Es geschah vor 40 Jahren (07. bis 13. Juni 1976)

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Wußten Sie was in diesem Zeitraum?

makadomo TV begrüßt Sie recht herzlich zur 15. Sendung „Es geschah vor 40 Jahren“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Für all jene, die Interesse haben, was da im Hintergrund geschieht, bis solch eine Sendung aufgenommen, ein paar Infos zur Technik und Ausstattung:

Die Kulisse stammt noch aus meinen beruflichen Zeiten im Schloßtheater Neuwied, bestehend aus zwei Wänden, zwei Portalwänden und einem Sturz mit dahinter gespanntem Stoff, per Klettverschluß befestigt.

Ausgeleuchtet mit zwei alten Scheinwerfern, zum einen einem „Mettmann – 1.000 Watt“, zum anderen einem „Stand Lighting – 650 Watt“, aufgenommen mit einer Samsung Video-Kamera.

Ständig wechselnde Bilder (Skulpturen) von uns an linker, großer Wand.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr eine Aneinanderreihung von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm und Lotar Martin Kamm

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Realität: Wenn trügerische Kindheitsträume zerplatzen

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Kein Ideal holt die Sterne vom Himmel

Begreifen Kinder die Welt, in der einzig und allein wohl zählt das Geld? Eine viel zu fokussierte Übertreibung dessen, was Leben auszumachen vermag? Erstreben nicht die meisten Menschen Geborgenheit in heimeliger Umgebung, um sorglos lustwandelnd ihre Interessen auszuleben? Was sie allerdings nur mit Unterstützung, also doch entsprechendem Kapital verwirklichen vermögen.

Zerplatzen trügeische Kindheitsträume an der Realität? Kein Ideal möglich, die Sterne vom Himmel zu holen, wenn spätestens nach der Schulzeit im Berufsleben Erwachsene Grenzen setzend herbeigesehnte Freiheitsgedanken durchkreuzen?

Saint-Exupérys kleiner Prinz in uns möchte die Welt umarmen

Wer kennt sie nicht, Antoine de Saint-Exupérys märchenhafte Erzählung vom kleinen Prinzen, die ganze Generationen seitdem beflügelte, den Blick aufs Weltgeschehen ein wenig kritischer und durchdachter zu betrachten. Vor allem möchten Kinder unbedarft ihr Dasein ausleben, die Welt am liebsten umarmen, wenn sie denn überhaupt die Möglichkeit dazu erhalten.

Betrachten wir nur Kinderarbeit, grenzenlose Armut, Verwahrlosung oder gar Kindersoldaten, die gehorsamst einem auferlegten Befehl gehorchend wie fertige Soldaten funktionieren. Ein Wolfgang Borchert würde sich die Finger wundschreiben, um solche Mißstände anzuprangern.

Mutter Erde selbst ist keineswegs grausam, sondern lediglich diese Menschen, deren Expansion eine Schneise der Verwüstung nach sich zieht, immer dort, wo eine bestimmte Klientel ihre Vorstellungen erwünscht, deren Handlanger jene umzusetzen haben, völlig egal zu welchem Preis. Da stören Kindheitswünsche, die Reinheit einer Seele, für die Gerechtigkeit ein Akt der Nächstenliebe, falls solche Kinder nicht selbst bereits zur Gewalt gedrängt wurden. Wenn der Fuchs im „Kleinen Prinzen“ diesem sagt, man sehe nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche sei für die Augen unsichtbar, dann unterstreicht Antoine de Saint-Exupéry eindrucksvoll die Leichtigkeit eines selbstverständlichen Seins, welches in Sieger-Gesellschaften keinen Platz mehr haben darf.

Befreiung aus dem Korsett gesetzter Grenzen

Erst wenn wir keine Eremiten sind, die sich sehr speziell dem gesellschaftlichen Dasein entziehen, bestimmt das nähere Umfeld den Verlauf des Lebens, obgleich die Entscheidung ganz bei uns liegt, wo wir uns niederlassen. Ist das wirklich so? In der Regel halten viele fest an ihren Wurzeln, dem Elternhaus, den Familienstrukturen sowie dem Freundeskreis.

Daher ein einfaches Verlassen ungeahnte Fragen aufwirft, wie damit zurechtzukommen jemand vermag. Aus dem Korsett gesetzter Grenzen, die das Leben begleiten, befreit sich derjenige am ehesten, der unerschütterlich seinen selbst gesetzten Idealen folgt, nach einem langen Lernprozeß anerzogene Fesseln abstreift. Viele scheitern kläglich, doch einige beginnen einen Neustart in zunächst unvertrautem Umfeld.

