Palmöl: Schweizer Freihandel tritt Mansers Erbe mit Füßen

flickr.com/ Rettet den Regenwald e.V./ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Bundesrat verschanzt sich hinter einem Industrielabel wie dem RSPO

Freihandelsabkommen sind in aller Munde, denken wir ans CETA, TTIP oder TTP, was natürlich andere Nationen nicht davon abhält, fleißig weltweit mitzuwirken, wie die kleine Schweiz, deren Lebensmittelkonzern Nestlé für sich das dringend notwendige Palmöl beansprucht.

Dabei hinterläßt die Spur der Pamlöl-Mafia eine traurige Bilanz ihres bösartigen Treibens, was trotzdem die Schweizer Politik viel eher ignoriert, mit Indonesien und Malaysia über ein Freihandelsabkommen verhandelt, dabei aber Bruno Mansers Erbe mit Füßen tritt. Der Bundesrat verschanzt sich unterdessen lieber hinter einem Industrielabel wie dem RSPO, mit welchem sich auch gern der WWF schmückt.

Historiker Lukas Straumann setzt Arbeit von Bruno Manser fort

Wer die Ursachen jenes kriminellen Treibens in Indonesien und Malaysia verstehen will, muß einen Blick in das Werk des als seit dem 10. März 2005 verschollen geltenden Bruno Manser werfen, der fünf Jahre zuvor am 22. Mai nach Sarawak aufbrach, um erneut das Volk der Penan aufzusuchen, das einen schier aussichtslosen Kampf gegen die Palmölpolitik vor Ort führt.

Die Basler Zeitung widmete im vorletzten Jahr einen beherzten Artikel über den Umweltaktivisten und Menschrechtler Bruno Manser, dessen Werk der Historiker Lukas Straumann fortsetzte, akribisch recherchierte, mit seinem 2014 erschienenen Buch „Raubzug auf den Regenwald“ die Weltöffentlichkeit informierte. An die These vom Tod Mansers durch eine natürliche Gefahr im Urwald mag man mit all dem Wissen von der Palmöl-Mafia und den korrupten Politikern vor Ort nicht so recht glauben, wie auch dessen Bruder Erich ausschließt.

Mehr Druck auf die Öffentlichkeit könnte schlimmeres verhindern

Selbst wenn die Aussichten angesichts eines halbherzig fragwürdigen Handelns von Stiftungen, Vereinen und Organisationen wie der Schweizer Stiftung dem WWF unerträglich sind, bedenkt man deren angebliches Anliegen. Da nützt der vom WWF und Unilever-Konzern ins Leben gerufene „Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO), mit dessen Siegel sich inzwischen etliche Konzerne gern schmücken, reichlich wenig angesichts der tatsächlichen kriminellen Machenschaften, wie Mathias Rittgerott von der Umweltschutzorganisation „Rettet den Regenwald“ bereits im Oktober des letzten Jahres im Interview mit Radio Dreyeckland berichtete.

Die Zeit eilt, will man wirklich etwas erreichen angesichts solch fast aussichtsloser Lage. Doch jede Unterschrift setzt wenigstens ein Zeichen der Empörung, auch wenn eine Weltöffentlichkeit wesentlich mehr ausrichten könnte, würde sie den Palmöl-Konzernen und deren Helfershelfern mehr Paroli bieten.

Lotar Martin Kamm

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Sonnengrün und schattengelb

pixabay.com

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Sonnengrün und schattengelb verlaufen meine Tage;
niemand nimmt Notiz davon, ich bin halt hier, keine Frage?
Eingeschweißt im Alltagstrott funktioniert mein Ich nach außen.
Immer lächeln, nicht verzweifeln, so wirst du gewünscht von Freunden.

Meine Gesichter mimen zwar manchmal den Verlust der Lebensenergie,
doch ich weiß zu überspielen, seit meiner Kindheit, das verlernt man nie.
Und wenn der Mond mir blau erscheint, weiß ich, hab ich zu viel geweint,
dann fürchte ich mich vor der blauen Flut, die aus mir das Weite sucht.

Doch wenn die Tränen sind angeschwollen zum Meer, zum See, zum Fluß,
kann ich auch endlich mit den Wellen hinaus in den unbekannten Überfluß.
Melancholie und Glücklich sein, Gewitterstimmung mit Regenbogen,
da wandel ich dann gerne lang, denn ich steig auf und rutsche runter,
im Farbengemisch find ich Chaos und Ruh, je bunter, desto kunterbunter,
desto frecher die Farben ich setze für all das schmerzhaft Verletzte.

