Es geschah vor 40 Jahren (22. bis 28. März 1976)

flickr.com/ pablodf/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Wußten Sie was… in der vierten Märzwoche 1976?

makadomo TV begrüßt Sie recht herzlich zur vierten Sendung „Es geschah vor 40 Jahren…“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr eine Aneinanderreihung von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm

Lotar Martin Kamm

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Glyphosat: Mehrheit des EU-Umweltausschusses lehnt Zulassung ab

flickr.com/ campact/ (CC BY-NC 2.0)

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Monsantos Einfluß noch nicht gebrochen

Der letzte Dienstag beschäftigte die Welt und daher auch den Umweltausschuß der EU in Brüssel, so daß dessen Tagung angesichts der Terroranschläge nicht breitfächrig von den Medien thematisiert wurde. Darf man von einer guten Nachricht sprechen, da immerhin die Entschließung mit 38 gegen 6 Stimmen und 18 Enthaltungen verabschiedet wurde? Sicher doch, aber Monsantos Einfluß wird daher längst noch nicht gebrochen sein.

Gerade innerhalb der Bundesregierung selbst herrscht Uneinigkeit über jenes Glyphosat. Während Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt eher Monsanto ohne weiteres traut, ganz im Sinne der Agrarindustrie, um bei bevorstehender Zulassungsgenehmigung dem Mittel einen Freifahrtschein zu erteilen, kommt ihm Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in die Quere, die durchaus die Folgen der Umweltunverträglichkeit von Glyphosat zu bedenken gibt.

Deutschland enthielt sich bei der Probeabstimmung

Die fand bereits zuvor am 08. März statt. Welches Signal an Monsanto und den Befürwortern, die trotz neuer Studien über die Gefährlichkeit des Herbizids, selbst die WHO stuft es als wahrscheinlich krebserregend ein, nach wie vor an die Segnungen glauben und alles daran setzen, damit es für weitere 15 Jahre von der EU-Kommission erneut zugelassen wird. Die hat nämlich das letzte Wort.

Gleichzeitig hatte Schmidt es nicht für notwendig gehalten, die Öffentlichkeit über die Abstimmung in Kenntnis zu setzen, Intransparenz zeichnet auch diesen Minister aus, man ist sich wohl seiner Sache sicher, daß am Ende die Lobby von Monsanto und Co. sich durchsetzt. Da mögen solche Berichte wie über die Belastung deutscher Biere ihn kaum bewegen, die eigene Meinung zu überdenken. Hauptsache man folgt dem Weg des Profits, Umweltbedenken zählen wohl nicht.

Gemeinwohl vor Industrie-Eigennutz – BUND bittet um rege Teilnahme

Und zwar, diesen Bundeslandwirtschaftsminister anzuschreiben. Völlig berechtigt muß auf Transparenz bestanden werden, schließlich betrifft uns alle die gefährliche Belastung durch Glyphosat. Neben vielen anderen Stoffen, die ohnehin Mensch und Natur nachhaltig schädigen, sollte spätestens bei jedweder neuer Erkenntnis die Bevölkerung im eigenen Sinne sich aktiver beteiligen und nicht einfach eine derartige Ignoranz seitens verantwortlicher Politiker länger hinnehmen.

Neben dem Gang auf die Straße per Demonstrationen, sind ebenso Briefe und E-Mails ein durchaus moderates Mittel, um sich Luft zu machen, die Öffentlichkeit anzumahnen. Je größer die Proteste, desto wahrscheinlicher könnte die EU selbst aufhorchen. Wenigstens ihr Umweltausschuß geriet ins Grübeln, hoffen wir, daß die EU-Kommission jene Botschaft aufgreift, selbst wenn die Chancen eher gering sein werden angesichts der Macht von Monsanto, deren Befürworter und Gönner.

Lotar Martin Kamm

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Eine Hinfallgeschichte – Jakob Brückmann

flickr.com/ Oh-Berlin.com/ (CC BY 2.0)

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Jakob Brückmann war ein fleißiger und gewissenhafter Beamter, der viel Wert darauf legte, seine ihm übertragenen Arbeiten aufs Beste zu erledigen. Seit seiner Lehrzeit im Bauamt hat er noch keinen Tag gefehlt und selbst in seinem Urlaub ließ er trotz Ermahnungen seines Vorgesetzten es sich nicht nehmen, einmal täglich kurz durch seine Abteilung zu gehen, um nach dem Rechten zu sehen. Konnte man doch nie wissen, ob wirklich alles zu seiner Zufriedenheit bearbeitet wurde. Seine einzigen Makel waren seine über alles geliebte Gründlichkeit und Ordnung.