Im günstigeren Fall wagt man nicht den allzu überstürzten Weg, die kleinen Schritte der Befreiung erleichtern wesentlich sicherer solch einschneidende Entscheidungen. Ein verständnisvolles Umfeld wird dem zustimmen, wobei sich dennoch die Spreu vom Weizen trennt, manch vertrauter Freund oder Verwandter sich als Mißgünstling entpuppt. Um so besser, wenn das anschließend geklärt.

Sind etwa Kindheitsträume verklärte Illusionen, die sich nicht verwirklichen lassen? Schaffen manche es, bis hinein ins Erwachsenendasein sie zu transportieren mit derselben Wehmut, diesem Elan, der sehr ansteckend nach außen wirkt, dann besteht die große Hoffnung, sie gutdurchdacht zu verwirklichen. Arbeiten wir alle daran, kehren in uns, entdecken, was da noch übrig blieb aus jungen Tagen und wagen das Unmögliche, erst recht zum Trotz in dieser Welt zerstörerischer Vorgaben und Umstände, die es zu umschiffen gilt.

Nimm die Zeit gelassener hin, ohne Streß, Hektik und zu hohe Ansprüche an dich und andere, und du wirst mit deiner Ausstrahlung ein Zeichen setzen, daß nicht nur in der Ruhe die Kraft liegt, sondern besonders deine Zuversicht, welche anderen Mut machen kann.

Lotar Martin Kamm

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Menschsein

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Ich empfinde, aufgrund
meiner erlebten Gefühle.

Ich liebe, aufgrund
meiner erfahrenen Zuneigung.

Ich weiß, aufgrund
meiner erlernten Kenntnisse.

Ich glaube, aufgrund
meiner ungeklärten Fragen.

Ich lächle, aufgrund
meines unerwarteten Glücks.

Ich weine, aufgrund
meiner ungeheilten Schmerzen.

Ich träume, aufgrund
meiner erhofften Wünsche.

Ich trauere, aufgrund
meiner verlorenen Hoffnungen.

Ich erlebe dies, aufgrund
meines Menschseins.

Und nicht aufgrund von
Jugend, Alter,
sozialer Herkunft,
Zugehörigkeit zu einer
Nation.

Nafia

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Anakonda 2016: NATO schlängelt in Polen Russland entgegen

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Neuer Kalter Krieg eine gefährliche Eskalationsoption

Als ob ausgerechnet Polen nicht schon genügend Leid erfahren hätte, wer mal die historischen Abläufe betrachtet, spielt die neue Führung unter der rechtspopulistischen Führung der PiS (Recht und Gerechtigkeit) mit dem Feuer, reizt vollkommen unnötig Russland. Mit dem nunmehr begonnenen größten Militärmanöver seit 1989 namens „Anakonda“ schlängelt die NATO in Polen Russland entgegen, ein neuer Kalter Krieg offenbart eine gefährliche Eskalationsoption.

Mal ganz abgesehen von weltweiten Spannungen, die allesamt keineswegs zufällig stattfinden, wird der kritische Beobachter das Gefühl nicht los, daß allen voran jene USA möglichst provozierend auftreten, jedes noch so kleine Mittel beherzt aufgreifen, um ihre aggressive, hegemoniale Politik durchzusetzen, explizit per militärische Drohgebärden bis hin zu tatsächlichen Kriegseinsätzen. Muß die in die Ecke gedrängte Russische Föderation nicht zwangsläufig reagieren, weil die USA ihr keine andere Wahl lassen?

Nach Napoleon und Hitler folgen bald schon Clinton oder Trump?

Am Ende der US-amerikanischen Vorwahl angelangt, entscheiden entweder Hillary Clinton oder Donald Trump das Rennen, wer nun 45. Präsident der USA anfang November werden wird. Bis dahin sortieren die Strategen im Weißen Haus ihre Taktiken, schüren das Feindbild Russland mit allen Mitteln, der/die neue Präsident(in) hat keine andere Wahl, als sich der Macht der Militärs und Rüstungsindustrie zu beugen.

