Es geschah vor 40 Jahren (05. bis 11. April 1976)

flickr.com/ W***/ (CC BY-NC 2.0)

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Wußten Sie was vom 05. bis zum 11. April 1976?

makadomo TV begrüßt Sie recht herzlich zur sechsten Sendung „Es geschah vor 40 Jahren“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr eine Aneinanderreihung von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm

Lotar Martin Kamm

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Zins und Zinseszins: Welch gefährliche Selbstverständlichkeit (Teil1)

Haus aus Geld

Wenn Banken den Lauf unserer Welt beherrschen

Arno von RosenIm Grunde genommen gibt es nur zwei Arten Menschen auf der neuzeitlichen Weltkugel. Nein, nicht Frauen und Männer, sondern Kreditgeber und Kreditnehmer. Und nur eines vorne weg. Die sicherste Form zu leben ist, es ohne Schulden zu tun. Für 9 von 10 Bundesbürgern eine Illusion, genau wie die Vorstellungen über Banken. Wir reden jetzt nur bedingt von der kleinen Bankfiliale um die Ecke, aber auch dort geht es schon lange nicht mehr darum, unser sauer verdientes Geld für uns zu verwalten und den Kunden beim Zahlungsverkehr zu helfen.

Zins und Zinseszins bedeuten, die Berechnung von der ursprünglichen Kapitalsumme, egal ob bei Schulden (Verbindlichkeiten) oder Anlagevermögen (Investitionen, um Zinsen zu bekommen). Dabei wird der Zins immer auf die ursprüngliche Summe berechnet. Kleines Beispiel. Ihr Haus kostet 100.000 Euro, aber Sie zahlen an die Bank über 20 Jahre 180.000 Euro zurück und in den ersten Jahren nur Zinsen, damit die Bank auf jeden Fall ihr Geschäft sichert.

So tappen viele Häuslebauer in die Psychofalle, ihr Haus ja verkaufen zu können, wenn es mal eng würde, denn das aufgenommene Kapital ist sehr viel höher als das Haus, selbst wenn die Immobilie im Wert steigen sollte. Es findet aber auch eine gleichzeitige Entwertung des Objektes statt, weil die Technik veraltet und der Zahn der Zeit unaufhörlich am Besitz nagt. Das funktioniert ebenso bei angelegtem Vermögen, weshalb angelegtes Geld (nicht auf dem Sparbuch) sich gerne und ständig selbst vermehrt.

Jetzt wissen Sie vielleicht etwas über virtuellen Zins, aber mal Hand aufs Herz. Wann haben Sie zuletzt die Abrechnungen Ihrer Bank überprüft? Noch nie? Glückwunsch, Sie befinden sich in großer, aber schlechter Gesellschaft. Irgendwann, aus welchem langweiligen Grund auch immer, habe ich alle Zinsberechnungen, Kreditverträge, Abschlussgebühren und so weiter, überprüft. (Okay, ich kann gut rechnen, aber wer macht das schon freiwillig?) Was soll ich sagen? Kein einziger Posten hat bei meiner kleinen Bank fürs Volk gestimmt.

Die Vorführung vor Ort überstieg dann auch die Rechnungskapazitäten meines Bankberaters, aber nach etlichen Wochen kam aus irgendeiner Abteilung der Bank ein ähnliches Ergebnis zustande und überraschte die Banker mit Fehlbeträgen von mehreren Hundert Euro pro Jahr. Klar, alles bedauerliche Einzelfälle, Softwareprobleme, noch nie vorgekommen, könne ja mal passieren usw. Eine Entschuldigung? Fehlanzeige, die gab es nicht. Aber anstatt Ihnen jetzt die Ohren voll zu jammern, gebe ich Ihnen einen kurzen Einblick in die Welt der Banken, mit dem Sie wirklich arbeiten können. Da ich mehrere Jahre für die Allianz, und damit auch für die Dresdner Bank gearbeitet habe (ist schon lange wieder weiter verhökert), plaudere ich sozusagen aus dem Nähkästchen.

