Brasilien: Dilmas Amtsenthebungsverfahren ein abgekartetes Spiel

flickr.com/ U C L/ (CC BY 2.0)

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Die Präsidentin Korruptionskräften ausgesetzt?

In Südamerika tobt eine politische Kaste schwerreicher Großgrundbesitzer, angesiedelter Parteien, Restbeständen alter Eliten, die vor allem Diktatoren gewähren ließen zusammen mit einem Paradebeispiel großangelegter, weitverzweigter Korruption. Auch Dilma Roussef, die mit ihrem Anti-Korruptionskurs zu Beginn ihrer ersten Amtszeit vehement den Kampf ansagte, kann sich nicht davon freisprechen.

Dilmas drohendes Amtsenthebungsverfahren etwa ein abgekartetes Spiel, ausgerechnet den Korruptionskräften der Koalitionspartei PMDB (Partei der Brasilianischen Demokratischen Bewegung) ausgesetzt, die im März die Regierungskoalition mit der Präsidentin und ihrer PT (Arbeiterpartei) verließ? Es schaut ganz danach aus, doch Dilma kündigt harten Widerstand an.

Das fünftgrößte Land der Erde nahezu unregierbar

Fast halb so groß wie Südamerika, das weltweite Herzstück des Regenwaldes, beschenkt vom wasserreichsten Fluß der Erde, dem Amazonas, und der artenreichsten Flora und Fauna, die ihresgleichen sucht, folglich ein wahres Paradies, wenn dabei nicht der Mensch selbst mittels seiner Gier dermaßen zerstörerisch zu Werke gehen würde. Was einst mit der Landung des portugiesischen Seefahrers Pedro Álvares Cabral im Jahre 1500 an Brasiliens Küste beim heutigen Porto Seguro begann, setzte sich mit dem spanischen Eroberer Francisco Pizarro González im Westen Südamerikas und dem Abschlachten der Inka fort, bis schließlich 1580 ganz Brasilien von Portugal regiert wurde.

Bis heute währt die Korruption, weil Macht so ungern geteilt wird, denken wir an das Verhalten des Minenbetreibers Samarco, der im November des letzten Jahres wohl die bisherig größte Umweltkatastrophe entlang des Rio Doce auslöste, an das Wasserkraftwerk Belo Monte, welches noch keine Betriebslizenz erhielt, die Brasiliens Regierung wegen sozial-ökologischer Bedenken im letzten November verweigerte oder an das indigene Volk der Kawahiva, hilflos brutalen Holzfällern ausgesetzt, wofür ebenso Dilma sich nicht genug einsetzte, an die Machenschaften der letzten Fußball-WM 2014. Laut Spiegel seien die Olympischen Spiele in Brasilien nicht betroffen, stelle Dilmas Amtsenthebungsverfahren in diesem Zusammenhang kein Risiko dar.

Wird Ende Oktober Vize-Präsident Michel Temer für Dilma nachrücken?

Ausgerechnet ihr Widersacher, der vor einer Woche zu einer „Regierung der nationalen Einheit“ aufgerufen hatte, was auch immer dies heißen mag in jenem Machtgerangel? Bedenken wir, auch gegen ihn wird wegen Korruptionsverdacht ermittelt, genauso wie nahezu gegen zwei Drittel der Mitglieder des brasilianischen Kongresses. Keine vertrauenserweckende Prognosen für Brasilien!

Ich schließe mit eigenem Zitat:

„Muß man mit Fug und Recht davon ausgehen, daß auf dem politischen Parkett nicht nur mit äußerst harten Bandagen gerungen wird, sondern darüber hinaus es einer wirtschaftlichen Kontrolle unterliegt? Auf alle Fälle – wie sonst sind weltweit korrupte Verstrickungen und Abhängigkeiten zu erklären.“

Lotar Martin Kamm

 

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Spazierengehen alles andere als veraltet

flickr.com/ Pixelteufel/ (CC BY 2.0)

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Beeinflußt uns hektisches Treiben bis weit hinein in die Sprache?

