Syrien-Krieg: Luftangriff auf Flüchtlingslager unentschuldbar

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Friedensbemühungen nahezu aussichtslos – die Fronten festgefahren

Nach über fünf Jahren Krieg in Syrien schaut die Bilanz verheerend aus mit mindestens 400.000 Toten, ein vielfaches an Verwundeten und rund 5.000 Menschen, die seitdem täglich das Land verlassen, weltweit auf der Flucht sind. Um Schutz zu suchen vor Kampfhandlungen, verharren etliche an den Grenzen in Flüchtlingslagern.

Dies wurde jetzt für Betroffene nahe der türkischen Grenze im Nordwesten Syriens zum tödlichen Verhängnis. Der Luftangriff auf ein dortiges Flüchtlingslager ist unentschuldbar, zeigt eine neue Dimension dieses heftigen Krieges. Muß man nicht nur anmahnen, sondern davon ausgehen, daß die bisherigen Friedensbemühungen eher aussichtslos sind, die Fronten festgefahren?

Stellvertreter-Krieg in Syrien zum Leidwesen der Bevölkerung

Mitten in Europa fiel der Eiserne Vorhang, der Warschauer Pakt wurde aufgelöst, in Deutschland verschwand die Mauer, die Trennlinie zwischen Ost und West, der Kalte Krieg, schien beendet. Welch Trugschluß angesichts des US-amerikanischen Weges zur Beanspruchung der Weltherrschaft, den man nicht bestreiten kann.

Darunter leidet die Weltgemeinschaft ohnehin in etlichen Kriegen der Ressourcen-Beschaffung, oftmals eingeleitet per simpler Anlässe, die hochkomplex initiiert wurden, um die eigenen Ziele zu verwirklichen, die Wirtschaftsmacht auszubauen, während in den USA selbst die Armut wächst. Ein Widerspruch in sich, der aber den US-patriotischen Gedanken nicht davon abhält, weltweit „America First“ hinauszuposaunen, wie Donald Trump erst wieder kürzlich im Wahlkampf betonte.

In Syrien ein Stellvertreter-Krieg zum Leidwesen der Bevölkerung, auf der einen Seite der „Goldene Westen“, die Bündnisstaaten, die sich um die USA scharen, auf der anderen zwar ein vom Volk gewählter Baschar al-Assad, als personifiziert dargestellter Dikatator, unterstützt vom Iran und Russland sowie einer zurückhaltenden VR China? Jene verhärtete Front spiegelt sich in diesem angeblichen Bürgerkrieg wider.

Kein Ende des Syrien-Krieges in Sicht

Mit dem Luftangriff auf das Flüchtlingslager wird das ganze Ausmaß dieses Syrien-Krieges noch wesentlich deutlicher, wenn schon Menschen, die in ihrer Not Zuflucht in ein Flüchtlingslager suchen, gezielt getötet werden. Da hilft auch der Schlußsatz im Spiegelartikel nicht viel, in dem mal wieder Assad zitiert wird, er setze auf „endgültigen Sieg“ trotz Friedensgesprächen. Solche Bemerkungen seitens der Medien gießen nur Öl ins Feuer, tragen mit zu einer Verhärtung der Fronten bei. Während der Westen weiterhin gern Assad als Hauptverantwortlichen im Syrien-Krieg hinstellt, selbst Russland mit Schuldzuweisungen belehrt, kann die Terrormiliz al-Nusrat-Front ungestört Aleppo beschießen.

Ob ein 48-stündiger Waffenstillstand, der jetzt dort greift, viel bewegen kann, bleibt dahingestellt. Washington mag den russischen Vorschlag begrüßen, die weitere Unterstützung beteiligter Gruppen und Bündnispartner der USA gegen Assad sprechen eine überaus deutliche Sprache, die letztlich eine Fortsetzung dieses grausamen Krieges bedeutet.

Lotar Martin Kamm

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Keine Angst

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Ich will keine Angst haben,
mich am Leben laben.
Wände verschieben,
mich in anderen spiegeln.
Über Zäune springen,
fröhliche Lieder singen.
Werde mir nie verbieten lassen,
was ich soll lieben, was hassen.
Will eigene Erfahrungen machen,
auch wenn sie sind nicht zum Lachen.

Ich will keine Angst haben,
mein Lebenswandel könnte mir schaden.
Wenn ich es nicht ausprobiert,
mein Herz, mein Verstand gefriert.
Gedanken können ins Weite hüpfen,
wenn der Körper kann sich nicht bücken.
Für euch mag ich die verrückte Alte sein,
für mich bleibe ich das Kindelein,
das noch gerne in Pfützen hüpft
und den Schnupfen die Nase hochzieht.

