlich böswillige Absicht dahinter, wenn jemand in die Suppe gespuckt hat, vielleicht damit den anderen der Appetit verging.

Mit Menschen, die anderen schaden wollen, ihnen etwas nicht gönnen, neidisch sind, nicht fähig sind zu teilen, auf ihren eigenen Nutzen bedacht sind, haben also schon unsere Vorfahren ihr Leidwesen gehabt.

Nichtsdestotrotz kann es natürlich passieren, daß jemand unabsichtlich, unüberlegt, ohne böse Absicht, im falschen Moment etwas äußert oder tut und damit jemanden die Suppe versalzt. Es ist dann der Moment, in dem wir ins Fettnäpfchen treten. Die Fettnäpfchen waren eigentlich Töpfe, Pfannen, Krüge, die neben oder über den Kaminen, Öfen standen, um das Fett, das durch das Räuchern von Speck, Fisch heruntertropfte, aufzusammeln.

Und wer des nachts im Dunkeln durchs Haus geisterte, konnte also schon mal in so ein Fettnäpfchen treten. Falls uns dies passiert, hilft nur eine aufwendige äußerliche Reinigung, zur innerlichen Reue löffeln wir die Suppe leer, die wir uns eingebrockt haben.

Doris Mock-Kamm

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Steinmeiers NATO-Kritik löst Welle der Entrüstung aus

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Kehrtwende vom neuen kalten Krieg erstes Signal den USA zu trotzen?

Um es gleich vorwegzunehmen, man sollte keineswegs voller Optimismus in Richtung der festgefahrenen politischen Spannungen zwischen US-gesteuerten Hardlinern und Russland blicken, die bevorstehend geplante Entscheidung über die Fortsetzung der Sanktionen jetzt am Dienstag kann auch Außenminister Steinmeier nicht verhindern.

Steinmeiers Verständnis für Moskau sei „unverantwortlich“, wie T-Online betitelt, sowohl die Grünen als auch der Koalitonspartner CDU beharren auf den Kurs der US-europäischen Politik, die Russland im Gegenzug weiterhin vorwirft, dessen Waffen nicht aus der Ost-Ukraine zurückzuziehen. Er würde gar einen Koalitionskrach provozieren mit seiner Kritik am NATO-Manöver.

Es rollt der Ball gen Tor, Waffen folgen ihrer Logik

Während bei der Fußball-EM den Gruppenspielen ein baldiges Ende bevorsteht, die heiße Phase jener Brot-und-Spiele-Show beginnt, eine unsinnige Debatte über fahnenschwenkende Fans für noch mehr Ablenkung sorgt, unterstreicht die NATO mit dem jüngsten Einsatz ihre einflußreiche Drohgebärde gen Russland. Es rollt der Ball gen Tor, doch Waffen folgen ihrer Logik und die lautet, daß sie irgendwann zum Einsatz kommen.

Wer will und kann das besonders im dichtbesiedelten Europa tatsächlich verantworten? Eine Bundeskanzlerin, die sich nach wie vor lieber in Schweigen hüllt, statt endlich ihren Job zu machen, der da lauten sollte: zum Wohle des Volkes? Dann lieber einem Friedensnobelpreisträger folgen, der jenes Säbelrasseln vor russischer Grenze zu verantworten hat, welches jederzeit einen dritten Weltkrieg lostreten mag.

Taktisches Geschachere im Hinblick zur BT-Wahl oder eine gezogene Notbremse?

Manche Stimmen unterstellen Frank-Walter Steinmeier, er möchte schon mal im Hinblick zur bevorstehenden Bundestagswahl den Linken gefallen mit dieser NATO-Kritik, sie auf diese Weise ins Boot eines rot-rot-grünen Bündnisses holen. Selbst wenn, schwenken dann die Grünen ihr Fähnchen in eine andere Richtung, wo sie doch derzeit lieber der US-amerikanischen Hetze gegen Putin verfallen? Wohl kaum, aber nicht unmöglich in der Politik, denken wir zurück an eine FDP, die über Nacht der SPD in den Rücken fiel, so daß der „Dicke“ aufs Siegertreppchen durfte, der zerknirschte Hanseate das Nachsehen hatte.