Ab und zu geht es hinaus an die frische Luft, als Kind zum Toben, als Jugendlicher zum Abhängen mit Freunden und als Erwachsener um spazierenzugehen. Laut Duden, man staune, wird „spazieren gehen“ als veraltet angegeben. Nein, keine Sorge, das veraltet bezieht sich nicht auf das Alter der Menschen, die spazierengehen. Die Formulierung sei veraltet, meint der Duden. Gemächlich gehen, schlendern, werden als Alternative vorgeschlagen. Vielleicht auch deshalb, weil spazierengehen in der Liste der schwierigen Wörter verzeichnet ist. Aber über deren Sinn und Unsinn soll hier nicht geschrieben werden, sondern übers Spazieren.

Unabhängig von den Erlebnissen und Sehenswürdigkeiten, die uns während eines Spazierganges beeindrucken können, ist die Gangart ein besonderes Kennzeichen für dieses Tun. Setzen Sie sich in ein Café, eine Kneipe, Restaurant mit Blick aus dem Fenster und beobachten Sie die Menschen auf dem Bürgersteig oder auf einem großen Platz. Sie werden anhand der Unterschiede in der Fortbewegung erkennen, wer da schlendert, bummelt, eilt, geht, flaniert, rennt, gemächlich geht, stolziert. Auch wenn Sie auf einer Parkbank sitzen, fällt Ihnen sicher auf, wer wirklich spazierengeht und wer nicht. Woran erkennen Sie es?

Die Körperbewegung ist eine andere, bummeln und schlendern kann man eher nicht so schnell voneinander unterscheiden, bei längerem Betrachten aber schon. Der Bummler schlendert zwar ebenso, doch will er in erster Linie die Zeit totschlagen, wer schlendert, hat kein Gefühl dafür, er ignoriert und genießt die freie Zeit. Der Unterschied zwischen flanieren und gemächlich gehen ist schon zu erkennen, denn der Flaneur will gesehen werden, stolziert eher, als der mit dem gemächlichen Gang. Der Spaziergänger ist derjenige, der alles gleichzeitig beziehungsweise hintereinander, je nach Stimmung und Situation vereint, er spaziert. Er betrachtet die Umwelt, ist in sich versunken, in einem anregenden Gespräch, beobachtet andere Menschen, hat viel Zeit und will dennoch nicht ewig an diesem Ort sein.

Spazieren ist dem lateinischen Wort „spatium“ entlehnt. Zwischenraum, Leerschritt, Abstand. Spatium, zwischen Wörtern, nach Satzzeichen eingefügter Zwischenraum. Einige Begriffe im Druckwesen werden noch heute verwendet, die auf „spatium“ zurückzuführen sind. Spatiös, geräumig, weit, licht. Spatienkeil, zu Erzeugung eines Zwischenraums (Leerzeichen) dienendes Element. Spatienbreite, erklärt sich wohl von selbst.

Ein Spaziergänger ist zwischen den Räumen, in der Natur ebenso wie in der Zeit. Er verweilt in den Dimensionen: Länge, Masse, Zeit (physikalisch). Die Dimension Masse gehört unbedingt zum Spazierenden, denn er zeigt in der Körpersprache, durch die Gemächlichkeit eine gewisse Trägheit. Andererseits zeigt der Spazierende aber auch eine gewisse Leichtigkeit, je nachdem, in welchem Zwischenraum er sich gerade befindet.

Kinder können noch nicht spazierengehen, obwohl die Erwachsenen sie bisweilen dazu auffordern, denn sie haben den Faktor Zeit  nicht verinnerlicht. Jugendliche sträuben sich, spazierenzugehen, sie könnten, tun es bisweilen, aber es widerstrebt ihnen, denn die Zeit ist ihnen zu kostbar für so einen Quatsch. Erwachsene hingegen genießen Spaziergänge, weil sie sich fallen lassen können in ihre eigenen Dimensionen.

Selbst wenn der Duden „spazierengehen“ als veraltet ansieht, spazieren Sie ruhig mal wieder und leeren Ihre gefüllten Zwischenräume oder füllen Sie neu auf, je nachdem, in welcher Verfassung Sie sich befinden.

