Anonymous: Vom Kollektiv zum Trittbrettfahrer in Facebook

flickr.com/ raincoaster/ (CC BY-SA 2.0)

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Rechtspopulisten im Rausche breit angelegter Hetze

Was kritisch genau Hinschauende ohnehin schon lange vermuteten, wird jetzt zur Gewißheit. Die Facebook-Seite „Anonymous (Kollektiv)“ entpuppte sich als eine Fälschung, die im Gegensatz zur echten Anonymous Kolletiv-Netzkultur massiv per verschwörungstheoretischen und vor allem rechtspopulistischen Inhalten in der Social Community auftrat.

Immer mehr Rechtspopulisten im Rausche breit angelegter Hetze fühlen sich angesichts zunehmender Befürwortung in der Bevölkerung selbst aufgerufen, in Aktion zu treten, so wie Deutschlands ehemalig größte Hetzseite gegen Flüchtlinge, von PEGIDA bis hinein in die Parteipolitik per AfD, unterstützt von etlichen Blogs und Seiten im Facebook.

Eine gezielte Diffamierung der Medien als „Lügenpresse“ bietet ihnen genug Räume, um eigene Propaganda-Medien zu installieren, die gerade im Internet verteilt ihre Wirkung nicht verfehlen. Man muß Herrn Maas in vielen Punkten nicht mögen, aber in einem hat er zweifellos recht: Die Zivilgesellschaft ist sehr wohl aufgefordert, Online-Hetze eben nicht zu dulden.

Anonymous – aus Spaßbewegung wurde berechtigt handfeste politische Kritik

Inzwischen gehört die Gesichtsmaske des katholischen Attentäters Guy Fawkes, entlehnt aus dem dyspotischen Polit Comic „V wie Vendetta“, zum Markenzeichen der Netzkultur und Bewegung. Anfangs hervorgegangen aus der englischsprachigen Webseite „4chan“, einem Imageboard, welche der Spiegel noch als Mem-Schleuder titulierte, entschied sich die lose entstehende Netzkultur von Anonymous für den konstruktiven Weg politischer Kritik, die sich im Internet schnell ausbreitete, auch per Hacker-Angriffe und Demonstrationen in Aktion trat.

Kern jener Netzkultur: Sie arbeitet im Kollektiv zusammen ohne jedwede Hierarchie, ist insofern eben keine Organisation im herkömmlichen Sinn, viel eher eine Bewegung. Da sie für jeden Aktivisten frei zugänglich, besteht gleichzeitig die Gefahr, sie kriminell für andere Zwecke zu instrumentalisieren. Kein Wunder, daß der Facebook-Betrug somit Fuß fassen konnte.

Propaganda soweit das Auge reicht

In einer Welt zunehmender Gewalt, Verteilungskämpfen bis hin zu Weltkriegsgefahren fühlen sich besonders extrempolitische Strömungen aufgefordert, ihr menschenverachtendes Gedankengut in die Tat umzusetzen. Durch Europa weht ein wiederaufkommender, rechtpopulistischer Wind, der nichts gutes verheißt. Während auch heute in Österreich sich zeigen wird, in wie weit die Bevölkerung dieser Strömung folgt, lassen jene „Rattenfänger“ gleichwohl im Internet nichts unversucht.

Einerseits ein riesiger Vertrauensverlust hinsichtlich der Medien selbst, andererseits wenigstens noch geistig wertvolle Kritik mittels Kabarett, der Theaterwelt, der Literatur und Musikwelt. In letztere transportieren Ewiggestrige nach wie vor „rechtspopulistisches Gedankengut“, welches auf diese Weise einfacher unsichere Herzen erreichen kann.

Wie sagt Anonymous ebenso gern? „Kowledge is free.” Achten wir tunlichst darauf, jetzt erst recht.

Lotar Martin Kamm

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Ruhelos des Nachts

pixabay.com

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Der Abend gelaufen,
Nacht zu verschnaufen,
hat er so gedacht,
aber es war Mitternacht.

Der Park erhellt durch Lampen,
trotzdem seine Beine schwanken,
als ging er über heißen Sand,
Wellen schlugen an den Strand.

Den Wasserhahn nicht zugedreht,
was läuft denn hier verkehrt?
Am Hafen der Luxusdampfer tönt,
ein Zug durch den Tunnel dröhnt.

Schaffner brüllt: „Wer zugestiegen?“
Fahrkarten ein Loch kriegen.
Stundenlang die Welt berauscht,
vorbei an Klippen getaucht.