Allerdings belasten uns ganz andere Probleme, die schnell eine Bundestagswahl in den Schatten stellt angesichts bevorstehend anhaltender Spannungen im Osten Europas, im Nahen und Mittleren Osten sowie einer weltweit daraus resultierenden Kettenreaktion, die in Folge einen dritten Weltkrieg loslösen kann. Betritt in sofern unser bundesdeutscher Außenminister den Boden der Vernunft mit seiner Kritik und zieht die Notbremse?

Wann wird endlich das ganze Ausmaß einer kontinuierlichen Hochrüstung begriffen? Wenn es zu spät ist, weil trotz jahrzehntelangem Kalten Krieg eine Fortsetzung erneut greift, der Hegemon in seinem Rausch ewiglicher Expansion ungebremst den Krieg gegen Russland provoziert?

Lotar Martin Kamm

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Beschwerden nicht ohne Folgen

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Eine Unart – das Beschweren um des Beschwerens willen

Um es vorweg zu nehmen, beschweren ist natürlich abgeleitet von schwer. War nicht schwer zu erraten, oder? Schwer, heikel, klotzig, drückend, beträchtlich, kräftig, massiv, kurzum das Wort um das Gewicht einer Last zu erklären, so leicht, so schwer. Wer in dem Bereich Kundenservice, Gastronomie, Verkauf arbeitet, kann über die Beschwerden der Kunden, Gäste sicherlich eine Menge erzählen. Nicht nur über unverschämte, unbegründete, sondern auch über die Dummheit oder Frechheit mancher Beschwerden.

Denn Menschen beschweren sich nicht nur, wenn wirklich etwas bei ihrer Bestellung schief gelaufen, wenn das versprochene Hotel am Strand in Wirklichkeit nur mit einem Fußmarsch von einem Kilometer zu erreichen ist, Menschen beschweren sich auch um des Beschwerens willen. Sie vermögen etwas nicht als gut ansehen, solange sie nicht das Haar in der Suppe gefunden haben, erst danach empfinden sie so etwas wie Befriedigung. Notorische Nörgler können in stressigen Berufen die Arbeit erschweren.

Viele Beschwerdeführenden nützen den Aspekt des schlechten Rufes für einen Betrieb aus, so kaufen sie Kleidung, tragen sie auf der Weihnachtsfeier, einer Hochzeit, im Urlaub, um sie danach unter fadenscheinigen Argumenten wieder umzutauschen oder sich das Geld auszahlen zu lassen. Sie erbitten einen Zimmerwechsel, da der Sonnenuntergang von ihrem Zimmer aus nicht zu sehen sei, wechseln am nächsten Tag unter dem Argument, dies Zimmer verfüge über keinen Balkon zur Südseite, um schließlich tags darauf wieder nach dem ersten Zimmer zu verlangen, da auf der Südseite die Sonne zu heiß und bis spät in der Nacht die Hitze im Zimmer aufgestaut wäre. Sie bestellen ein Mittagsmenü und lassen es beim Servieren zurückgeben mit dem Argument, es sei nur lauwarm oder fettig, um im gleichen Atemzug eine neue Bestellung aufzugeben, die kurz zuvor an den Nachbartisch serviert wurde.

Eine Beschwerde vorbringen, bedeutet in der Regel, jemand hat etwas auf dem Herzen, belastet ihn, weil unter seinen Gesichtspunkten irgendein Aspekt nicht so aussieht, funktioniert, gehandhabt werden kann, nicht die Entspannung, Freude bringt, die erhofft, gewünscht ist. Dies anzusprechen und auf Berichtigung, Ersatz hinzuweisen, ist natürlich richtig. Nicht hinnehmbar allerdings ist, sich durch eine Beschwerde bewußt mehr Vorteile zu ergattern.

Ein Nebeneffekt, der sich durch ungerechtfertigte Beschwerden einschleicht, ist nicht nur die Mehrbelastung für das Personal, sondern daß die Mehrkosten auf alle anderen Kunden übertragen werden.

Falls es Ihnen einmal daran mangelt, ihre Lachmuskeln über längere Zeit nicht trainiert zu haben, googlen sie einfach mal nach den skurrilsten, frechsten, verrücktesten Beschwerden, Sie werden garantiert fündig und vergessen dabei eventuell, über was Sie sich gerade beschweren wollten.