In dem Farbenrausch vermisse ich keine Freunde, vermisse mich nicht.
Bin nur noch Freude, bin weiß, dachsbraun, flamingorosa, zartlila,
bin einfach nur hier, bei mir, ohne Maske, ohne mich.
Trotzdem bin ich ich, ich, ich. Und sie alle lieben mich,
das ständige Dickicht der Anwesenheit verlischt.

Ich weiß, ihr seid wie ich, ihr funktioniert durch die gleichen Mechanismen,
eure Mimik ist genauso eingespielt, auch euch erscheint der Mond blau gefärbt,
wenn ihr weint und ihr seid allein und euch keine freundliche Stimme nährt.
Vielleicht treffen wir uns mal nächstens beim Regenbogen und rutschen
in Farben getaucht munter in unsere einsame Welt,
die uns ein neues Lebensgefühl bereithält.

Nafia

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US-Wahlen: The Donald vs. Hillary offenbart den worst case

flickr.com/ DonkeyHotey/ (CC BY-SA 2.0)

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Politisches Versagen verdeutlicht Arroganz des Hegemons

Braucht die Welt die Nummer Drei in der Riege politischer Staatsfrauen, denken wir an die „Eiserne Lady“ Margaret Thatcher oder an „IM Erika“ Angela Merkel, so daß im November die US-Amerikaner Hillary Clinton am Ende zur 45. Präsidentin küren? Der Milliardär Donald Trump trat an, um das zu verhindern, nunmehr schmiß sein republikanischer Rivale, Ted Cruz, nach den verlorenen Vorwahlen in Indiana hin, The Donald vs. Hillary offenbart den worst case.

Während ein Bernie Sanders in der Rolle des demokratischen Sozialisten weiterhin nicht aufgibt, obwohl die ehemalige Außenministerin und First Lady an der Seite ihres Gatten längst mehr als 90 Prozent der benötigten Delegiertenstimmen für sich verbuchen kann, verdeutlicht das gesamte politische Versagen die Arroganz des Hegemons, der den Rest der Welt verächtlich behandelt, denken wir an den von Trump rezitierten Slogan „America First“, der gar auf besonders perfide Weise sich einbringt, wie der US-Historiker Gary Gerstle zurecht anmahnt.

Stillstand weltpolitischer Entscheidungen oder alles nur Augenauswischerei?

Spekulationen treiben dringend notwendige weltpolitische Entscheidungen wie bei einer Treibjagd an den Rand der Verzweiflung, wo doch Kriege, Elend und genug Handlungsbedarf zügige Reaktionen abverlangen seitens der Verantwortlichen. Doch die jagen eigenen Interessen hinterher, gerade was die Wahlkämpfe hüben und drüben des Atlantiks diesjährig und im nächsten Jahr anbelangt.

Beim TTIP mag das den Gegnern Zeit und Raum für mehr Gegenwind bescheren, egal wer die US-Wahl gewinnt, in beiden Fällen blickt die Welt noch wesentlich gefährlicheren Szenarien entgegen, zumal ein europäisch erstarkter Rechtsruck ebenso mehr schlaflose Nächte für all jene bedeutet, die noch an Menschlichkeit und soziale Gerechtigkeit glauben. Davon wird nichts mehr übrig bleiben, sollte dieser Kurs sich fortsetzen.

God bless America – eine Illusion angesichts dessen Kriegspolitik

Was soll das für ein Gott sein, der sich dermaßen simpel einseifen läßt, wie manch US-amerikanischer Patriot im Rausche eigener Selbstüberschätzung den Rest der Welt beherrschen will? Aber genau jene tiefe Überzeugung beflügelt ebenso die beiden verbleibenden Kandidaten, ob sie es öffentlich kundtun oder nicht. Die Welt hatte etliche US-Präsidenten, die viel Unheil anrichteten, gleichwohl Quereinsteiger, die vorher mit Politik wenig am Hut hatten, denken wir nur an den FBI-Spitzel und Schauspieler Ronald Reagan, der als Informant diente, in dem er Schauspielkollegen verriet, die er als Kommunist zugeordnet hatte.

Jetzt darf The Donald sich beweisen, ob nun nur als Multi-Millionär oder mit einigen Milliarden Dollar Vermögen „ergaunert“. Wer tatsächlich glaubt, eine Hillary Clinton sei das kleinere Übel, falls sie das Rennen macht, der möge sich noch wundern, welch „bösartiges Treiben“ diese USA der Welt zumuten werden.