Doris Mock-Kamm

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Deutschland per Vaterlandsehre dem Nationalismus feilgeboten

flickr.com/ h.koppdelaney/ (CC BY-ND 2.0)

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Chaotische Zeiten stehen bevor

Orientierungslosigkeit scheint die regierende Politik gänzlich zu verkennen in ihrer Verstrickung mit dem Kapital, den Großkonzernen und somit den eigentlichen Mächten, die Einfluß nehmen aufs weltliche Geschehen. Das Wissen allein vermag dennoch nicht viel entgegenhalten, weil nicht nur wenige bis gar keine Möglichkeiten vorhanden, jene Entwicklung aufzuhalten, die uns allen noch bevorsteht, sondern weil das Volk selbst viel zu wenig Selbstbewußtsein schärfen konnte, viele Zusammenhänge nicht versteht.

Man muß mit Fug und Recht sogar behaupten: nicht verstehen soll. Die Aufklärung mittels des eigenen Verstandes, die Immanuel Kant so treffend formulierte, wurde bis heute eben nicht verinnerlicht und umgesetzt. Eine gezielte Bildungspolitik konnte das verhindern zusammen mit einer ewiglich knechtenden Abhängigkeit beim alltäglichen Überleben, welches die Berufswahl und deren Stände diktiert. Der alte Spruch, „Haste nix, biste nix“, darf durchaus als knallhartes Los betrachtet werden. Das gilt übrigens für sämtliche Lebensbereiche, vom einfachen Menschen bis hin zum Genie.

Was nützen Talente, wenn sie unentdeckt bleiben, keinerlei Förderung erhalten? Die Gesellschaft muß sich in sofern als Spielball einer steuernden Politik betrachten, der sie sich aussetzt, ob nun freiwillig oder mittels Gewalt, hebt sich das schnell auf, wenn es um eine sogenannte Gerechtigkeit gehen soll, die aus der Französischen Revolution hervorgegangene Brüderlichkeit, Freiheit und Gleichheit. In etwa eine unerreichbare Illusion, ein Trugschluß, der nicht greifen darf? Weil eine wirklich humane, gerechte Welt ein Teilen all des Überreichtums bedeutet, eine Beschränkung derer, die so gar nichts abgeben wollen von ihrer angehäuften Macht? Genau das ist der Punkt.

Lieb Vaterland – ick dräng dir mal an den rechten Rand, befinden wir uns längst auf diesem Weg, wobei sich zugleich die Frage stellt: Wer will das? Nimmersatte Patrioten, die von vorneherein den Weg eines unabdingbaren Nationalismus fordern, eine Loyalität zum eigenen Land, die ihresgleichen sucht. Die FAZ schrieb neulich einen fundierten Artikel über diejenigen, die die rechten Fäden in der Hand halten, von einem Götz Kubitschek ist dabei die Rede, der wie ein Despot auf seinem Rittergut herrscht. Das soll das wiedererweckte Vorbild einer Neuen Rechten sein? Wenn die Eltern sich siezen, Respekt zu Deutschlands Vergangenheit eingefordert, eine Loyalität bis aufs Blut, in dem kriegsverherrlichender Gehorsam erzwungen werden soll? Zurück in Zeiten der Abgrenzung, Völker sich über Völker erheben, beste Voraussetzung für erneute Kriege?

Warum stets Mensch sich einem Führerkult aussetzt? Keinerlei Antriebe eigener Gestalt per friedlichem Zusammenleben, ohne sich über andere zu erheben? Wann legen wir endlich dieses Hemd ab, dieses Korsett der Fremdbestimmung und verinnerlichen das kreative Sein in einer Gesellschaft gegenseitigen Respekts, in der weder die Religion noch die Hautfarbe, gar die Nationalität eine Rolle spielt?

