Satirischer Rückblick…
Was wird denn da erneut gehetzt? Ob seitens deutlich erkennbarer Despoten, die längst bekannten Vorboten einer vorausgesagten Zeit, die stets bereit, ihren Haß giftspritzend auszuschütten? Entfleucht von Mutters Riesentitten, die Welt in ihren Bann zu ziehen, heißt’s für etliche, möglichst schnell fliehen.
Denn wer jenen Treue schwur, mag plötzlich dennoch allein sein auf weiter Flur. Es lautet zwar meist, ohne Fleiß kein Preis, nur wer bezahlt am Ende jener gewagten Reis’, steht auf dem Abstellgleis? Machen wir uns nichts vor: Phantasie sucht stets Wege, Grenzen zu durchbrechen. Müssen dafür Denker und Künstler später die Zeche mit ihrem Leben blechen?
Schauen wir doch gen Südsosten zur Türkei. Dort ist’s mit der Freiheit längst vorbei, weil Erdoğans Gewitterwolken nicht abziehen wollen. Wer nicht ins gleiche Horn wie dieser Pascha bläst, kann sich kaummehr davontrollen, da man ihn nicht mehr gehen läßt. Das verhält sich wie beim Lauschen, mit dem Ertappten möchte wohl niemand tauschen.
Trugschluß oder unabdingbare Redensart sich um den Spruch, Schuster bleib bei deinen Leisten, schart? Wer weiß dies schon so genau. Mit Blick zum Wohnungsmarkt wird sehr schnell klar: Die Mietpreisbremse erweist sich als einziger Flop. Doch wer macht sich hinterher rar, formuliert ganz salopp, behauptet gar, dies sei alles top? Unsere ach so tolle Politik, die findet alles sehr schick. Kein Wunder manch einer die Fahrt ins Blaue dem Meer entgegen wagt, bevor er gänzlich an all jenem Betruge verzagt.
Menschsein dermaßen auf die Probe gestellt? Auch wenn es kaum jemand gefällt, so offenbart sich die von uns gestaltete Welt. Und während die NATO in Polen Russland entgegenschlängelt, kein westlicher Politiker sich nach vorne drängelt, um jene Aggressoren zu stoppen. Was in solchen Köpfen sich wagt, bei denen nur der Russen-Haß nagt? Stellt sie auf eine Wiese zum gegenseitigen sich Kloppen. Das wäre schon eine viel bessere Option.
Wenn trügerische Kindheitsträume in dieser Realität zerplatzen, wer mag dann noch Glauben schenken all jenen Fratzen, die uns tagtäglich belügen und betrügen? Obwohl der Kosmos scheinbar eine Ordnung innehat, der Mensch dem Chaos entgegenstrebt, seine Schwächen dürftig auslebt, sich gar fragt: Was hab ich verkehrt gemacht? Wird dann trotzdem gelacht bei der letzten Schlacht?
Einerlei – jetzt sei das Fußballfieber ein selbstherrliches Konterfei, fühlen sich entfesselte Ängste wieder frei, um den EM-Spielen zu frönen. Ein humanes Versöhnen trotz Terrorgefahren? Wir wissen’s später genauer, nach Jahren sind vielleicht einige schlauer.
Lotar Martin Kamm