Sie sind jetzt alle mal Herr Thomas Müller (nicht der von Bayern), denn es ist tatsächlich die meistverbreitete Namensgebung bei allen Müllers. Das Auto ist in die Jahre gekommen, ein Neuer kommt eh nicht in Frage, aber ein Jahreswagen darf es schon noch sein. Sie sind 55 Jahre, haben zwei erwachsene Kinder, sind verheiratet (langsam wird die Sache statistisch unwahrscheinlich) und wohnen zur Miete, wie die meisten Menschen in Deutschland. Da Sie sich gut im Internet auskennen, besuchen Sie ein Portal, um sich die günstigsten Zinsen zu sichern, denn Sie sind ja clever. Angeblich liegt der Zins bei superniedrigen 4,9% im Jahr nominal (den Begriff klären wir später).

Zinseszins

Sie wollen 15.000 Euro über 5 Jahre. Das alte Töfftöff wird noch für 5 Mille an den Mann gebracht, und schon sind 20.000 Euro für den Traumwagen in Aussicht, bei Ihrem legendären Verhandlungsgeschick ist sogar noch ein Kurzurlaub drin, oder? Nur der verdammte Zinssatz landet nie bei 4,9%, sondern immer bei 7, 8, 9 oder gar noch mehr Prozent. Sie probieren andere Anbieter aus, und das Ergebnis läuft ähnlich. Warum? fragen Sie sich und gehen entnervt zu Ihrer Bank, die Ihnen einen tollen Zins von 8,9% nominal anbietet, den Sie dann auch nehmen, weil Sie endlich die Sache hinter sich bringen wollen.

Haben Sie bis hierhin etwas falsch gemacht? Ja, so ziemlich alles was geht in der Finanzbranche, denn die haben ein Scoringsystem, welches von einem Wert 100 ausgeht, und jede Verfehlung von Ihnen gibt Punktabzug (Jeder Bürger, der in irgendeiner Form finanztechnisch tätig wird, hat ein Scoringwert, auch Jugendliche mit eigenem Handyvertrag). Wo haben Sie denn Punkte verloren? Sie arbeiten, haben fast keine Überziehung auf dem Konto, nur noch wenige Raten und der Großbildfernseher, den Sie sich zur WM gegönnt haben, gehört Ihnen und überhaupt sind Sie ja kein Verschwender, zudem telefonieren Sie nur über Flattarife usw.

Nun, Ihr erster Fehler war, die Kredite im Internet abzufragen und das auch noch bei mehreren Anbietern. Jede Abfrage, die nicht gezogen wird, gilt als erfolgloser Kreditantrag, denn Sie müssen immer eine Schufaklausel anklicken, wenn der Zins günstig sein soll und vor dem echten Zustandekommen des Antrages wird diese sowieso verlangt, wie bei Ihrer Hausbank. Das gibt kräftige Abzüge beim Scoring. Sie haben nur ein Mobiltelefon, wie fast alle, ebenfalls Abzüge, denn die meisten Punkte gibt ein zusätzlicher Telekom-Anschluss, sowie die Nummer Ihrer Arbeitsstelle. Sie sind in den letzten fünf Jahren umgezogen, Abzüge, denn Sie könnten ja ein unsteter Mietnomade sein.

Sie haben das beste Alter hinter sich (nur kredittechnisch gesehen, denn Krankheiten könnten Sie jetzt den langjährigen Job kosten), Abzüge. Sie haben Kredite früher getilgt als mit der Bank ausgemacht, Abzüge, denn die Ausstiegsklausel war nicht im Vertrag enthalten. Sie sehen, die Liste Ihrer Fehler ist schier endlos und treibt den tollen Zins immer weiter nach oben, eventuell wird sogar eine Restschuldversicherung von Ihnen gewollt, die Ihnen noch mehr Geld aus der Tasche zieht. Ach ja, haben Sie sich irgendwann mal mit der Telekom über eine Monatsabrechnung gestritten und das Geld vorsorglich einbehalten, bekommen Sie aller Wahrscheinlichkeit nach gar keinen Kredit, denn dieser Punkt gilt schon als KO Kriterium.

Und was bedeutet überhaupt nominaler Zins? Das ist eine Art Marketing Gag, um den Zins niedrig erscheinen zu lassen, denn der effektive (tatsächliche) Zins liegt oft sehr viel höher, beinhaltet dann aber noch nicht mal immer die Kreditprovision für den Bankberater (hat er Sie denn wirklich beraten oder nur seine Produkte vorgestellt?) und schon gar nicht irgendwelche zusätzlichen Versicherungen. Auch beliebt sind Vorfälligkeitsentschädigungen für die Bank, falls Sie Ihren Kredit früher ablösen und Sie der Bank die Zinsen in den Rachen schmeißen müssen, ohne sich weiter Geld zu borgen, weil die Kreditgeber ja mit den Zinsen gerechnet haben (Zinseszinsen).