Ich schließe mit eigenem Zitat:

„Mensch, du bist nackt geboren, entsprungen aus Mutters Schoß, laß Dir nicht einreden, daß andere Deine Feinde sind, mache Dir alle Menschen zu Freunden, was Du selbst sendest und gibst, wird Dir widerfahren. Und wenn Du anderer Meinung bist, laß Dein Gegenüber die seinige, solange wir allesamt in friedlichen Absichten verweilen.“

Lotar Martin Kamm

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Wetter mit gravierenden Unterschieden

pixabay.com

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Windige Typen geben sich die Ehre

Geht Ihnen auch manchmal ein Licht auf, könnten dann Heureka schreien wie einst Archimedes von Syrakus? Bekanntlich soll er so überwältigt von seiner Erkenntnis gewesen sein, daß er völlig vergaß, sich ein Tuch überzuwerfen, er soll nämlich genüßlich in der Badewanne gelegen haben, als er vor lauter Freude auf die Straße rannte, um aller Welt mitzuteilen: Ich hab’s gefunden!

Na, vielleicht war Ihre Erleuchtung nicht so weitreichend wie die von Archimedes, sondern nur die Erkenntnis, daß es nicht förderlich für den Magen ist, morgens schon ein Glas eisgekühlte Cola zu trinken. Wie dem auch sei, es können ja nicht alle Menschen Genies sein. Wetten, Sie sind bis dato nicht auf die Idee gekommen, daß Wetter und Wetter nicht nur den gleichen Namen haben, sondern beide trotz Wahrscheinlichkeitsberechnungen nicht immer ein Ergebnis aufweisen, das einleuchtend ist?

Der Wetter, die Wetter, das Wetter, welches Wort kann denn schon mit allen drei Artikeln (Pronomen) in Harmonie leben? Okay, der Plural ist bei beiden gleich, gibt es sonst noch Gemeinsamkeiten? Beide, der Wetter und das Wetter sind unzuverlässig. Prognosen hin oder her, verlassen Sie sich nie auf die beiden, denn sie jonglieren mit einem Glauben der Voraussagen, die die Zukunft betreffen. Da sie zufälligerweise öfters auch richtig tippen, vermeint man doch, die Wahrheit über ihr Verhalten erkennen zu können und schließt sich ihnen manchmal im guten Glauben an.

Daß das Wetter etwas mit Wind, Luft zu tun haben könnte, leuchtet ein, aber warum wird ein Teilnehmer eines Glückspiels Wetter genannt? Was hat ein Wetter mit Wind zu tun? Nun, der Freund, der mir sein Heureka anvertraut hat, wie die Karte zu einem versteckten Schatz, hat seinen Weg der Erleuchtung gleich mit beschrieben.

„Hast du dich schon mal gefragt, warum ein unaufrichtiger Mensch auch „windiger Typ“ genannt wird? Er verhält sich wie eine Fahne im Wind, je nachdem woher der Wind weht, dreht sich die Fahne. Das macht auch ein windiger Typ, denn beide haben kein Skelett, keine Festigkeit, kein Rückgrat. Sie sind den Bewegungen des Windes ausgeliefert und können aus eigener Kraft nicht dagegenhalten, schließlich ist die Fahne ein Stück Stoff und keine Mauer.“

„Aber so ein Windhund ist doch eher berechnend, er wettet doch nicht in den blauen Dunst hinein, sondern er kalkuliert seine Vorteile? Das Wetter kann doch nicht kalkulieren, es erhält doch keinen Vorteil durch sein Verhalten.“

„Ja und nein! Unsere Vorfahren haben zu einigen Naturgewalten, also zu Dingen auf die sie keinen Einfluß nehmen konnten, göttliche Gestalten erschaffen, die ihnen das Denken abnahmen, da ein mit besserem Wissen ausgestatteter Gott schon seine Gründe hatte, warum eine Sache so läuft und die andere Sache nicht. Das war reine Spekulation, das war wie eine Wette.“

„So ähnlich wie: Wenn du den Teller leer ißt, gibt’s morgen gutes Wetter?“

„Genau, es war nie Verlaß darauf, was als Nächstes passieren konnte, die Naturgewalten haben mal das Land überschwemmt und mal eine Dürre verursacht! Sie haben sich gedreht wie die Fahne im Wind.“