Ich will keine Angst haben,
eure Furcht in mir tragen.
Du darfst dies und jenes nicht,
mußt still sitzen, nur das hat Gewicht.
Sittsam und fleißig Sein ist gewünscht,
ins Höllenfeuer du sonst verschwindst.
Und wenn ich euch nun sage,
der Herrgott sieht in mir keine Plage,
ich erfreue ihn mit meinem Wesen,
Angst ist der Zaun zu ihm für mich gewesen.

Nafia

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Es geschah vor 40 Jahren (03. bis 09. Mai 1976)

flickr.com/ RV1864/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Wußten Sie was vom 03. bis 09. Mai 1976?

makadomo TV begrüßt Sie recht herzlich zur zehnten Sendung „Es geschah vor 40 Jahren“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr eine Aneinanderreihung von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm und Lotar Martin Kamm

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Palmöl: Schweizer Freihandel tritt Mansers Erbe mit Füßen

flickr.com/ Rettet den Regenwald e.V./ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Bundesrat verschanzt sich hinter einem Industrielabel wie dem RSPO

Freihandelsabkommen sind in aller Munde, denken wir ans CETA, TTIP oder TTP, was natürlich andere Nationen nicht davon abhält, fleißig weltweit mitzuwirken, wie die kleine Schweiz, deren Lebensmittelkonzern Nestlé für sich das dringend notwendige Palmöl beansprucht.

Dabei hinterläßt die Spur der Pamlöl-Mafia eine traurige Bilanz ihres bösartigen Treibens, was trotzdem die Schweizer Politik viel eher ignoriert, mit Indonesien und Malaysia über ein Freihandelsabkommen verhandelt, dabei aber Bruno Mansers Erbe mit Füßen tritt. Der Bundesrat verschanzt sich unterdessen lieber hinter einem Industrielabel wie dem RSPO, mit welchem sich auch gern der WWF schmückt.

Historiker Lukas Straumann setzt Arbeit von Bruno Manser fort

Wer die Ursachen jenes kriminellen Treibens in Indonesien und Malaysia verstehen will, muß einen Blick in das Werk des als seit dem 10. März 2005 verschollen geltenden Bruno Manser werfen, der fünf Jahre zuvor am 22. Mai nach Sarawak aufbrach, um erneut das Volk der Penan aufzusuchen, das einen schier aussichtslosen Kampf gegen die Palmölpolitik vor Ort führt.

Die Basler Zeitung widmete im vorletzten Jahr einen beherzten Artikel über den Umweltaktivisten und Menschrechtler Bruno Manser, dessen Werk der Historiker Lukas Straumann fortsetzte, akribisch recherchierte, mit seinem 2014 erschienenen Buch „Raubzug auf den Regenwald“ die Weltöffentlichkeit informierte. An die These vom Tod Mansers durch eine natürliche Gefahr im Urwald mag man mit all dem Wissen von der Palmöl-Mafia und den korrupten Politikern vor Ort nicht so recht glauben, wie auch dessen Bruder Erich ausschließt.

Mehr Druck auf die Öffentlichkeit könnte schlimmeres verhindern

Selbst wenn die Aussichten angesichts eines halbherzig fragwürdigen Handelns von Stiftungen, Vereinen und Organisationen wie der Schweizer Stiftung dem WWF unerträglich sind, bedenkt man deren angebliches Anliegen. Da nützt der vom WWF und Unilever-Konzern ins Leben gerufene „Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO), mit dessen Siegel sich inzwischen etliche Konzerne gern schmücken, reichlich wenig angesichts der tatsächlichen kriminellen Machenschaften, wie Mathias Rittgerott von der Umweltschutzorganisation „Rettet den Regenwald“ bereits im Oktober des letzten Jahres im Interview mit Radio Dreyeckland berichtete.

Die Zeit eilt, will man wirklich etwas erreichen angesichts solch fast aussichtsloser Lage. Doch jede Unterschrift setzt wenigstens ein Zeichen der Empörung, auch wenn eine Weltöffentlichkeit wesentlich mehr ausrichten könnte, würde sie den Palmöl-Konzernen und deren Helfershelfern mehr Paroli bieten.

Lotar Martin Kamm

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Sonnengrün und schattengelb

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Sonnengrün und schattengelb verlaufen meine Tage;
niemand nimmt Notiz davon, ich bin halt hier, keine Frage?
Eingeschweißt im Alltagstrott funktioniert mein Ich nach außen.
Immer lächeln, nicht verzweifeln, so wirst du gewünscht von Freunden.

Meine Gesichter mimen zwar manchmal den Verlust der Lebensenergie,
doch ich weiß zu überspielen, seit meiner Kindheit, das verlernt man nie.
Und wenn der Mond mir blau erscheint, weiß ich, hab ich zu viel geweint,
dann fürchte ich mich vor der blauen Flut, die aus mir das Weite sucht.