Wer sind denn diese ominösen Kreditgeber, die Ihnen jetzt schon wieder das Geld aus der Tasche ziehen? Das ist Ihr Nachbar Erwin Meier, der für sein Erspartes fast Null Zinsen bekommt, die Bank aber trotzdem sein Geld an Sie verleiht und sich diese Summe von der Zentralbank absichern lässt mit einem Zins von null Prozent. Richtig, die Kohle bleibt bei der Bank und deren Anteilseigner, die eventuell eine Briefkastenfirma in Panama haben (da war doch jetzt was?), weil dort fast keine Steuern auf Gewinne gezahlt werden (es gibt noch mehr dieser Geldoasen über den ganzen Globus verteilt) und es völlig legal ist, seine Kohle dahin zu transferieren, wo diese nicht angetastet wird.

Natürlich sind das alles elektronische Vorgänge und in Panama liegt nie ein Cent auf irgendeinem Konto, aber die Fehler, die Sie bis dahin gemacht haben, sind ja auch fast nur virtuell entstanden, nur haben Sie nichts davon gewusst, bis heute. Und weil das jetzt alles zum Dahinsiechen ätzend war, gehe ich auf globale Bankgeschäfte in einem anderen Artikel ein. Bis dahin haben Sie hoffentlich Baldriantee gekauft, der wirkt sich auch nicht negativ auf Ihr ruiniertes Scoring aus.

Ihr Arno von Rosen, nicht ganz verbindlichkeitsfrei, mit einem ehemaligen Scoring von über 90 Punkten (jetzt bin ich zu alt für diesen Scheiß …, äh Wert), der keine Kreditkarte hat (aber lieber eine haben sollte) und schon lange keine undurchsichtigen Finanzierungsgeschäfte mehr macht. Ich schließe mit einem Zitat von Peter Ustinov:

„Der einzige Grund, warum ich einen Werbespot für die Kreditkarte American Express machte, war, um meine American Express Kreditkartenrechnung zu bezahlen.“

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Wand und Wandern – keine zwei Paar Stiefel

pixabay.com

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Glatte Wände und gerade Wege kontraproduktiv

Das Wandern ist des Müllers Lust, das Wandern. Immer an der Wand, an der Wand entlang. Eigenartig, beide Wörter beziehen sich auf denselben Ursprung, das Gewundene, das Geflochtene, wenden, winden, wiederholt wenden. Mauern, Wände waren ursprünglich aus geflochtenen Ästen, und das Wandern bezieht sich auf wiederholt wenden, später verändert zu hin- und hergehen.

Wandern, nicht nur immer mal wieder eine neu zu entdeckende Freizeitbeschäftigung, sondern auch immer mal wieder eine notwendige Bedingung für einen Teil unserer Vorfahren. Entweder wegen jahreszeitlicher Unbill oder ganz simpel aufgrund von hygienischen Situationen und ach ja auch, weil die Lebensbedingungen sich drastisch verändert haben, Verfolgung, Naturkatastrophen. Im Laufe von Jahrtausenden sind Straßen entstanden, auf denen Waren transportiert wurden, zwecks Austausches mit anderen Produkten. Seidenstraße, Gewürzstraße.

Und natürlich wurden einige dieser Straßen ausgebaut, damit man schneller vorwärtskam, besonders dann, wenn es um kriegerische Transportwege ging. Der Handel zwischen den Völkern konnte erst stattfinden, wenn durch Wanderungen Waren gefunden wurden, die in einem anderen Gebiet nicht vorhanden waren. Kein Handel ohne Ware, kein Austausch ohne Erkenntnisse über andere Produkte. Wer also immer nur an einem Platz blieb, konnte auch nicht Neues entdecken.

Nicht nur vor langer Zeit wurden Äste, entweder mit Laub oder Lehm bedeckt und gefüllt, sondern auch bis ins Jetzt hinein, wenn Menschen wieder natürliche Baustoffe entdecken. Die Hütten aus Ästen schützten nicht nur vor Tieren, sondern sie trotzten auch den Wettereinflüssen. Beim Restaurieren alter Fachwerkhäuser sind die mit Ästen verbundenen Flächen an Decken und Wänden als Verbundmittel gut zu sehen.