„Alles klar! Das heißt, der Wetter verhält sich so wie das Wetter, unberechenbar, doch mit Kalkül, wenn ich Wetter einen Namen gebe?“

„Ja, beide sind vom Zufallsprinzip abhängig.“

„Sag mal, du bist doch gläubig. Wie kannst du da Gottheiten mit Wetter vergleichen?“

„Ah, du meinst, weil ich gesagt habe, die Vorfahren haben Naturgewalten einen Namen gegeben und sie zu Göttern stilisiert? Und von wegen Wetter sind unzuverlässig und Windhunde? Für mich ändert sich dadurch gar nichts an meinem Glauben, du kennst mich doch, ich bin auch öfters ein Fähnchen im Wind und schwanke hin und her, vertraue Menschen, der Wissenschaft und so weiter. Wie oft bin ich schon enttäuscht und eines Besseren belehrt worden. Soll mich das davon abhalten, das nicht auch Gott zuzugestehen?“

„Aber der Wetter ist doch negativ besetzt, ein Windhund halt.“

„Klar, aber manchmal gewinnt der Wetter doch und sei es auch nur an Erfahrung für sich selbst. Schlußendlich ist aber jede Missetat, die durch ihn verursacht wurde, ein Gewinn für uns, denn sie verhilft zu unserer Erkenntnis, wetten?“

Doris Mock-Kamm

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Dschungelbuch: Neueste Verfilmung vertreibt indigene Völker

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Kunst, Kommerz und Naturschutz im Diskurs

Im zweit bevölkerungsreichsten Land der Erde, der Republik Indien, wo weit über hundert Sprachen gesprochen werden, blüht eine regelrechte illegale Vertreibung indigener Völker, aufgrund von unterschiedlichen wirtschaftlichen Interessen. Querdenkende berichtete im letzten November über die Vertreibung mittels des Bauxitabbaus.

Ungeachtet dessen scheint die verantwortliche Politik im siebtgrößten Land des Blauen Planeten keinerlei ernsthafte Bemühungen anzuwenden, um die gnadenlose, stetig voranschreitende Vertreibung indigener Völker zu stoppen. Einerseits erfreut sich eine kommerziell interessierte Zuschauerklientel über die jüngste Dschungelbuch-Verfilmung, auf der anderen Seite der Medaille des Glamours und der Filmkunst sowie eines angeblich bedachten Naturschutzes, der dem bedrohten Tiger gelten soll, stehen eben die indigenen Völker in einem unglücklichen Diskurs.

Zwangsvertreibungen aus dem Kanha-Tiger Reservat sind ein Beispiel für jenes brutale Vorgehen, zumal Kanha der Inspiration des Originalromans von Rudyard Kipling diente, wie Survival International berichtet.

Schöne neue Welt verdrehter Wunschvorstellungen

Schlimm genug diese Massentierhaltung, die Menschheit sich gönnt, um ihre Sucht nach übermäßigen Fleischverzehr zu befriedigen, die vielen Zoos, wo Tiere vor sich hin vegetieren, beglotzt von Horden Neugieriger. Gleichzeitig jene Naturschutzorganisationen, die in der Regel tatsächlich Gutes leisten, damit die Tier- und Pflanzenwelt nicht gänzlich vom Globus verschwindet, weil Mensch in seiner Profitgier alles fordert.

Doch manchmal sollte eine arrogante Zivilisation mal in sich kehren, ob nicht doch das Wissen indigener Völker die ein oder andere Überraschung bereithält. Im Fall der Tiger Indiens scheint dies zuzutreffen, dürfen die Bewohner des Volkes der Soliga im südindischen Bundesstaat Karnataka mit den Tigern zusammenleben. Ein anschauliches Beispiel, da die Population der riesigen Raubkatzen sich fast verdoppelte.