Was Napoleon und Hitler vergeblich versuchten, soll dann die neue US-Führung wiederholen, Russland anzugreifen? Welch wahnsinnige Ideen in den Köpfen solcher Machtmenschen. Da hilft auch nicht die alte, erneut aus der Mottenkiste hervorgekramte Strategie des vergangenen Jahrhunderts, die die NATO-Führung auf ihre Fahnen schreibt: Abschreckung und Verteidigung. Das inpliziert einen möglichen Angriff seitens Russlands, der komplett fern jedweder Realität. Man mag Putin einiges unangebrachtes unterstellen, aber exakt das Gegenteil ist Fall: Die USA wollen in Wirklichkeit die Konfrontation, welche mittels Ukraine- und Syrienkrieg bisher nicht glückte.

Polens Waffenrausch und Steinmeiers Rolle – wenig Hoffnung auf Entspannung

In Polen greift ein ungebremster Patriotismus um sich, verbünden sich gar Gegner im Waffenrausch als Vorbild für Europa. Welch frapantes Signal in die falsche Richtung zum Ereignis des bevorstehenden NATO-Gipfels am 8. und 9. Juli kurz vor dem Fußball-EM-Finale, wenn deren Fans gen Frankreich glotzen, ob mit oder ohne dem Fußballweltmeister im Endspiel.

Dabei wünscht sich der Russland-Experte Alexander Rahr ausgerechnet Frank-Walter Steinmeier herbei, der doch sehr entscheidend den Maidan-Putsch befürwortete, vehement Putin Aggressionen unterstellt hatte? So kurzsichtig die Erinnerung, wenn zweckdienlich nach jedem Strohhalm gegriffen wird? Es verbleibt wohl wenig Hoffnung auf Entspannung, einen Dialog mag es im günstigsten Fall zwischen der russischen Führung und der NATO und deren Verbündeten geben, aber ob dann friedliche Ergebnisse folgen, darf angezweifelt werden.

Lotar Martin Kamm

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Eine Fahrt ins Blaue dem Meer entgegen (Teil 2)

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Träume sind Schäume mit jähem Ende

Autobahnfahren hat sowas eintönig wiederkehrendes, zumal Leitplanken, vorrüberhuschende Fahrbahnmarkierungen das Auge in Trance versetzen können, lediglich wachgehalten von großer Aufmerksamkeit, technikbeherrschend einer hohen Geschwindigkeit ausgesetzt. Steven, um auch mal den Namen des Journalisten zu nennen, saß gedankenversunken in seinem Sportwagen, nur sehr wenige nötigten ihn, mal kurz auf die Mittelspur auszuweichen, 260 km/h wollten erst mal überboten sein.

Schön, daß Kraftwerk selbst bei geringerer Geschwindigkeit ihren revolutionären Song in damaligen Zeiten komponierten, dachte Steven gerade, als eine kesse Rothaarige mit ganz vielen Sommersprossen im Gesicht, wie er für einen Moment registrierte, ihn überholte, nachdem kurz zuvor die aufgeblendete Lichthupe unmißverständlich ihn veranlaßte, elegant nach rechts auszuweichen. Freche Göre, schoß ihm mit einem Lächeln auf dem Gesicht durch den Kopf.

Die nächste Ausfahrt war ohnehin nicht fern, schon setzte er den Blinker und fuhr ab, folgte der Beschilderung gen Meer. Der Atlantische Ozean hat eine ganz eigene, unverwechselbare Seele, denn Meer ist längst nicht gleich Meer. Das Mittelmeer hingegen gleicht eher einem größeren See, ganz ähnlich wie der Vergleich zwischen Bodensee und Chiemsee oder Nord- und Ostsee. Hier in der Bretagne, dem wohl westlichsten Zipfel des europäischen Festlandes, spürte man das Aufbäumen bei Flut, die ganze Wucht, die aus der Neuen Welt Amerikas die alte heimsuchte, erst recht bei politischen Hintergedanken, die der Mittvierziger allerdings schnell beiseite schob.

Die Rothaarige ging ihm nicht mehr aus dem Kopf, wohl ganz typisch für die Midlife-Crisis, so sinierte Steven, als lautes Hupen ihn zurückholte in die rauhe Wirklichkeit. Die Kreuzung war doch komplett frei, für lange Momente war er zu lang gestanden, beschleunigte und las noch rechtzeitig den Wegweiser zum Strand, à la plage 1,5km.