Lotar Martin Kamm

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Zäune vermitteln gesteckte Grenzen

pixabay.com

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Um die Kirschen in Nachbars Garten zu kosten?

Die Kirschen in Nachbars Garten schmecken am besten. Ob man nun wirklich die Gelegenheit hatte, in Kindertagen über den Zaun zu klettern, um die süßen Früchte zu ergattern oder auch nicht, kaum einer kann sich davon freisprechen, nicht schon einmal neidvoll nach anderem Besitz geschielt zu haben. Das Ergattern verdeutlicht, ähnlich wie das Ersteigen, die Überwindung eines Hindernisses.

Der Einleitungssatz impliziert aber auch, daß im eigenen Garten Kirschen vorhanden sind oder zumindest, an einem anderen Ort ebenfalls Kirschen vorhanden sein müssen. Er sagt aber nichts darüber aus, ob die Kirschen in Nachbars Garten besser schmecken, weil uns der Hunger hinübertreibt oder eine andere Motivation vorliegt. Dann kann man schon die Frage zulassen, liegt der Reiz an der Umzäunung, die Grenze zu übertreten?

Es ist sicher müßig zu hinterfragen, warum Menschen anfingen, Zäune für ihr Hab und Gut zu setzen. Eine schlichte Erklärung finden wir in der Natur selbst, denn kaum eine Tierart steckt ihr Territorium nicht ab, selbst Pflanzen „verteidigen“ ihren Platz. Wenn wir davon ausgehen, daß Abgrenzung so etwas wie einen Urinstinkt darstellt, kann man vielleicht besser über den Zaun spähen.

„Wir hatten kurz nach dem Einzug in unser neues Haus im Garten ein Teilstück durch einen Zaun abgetrennt, damit der Hund und die Katzen nicht die Gemüsebeete als Toiletten benutzen können. Die Katzen haben zwar trotzdem einen Weg durch den Zaun gefunden, indem sie sich entweder unter dem Draht durchwanden oder ihn einfach mit einem Sprung überwunden. Dennoch haben sie irgendwann akzeptiert, daß die Beete nicht für sie angelegt wurden. Nun, nach einigen Jahren wurde der Zaun abgebaut, da er witterungsbedingt am Zerfallen war.

Die Katzen und der Hund waren beim Abbau anwesend. Es war für sie also keine Überraschung, daß der Zaun fehlte. Wir stellten allerdings fest, daß sie den anderen Teil des Gartens immer noch über das nicht mehr vorhandene Gartentörchen betraten. So konnten wir die Beobachtung machen, daß sie den Zaun weiterhin als real wahrnahmen. Selbst wenn wir auf der sogenannten anderen Seite waren und sie nur zwei Schritte von uns entfernt, nahmen sie den Umweg des alten Weges. Die Katzen schlichen sogar am unsichtbaren Zaun entlang und duckten sich an der alten Stelle, die ihnen früher als Durchgang gedient hatte. Sie weigerten sich trotz Aufforderung der Tatsache, daß hier kein Hindernis mehr vorhanden war.“

Gesetzt den Fall unser Nachbar, dessen Kirschen am besten schmecken, würde seinen Zaun abbauen und der Garten wäre ab jetzt ohne Hindernis begehbar, würden seine Kirschen immer noch am besten schmecken? Vorausgesetzt wir nehmen wahr, daß der Zaun wirklich nicht mehr vorhanden ist. Oder verhalten wir uns wie die Tiere im oben genannten Text, der übrigens der Wahrheit entspricht, und akzeptieren die neue Bewegungsfreiheit nicht und damit den direkten Zugriff auf die Kirschen ohne „Bestrafung“?

Zäune, Grenzen, Gatter, Hecken hindern nicht nur landschaftlich, sondern ebenso im Geiste freie Wege, freie Gedanken zu begehen, egal ob sie von uns selbst oder durch andere aufgestellt wurden. Wenn man zudem davon ausgeht, daß es in der Natur liegt, Grenzen zu überschreiten, nicht nur um etwas zu ergattern, sondern um neue Kenntnisse zu erlangen, dann wird man immer bestrebt sein, diese Grenzen zu mißachten oder aufzulösen..

Je weniger Grenzen uns umgeben, desto freier kann man sich entscheiden, welche Wege man beschreitet, desto freier kann man dem anderen entgegentreten, desto freier kann man Neues entdecken, desto freier kann man den Blickwinkel wechseln, desto uninteressanter werden Nachbars Kirschen, denn die gibt es jetzt ohne Anstrengung.