Als er wieder an einem Urlaubstag in seinem Büro erschien, wurde er, bevor er noch die Gelegenheit hatte, sich an seinem Schreibtisch zu setzen und seine Mitarbeiter der Reihe nach auffordern konnte, über die verschiedenen Baumaßnahmen zu berichten, von seinem Vorgesetzten gerufen: „Herr Brückmann, kommen Sie bitte in mein Büro!“

Etwas verärgert darüber, daß ihm durch seinen Vorgesetzten sein Tagesablauf durcheinandergeriet und in der Gewißheit zu erahnen, warum er in das Büro gerufen wurde, hatte er doch wieder einmal gegen den ausdrücklichen Willen, nein, sogar gegen den Befehl seines Vorgesetzten gehandelt, indem er an seinem Arbeitsplatz erschien, obwohl er seine Urlaubstage zu seiner Erholung nützen sollte.

„Herr Brückmann, Sie wissen doch“, schnaufte sein Vorgesetzter und lehnte sich dabei fast über seinen gesamten Schreibtisch.

„Ich weiß, aber die Arbeiten müssen doch ordentlich und zur Zufriedenheit vollführt werden, und wenn ich nicht…“

„Ja, ja, ja, deshalb freue ich mich, heute Sie hier zu sehen, es gibt da nämlich ein Riesenproblem mit unseren Baumaßnahmen in der Lotte-Haber-Straße. Gestern Mittag war der Bürgermeister persönlich in meinem Büro, er war ziemlich aufgebracht. Brückmann, er zieht nämlich in einem Monat in die Villa Lotte-Haber-Straße/Ecke Pfahlenallee, und Sie wissen doch, erst der Frost und jetzt der viele Regen, die haben bis jetzt noch nicht mit dem Pflastern der Straße begonnen. Der Fricke, der Bauunternehmer, ist krank, sein Vorarbeiter gibt sich optimistisch, sie werden das schon schaffen, sagt er. Herr Brückmann, gehen Sie vor Ort und sehen selber nach, wie weit die mit den Arbeiten sind. Und dann kommen sie morgen und berichten mir, ich werde ihr Kommen morgen sehnlichst erwarten, und sie können von mir aus dann den ganzen Tag hier an ihrem Schreibtisch sitzen!“

Jakob Brückmann war einerseits erfreut darüber, diesen Auftrag von seinem Vorgesetzten bekommen zu haben, konnte er doch damit beweisen, auch ihm fremde Aufgaben zu erledigen, andererseits vermißte er schon jetzt, die Unterlagen von diesem Tag seiner Mitarbeiter durchsehen zu können. Die Lotte-Haber-Straße war überhaupt nicht sein Aufgabengebiet und eigentlich ging ihn die ganze Sache nichts an. Aber er war überzeugt, den Vorarbeiter der Firma Fricke so an die Kandare nehmen zu können, daß wirklich spätestens zum Einzugstermin des Bürgermeisters in seine Villa alle Arbeiten fertiggestellt sind.

Jakob Brückmann wäre nicht Jakob Brückmann, wenn seine innere Einstellung nicht auch seinem äußeren Auftreten entsprechen würde. So war er stets akkurat gekleidet, rasiert, gekämmt und seine Körperhaltung entsprach eher einem in den Boden gestampften Pflock, der schnellen Schrittes sich fortbewegte. Auf fast der gesamten Länge des Gehweges, der die Straße zu den zurückliegenden Häusern abgrenzte, lagen besonders in der Nähe der Villa des Bürgermeisters da mal eine Schaufel, da ein Steinhaufen, da mal ein Spaten, da mal eine Schubkarre, da mal ein Erdwall, und wohl sämtliche Arbeiter saßen auf der großen nach oben enger werdenden Steintreppe, die zur Eingangstüre der Villa führte, auf den Stufen und palaverten.

Mit der ihm eigenen Miene des unerschrockenen und gefestigten Mannes, der stets seinen Willen durchzusetzen weiß, sprach er in die Runde: „Wer hat hier für die Arbeit die Oberaufsicht?“ Die Arbeiter wechselten sich vielsagende Blicke, unter anderem auch den, daß man sich erst einigen wollte, wer sich denn angesprochen fühlte. Ein kräftiger mit Schirmmütze und seit Wochen nicht rasierter 50-Jähriger antwortete, ohne sich die Mühe zu machen, aufzustehen: „Wer will das wissen?“

Jakob Brückmanns Erklärungen über seinen Auftrag war noch nicht mal über drei Sätze lang, als der 50-Jährige bedächtig aufstand, einen Blick zur Villa fast wehmütig warf, und Jakob Brückmann aufforderte, mit ihm seitlich von der Treppe auf dem Gehweg zu sprechen. So erfuhr Jakob Brückmann durch den immer leiser sprechenden, aber unruhig blickenden 50-Jährigen, daß alle Arbeiter geflissentlich ihre Arbeit tätigen würden, wenn denn das Fräulein Bürgermeister mit ihrer Gouvernante, beides himmlisch anzusehende reizende Wesen, die Villa verlassen hätten. Leider könnte das mithin erst in den späten Nachmittagsstunden geschehen.