Dieses Blau, die salzige Luft, das Gekreische der Möwen, die heranschäumenden Wellen, die weit ausliefen am Strand, hie und da an zusammengewürfelten Steinfelsen lautstark brachen, aufgeregte Menschenstimmen etwas abseits, zwei bellende Hunde, wobei einer ständig vergeblich ins Wasser biß, der andere aufgeregt scharrend ebenso eine Sandburg bauen wollte wie manch Kinder hier. Steven beobachtete das emsige Treiben an jener malerischen Kulisse, die sich ihm bot, als er plötzlich die Rothaarige in der Sonne liegen sah, auf gelber, riesiger Decke.

Lässig schlenderte der Mitt-Vierzigjährige auf die rothaarige Sommersprossen-Versuchung zu, geballte Männerkraft überraschte andere am Strand, die wohlwollend hinschauten. Im letzten Moment aber endete unverhofft das vermeintliche Rendezvous. Eine hübsche rassig Schwarzhaarige stürmte salzwassernaß zur Liegenden, küßte diese auf den Nacken, die Lippen der beiden jungen Frauen fanden sich in trauter Gewohnheit, für Steven Grund genug, sich in die Fluten des Atlantiks zu stürzen, manch Badegast grinste.

Lotar Martin Kamm

Eine Fahrt ins Blaue dem Meer entgegen (Teil 1)

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Schuster bleib bei deinen Leisten

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Trugschluß oder unabdingbare Redensart?

Schuster bleib bei deinen Leisten. Entweder wird diese Redensart als einfache Aussage oder als Ausspruch, Ausruf verwendet. Die Bedeutung bezieht sich nicht nur auf den handwerklichen Bereich des Schusters, sondern verdeutlicht unter anderem, jemand soll sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern, nicht über Dinge zu sprechen, die die Person eigentlich nichts angeht, bleibe bei dem dir vorgegebenen Weg, auch in Bezug auf deine Ausbildung, Beruf.

Es wird behauptet, daß diese Redensart schon seit hunderten von Jahren bekannt und angewandt wird. Anscheinend ist die Redensart auf den Maler Apelles, der zur Zeit Alexander des Großen in Rom gewirkt hat, zurückzuführen, der, nachdem ein Schuster ein Bild von ihm kritisierte, geantwortet haben soll: „Was über dem Schuh ist, muß der Schuster nicht beurteilen“, so jedenfalls schildert es der römische Schriftsteller Plinius.

Für einige Menschen mag sich ihr beruflicher Lebensweg schon sehr früh abzeichnen und sie wissen schon Anfang der Pubertät, durch ihre Berufswahl, mit welchen Talenten sie ausgestattet sind, um in ihrem gewählten Ausbildungsplatz bis ins Alter glücklich zu sein. Die meisten Menschen aber brauchen mehrere Anläufe, um die Tätigkeit zu finden, mit der sie nicht nur ihren Lebensunterhalt finanzieren, sondern sich auch identifizieren. Ausbildungs-, Schul- und Studienabbrüche sind in den Lebensläufen zu finden, nicht immer werden sie ehrlich angegeben, denn die Gesellschaft sieht in den Abbrüchen immer gerne noch ein Versagen des Menschen.

Anderseits wurde, wird gerade das Austesten verschiedener Berufswege als das Nonplusultra angepriesen, gleichzeitig aber war, ist diese Angabe im Lebenslauf oft der Grund, warum ein Bewerber abgelehnt wird. Wie denn nun?

Die Entwicklung eines Menschen kann, wird trotzdem gerne versucht, nicht in Tabellen genauestens angegeben werden. Zu unterschiedlich sind die Prioritäten, die Menschen brauchen, um sich zu entwickeln. So kann es ohne weiteres sein, daß ein Kind erst mit zweieinhalb Jahren zu laufen beginnt, aber sich bereits sprachlich sehr gut ausdrücken kann. Selbst Zwillingsgeschwister beginnen nicht unbedingt gleichzeitig, sondern oftmals durch Tage oder Wochen verschoben ihre ersten Schritte.

Die Aussage, Schuster bleib bei deinen Leisten, ist insofern nicht aussagekräftig, wenn es um berufliche Entwicklung geht, auch Einwände, die von jemanden geäußert werden, der nicht unbedingt von einem Fachgebiet Kenntnis hat, können zweifelsohne ihre Richtigkeit haben. Allerdings beim Einmischen in persönliche Angelegenheiten, Zwistigkeiten unter Freunden, sollte der sich Äußernde die Fähigkeit besitzen, nicht eine einseitige Betrachtungsweise in die Auseinandersetzung fließen lassen, sondern genügend Menschenverstand das Entstehen des Konfliktes zu betrachten und zwar aus beiderseitigem Standpunkt. Denn hier liegen meist zurückliegende Unstimmigkeiten vor.