Nun sind aus den Ästen, Mauern, Wände mit Stein und Beton geworden, unsere Straßen sind geteert und über die Autobahnen läßt es sich kilometerweit geradeaus fahren. Somit sind nicht nur die Wanderungen, sondern auch die Wände nicht mehr gewunden. Eigentlich eine Bereicherung, denn wir können durch die kurzen Wege schneller von einem Ort zum anderen, und die Wände müssen nicht immer wieder erneuert werden. Wirklich eine Bereicherung?

Gerade Linien, gerade Wände, irgendwie auf Dauer wirkt das steril, unvollkommen. Viele unserer Straßen der Städte wirken seelenlos. Manche versuchen, mit bunten Bemalungen der Tristesse zu entgehen. Gerade Straßen lassen uns unaufmerksam werden und ermüden. Genauso verhält es sich mit den Fassaden der Häuser, je rechteckiger, ohne Verzierungen, desto weniger nehmen wir die Kolosse, die teilweise in den Himmel ragen, wahr.

Inzwischen gibt es viele interessante Erneuerungen alter Kenntnisse, sei es, daß Straßen durch große Tröge, durch Blumenrabatte mehr Windungen bekommen. Ebenso wird verstärkt beim Bauen neuer Häuser nicht nur auf alte Materialen zurückgegriffen, sondern auch das Eckige verschwindet.

So sollten wir uns gleichwohl besinnen, daß nicht gerade Wege und glatte Wände uns zu einem erfüllten Leben führen, sondern gewundene Wege unsere Lebenswanderschaft bereichern und unsere Herzen nicht aus Betonwänden bestehen, durch die keine neuen Gedanken mehr zirkulieren.

Doris Mock-Kamm

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Bienen in Gefahr: Schmidt geht vor Bayer und Co. in die Knie

flickr.com/ gedankenstuecke/ (CC BY-SA 2.0)

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Verbot von Neonicotinoiden soll aufgeweicht werden

Stets dieselbe Vorgehensweise. Solange die Bevölkerung nichts bemerkt, werden vollmundig Geschäfte mit Großkonzernen gemacht, scheint die Bundesregierung bedenkenlos Chemieriesen wie Bayer, BASF und Co. zu hofieren. Der Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung, Christian Schmidt, geht gar vor ihnen in die Knie, das seit 2009 bestehende Verbot von Neonicotinoiden soll aufgeweicht werden.

Natürlich fühlt sich neben etlichen Umweltschutzorganisationen auch Campact berufen, hat einen Appell gestartet, den Bundesminister doch noch stoppen zu können. Sobald 200.000 Unterschriften vorliegen, will Campact einen Appell im „Bayernkurier“ veröffentlichen, um ihn dort als Bienenkiller statt als Bienenfreund zu präsentieren. Dies könnte durchaus Wirkung zeigen, da etliche Imker das Hausblatt der CSU lesen.

Gifte gegen die Natur – dicke Geschäfte für die Chemieriesen

Was interessieren irgendwelche Wechselwirkungen, Schädigungen von milliardenfachen Krankheitssymptomen bis hin zum Pflanzensterben, der Tod von etlichen Tieren, wobei ebenso der Mensch zu leiden hat, wenn Chemieriesen ihre dicken Geschäfte tätigen? Im besten Fall kritische Umwelt- und Naturschützer, die Politik selbst als Steigbügelhalter jener Konzerne reagiert in der Regel nicht.

Noch vor Mitte der 1970er Jahre gab es den Begriff eines Umweltschutzes bei den regierungsverantwortlichen Parteien mitnichten. Obwohl anschließend eine Umweltpartei wie die Grünen endlich ins politische Bewußtsein vordrang, bestehen weiterhin enorme Belastungen, kann man von einer Entspannung von Umwelt- und Natuschutz nicht wirklich sprechen. Zu viele Ausnahmen, Schlupflöcher und fragwürdige Belastungsgrenzen diktieren weiterhin den Kurs, die Konzerne bestimmen den Weg.

Neonicotinoide – hohe Bedeutung als Insektizid und Beizmittel

Neonicotinoide, deren Wirkstoffe sythentisch hergestellt sich an die Nervenzellen der Schädlingsinsekten binden, dienen somit als Insektizid, haben aber vor allem nachhaltig als Saatgutbeizmittel eine noch höhere Bedeutung. Zu Beginn der 1970er Jahre entwickelt haben die Neonicotinoide schnell die Märkte erobert, werden in über 120 Ländern eingesetzt.