Und weil die zwei Damen an keinem Tag zur gleichen Zeit in die Villa gehen würden und ab und zu auch ein ständiges Kommen und Gehen der beiden die Arbeiter von der eigentlichen Arbeit abhalten würde, zudem des öfteren ja auch noch Anlieferungen in die Villa getätigt würden, somit die Arbeiter doch nicht mit verschmutzter Kleidung den Damen ihre Aufmerksamkeit zuwenden wollten, da sie doch ihre Hilfe so gern in Anspruch nehmen würden. Jakob Brückmann wollte gerade das für ihn sträfliche Verhalten der Arbeiter aufs heftigste kritisieren, als er an der Treppe Gekicher und leicht gedämpfte Männerstimmen zu vernehmen waren. „Sie kommen!“ Gestikulierend ließ der 50-Jährige Jakob Brückmann stehen und beeilte sich, die Treppe zu erreichen.

Als Jakob Brückmann zur Treppe, ausnahmsweise mit gemächlichem Schritt zuging, waren die Arbeiter wie aufgescheuchte Hühner dabei, teilweise mit Stoffen behangen, Kisten und Kartons aus der Villa transportierend, die Damen auffordernd, unten an der letzten Stufe stehen zu bleiben, bis der Wagen vorgefahren wäre. Das mit rotem Teppich benagelte Brett hatte Jakob Brückmann nur noch als Schatten aufgenommen und stürzte am Kopf getroffen vornüber in den Dreck. Die Schreie und das Geschimpfe erreichten ihn wie die Nebelhörner der Schiffe. Er wurde mit kräftigen Armen hochgehoben und seitlich der großen Steintreppe abgelegt, über ihn gebeugt der 50-Jährige und ein Engel, der behandschuht seinen Kopf berührte und mit der anderen Hand mit einem Taschentuch zart über sein Gesicht wischte.

„Das wird schon wieder, wir kümmern uns, liebes Fräulein!“, und schon wurde das Fräulein von ihrer Gouvernante weggeführt, da der Wagen inzwischen vorgefahren war und beide nun mit leicht verdreckten Schuhen und Rocksäumen in den Wagen stiegen. Und weg waren sie. Der 50-Jährige half inzwischen Jakob Brückmann, wieder auf die Beine zu kommen, da Jakob Brückmann sich schlagartig geheilt fühlte durch die Berührung des Engels. Er versicherte, ihm gehe es gut und er würde anderntags nochmal erscheinen, um den Fortgang der Arbeiten zu besehen.

Schwebenden und gleichzeitig schweren Schrittes erreichte Jakob Brückmann seine Wohnung und erschrak beim Blick in den Spiegel, wie er so verdreckt und mit den vielen kleinen Schürfwunden im Gesicht durch die Straßen laufen konnte, ohne sich zu schämen. Ihm war schwindelig, allerdings konnte er nicht genau erklären, ob es auf Grund der Verletzungen oder immer noch vom Anblick des Engels kam.

Am nächsten Morgen erschien Jakob Brückmann in Arbeitshosen, Jacke und festen Schuhen, die er sich von seinem Nachbar, dem Schornsteinfeger Blatze geliehen hatte, vor der Villa. Fritz, dem Metzgerlehrling, den er beim Beobachten der Schornsteinfegertochter erwischte, übergab er einen Brief an seinen Vorgesetzten, in dem er versicherte, die Arbeiten würden pünktlich zum Einzug des Bürgermeisters fertiggestellt sein und er, Brückmann, hätte unerwartet Besuch eines alten Freundes bekommen, der ihn inständig gebeten hätte, ihm doch die Stadt und Umgebung zu zeigen, was er, Brückmann, ihm nicht abschlagen würde können.

Sein Auftauchen auf der Baustelle und das längere Gespräch mit dem 50-Jährigen wurde von den Arbeitern ignoriert, sie nahmen ihn erst richtig wahr, als der 50-Jährige die neue Arbeitseinteilung bekanntgab, so daß sie Jakob Brückmann anerkennend auf die Schulter klopften, als die Abstimmung bereits im vollen Gange war. Jakob Brückmann hatte die Nacht kein Auge zugetan, nicht die kleinen schmerzenden Wunden im Gesicht und seine Beule an der Stirn plagten ihn, sondern der Wunsch, das Fräulein Bürgermeister wiederzusehen und sie so nah bei sich zu haben, als sie sich als Engel zu ihm gebeugt hatte. Sein Plan bestand darin, daß die Hälfte der Arbeiter die Arbeiten an dem Gehweg fortsetzen sollten, während die anderen weiterhin das Hauptmerkmal auf die Hilfsleistungen für das Fräulein Bürgermeister stets bereit sein sollten. Ihre Hilfe würde nur für kurze Handreichungen benötigt, und man würde Rücksicht nehmen, daß sie sich nicht schmutzig machten.