Profit vs. Menschenrechte – ein ziemlich dramatischer Preis

Der vor allem weltweit in fast allen Bereichen des täglichen Zusammenlebens eingreift. Da taucht schon die berechtigte anmahnende Frage auf, wofür eigentlich die verantwortliche Politik steht: zum Wohl der Menschen oder eher der Klientel der Profitgier? Weiter gedacht, muß man feststellen, daß nachwievor das Geld den Weg bestimmt, ein ständiges Ringen zwischen Schadensbegrenzung und unsäglichem Leid etliches Leben belastet oder gar vernichtet.

Wie formulierte Albert Schweitzer mal so zutreffend:

„Humanität besteht darin, daß niemals ein Mensch einem Zweck geopfert wird.“

Lotar Martin Kamm

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Rüstig sein bis ins hohe Alter

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Aus Zeiten als noch die Kampfleistung sich die Ehre schuf

„Schau mal die beiden Alten sind aber noch ganz schön rüstig!“ So oder ähnlich wird es ausgedrückt, wenn alte Menschen (wobei der Begriff Alter sehr dehnbar) noch arbeiten, Dinge tun, für die sie in den Augen anderer schon zu alt dafür sind und eigentlich die Kraft und Ausdauer nicht mehr besitzen, die jungen Menschen zugetraut werden.

Okay, sooft wird das in dieser Form nicht mehr ausgesprochen, eher schon mit: Die beiden Alten sind ja noch ganz fit. Auch wird, der oder die hat das Rüstzeug für eine Sportler- Künstlerkarriere eher mit er oder sie hat das Talent für dies oder das.

Obwohl, so lange ist das mit dem rüstig Sein und dem Rüstzeug Haben in unserer Sprache nun nicht her. Zurückzuführen ist dies natürlich auf die stolzen Rittersleute und ihre „Panzerung“ für den Kampfeinsatz. Und natürlich wurden die Ritter geehrt, nein, so ganz richtig ist das wohl nicht, denn das Bestaunen und Bewundern der Ausrüstung wurde fast in jedem Zeitalter den Kämpfern gegönnt. Selbstredend waren sie nicht nur nach ihren Kampfleistungen den anhimmelnden Blicken ausgesetzt, ebenso beachtenswert waren natürlich die Qualität und die Ausstattung der Waffen und Rüstungen.

Nicht jeder Kämpfer mit glänzender Rüstung hat durch seine „Kampfleistung“ sich die Ehre geschaffen, sich eine teure Ausrüstung zu leisten. Einige hatten durch Geburt und Wohlwollen die finanziellen Mittel, auch ohne „Kampfgeist“ die neuesten und besten Rüstungen zu tragen. Soviel Unterschied zu der heutigen Zeit gibt es nicht. Denn die Rüstung für den Kampf und das Rüstzeug für einen Beruf ist auch ohne weiteres auf sämtliche Lebensbereiche und Berufe zu übertragen und war in allen Zeitaltern anzutreffen.

Sei es im Beruflichen oder im Bereich der Schönen und Berühmten, überall erleben wir Menschen, die für das Rüstzeug zu ihrem Tun nicht unbedingt gerüstet sind, sondern ausgerüstet werden. Diese Erkenntnis ist nicht neu und an sich auch nichts Weltbewegendes, aber manchmal erstaunlich, daß der Unterschied zwischen gerüstet sein und ausgerüstet werden von vielen Menschen nicht bemerkt wird. Selbst das ist nicht weiter auffälliger als all die Jahre zuvor und kann einem die Laune nicht wirklich verderben.

Aber wenn die Ausgerüsteten dann noch Orden, Preise einheimsen, ohne wirklich in die Rüstung zu passen, sondern einfach dazu dienen, noch besser ausgerüstet zu werden, dann kann schon der Kamm anschwellen.

Niemanden ist es möglich, alles an Erfahrung, Wissen permanent vorrätig zu haben, einiges verschwindet im Nebel der Erinnerung, deshalb ist es wichtig, wenn die Erinnerung geweckt wurde, diese Erinnerung mit anderen zu teilen. Und damit auf Menschen aufmerksam zu machen, die ein Rüstzeug hatten, das bewundernswert, be- und geachtet werden lohnt. Die Chance auf einen mehr als verdienten Orden, nämlich den Friedensnobelpreis, wurde verpaßt im Fall von Irena Sendlerowa. Aber schätzungsweise wäre ihr das sogar peinlich gewesen, denn ihre Rüstung war die Menschlichkeit in Zeiten von unsäglichem Leid.