Die Flugbahn der Rakete
gleicht dem Schnitt mit der Machete,
die das hohe Gras zerschnitt,
für einen besseren Ausblick.

Wieder das Wasserrauschen,
er wollte längst eine neue Brille kaufen.
Die Uhr, die tickt, der Kuckuck ruft, einmal,
er sitzt auf dem Klo und schläft erstmal.

Nafia

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Die Welt am Abgrund – außer Rand und Band

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Satirischer Rückblick…

Oh, welch Schand! Welch Garant kann ganz galant sie aus morastigem Drecke ziehen? Mensch vermag nicht mehr rechtzeitig fliehen. Sei’s ihm verzieh’n? Mitnichten, Kosmos wird ihn richten, da hilft kein Schlichten im Nachhinein, am Ende steht diese Spezies ganz allein vor eigener Zerstörung, schaut bitter drein vor lauter Empörung.

Zurück in jetzige Gegenwart, die sich noch um uns schart. Ach, mein Schatz, welch Koseform auch immer. Was soll all die Hatz, hilft doch nimmer? Es kommt eh ganz fett, ob verlorene oder gewonnene Wett’. Selbst in Hinblick auf diesjährigen ESC, als Musikshow zwischen Kommerz und Politik, sehr schick heftigst gelobt übern Klee, gilt nur der äußere Schein, kein kreatives Sein.

Ein jeder in dieser Gesellschaft sich selbst der Nächste ist, kaum mehr die Muse wird geküßt, dafür mehr die Fahne gehißt. Wohin führt uns das? Ohne Spaß, direkt erneut in dunkle Zeit, die schon allzu bereitsteht: Seht wie sie geht, weil zuviel Böses gesät!

Kann uns dies eine Lehre sein, viele verfallen dem trickreichen Schein? Wohl eher kaum, man sollte sich nur trau’n auf der Laufbahn des Lebens, sonst wär vieles vergebens. Mit Blick zu menschlichem Genie wird einem Angst und Bang, weil Mensch im Überschwang weiter vertraut der Atomenergie: Ein Fluch für Folgenerationen, der strahlende Balast wird sie nicht schonen!

Anderssein – Individualität im Kontrast zur konformen Gesellschaft bleibt vielen vergönnt. Seht den verlogenen Schein, wie er Ideen hinrafft, Menschheit dem Mommon nachrennt! Kein Entrinnen, weil wie von Sinnen Neid dem Bösen Flügel verleiht.

Simple Dialektik wieder bereit, Krieg zu entfachen. Ja, der Ami macht keine halbe Sachen, zusammen mit vierter Gewalt die Mär vom bösen Russen übern Globus schallt. Menschheit am Scheideweg selbst gestellter Fallen sich entscheiden muß: Überdruß im Überfluß, Demut tut letztlich uns gut?

Oder hat Verwerflichkeit uns am Ende eingeholt? Zu viele Mächte Unkritische verkohlt? Neben all dem Lärmen, der bis in wackere Herzen dröhnt, unlauteres Schwärmen den guten Geist verhöhnt? Eltern und Familien einer Idealisierung ausgesetzt, in der zuletzt wird gezielt gehetzt im Hier und Jetzt.

Und es schließt sich der Kreis, weil ein jeder Nachdenkliche weiß, die Welt am Abgrund steht, wieder aufatmen kann, wenn Mensch von ihr geht. Irgendwann.

Lotar Martin Kamm

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Vater und Mutter einer Idealisierung ausgesetzt

pixabay.com

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Einkehr scheinheiliger Familienidylle fragwürdig

Die Festtage für Mutter und Vater sind vorbei, und der Alltag ist wieder ungebremst eingekehrt. Die Glorifizierung der Mutter als Gebärende, Umsorgende, des Vaters als Ernährer, Vorbild haben nach Muttertag und Vatertag für die nächsten Wochen und Monate eine Ruhephase.

Oder vielleicht doch nicht, denn in den Köpfen vieler schwirrt unablässig eine Idealisierung von der natürlichsten Sache der Welt, des Mutterseins, Vaterseins. Oftmals bis an die Grenzen des nicht oder nie Erreichbaren und zum Leidwesen von Frau und Mann unterlegt mittels veralteter Symbolik der Begriff von Mutter und Vater.

Kann Frau denn nicht Mutter sein ohne eigene Kinder, Mann, Vater sein ohne eigene Kinder? Selbstverständlich. Denn nichts, rein gar nichts, außer einer verlogenen Konvention über Sitte und Brauchtum, hindert sie daran.