So verbrachte Jakob Brückmann seine letzten zwei Urlaubswochen auf der Baustelle, wobei er sich immer im Hintergrund hielt, wenn das Fräulein Bürgermeister mit ihrer Gouvernante erschien. Die Arbeiten gingen zügig voran, da alle sich beeilten, den Tag schnell zu Ende zu bringen, weil sie dem nächsten Tag entgegenfieberten, an dem sie wieder an der Reihe waren, dem Fräulein Bürgermeister ihre Hilfe angedeihen zu lassen. Jakob Brückmann erlebte diese zwei Wochen wie in Wolken schwebend, sobald der Wagen mit dem Fräulein in die Straße bog, stand er zitternd und schwitzend, sich bemühend, sie in Augenschein zu nehmen, aber gleichzeitig vermied er jeden Blickkontakt, denn er rechnete sich aus, daß er große Chancen hatte, zur Einweihungsfeier geladen zu werden, da es ihm doch zu verdanken war, daß die Straßenarbeiten rechtzeitig fertiggestellt sein würden.

Natürlich hatte er seinem Vorgesetzten durch den Metzgergesellen Fritz täglich einen kurzen Rapport zukommen lassen, in dem er schilderte, daß er auf seinen Ausflügen mit seinem alten Freund es sich trotzdem nicht nehmen lassen konnte, die täglichen Arbeitsfortschritte zu begutachten. Als er wieder in seinem Büro saß, stolzer und öfters mit einem Lächeln auf den Lippen, ließ er keine Mittagspause aus, vor der Villa nach dem Rechten zu sehen. Der 50-Jährige und die Arbeiter freuten sich, ihm ihre Fortschritte zu zeigen, und als es keine Möglichkeit mehr gab, die Arbeit vor der Villa hinauszuzögern, da alles inzwischen auch zur Zufriedenheit des Bürgermeisters, der persönlich erschienen war, fertiggestellt war, schenkten die Arbeiter Jakob Brückmann das Brett mit dem aufgenagelten Teppich, über das das Fräulein in den Wagen zu steigen pflegte.

Das Brett stand nun in seinem Wohnzimmer, natürlich war davor von der Schornsteinfegertochter sorgfältig der Dreck entfernt worden. Des öfteren zärtlich gestreichelt von einem in Träumen versunkenen Jakob Brückmann, der bereits die Einladung zur großen Einweihungsfeier in der Bürgermeistervilla auf seinem Kaminsims zu stehen hatte. Und er wäre ja nicht Jakob Brückmann, wenn er nicht diese Gelegenheit dafür zu nutzen wußte, das Herz der entzückenden Bürgermeistertochter zu gewinnen.

Doris Mock-Kamm

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Terror in Brüssel: Zwischen Ohnmacht, Bekämpfung und Ratlosigkeit

flickr.com/ acidpix/ (CC BY 2.0)

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Europa im Fadenkreuz des IS-Terrors nur vorrübergehendes Intermezzo?

Gestern hat erneut Terrorgewalt aufgezeigt, wie ihr bösartiges Treiben Menschen ermordet und das Mitten in Europas Hauptstadt Brüssel. Eine Warnung an die westliche Welt oder Europa im Fadenkreuz des IS-Terrors nur ein vorrübergehendes Intermezzo?

Eine klare Antwort kann niemand geben, selbst wenn ein Herr Erdoğan vor fünf Tagen meinte: „Eine Bombe wie in Ankara kann auch in Brüssel explodieren“. Der pure Zufall vor allem im Hinblick eines neidvollen Kontexts, weil die Türkei weiterhin nicht Mitglied der EU, dessen Zentrale nunmal in Brüssel sitzt oder gezieltes Wissen ob möglicher Terroranschläge des IS? Spekulationen darüber sind unangebracht, da sie nicht wirklich weiterhelfen. Obendrein muß auch der „türkische Pascha“ zur Kenntnis nehmen, daß Terror nicht nachhaltig bekämpft werden kann, Vergeltungsandrohungen ihn nicht stoppen.

Weltweite Terrorszenarien in Europa zur Tagesordnung?

In vielen Nationen gehört der Terror zum Alltag, denken wir an Israel, an den Irak, an Afghanistan, um nur mal drei Länder aufzuzählen. Oftmals gelangen Terroranschläge nicht mehr in die Schlagzeilen der Weltnachrichten, weil die Interessen des Geldes stets sich nach deren Auftraggebern richten, die wiederum den politischen Kurs diktieren. Poliker selbst dürfen auch nur soviel ausrichten und bewegen, wie ihnen gestattet wird an kurzgehaltener Leine. Klingt anmaßend und gar verschwörungstheoretisch? Die Realität offenbart aber genau jene Machenschaften, ob dies uns genehm sei oder nicht.