Doris Mock-Kamm

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Kosmos: Schöpfungsplan folgt eigener Gesetzmäßigkeit

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Kollektives Bewußtsein leidgeprüft menschlichem Fehlverhalten ausgesetzt

Alles Sein findet Wege der Entfaltung, nimmt stets Kontakt auf mit der Außenwelt, die es umgibt. Mit all seinen Möglichkeiten, die ihm in die Wiege gelegt wurden, weil der Schöpfungsplan paßgenau nach dessen Vorsehung sich ständig weiterentwickelt, eigener Gesetzmäßigkeit folgt.

Ewiglich mögen Gedanken in verschiedene Richtungen kreisen, nach Lösungen suchen, obwohl längst sich bewußt, daß kurz darauf neue Probleme auftauchen. Fragen erzeugen stets Gegenfragen, die wiederum ins nächste Staunen gelangen, aber gleichwohl in menschenerzeugte Katastrophen neben den Naturgewalten, den Gesetzen gehorchend stattfinden müssen.

Daher dümpeln wir Menschen vor uns hin, meinen, wir könnten den Arm gen Kosmos strecken, wenngleich irdische Probleme offenbaren, wie unbedarft und grenzenlos gierig wir dem Habitus verpflichtend uns nötigen, Mutter Erde empfindlich zu stören. Geist erzwingt neue Ideen, die erschaffen werden wollen, um jeden Preis sich Möglichkeiten der Entfaltung ersinnen, rücksichtslos, inzwischen gottähnlich selbst leidgeprüfte Entwicklungserkenntnisse ignorieren.

Die Charakteristik des gesellschaftlichen Zusammenhalts rückte nicht zwangsläufig in den Fokus ernsthafter Zielsetzungen, sondern viel eher das sich Ausklammern eigener Vorteile bedacht, sich das zu nehmen, was man sich einredete, sogar gesetzlich ausformulierte, rechtens zu sein. Deshalb begann die alte Sehnsucht nach einem Urvertrauen schnell zu erlischen beim frühen Homo sapiens, das verlorene Paradies stets ein zum Greifen nahes Bild widerspiegelt, dennoch unerreichbar bleibt angesichts zu vieler Widrigkeiten.

„Stets positiv Denken“, eine gutgemeinte Formulierung, um Gedanken an das Geschehene, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Zukunftsszenarien im Visier einer geblendeten Menschheit? Sie mögen sehr nahe sein, gar nicht mal in weite Ferne gerückt, und doch beschleicht den Skeptiker das Gefühl: Wo bleibt die Aufarbeitung alten Fehlverhaltens, um auszuschließen, daß wir nicht dieselben Probleme herbeiführen, so als ob wir nichts gelernt? Kollektives Bewußtsein selbst den letzten in der Gruppe erreichen muß, damit neue Schritte sich zielsicher etablieren?

Ein ständiger Fluß, ein kosmisches Urgesetz, nicht im wörtlichen Sinne, sondern im gedanklichen, der damit die feinen Übergänge meint. Selbst einstudiertes Wissen kann nur dann sich entfalten, wenn die Umstände in der Praxis sich bewähren, wobei Zeit eine relative Konstante darstellt. Mit ein Hauptgrund, wieso die Schulsysteme allesamt scheitern! Was nützen die sogenannten Schulversager, die Aussortierten, die oftmals später Ungelernten? Lange der Industrie dienlich, erschaffen in einer neuen Welt Roboter und die Automation deren Arbeit, so daß sie in wirtschaftsplutokratischen Systemen unnötig werden.

Mensch hat es in der Hand, am Scheideweg geballt sich formierende Konflikte eskalieren zu lassen in schreckliche Kriege, eine Fortsetzung der Ressourcen-Zerstörungsgewalt oder aber die tief in uns sitzende Illusion einzufordern, das verlorene Paradies eben nicht aufzugeben. Selbst wenn der grausame Schritt stattfinden wird – und es schaut ganz real danach aus – verbleiben höchstwahrscheinlich einige übrig, die den Gedanken in sich bewahren, um nie wieder die Schöpfung anzuzweifeln. Und falls nicht, der Kosmos hat ohnehin unendlich viele Antworten parat.

Lotar Martin Kamm

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