Mutter, abgeleitet vom Stammlaut mâ, im Sanskrit mâtṛ, im Lateinischen mater, gilt als eine der ältesten Verwandtschaftsbezeichnungen und bedeutet ausmessen, austeilen, womit die Mutter als Vorsteherin eines Haushaltes und Verteilerin des Bestandes bezeichnet wurde.

Vater, im Sanskrit, pitar, im Lateinischen pater, von Wortstamm pa abgeleitet, für nähren, schützen, hüten, gilt auch hier als die älteste Form der verwandtschaftlichen Beziehung.

Mit keiner Silbe, im wahrsten Sinne des Wortes, ist hierin die Gebärende oder der Zeugende benannt.

In Eltern, steckt alt, die Älteren, hier wird schon in früherer Zeit von, die geboren, gezeugt und aufgezogen haben, gesprochen.

Auch wird in den Begriffen Mutter, Vater keinerlei Bezug zu den oftmals selbstherrlich benützten Attributen, Liebe, Geborgenheit, Selbstaufgabe erwähnt. Und wenn dem so wäre, warum wird alleinerziehenden Müttern und Vätern nicht in dem Maße geholfen, daß sie sich den ehrenden Gefühlen mehr widmen können, als durch Doppelbelastung, Kind und Arbeit das Leben noch schwerer zu machen? Warum sind Alleinerziehende oftmals nicht in den gesellschaftlichen Ablauf integriert? Eher werden sie hämisch beobachtet, ihre „Leistung“ begutachtet, mit Genugtuung gelästert, wenn Probleme in der Erziehung auftauchen, die auch in anderen Familiengemeinschaften vorkommen?

Vätern spricht man oftmals von vornherein ab, ein Kind alleine großziehen zu können. Tiefverwurzelt scheint auch zu sein, daß Stiefmütter, Stiefväter nie die richtige Mutter, den Vater ersetzen können. Wobei völlig außer acht gelassen wird, wie schwierig eine Annäherung für beide Seiten, Kind wie neuer Partner eines Elternteils sein kann.

Natürlich ist es wundervoll, wenn eine Partnerschaft harmonisch mit ihren Kindern erlebt werden kann, für die Partner und die Kinder. Aber liest man nicht hin und wieder in den Biographien von Berühmtheiten oder weniger Berühmten, wie schwierig ihr Leben als Kind aufgrund der Verhältnisse im Elternhaus war? Dabei spielt die finanzielle Grundlage eine absolute Nebenrolle, es sind die zwischenmenschlichen Wertigkeiten, die Menschen formen. Und es sind die als Vorgaben für eine „gute Ehe“ aufgesetzten Moralvorstellungen. Nicht wenige Menschen zerbrechen daran und übertragen ihr vermeintliches Scheitern auf ihre Kinder.

Frauen auf eine Mütterlichkeit zu reduzieren und Männern „Mütterlichkeit“ abzusprechen, gehören nicht mehr in eine moderne Gesellschaft. Vielmehr sollte auf all jene „Schicksalsgemeinschaften“ hingewiesen werden, die durch all die Jahrhunderte, bedingt durch viele Unwegsamkeiten des Lebens, Kindern ein liebevolles, Vertrauen aufbauendes, Toleranz förderndes Verständnis für Familien, Gemeinschaften und Gesellschaften aufgezeigt haben. Das zurzeit gepriesene Familienidyll kann keine Zukunft haben, außer in verlogenen, hemmungsgeladenen Strukturen, die das einzelne Individuum abwerten.

Frau und Mann können auch ohne Kinder Mutter und Vater sein, und nicht jede Mutter und jeder Vater kann der Norm entsprechend Mutter- oder Vatergefühle aufbringen, das zu erkennen und einzugestehen, sollte die Tendenz für die Zukunft darstellen, anstatt einer Ideologie zu verfallen und wegzusehen, wenn hinter den Wohnungstüren eine kräfteaufreibende scheinheilige Familienidylle wieder einkehrt.

Doris Mock-Kamm

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Lärm: Unterschätzte Hörschäden bis hin zum Tinnitus

flickr.com/ pppspics/ (CC BY 2.0)

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Zu wenig Schutz vor zunehmenden Lärmquellen

In Deutschland gibt es weiterhin kein allgemeines Gesetz zum Schutz vor Lärm, sondern jede Menge rechtliche Einzelregelungen und -vorschriften, um halbwegs Lösungen bei Lärmproblemen anzubieten. Wer in der Flut der gesetzlichen Regelungen Rat sucht, sollte einfach sich an das Umweltbundesamt, aber auch an die Kommunen selbst wenden, dort werden entsprechende Ansprechpartner aufgeführt.