Nunmehr der Terror als ständiger Begleiter mitten unter uns. Folgt nach Paris und Brüssel der nächste große Anschlag in Berlin? Helfen uns die ausgemachten Schuldzuweisungen gen Frau Merkel wirklich weiter, wenn gleichzeitig eine Frau von Storch direkt nach den Brüsseler Anschlägen zynisch bemerkt, es habe alles nix mit nix zu tun? Sind wir tatsächlich angekommen in einem gesellschaftlichen Gegeneinander, wo das Chaos jetzt erst recht sich ausbreiten darf?

Feindbild Islam soll gesellschaftlich den Westen aufmischen

Zurück in religionskriegerische Auswüchse per gezieltem Terror? Wobei obendrein ein völkisches, gerade gerücktes Bewußtsein ein wunderbares Instrument für all jene, die bis heute nicht verstanden haben, daß die Welt unaufhaltsam mulikulturell zusammenwächst. Das mag jenen Nationalisten nicht schmecken, läßt sich aber nicht mehr vermeiden, außer per sinnloser Durchsetzung mittels Gewalt. Zurück in Zeiten des vergangenen Jahrhunderts, wo genau dies bereits schiefging?

Mit dem zunehmenden Feindbild des Islam, der längst als große Gefahr geschürt Angst und Schrecken verbreiten soll, erreichen auch jene IS-Terrorbanden ihr Ziel. Der christlich geprägte Westen wird verunsichert, was besonders mit freiheitseinschränkenden Maßnahmen als Folge erst recht den Bürger zwischen Wut und Resignation aufschrecken läßt, Empörung und Haß ein friedliches Miteinander schwieriger gestaltet.

Lotar Martin Kamm

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Eine Hinfallgeschichte mit Ella

flickr.com/ geopollock/ (CC BY-NC 2.0)

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Ella König wohnt nach dem Tod ihres Mannes und seitdem ihre Kinder ausgezogen sind ganz allein in dem kleinen Reihenhäuschen am Stadtrand. Im Frühjahr feiert sie ihren 60igsten Geburtstag. Sie fühlt sich oft einsam und genießt jetzt die Sommertage, an denen sie in ihrem Garten Unkraut aus den Gemüsebeeten zupft oder ihn liebevoll mit den verschiedensten Blumen schmückt.

Trotzdem langweilt sie sich oft, besonders an Sonn- und Feiertagen, an denen ihre Kinder mit den Enkeln nicht zu Besuch kommen können, und sie an diesen Tagen nicht in ihrem Garten werkeln kann. So bereitet sie sich heute an einem Sonntag noch im Schlafanzug und mit Morgenmantel, unfrisiert, in der Küche ihr Frühstück zu, als es an der Haustür klingelt. Sie öffnet die Türe, ohne nachzusehen, wer draußen steht, sie ist wohl noch nicht ganz ausgeschlafen und erschreckt, als vor ihr ein großer dicker Mann steht.

„Verzeihung, aber können Sie mir einen Liter Milch verkaufen? Ich habe leider vergessen, daß heute Sonntag ist und alle Geschäfte geschlossen haben“, fragt der Mann und dabei grinst er über das ganze Gesicht.

„Aber natürlich kann ich Ihnen Milch geben, vielleicht nicht einen Liter, aber einen halben Liter Milch habe ich sicher übrig!“, strahlt ihn Ella an, angesteckt von dem freundlichen Grinsen des Mannes.

„Warten Sie einen Augenblick.“ Ella macht die Türe hinter sich zu, geht in die Küche und holt aus dem Kühlschrank die Liter Packung Milch heraus, die sie gestern gekauft hat. Sie öffnet die Packung und gießt die Milch in ein leeres Apfelmusglas, denn da paßt genau ein halber Liter hinein. Schnell verschließt sie das Glas, stellt die Milchpackung zurück in den Kühlschrank und eilt mit dem Apfelmusglas zur Haustür. Die Augen des dicken Mannes leuchten auf, als er sieht, daß Ella einen halben Liter Milch mitbringt.

„Was bin ich Ihnen schuldig, liebste Frau?“

„Oh, oh, nein, das ist schon gut so. Aber sagen Sie, Sie wohnen doch nicht hier in der Gegend, ich habe Sie hier noch nie gesehen?“

„Ja, das können Sie auch nicht, ich bin „Phillo, der grinsende Clown“ und ich habe in meinem Wohnwagen hinten in dem Waldstück übernachtet.“

„Ist das wirklich wahr, Sie sind ein Clown? Oh, das finde ich schön!“, freut sich Ella, die immer schon Clowns mochte.

„Werden Sie hier eine Vorstellung geben? Sie müssen wissen, es hat mich schon immer fasziniert, Clowns zuzusehen.“

„Leider nicht gnädige Frau, ich werde morgen in einer anderen Stadt erwartet“, lacht sie Phillo an.