Doris Mock-Kamm

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TTIP: Greenpeace-Enthüllungen erhärten die Fronten

flickr.com/ re:publica 2015/ (CC BY 2.0)

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Medienspektakel ändert nichts an politischen Beweggründen

Skeptische Beobachter haben eine derartige Entwicklung ohne weiteres kommen sehen, deren Einschätzung entspricht wohl dem absehbaren Kurs einer Wirtschaftspolitik, die längst den einfachen Bürger, den Mittelstand als kleineres Übel betrachtet, um eigene Großkonzerne erst recht zu hofieren, möglichst barrierefrei den freien Handel weltumspannend zu betreiben.

Das nunmehr schnell einsetzende Medienspektakel ändert allerdings nichts an politischen Beweggründen, das TTIP möglichst schnell unter Dach und Fach zu bekommen, ginge es nach den USA oder der Bundesregierung, allen voran nach Frau Merkel, die den neulichen Obama-Besuch in Hannover bestimmt nutzte.

Wenn Michael Froman mahnt, zucken die Verhandlungsakteure?

Da macht einfach jemand seinen Job, so wie der US-amerikanische Handelsbeauftragte Michael Froman, der einerseits die Interpretation aus den „angeblichen TTIP-Leaks“ als „irreführend“ und gar falsch bezeichnet, wie die FAZ zu berichten weiß. Kaum Bedenken im Artikel, viel eher am Schluß den CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt zitiert, der bekanntlich zuversichtlich dem Abschluß zum TTIP entgegenblickt.

Die Süddeutsche lenkt den Leser zur EU, die nach deren Meinung den Verbraucherschutz verteidigen wird. Ach tatsächlich? Kaum zu glauben, denken wir nur an das unsägliche Verhalten in Sachen Glyphosat, wo man weit entfernt die Gegenstimmen besorgter EU-Bürger mißachtet, viel eher den Einflüsterungen von Monsanto und Co. Folge leistet.

n-tv bewertet die Regierung, die die TTIP-Leaks relativiert. Laut SPD-Mann Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, seien die US-amerikanischen Forderungen längst keine Verhandlungsergebnisse.

Kritik am TTIP mehr als notwendig in Hinblick praktizierter Beispiele

Obwohl längst die Vorgehensweise solcher Freihandelsabkommen gerade neulich uns vor Augen geführt wird, denken wir an die schrecklich bevorstehenden Konsequenzen für Kolumbien, wo zwei Bergbaufirmen aus den USA und Kanada das Freihandelsabkommen zwischen diesen drei Staaten für ihre Zwecke mißbrauchen, sie fordern vor einem Schiedsgericht eine Schadensersatzsumme in Höhe von umgerechnet 14,5 Milliarden Euro, weil die Verweigerung per windig erworbene Bergbaulizenzen zum Schutz der Umwelt und indigener Völker ihnen dieses Recht ermöglicht, per Klageweg Kolumbien über ein texanisches Privatgericht zu nötigen, wird dennoch verbissen am TTIP festgehalten.

Allein schon das Verhandeln hinter verschlossenen Türen hat völlig zurecht eine große Skepsis hervorgerufen, in weiten Teilen der Bevölkerung, gar vom rechten bis linken politischen Spektrum herrscht Einigkeit darüber, das TTIP erst gar nicht gutzuheißen.

Mit den Greenpeace-Enthüllungen und der fadenscheinigen Vorgehensweise seitens der regierungsverantwortlichen deutschen Politker, einer EU und vor allem der USA zeigt sich sehr deutlich, in wie weit ein Zustandekommen mit allen Mitteln durchgeboxt werden soll, von Transparenz oder gar Rücksicht besorgten Verbrauchern gegenüber, keine Spur. Weiterer Widerstand ist somit nicht nur vorprogrammiert, sondern ein unabdingbares Muß.

Ich gebe folgendes, eigene Zitat zu bedenken:

„Politische Entscheidungen lassen sich viel zu sehr von den Vorgaben wirtschaftlicher Einflüsse leiten, die oftmals keine Rücksicht auf menschliche Belange hegen, da der Profit stets nur seine Ziele verfolgt und somit durchsetzt.“

Lotar Martin Kamm

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Ich hab einen

pixabay.com

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Ich hab einen.
Du hast einen.

Die Tiere haben einen.
Ob in der Luft,
auf dem Land
oder im Wasser.