Schuster bleib bei deinen Leisten zählt übrigens oftmals nicht in den „höher gestellten“ Positionen. In den USA konnte ein Schauspieler Präsident werden, politische Ämter und Vorstandsposten können auch von Menschen besetzt werden, die aus völlig anderen Sparten und deren berufliche Kenntnisse überhaupt nichts mit diesen Stellungen zu tun haben.

Bei „normalen“ Arbeitern und Angestellten wird dies allerdings verneint, es wird ihnen abgesprochen, daß sie die Fähigkeit besitzen, in bis dahin völlig berufsfremde Sparten ihren „Meister“ zu stehen. Ganz fatal trifft es die Älteren, bei ihnen kommt die Redensart, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr, hinzu. Auch wenn eine Arbeitsministerin vor ein paar Jahren großspurig angekündigt hat, Menschen, die auf Grund ihrer körperlichen Tätigkeiten ihren alten Beruf nicht mehr ausüben können, könnten ohne weiteres in den kaufmännischen Bereichen neue Jobs bekommen. Nur wurde übersehen, daß der kaufmännische Bereich, bedingt durch vielerlei Umstände, überhaupt nicht mehr die Kapazität hatte, diese Menschen „unterzubringen“.

Schuster bleib bei deinen Leisten, trifft wohl dann am besten zu, wenn der Mensch sich selbst treu bleibt, unabhängig vom beruflichen, sozialen, wirtschaftlichen Stand und sich nicht aus Gründen der Vorteilsnahme, Beziehungen in seiner Persönlichkeit beeinflussen läßt.

Doris Mock-Kamm

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Wohnungsmarkt: Mietpreisbremse ein einziger Flop

denk klein

Spekulation und Wohnungsnot – welch dramatische Entwicklung

Arno von RosenDie Mietpreisbremse sollte alle erhitzten Gemüter beruhigen. Verbände rannten gegen die steigenden Mieten in den Großstädten an, und die große rot-grüne Koalition nahm sich des Themas wahlwirksam an. Und so wurde der große Wurf beschlossen. Der Mietzins sollte bei bereits bestehenden Mietverträgen nur noch kalkulierbar steigen und für Neuvermietungen zumindest bei der Vermittlung durch einen Makler das Auftragsprinzip gelten, also das derjenige die Provision an den Makler bezahlt, der ihn beauftragt.

Das waren bisher meistens die Vermieter, die sich die Arbeit gerne abnehmen ließen, Wohnungs- oder Hausbesichtigungen zu machen, dem zukünftigen Mieter unangenehme Fragen zu stellen wie etwa, wo und wie lange arbeiten Sie schon? Was verdienen Sie, haben sie Bälger und einen Köter, äh, ich meine liebreizende Kinderchen und den treuesten Freund des Menschen, und dergleichen mehr?

Was ein Vermieter will, sind pensionierte Beamte, die ihre Hose mit der Pinzette zumachen, weiße Socken tragen und zweimal im Jahr in den deutschen Urlaub fahren. Mieter sollten weder Tiere noch Kinder haben, nicht alleinstehend sein (wer will schon dauernd Besuch im Haus, außer neugierige Nachbarn vielleicht), natürlich müssen sie reinlich sein, ohne sich über den Zustand des Hauses zu mokieren, nie die Kürzung der Miete androhen, Reparaturen stets selbst ausführen, ein Fachbetrieb wäre schön und ganz wichtig, am 1. des Monats ist die Miete auf dem Konto des Vermieters.

Mieter sind da naturgemäß flexibler, denn Kinder und Tiere sind kein Problem. Vom geliebten Hund über eine Katze mit Diva-Allüren bis hin zu schmeichelnden Reptilien mit einer Länge von 5 Metern ist alles cool. Instandhaltung ist Sache des gierigen Hausbesitzers. Wenn Dreck neben den Mülltonen liegt, waren es sowieso die Nachbarn, und der Schimmel kommt immer von Kältebrücken, schließlich sind die Fenster so marode, dass ein Öffnen nicht mehr nötig, weil es sowieso zieht wie Hechtsuppe. Deshalb sind die Nebenkosten auch so gigantisch und werden mit 50 Ocken im Monat abgestottert, jedenfalls so lange man da überhaupt noch wohnt, in dem überteuerten Drecksloch. Und wer hat jetzt gewonnen bei dem neuen Gesetz?