„Vielen Dank für Ihre Hilfsbereitschaft. Vielleicht komme ich nächstes Jahr wieder in diese Gegend und kann dann hier im Ort eine Vorstellung geben. Nun muß ich aber gehen, vielen Dank nochmal, und wer weiß, bis nächstes Jahr“, lacht der große dicke Clown und dreht Ella den Rücken zu. Er geht eiligen Schrittes die Straße runter, Richtung Wald. Ella schaut ihm mit enttäuschtem Blick nach, bis sie ihn nicht mehr sehen kann. Dann schließt sie die Tür, lehnt sich eine ganze Weile an sie an und geht dann schweren Herzens in ihre Küche.

Nun hätte sie Zeit zu frühstücken, aber sie ist mit ihren Gedanken ganz woanders. Wohl eine Stunde lang sitzt sie, unfähig etwas zu tun, nur mit ihren Gedanken beschäftigt an ihrem Küchentisch. Ab und zu grinst sie über ihr ganzes Gesicht, rümpft ihre Nase, kneift ihre Augen zusammen, preßt die Lippen aufeinander, und plötzlich schlägt sie sich auf ihre Oberschenkel und springt auf mit den Worten: „Warum eigentlich nicht?“

Schnell wie der Wind, jedenfalls für ihr Alter erstaunlich flink, stürzt sie auf den Dachboden und kramt hier in dieser Holztruhe, dort in dem Karton, öffnet sämtliche Kisten, anfangs achtet sie noch darauf, alles wieder fein säuberlich sortierend in die Kisten zu legen, aber dann kramt sie nur noch alles heraus, bis sie endlich die alten Schwimmreifen ihrer Kinder, die diese immer zum Baden dabei hatten, findet.

Sie pustet die drei Schwimmreifen einen nach dem anderen auf, wobei es ihr schwindelig wird von dem vielen und schnellen Pusten. Ganz außer Atem zwängt sie sich die Schwimmreifen über ihren Kopf und zerrt sie schwer atmend um ihren Bauch. Die Reifen spannen, obwohl sie vom Durchmesser eine stattliche Größe haben, aber sie sind ja auch nicht für einen Erwachsenen gedacht gewesen. Nun steht sie erhitzt und mit drei Schwimmreifen um ihren Bauch nach Luft japsend auf dem Dachboden und freut sich, denn sie hat nur noch eins im Kopf – selbst ein Clown zu sein.

Aus den geöffneten Kisten und den herumliegenden Dingen sucht sie nach Kleidungsstücken, die sie über ihren mit Reifen behängten Bauch stülpen könnte. Sie findet eine weite ausgeleierte Hose und ein buntes Hemd, das die Kinder mal zu Fasching anhatten. Nachdem sie die Hose mit großer Mühe angezogen hat, dabei muß sie sich auf den Boden setzen, denn es ist gar nicht so einfach, mit so einem ungewohnten Bauchumfang etwas anzuziehen und das Hemd trotz seiner Größe am Bauch spannt, dreht sie sich öfters um ihre eigene Achse und jauchzt dabei. Aber mit ihren Schlappen fällt sie prompt hin.

„Es müssen doch noch irgendwo ein paar alte Schuhe meines Mannes sein, wo sind die denn bloß?“ Sie öffnet den alten Kleiderschrank und tatsächlich liegen unten auf dem Schrankboden glänzende schwarze Schuhe, die ihr zwar zu groß sind, aber sie nimmt sich vor, sie später mit Watte vorne auszustopfen. Sehr vorsichtig, denn sie merkt, daß sie torkelt beim Gehen, geht sie sicherheitshalber rückwärts die Treppe ins Obergeschoß herunter und watschelt ins Badezimmer.

Aus dem Badezimmerschränkchen nimmt sie aus der hintersten Ecke, versteckt von Tuben und Cremes, eine blaue Dose mit der Aufschrift: ‚Weiße Gesichtsfarbe für Fasching‘ heraus. Die Dose hatte sie für ihre Enkelkinder für Fasching gekauft, war aber nicht gebraucht worden, so landete sie ungeöffnet in dem Schränkchen. Vorsichtig dreht sie am Deckel, entfernt die Silberfolie ein klein wenig und tupft mit dem Zeigefinger sacht in die weiße Masse. Mit der Fingerspitze verteilt sie ein bißchen Farbe auf ihre Wange. Nochmal nimmt sie eine Fingerspitze für die andere Wange, dann greift sie mit Zeige- und Mittelfinger eine große Portion Farbe und verteilt das Weiß über ihr ganzes Gesicht. Dabei stößt sie Laute aus wie: wüah, jeah, prust, phsst.

Nachdem das Gesicht nun komplett weiß angemalt ist, malt sie mit ihrem Lippenstift einen roten Punkt auf die Nasenspitze und je einen größeren roten Punkt auf ihre Wangen. Ihre Lippenform zieht sie ebenfalls mit dem Lippenstift nach. Die Augenbrauen betont sie mit einem schwarzen Kajalstift. Sie betrachtet sich zufrieden in dem Badezimmerspiegel und findet, daß ihre Haare zwar zerzaust aussehen, aber es genügt ihr nicht und so toupiert sie mit einem Kamm ihre Haare so, daß sie hoch stehen.

