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Im Taumel wirtschaftspolitischer Dekadenz
Im Jahre Drei des neuen G7-Gipfels, folglich ohne die Anwesenheit Russlands, der heute auf der japanischen Halbinsel Ise-Shima zu Ende ging, formulierten die Teilnehmer nach ihrer netten „Plauderrunde“ in der Abschlußkundgebung all jene Vorhaben, die ohnehin längst im Vorfeld angedacht waren, drohten Russland mit der Fortsetzung der Sanktionen.
Einen Brexit verhindern, die hausgemachte Flüchtlingskrise organisieren, den Kampf gegen den Terror ausweiten, schnelle Umsetzung des Klimaabkommens aus Sorge vor Trump, Vermeidung eines Pazifik-Krieges, das Wirtschaftswachstum ankurbeln, vor allem per eiligst beschlossenem TTIP, so in der Abschlußerklärung verfaßt. Wie sie im Taumel wirtschaftspolitischer Dekadenz real umgesetzt wird, zeigt die nahe Zukunft. Und die schaut gar nicht rosig aus angesichts der Abwesenheit Russlands, folglich dem Festhalten am Klammergriff der US-Werte.
Keine Lösung möglich ohne Russland
Mittels Maidan-Putsch und angeblicher Krim-Annexion mal eben den Schleier eines beendet geglaubten Kalten Krieges erneut lüften, scheinen die einzigen zielgerichteten Mittel US-amerikanischer Außenpolitik zu sein, um das Feindbild Russland erneut aufflammen zu lassen, den eigenen hegemonialen Weg zu rechtfertigen. Wer tatsächlich glaubte, die Welt wäre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs friedlicher, wird eines Besseren belehrt.
Weltwirtschaftsbeschlüsse ohne die BRICS-Staaten deuten erst recht auf gezielte Konfrontation hin, obendrein schrecken diese USA nicht davor zurück, wie man in Brasilien anschaulich erleben durfte, Einfluß zu nehmen. Dilma ging, mit Michel Temer kommt ein Verbündeter der USA? Russland zu isolieren, das kann nicht gutgehen, erst recht nicht für Europa selbst, zumal die dortige Truppenverstärkung seitens der NATO unter der US-Knute die Kriegsgefahr erheblich erhöht.
Hiroshima-Besuch Obamas gezieltes Kalkül?
Oder der Versuch einer Wiedergutmachung am Ende eigener Amtszeit, um den vorschnell erhaltenen Friedensnobelpreis ein wenig zu rechtfertigen? Nun reist heute Obama als erster Präsident an den Ort des Geschehens, der den Atem der Welt stocken ließ, weil jene USA sich vor knapp 71 Jahren erdreisteten, als erste und einzigste Nation Atombomben auf Menschen zu werfen.
Hervorgehoben die japanische Expansion ihres Asien-Krieges, den Japan in seiner Opferrolle nicht aufarbeitete, andererseits eine Rechtfertigungserklärung der USA für den Abwurf und Bemühungen zu Atomwaffenabrüstungsbestrebungen? Welch fadenscheinige Rückschlüsse, bedenken wir die eigentlichen Ziele per Russlands Ausgrenzung und entsprechend gezielter Aggitation seitens dieser USA. Friedensbemühungen schauen anders aus.
Lotar Martin Kamm