Ob jemand wirklich in der Rüstung steckt, für die er gerüstet ist, oder ob er nur besser ausgerüstet wurde, kann man bisweilen schwer erkennen. Deshalb bleiben Sie rüstig, auch in Ihren Gedanken.

Doris Mock-Kamm

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Merkel berauscht vom „türkischen Pascha“

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Satirischer Rückblick…

Soviel Schmäh tut schon weh, erst als Gedicht und in Folge vor Gericht, so hat eine Merkel entschieden, was Weise vorher bewußt stets vermieden, nämlich daß die Politik die Freiheit des Wortes beschneidet. Darunter nunmehr unsere Demokratie leidet.

Bei Dämmerung manch Liebesspiel sich offenbart, jedoch am Horizont hämisch böses gart, weil stets der Profit zählt, so auch die Serengeti wird bald sterben, Geld regiert die Welt, Mensch und Natur liegen in Scherben. Man zurecht sich fragt, was jener Zinnober soll, der einem sagt, man höre auf jeden Troll.

Welch Spektakel bekommt Mutter Erde dabei oft zu sehen, wenn manch Gesellen einfach nur blöd in der Gegend herumstehen. Gebietet man tatsächlich über sein kleines Stück Land, welches bis aufs Blut es zu verteidigen gilt? So ganz nebenbei, am Rand, welch Teufelswerk wohl dabei um die Ecke schielt: Nationalismus bedeutet immer Krieg, dessen Ende keineswegs ein Sieg!

Daher auch Kerrys Gedanken zu den Hiroshima-Opfern reines Kalkül, bedeuten keineswegs viel, sondern dienen dem hegemonischen Weg, der die Welt in die Apokalypse führt. Das ist schräg, Mensch seine Berechtigung verliert. In Erinnerung an entspannte Hoffnung folgt rechtzeitig die rettende Eingebung, doch noch inne zu halten, mögen Mächte Frieden bewahren?

Ein Thema die Tage in die Öffentlichtkeit drängt, sie ablenkt: Mit der Böhmermann-Affäre Erdoğans Satire-Phobie außer Kontrolle gerät. Wer dabei wohl unheilvolles gezielt sät? Merkel berauscht vom „türkischen Pascha“ vor laufender Kamera sagt, was längst im Vorfeld bekannt: Es ja niemand wagt, Staatmänner zu beleidigen. Die Justiz gebaut auf Sand, möge unser Land nunmehr verteidigen.

Nicht mit dem rechten, nein, mit dem linken Fuß aufstehen, dies galt bisher besonders für eine SPD. Doch die läßt sich anfechten, wie wir sehen, das tut weh. War ihr Weg nicht von Beginn an besiegelt, weil sie aufgewiegelt mittels falscher Genossen unverdrossen dem Hegemon folgt? So ist das gewollt! Selbst vor 40 Jahren war man sich darüber eigentlich im Klaren.

Überall Verrat und Zerfall, so auch das EU-Parlament zum Glyphosat die WHO-Einschätzung ignoriert, völlig ungeniert das giftige Mittel zulassen wird: Erneut die Natur ihr Recht auf gesundes Leben verliert. Mensch, ist das wirklich dein Ernst? Oh, welch raffgieriges Sein, am Ende nicht nur Schein, sondern mit dem Tode ringend allein. Wie früher mit Troja, wiederholt sich des Menschen Saat Jahr für Jahr.

Ach, würden doch all die Gaffer mit derselben Zivilcourage sich einsetzen, wenn Schwächere bedrängt. Stattdessen nur noch hetzen, fordert manch „Arsch“, daß man Menschen henkt. Das Volk wird weiterhin abgelenkt.

Lotar Martin Kamm

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