Nun ist sie zufrieden und watschelt mit dieser Kostümierung in die Küche, dreht sich immer wieder im Kreis, tänzelt ins Wohnzimmer und schaltet die Musikanlage an. Sie tanzt nach der Musik durch das Wohnzimmer, aber da sie immer wieder aneckt, mal am Sessel, mal am Couchtisch, öffnet sie die Terrassentür und tänzelt in den Garten. Dort schwingt sie sich watschelnd über den Rasen, hüpft über die einzelnen Gänseblümchen, die sich in den letzten Jahren auf dem Rasen verteilt haben, und stürzt der Länge nach hin.

Anstatt aufzustehen, wälzt sie sich mit ihrem dicken Reifenbauch über den Rasen, immer wieder jauchzend. Plötzlich hört sie lautes Lachen und Grölen, am Gartenzaun lehnen und stehen etliche Nachbarskinder und klatschen in die Hände, als sie zu ihnen aufschaut. Ihr Verhalten kommt ihr nun albern vor und sie dreht sich auf den Rücken und steht unter zu Hilfenahme ihrer Arme auf, um schnell ins Haus zu rennen. Aber beim Aufstehen stolpert sie gerade über diese und plumpst wieder auf den Rasen. Die Kinder johlen und schreien: „Nochmal, nochmal. Das ist ja komisch!“

Ella ist nun wütend über ihr Mißgeschick und springt regelrecht auf, dabei rutscht sie aber aus und, oje, fällt wieder hin. Als sie dieses Mal aufblickt, stehen am Gartenzaun inzwischen auch die Eltern der Kinder und lachen mit ihnen über Ella. Nein, sie lachen sie nicht aus, sie sind begeistert von den komischen Bewegungen, die Ella vollführt. Nun denn, sagt sie sich, lege ich mal richtig los und sie schneidet Grimassen, tänzelt schwerfällig wie ein Bär über ihre Gartenbeete und läßt sich nun immer wieder absichtlich auf den Rasen fallen.

Die Nachbarn sind mit ihren Kindern inzwischen in ihren Garten gekommen und beglückwünschen sie für diese amüsante Vorstellung. „Wo haben Sie das bloß gelernt, besuchen Sie eine Artistenschule?“ „Bitte laß dich nochmal fallen!“, fordern die Kinder.

Ella ist erschöpft und ungemein glücklich und verspricht den Kindern für nächstes Wochenende eine Vorstellung. Am nächsten Wochenende stehen am Gartenzaun schon lange, bevor sie sich geschminkt und angezogen hat, eine große Menge Kinder. Inzwischen tritt Ella mindestens einmal im Monat bei den verschiedensten Gelegenheiten als Clown auf und trifft immer wieder auf ein begeistertes Publikum. Bis heute hat sie aber niemandem erzählt, wie sie damals überhaupt auf die Idee kam, und daß das Hinfallen nicht absichtlich war.

Doris Mock-Kamm

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US-Wahlkampf: Fratze des Bösen offenbart ihre inneren Beweggründe

flickr.com/ Moyan_Brenn/ (CC BY 2.0)

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Die zwei potentiellen Kandidaten taugen nichts für die Weltpolitik

Welch showträchtiges Rennen wird den US-Amerikanern erneut geboten mit den beiden Kandidaten, die wohl nach den Vorwahlen gegen Ende Juli sich stellen werden: Hillary Clinton für die Demokratische Partei, Donald Trump für die Republikanische Partei. Alle anderen Mitbewerber dürfen jetzt schon eher als chancenlos gelten. Dabei offenbart in diesem US-Wahlkampf die Fratze des Bösen ihre inneren Beweggründe.

Hinterher mögen findige Zungen behaupten, es sei alles nur ein Spektakel gewesen, um möglichst wirkungsvoll für den jeweiligen Kandidaten zu punkten. Doch diese beiden taugen letztlich nichts für die Weltpolitik, die ohnehin einem gefährlichen Abgrund entgegenblickt angesichts zunehmender Konflikte und Kriegsbereitschaft, Ressourcenraubbau und Umweltzerstörung.

Europäisches Kleckern und US-amerikanisches Klotzen

Während im nächsten Jahr in der BRD stellvertretend für europäisches Kleckern die Bundestagswahl stattfindet, – einen wirklichen Gegner hat diese Bundeskanzlerin erst recht nicht mit einem Politiker wie Sigmar Gabriel, zumal die SPD immer mehr an Zustimmung verliert mit Blick zurück zu zwei der drei Landtagswahlen -, verdeutlicht US-amerikanisches Klotzen die Dominanz auf politischer Weltbühne. Zumindest solange keine anderen Mächte wie Russland oder China die Amis aufhalten.