Doch wenn die Tränen sind angeschwollen zum Meer, zum See, zum Fluß,
kann ich auch endlich mit den Wellen hinaus in den unbekannten Überfluß.
Melancholie und Glücklich sein, Gewitterstimmung mit Regenbogen,
da wandel ich dann gerne lang, denn ich steig auf und rutsche runter,
im Farbengemisch find ich Chaos und Ruh, je bunter, desto kunterbunter,
desto frecher die Farben ich setze für all das schmerzhaft Verletzte.

In dem Farbenrausch vermisse ich keine Freunde, vermisse mich nicht.
Bin nur noch Freude, bin weiß, dachsbraun, flamingorosa, zartlila,
bin einfach nur hier, bei mir, ohne Maske, ohne mich.
Trotzdem bin ich ich, ich, ich. Und sie alle lieben mich,
das ständige Dickicht der Anwesenheit verlischt.

Ich weiß, ihr seid wie ich, ihr funktioniert durch die gleichen Mechanismen,
eure Mimik ist genauso eingespielt, auch euch erscheint der Mond blau gefärbt,
wenn ihr weint und ihr seid allein und euch keine freundliche Stimme nährt.
Vielleicht treffen wir uns mal nächstens beim Regenbogen und rutschen
in Farben getaucht munter in unsere einsame Welt,
die uns ein neues Lebensgefühl bereithält.

Nafia

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US-Wahlen: The Donald vs. Hillary offenbart den worst case

flickr.com/ DonkeyHotey/ (CC BY-SA 2.0)

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Politisches Versagen verdeutlicht Arroganz des Hegemons

Braucht die Welt die Nummer Drei in der Riege politischer Staatsfrauen, denken wir an die „Eiserne Lady“ Margaret Thatcher oder an „IM Erika“ Angela Merkel, so daß im November die US-Amerikaner Hillary Clinton am Ende zur 45. Präsidentin küren? Der Milliardär Donald Trump trat an, um das zu verhindern, nunmehr schmiß sein republikanischer Rivale, Ted Cruz, nach den verlorenen Vorwahlen in Indiana hin, The Donald vs. Hillary offenbart den worst case.

Während ein Bernie Sanders in der Rolle des demokratischen Sozialisten weiterhin nicht aufgibt, obwohl die ehemalige Außenministerin und First Lady an der Seite ihres Gatten längst mehr als 90 Prozent der benötigten Delegiertenstimmen für sich verbuchen kann, verdeutlicht das gesamte politische Versagen die Arroganz des Hegemons, der den Rest der Welt verächtlich behandelt, denken wir an den von Trump rezitierten Slogan „America First“, der gar auf besonders perfide Weise sich einbringt, wie der US-Historiker Gary Gerstle zurecht anmahnt.

Stillstand weltpolitischer Entscheidungen oder alles nur Augenauswischerei?

Spekulationen treiben dringend notwendige weltpolitische Entscheidungen wie bei einer Treibjagd an den Rand der Verzweiflung, wo doch Kriege, Elend und genug Handlungsbedarf zügige Reaktionen abverlangen seitens der Verantwortlichen. Doch die jagen eigenen Interessen hinterher, gerade was die Wahlkämpfe hüben und drüben des Atlantiks diesjährig und im nächsten Jahr anbelangt.

Beim TTIP mag das den Gegnern Zeit und Raum für mehr Gegenwind bescheren, egal wer die US-Wahl gewinnt, in beiden Fällen blickt die Welt noch wesentlich gefährlicheren Szenarien entgegen, zumal ein europäisch erstarkter Rechtsruck ebenso mehr schlaflose Nächte für all jene bedeutet, die noch an Menschlichkeit und soziale Gerechtigkeit glauben. Davon wird nichts mehr übrig bleiben, sollte dieser Kurs sich fortsetzen.

God bless America – eine Illusion angesichts dessen Kriegspolitik

Was soll das für ein Gott sein, der sich dermaßen simpel einseifen läßt, wie manch US-amerikanischer Patriot im Rausche eigener Selbstüberschätzung den Rest der Welt beherrschen will? Aber genau jene tiefe Überzeugung beflügelt ebenso die beiden verbleibenden Kandidaten, ob sie es öffentlich kundtun oder nicht. Die Welt hatte etliche US-Präsidenten, die viel Unheil anrichteten, gleichwohl Quereinsteiger, die vorher mit Politik wenig am Hut hatten, denken wir nur an den FBI-Spitzel und Schauspieler Ronald Reagan, der als Informant diente, in dem er Schauspielkollegen verriet, die er als Kommunist zugeordnet hatte.