Ähm, ich will ja kein Spielverderber sein, aber es hat sich eigentlich nix geändert, denn es gibt nur eine kleine Gruppe von Mietern, die von der komplizierten Regelung profitieren können. Die wohnen schon lange in der Wohnung, und der Vermieter hat dauernd vergessen, die Miete zu erhöhen. Es würde mich jetzt wundern, wenn ausgerechnet Sie zu dieser Gruppe gehören würden, denn die Wahrheit ist, dass der überwiegende Wohnraum nicht nur regelmäßig neu vermietet wird, sondern auch von Wohnungsgesellschaften verwaltet und vermarktet wird.

Mietzinsentwicklung

Dazu kommt, dass das Gesetz nicht bei Neubauten oder Luxussanierungen gilt. Was ist denn mit der Maklercourtage? Erst lief die Branche Sturm, und Szenarien von mittellosen Maklern machte die TV-Welt unsicher, aber schließlich fand man genug Tricks und Kniffe, um den zukünftigen Mieter doch wieder zu Kasse zu bitten, und das gilt nirgendwo mehr als in den Großstädten.

Wie kam es zu der Mietmisere in den Metropolen? Nun, als die Aktienmärkte abrutschten, die Immobilienblase weltweit platzte und die …, was? Wieso dann wieder die Immobilien so teuer sind, obwohl die Banken gerade damit auf die Schnauze gefallen sind? (Na gut, nicht nur damit, sondern auch, weil man mit miesen Papieren auf dem Aktienmarkt „Reise nach Jerusalem“ gespielt hat und die letzten und kleinen Banken wurden zum Schluss in den Allerwertesten gekniffen). Also, die Länder retteten die Banken, gerne mit Steuergeld, weil es davon so viel gibt (Ironiebutton bitte anschalten), und nachdem die Großaktionäre/Milliardäre wieder ihr sauer verdientes Geld in den langen schön gefeilten Händen hatten, gab es weder lukrative öffentliche Anleihen (Staatsschulden), Edelmetallkurse mit Zukunft, Aktienpapiere, denen man trauen konnte und …, aber das würde jetzt für das eine blöde Gesetz zu weit führen.

Also Menschen mit Geld entdeckten für sich das Betongold, und weil ja ein Grieche, Spanier, Italiener, Engländer, Deutscher, Schweizer…, äh auch hier beenden wir die Liste, sich nicht mit den guten Immobilienorten auskennt, kauft er einfach in Großstädten wie London, Paris, Berlin, München (ist für einen Bayer natürlich eine Metropole) usw. alles auf, was bei Drei nicht auf dem Baum war, und schwups stiegen die Preise ins unermesslich Absurde.

Ja, Sie sind ein Cleverle, denn damit haben wir natürlich die nächste Immobilienblase, die wieder zwangsläufig platzen wird, denn die Drei-Zimmer-80 m²-Wohnung in München Schwabing ist natürlich keine 650.000 Euro wert, vor allem, wenn die gleiche Bude in Meck-Pomm gerade mal schlappe 40.000 Schleifen kostet, nur mit dem Unterschied, dass dorthin kein Geldfürst seine Penunzen verschiebt. Und weil nun mal Geld die Welt regiert, vergessen Sie am besten das Gesetz und legen sich ihr Erspartes unter die Matratze, denn um ein Haus zu kaufen, dürfen Sie maximal drei Jahresgehälter ausgeben, alles darüber verschwendet ihr Geld, selbst wenn die Europäische Zentralbank den Zins auf minus 2% senken sollte (ist machbar, aber wäre Idiotie), können Sie sich keine eigenen vier Wände leisten.

Daher pendeln wir, sind nett zum Vermieter, zahlen unsere Miete pünktlich und heben den Müll neben der Tonne auf, selbst wenn er nicht von uns ist. Außer, ja, außer Sie wohnen in Wien, denn dort bezahlt die Stadt den normalen Menschen mit normalen Jobs den Anteil der Miete, den sie sich nicht leisten können, damit genau diese Menschen nicht wie Lohnsklaven täglich zwei Stunden pendeln müssen, um sich dann noch als Rabeneltern beschimpfen zu lassen.

Und so schließe ich den heutigen Artikel, der von einem Gesetz handelt, welches heiße Luft um die Ecke schiebt, mit einem Satz von Karl Valentin:

„Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.“

Ach ja, Ironiebutton wieder aus…

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