Was kann eine EU-Politik schon großartiges ausrichten angesichts einer US-Dominanz auf sämtlichen Ebenen? Obendrein die EU-Mitgliedsländer sich in manchen Punkten alles andere als einig, ständige Bedrohungen das noch friedliche Europa gefährden, denken wir an die beiden Kriege in der Ukraine und in Syrien. Die USA können weit entfernt ihre strategischen Spielchen einsetzen. Einziger Knackpunkt stellt nunmehr der unbezähmbare Präsident Wladimir Putin dar, der dem Hegemon ständig auf die Füße tritt.

Hillary Clinton und Donald Trump – beides Garanten für Kriegsszenarien

Das mag manch einer als übertrieben werten, doch die politische Weltlage zusammen mit vorgetragenen Statements beider Präsidentschaftskandidaten läßt kaum mehr einen anderen Schluß zu. Hillary Clinton, die derzeitige Außenministerin und ehemalige First Lady an der Seite ihres Ehemanns, möchte einfach die Politik von Barack Obama fortsetzen.

Der Quereinsteiger und milliardenschwere Unternehmer Donald Trump nimmt kein Blatt vorm Mund, welche Politik ihn beflügelt. Genauso wie Hillary Clinton Israel umgarnend, möchte er den Atomdeal mit dem Iran zurücknehmen, schreckt auch nicht davor zurück, einen dritten Weltkrieg mit Russland anzuzetteln, nörgelt über Deutschland, dies hätte sich mehr für die betroffene Ukraine kümmern sollen. Na klar doch, die USA inszenieren den Maidan-Putsch, um Russland eins auszuwischen, hinterher schiebt man den schwarzen Peter der BRD zu. So simpel funktioniert eine US-Politik.

Es schaut somit düster aus mit solchen Präsidentschaftskandidaten. Clinton das kleinere Übel, weil nicht ganz so aggressiv? Da sollte sich niemand etwas vormachen, Lobbyisten im Hintergrund entscheiden, wohin die weltpolitische Reise geht.

Lotar Martin Kamm

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Sprichwörter und Redewendungen

flickr.com/ helst1/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Einfach nur Sprachgebrauch oder Richtung weisend?

Sprichwörter: Zahlung, Meise, Konjunktion, Treppenlauf, Buchhalter, Schneidemaschine, Kurzurlaub. Sprichwörter, hiermit getan und doch wohl nicht verstanden. Wer Wörter spricht, sagt was? Wer Wörter spricht, sagt was!

Bei dir ist Hopfen und Malz verloren! Morgenstund hat Gold im Mund. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht! Einmal ist keinmal! Die Hand, die einen füttert, beißt man nicht. Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen.

Redewendungen. Wenn Rede sich wendet? Wenn Rede sich wendet! Sprichwörter und Redewendungen vermitteln Alltagserfahrungen, Weisheiten in meist kurzen knappen Sätzen. Als Kind und Jugendlicher erträgt man sie leidvoll und stoisch, um sie als Erwachsener selbst zum Besten zu geben. Sie sind und waren in allen Kulturen anzutreffen, daß heißt schon, das kleinste Kind auf irgendeiner einsamen Insel war den Sprichwörtern und Redewendungen mit einem unsichtbaren Zeigefinger ausgesetzt. Wenn dem so ist, so müssen sie ein wichtiger Bestandteil der Sprache, Kultur sein.

Selbst im eigenen Land gibt es unterschiedliche Sprichwörter und Redewendungen, entweder sind sie ein klein bißchen verändert oder komplett neue, die in anderen Teilen des Landes nicht in Gebrauch sind. Dies hängt oft mit den Lebensumständen der Menschen zusammen, die für sie ausschlaggebend sind. Einige haben im Laufe der Jahre ihre Bedeutung verloren oder haben mit ihrem ursprünglichen Wissensgehalt Bestand.

Allen gemein sind aber die in meist kurzen Sätzen vermittelten Weisheiten, Handlungsweisen, Richtlinien. Warum nennt man sie nicht gleich so, sondern umschreibt sie mit Sprichwörtern, Redewendungen? Eine Erklärung wäre die nicht übereinstimmenden Aussagen in Bezug auf verschiedene Länder. Aber auch die nicht immer zutreffende Wahrheit, Handlungsweise, Richtlinie. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz.

Denn was für den einen Gültigkeit haben mag, ist für den anderen Unsinn. Deshalb ist die Wortwahl für die meist kurzen wahrheitsvollen, handlungsvorschlagenden Richtung weisenden Sätze richtig umschrieben mit den Begriffen Sprichwörter, Redewendungen.

Wer Wörter spricht, sagt was? Wer Wörter spricht, sagt was! Wenn Rede sich wendet? Wenn Rede sich wendet!

Es wird uns eben nicht in den Schoß gelegt, was wirklich richtig oder falsch ist, wo Wahrheit vermittelt wird, wo Lüge. Jeder ist seines Glückes Schmied, da liegt der Hase im Pfeffer.

Doris Mock-Kamm

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