Jetzt darf The Donald sich beweisen, ob nun nur als Multi-Millionär oder mit einigen Milliarden Dollar Vermögen „ergaunert“. Wer tatsächlich glaubt, eine Hillary Clinton sei das kleinere Übel, falls sie das Rennen macht, der möge sich noch wundern, welch „bösartiges Treiben“ diese USA der Welt zumuten werden.

Lotar Martin Kamm

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Zäune vermitteln gesteckte Grenzen

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Um die Kirschen in Nachbars Garten zu kosten?

Die Kirschen in Nachbars Garten schmecken am besten. Ob man nun wirklich die Gelegenheit hatte, in Kindertagen über den Zaun zu klettern, um die süßen Früchte zu ergattern oder auch nicht, kaum einer kann sich davon freisprechen, nicht schon einmal neidvoll nach anderem Besitz geschielt zu haben. Das Ergattern verdeutlicht, ähnlich wie das Ersteigen, die Überwindung eines Hindernisses.

Der Einleitungssatz impliziert aber auch, daß im eigenen Garten Kirschen vorhanden sind oder zumindest, an einem anderen Ort ebenfalls Kirschen vorhanden sein müssen. Er sagt aber nichts darüber aus, ob die Kirschen in Nachbars Garten besser schmecken, weil uns der Hunger hinübertreibt oder eine andere Motivation vorliegt. Dann kann man schon die Frage zulassen, liegt der Reiz an der Umzäunung, die Grenze zu übertreten?

Es ist sicher müßig zu hinterfragen, warum Menschen anfingen, Zäune für ihr Hab und Gut zu setzen. Eine schlichte Erklärung finden wir in der Natur selbst, denn kaum eine Tierart steckt ihr Territorium nicht ab, selbst Pflanzen „verteidigen“ ihren Platz. Wenn wir davon ausgehen, daß Abgrenzung so etwas wie einen Urinstinkt darstellt, kann man vielleicht besser über den Zaun spähen.

„Wir hatten kurz nach dem Einzug in unser neues Haus im Garten ein Teilstück durch einen Zaun abgetrennt, damit der Hund und die Katzen nicht die Gemüsebeete als Toiletten benutzen können. Die Katzen haben zwar trotzdem einen Weg durch den Zaun gefunden, indem sie sich entweder unter dem Draht durchwanden oder ihn einfach mit einem Sprung überwunden. Dennoch haben sie irgendwann akzeptiert, daß die Beete nicht für sie angelegt wurden. Nun, nach einigen Jahren wurde der Zaun abgebaut, da er witterungsbedingt am Zerfallen war.

Die Katzen und der Hund waren beim Abbau anwesend. Es war für sie also keine Überraschung, daß der Zaun fehlte. Wir stellten allerdings fest, daß sie den anderen Teil des Gartens immer noch über das nicht mehr vorhandene Gartentörchen betraten. So konnten wir die Beobachtung machen, daß sie den Zaun weiterhin als real wahrnahmen. Selbst wenn wir auf der sogenannten anderen Seite waren und sie nur zwei Schritte von uns entfernt, nahmen sie den Umweg des alten Weges. Die Katzen schlichen sogar am unsichtbaren Zaun entlang und duckten sich an der alten Stelle, die ihnen früher als Durchgang gedient hatte. Sie weigerten sich trotz Aufforderung der Tatsache, daß hier kein Hindernis mehr vorhanden war.“

Gesetzt den Fall unser Nachbar, dessen Kirschen am besten schmecken, würde seinen Zaun abbauen und der Garten wäre ab jetzt ohne Hindernis begehbar, würden seine Kirschen immer noch am besten schmecken? Vorausgesetzt wir nehmen wahr, daß der Zaun wirklich nicht mehr vorhanden ist. Oder verhalten wir uns wie die Tiere im oben genannten Text, der übrigens der Wahrheit entspricht, und akzeptieren die neue Bewegungsfreiheit nicht und damit den direkten Zugriff auf die Kirschen ohne „Bestrafung“?

Zäune, Grenzen, Gatter, Hecken hindern nicht nur landschaftlich, sondern ebenso im Geiste freie Wege, freie Gedanken zu begehen, egal ob sie von uns selbst oder durch andere aufgestellt wurden. Wenn man zudem davon ausgeht, daß es in der Natur liegt, Grenzen zu überschreiten, nicht nur um etwas zu ergattern, sondern um neue Kenntnisse zu erlangen, dann wird man immer bestrebt sein, diese Grenzen zu mißachten oder aufzulösen..

Je weniger Grenzen uns umgeben, desto freier kann man sich entscheiden, welche Wege man beschreitet, desto freier kann man dem anderen entgegentreten, desto freier kann man Neues entdecken, desto freier kann man den Blickwinkel wechseln, desto uninteressanter werden Nachbars Kirschen, denn die gibt es jetzt ohne Anstrengung.

Doris Mock-Kamm

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