Unsere Augen können wir operieren und lasern lassen, vieles hilft tatsächlich, unser Sehvermögen wieder zu verbessern. Doch beim Hörschaden sind irreparable Faktoren im Spiel, die für immer dafür sorgen, daß unsere Hörfähigkeit nie wieder so sein wird wie in Tagen sorgloser Zeiten. Dabei hat im Laufe der letzten Jahrzehnte die Welt der Lärmquellen erheblich zugenommen, so wie auch die Bevölkerungszahl in Ballungszentren ihren Anteil hat. Hauptlärmquellen sind der Verkehrslärm, also der Straßen- und der Fluglärm sowie die Eisenbahnlärmbelästigung.

Belastungsgrenzen im Fokus genauerer Betrachtung

Der Verkehrslärm ist immer noch eines der Hauptlärmquellen bei unserer täglichen Belastung, der wir ausgesetzt sind, ohne daß wir es etwa verhindern könnten, außer wir leben einfach beispielsweise in einem Naturschutzgebiet. Stark befahrene Straßen in größeren Städten belästigen uns mit 70 bis 80 Dezibel. Mindestens 10 Dezibel mehr werden es, wenn ein Lastkraftwagen vorüberdonnert. Beim Abheben eines Flugzeuges werden gar 120 bis 140 Dezibel erreicht. Hierzulande wird noch verhältnismäßig wenig gehupt, in den europäisch-südlichen Ländern gehören somit die Hupgeräusche von etwa 100 Dezibel zum Alltag. Während noch ein Landregen bei 30 Dezibel als angenehm empfunden wird, erreicht unsere Stimme in einem Gespräch immerhin schon 60 bis gar 70 Dezibel.

Richtig dramatisch greift eine dauerhafte Lärmbelästigung, wobei es schon Unterschiede gibt, kein Organismus verhält sich gleich. Und dennoch wird besonders in der Freizeit die stetige Lärmquelle vernachlässigt, überhört, um es mal genauer zu sagen. Ständig lautes Musikhören, auch der stundenlange, wochenendmäßige Discobesuch, wo meist mehr als 100 Dezibel an der Tageordnung sind, rufen einen Hörschaden hervor. Dabei werden die hochempfindlichen Haarsinneszellen im Innenohr regelrecht herausgerissen. Sind sie erst mal zerstört, gibt es kein Mittel der Besserung mehr, sie wachsen weder nach, noch können sie künstlich ersetzt werden. Am Ende hilft nur noch ein Hörgerät.

Ursachen des Lärmes per langer Liste von Krankheiten

Als unmittelbares Ergebnis von dauerhafter Lärmbelästigung stellen sich erbarmungslos Hörschäden ein. Eine weitere, schreckliche Folge: Tinnitus. Aber es gibt noch ganz andere Folgen. Zum Streß, der beim Lärm ganz schnell sich gesellt, folgen viele Herz-Kreislauferkrankungen, somit ist auch der Herzinfarkt mit von der Partie. Bei einer dauerhaften Verkehrslärmbelästigung von mehr als 65 dB(A) hat das Umweltbundesamt immerhin jährlich cirka 4.000 Herzinfarkte ermittelt.

Schlafstörungen sowie Bluthochdruck treten ebenso vermehrt auf beim Dauerlärm. Selbst der Hormonhaushalt wird durcheinandergewirbelt. Eine erhöhte Konzentration der Aktivierungshormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin in unseren Körperflüssigkeiten sind meßbar. Neben den organischen Schäden muß auch darauf hingewiesen werden, daß die schulische Leistungsfähigkeit unter Lärm erheblich beeinträchtigt wird, in vielen Klassenräumen ist ein dB(A)-Wert von über 55 Dezibel keine Seltenheit, während später für Büroarbeitsplätze Richtwerte von 40 Dezibel empfohlen werden. Diesen völlig unverständlichen Gegensatz gilt es allemal zu hinterfragen und schnellstens zu regulieren. Wie kann es sein, daß bei unseren Schülern dermaßen hohe Werte hingenommen werden, wobei bestimmt Unkenntnis mit im Spiel ist, während gewisse hochanspruchsvolle Bürotätigkeiten mit angenehmen Höchstgrenzen geschützt werden?