Die Pflanzen haben einen.
Ob klein oder groß.
Die Mineralien haben einen.
Ob Staubkorn oder Berg.

Alle haben einen
Schatten

Nafia

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1. Mai in Plauen: Aufwind des Rechtspopulismus beflügelt Gewaltszenarien

flickr.com/ pilot_micha/ (CC BY-NC 2.0)

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„Nationaler Sozialismus“ erneut auf dem Vormarsch?

Die Polizei mal wieder in harte Bedrängnis geraten, die zum Schutze aller Beteiligten bei den gestrigen 1. Mai-Kundgebungen für Ordnung sorgen soll im ganzen Lande. In Berlin herrschte meist eine friedliche Stimmung, bis auf kurze Gewalteskalationen am späten Abend.

Hingegen in Plauen, Sachsens fünftgrößter Stadt, der fortschreitende Aufwind des Rechtspopulismus, initiiert mittels PEGIDA und der AfD, Gewaltszenarien beflügelt, es gab Verletzte bei Demonstrationen der Rechten und Linken.

Plauen – Hochburg des Nationalsozialismus

Es fließet die Weiße Elster durchs Vogtland, mitten durch die Kreisstadt Plauen, welche vor bald 900 Jahren erbaut, im südwestlichsten Zipfel Sachsens, unweit der tschechischen Grenze, wo auch das Ascher Ländchen (tschechisch Ašsko), auch böhmisches Vogtland genannt, grenzt.

Während Heinrich der Ältere von Plauen, erster Sohn des Vogts von Plauen aus dem Hause Mühltroff, im Laufe seines Lebens als Hochmeister und „Retter des Deutschen Ordens“, gern mit dem Zitat aufwartete: „Besser gutlos als ehrlos“, fühlten sich Jahrhunderte später etliche dazu berufen, im Hitler-Deutschland dort noch zu Weimarer Zeiten der NSDAP beizutreten, die Hitlerjugend fand dort den Anfang, der Sitz der Gauleitung dieser rechtsradikalen Partei befand sich in Plauen von 1924-1933. Jene grausame Tradition faßt bis heute Fuß, die NPD erhielt vor 2 Jahren gar 4,6% der Wählerstimmen, es sitzen 2 Abgeordnete im Stadtrat.

Den braunen Teppich ausrollen – wiederholt sich die Geschichte in Deutschland?

Mit Blick zum gestrigen Ende des Parteitages der AdD in Stuttgart, bei dem das letztlich schon bekannte Partei-Programm vorgestellt wurde, attackieren die Union und die SPD erwartungsgemäß diese „wirre Rechtsaußen-Partei“, schließen eine Zusammenarbeit kategorisch aus. Das kennen wir doch irgendwoher, als ebenso Ende der 1970iger Jahre die Grünen sich zu etablieren begannen.

Wiederholt sich die Geschichte in Deutschland, denken wir zurück an die Weimarer Zeit, wo 1928 noch die Gelegenheit bestand, mit entspechendem Widerstand die aufkommende NSDAP zu stoppen? Ganz ausschließen läßt sich das nicht, denn sowohl damals als auch heute fließen gezielte Gelder in die Projekte des Rechtspopulismus, mit Blick zu Europa kann man den Trend nicht verkennen.

Freiheitlich demokratisch eine Illusion

Ein Antiamerikanismus verhilft ihnen genauso wie die Vereinnahmung der patriotischen Haltung eines Wladimir Putins, man spielt jede kritische Auseinandersetzung mit der Doktrin des Rechtspopulismus gegeneinander aus im weltpolitischen Gefüge, um die eigenen Interessen und Pfründe zu wahren. Bloß keinen Überblick erhalten, zumal im Pool aufkommender Verschwörungstheoretiker genügend Nischen sich einfinden, um krudes Gedankengut den Menschen zuzumuten, Hauptsache es wird per Ablenkung das eigene Ziel im Auge behalten, welches da in Wirklichkeit lautet: Nationalismus verhindert Weltoffenheit, um Massen erst recht zu knechten.

Was die USA auf ihre Weise anstreben, läßt der Rechtspopulismus auf seine Art aufleben. Im Ergebnis leidet am Ende das Volk, greift weiterhin die Ausbeutung auf allen Ebenen. Das System im System regiert stets rücksichtslos, egal ob mittels Parteipolitik oder von einem despotischen Herrscher vorangetrieben. Solange Mensch jene Fesseln nicht abstreift, verharrt die Welt im Bann dieser grausamen Realität.

Lotar Martin Kamm

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