Man sollte gleichwohl nicht die psychischen Folgen bei dauerhaft täglicher Lärmbelästigung unterschätzen, die natürlich unser Wohlbefinden beeinflußt und daher unser soziales Miteinander erheblich beeinträchtigen kann. Eine Studie in Österreich aus dem Jahre 2002 hat dies deutlich aufgezeigt, die 1.400 Kinder im Alter zwischen acht und elf Jahren untersuchte, die umweltbedingten Lärm ausgesetzt waren. Sowohl die Leistungen als auch das soziale Verhalten verschlechterten sich eindeutig.

Kann man sich prophylaktisch vor Lärm schützen?

Klar doch, zweifellos. Beim Arbeitsplatz benutzen immer mehr aufmerksame Mitarbeiter Kopfhörer oder Ohrstöpsel. Selbst Musiker schützen sich bei ihren Auftritten. Von der Trittschalldämmung bis hin zu Lärmschutzwänden entlang von Wohngebieten bei Autobahnen und Schnellstraßen, der Verzicht von eigentlich unnötigen, neuen Startbahnen bei Flughäfen wäre doch mal eine Option, statt stets irgendwelche scheinheiligen, wirtschaftlichen Argumente vorzutragen, lärmarme Elektrogeräte im Haushalt sich anschaffen, wer diese Kosten aufbringen kann, wenn schon Musik mit Kopfhörer genießen, darauf achten, eben keine hohe Lautstärke sich zuzumuten. Richtig gefährlich sind auch Feuerwerkskörper.

Hält sich wenigsten das weibliche Geschlecht bei extrem auftretendem Lärm die Ohren instinktiv zu, scheint das männliche Pendant eher cool darüber hinwegzuhören. Das sollte man(n) tunlichst vermeiden, weil wie gesagt, ein Ohrschaden ein Ohrschaden bleibt.

Lotar Martin Kamm

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Verwerflichkeit hat mich eingeholt

 pixabay.com


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Die Verwerflichkeit hat mich eingeholt,
trotz Wissen, Weisheit, Hunger, kein Brot.

Hab die Spiele mit Leidenschaft gespielt.
War stets der Kämpfer, dem Sieg obliegt.

War willkommen auf vielen Feiern und Festen,
konnte Reden schwingen ohne viele Gesten.

Texte formuliert, Strategien entwickelt, gelächelt,
wenn genervte Kunden über dies und das gestänkert.

Mein Platz war stets bei den Mutlosen, Trost gespendet,
das Spiel erklärt, manch böses Schicksal abgewendet.

Ich wurde hofiert, abgeworben, herzlich empfangen,
Job gemeistert, Leistung erbracht, von alleine gegangen.

Manchmal hab ich die Familie tagelang nicht gesehen,
Überstunden, Verantwortung, Termine im Kalender stehen,

die waren wichtig, das Spiel lief, keiner gibt den Ball ab,
bevor die Abschlüsse sind unter Dach und Fach.

Irgendwann waren die Familie, Freunde und Kollegen weg,
Krankheiten schlichen sich ein, das Zuhause wurde das Bett.

Als Körper und Geist wieder geheilt, war fast alles dahingerafft
von meinem ehemaligen Fleiß, an Materiellen erschafft.

Das einst gegebene Geld, die bedingungslose Liebe,
war vergessen, man vertrieb mich, es trafen mich Stockhiebe

voll Ignoranz, Verleugnungen, Lügen, Verständnislosigkeit,
kein Schulterklopfen, kaum einer mehr zum Händedruck bereit.

Begegnungen auf der Straße bewegten viele zum Seitenwechsel,
andere, die mich zu spät bemerkten, schenkten ein müdes Lächeln.

Meine neue Heimat, der Park am See mit angrenzendem Wald.
Ich lebe von der Hand in den Mund, manchmal von Flaschenpfand.

Meine Verwerflichkeit war Ehrlichkeit, Kompetenz, Toleranz,
Verhandlungsgeschick, meine Ernte Häme und Arroganz.

Sie wollten in mir auch mal den Verlierer sehen,
wollten selbst allein auf dem Gewinnertreppchen stehen,

wollten meinen Charakter durch ihren Haß, Verhalten entblößen,
vergaßen, Persönlichkeit kann in Reichtum und Armut leben.

Nafia

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Es geschah vor 40 Jahren (17. bis 23. Mai 1976)

flickr.com/ info-graz/ (CC BY 2.0)

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Wußten Sie was in diesem Zeitraum?

makadomo TV begrüßt Sie recht herzlich zur zwölften Sendung „Es geschah vor 40 Jahren“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr eine Aneinanderreihung von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm und Lotar Martin Kamm

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