Der derzeitige Grenzwert bedeutet aber für Bayer und Co. Umsatzeinbußen, der Leverkusener Chemiekonzern kann inzwischen sein „Thiacloprid“ weniger verkaufen, so daß er numehr auf einen höheren Grenzwert besteht, von 0,2 Milligramm pro Kilogramm ist die Rede, wie dem BUND in einem Briefentwurf von Bayer vorliegt. Wird Christian Schmidt Bayer nachgeben oder eher sich einer empörten Öffentlichkeit beugen? Wir werden es bald erfahren.

Lotar Martin Kamm

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Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 7)

pixabay.com

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Ein Drama mit offenem Ende

Die USA auf Besuch bei der Redaktion der Zeit.

Volontär: Sie wünschen, wie kann ich Ihnen helfen?

USA: Oh, sorry, ich komme unangemeldet hier vorbei, sollte eine kleine Überraschung sein. Ich bin die USA, Vereinigte Schlitzohren Amerikas. Welche Aufgabe obliegt Ihnen, Mister…?

Volontär: Nennen Sie mich einfach Bernd, ich versuche mich hier als Volontär.

USA schaut zwar interessiert, sein Ton wird alllerdings fordernder.

USA: Well, dann hätte ich jetzt gern Die Zeit gesprochen, ist er nicht hier?

Volontär: Müßte jeden Moment wiederkommen. Na, bitte schön… dabei winkt Bernd der gerade eintretenden Zeit.

Die Zeit: Welch Freude, toll, daß Sie uns aufsuchen. Möchten Sie etwas trinken, Kaffee, Tee oder auch was handfestes? Er grinst die USA dabei an.

USA: Oh, good idea, dann einen Whiskey, bitte, eine Jack Daniel’s ohne Eis! Ich komme direkt zur Sache, wir wollen doch keine Zeit verlieren….hahaha, dabei klopft die USA sich heftig auf die Schenkel, wird von Bernd unterbrochen…

Volontär: Der war gut! Ein strafender Blick von der Zeit läßt Bernd zugleich verstummen.

USA: Sie sollen es aus erster Hand erfahren, damit es exklusiv gleich morgen in Ihrer Zeitung erscheinen wird. Wir kündigen den Russen ein Ultimatum an, welches sie in die Knie zwingt: entweder sofortiger Rückzug an den eigenen Grenzen oder die schon lange bereitstehenden Panzer rollen gen Moskau!

Lange Momente des Schweigens folgen, der Drucker druckt ein just ankommendes Fax aus, Bernd eilt dorthin und entnimmt es dem Fach.

Volontär: Ach, entschuldigen Sie, Chef, aber das sollte Sie interessieren!

Die Zeit überfliegt den Text, kann sich kaum noch auf den Beinen halten und setzt sich schwankend auf einen Bürostuhl.

Die Zeit: Das muß ich dann doch auch Ihnen vorlesen, werte USA. Er nickt zustimmend. dpa: Der Bär hat nach der neulichen Talkshow „Knüppelhart und unfair“, kaum zurück in Moskau, seine vertrautesten Minister und Politiker um sich geschart. Anschließend war er vor die Presse getreten und verkündete, daß etliche Divisionen die russischen Grenzen verstärkt hätten, weil man einem US-amerikanischen Überraschungsangriff vorbeugen wolle.

USA: Oh, my God, kann dieser Wladimirowitsch nicht einmal die Füße stillhalten, so sagt man doch bei Euch, oder? Bisher ging unsere Strategie stets auf, seitdem dieser Präsident die Geschicke Russlands lenkt, spuckt er uns nonstop in die Suppe, nicht okay!

Entrüstet verläßt die USA mit heftig lautem Stampfen die Redaktion, Die Zeit und der Volontär schauen ihm kopfschüttelnd hinterher. Der Vorhang schließt sich zum Umbau der zwölften und letzten Szene. Q tritt vors Publikum.

Q: Seit wann werden die Medien dermaßen direkt einbezogen in politische Umwälzungen bzw. Entscheidungen? Die haben dort nicht das geringste verloren, mag der ein oder andere von Ihnen sich sagen. Nun, es ist alles ganz einfach. Die vierte Gewalt erfüllt auch nur ihren Teil der Rolle, die ihr zugestanden wird. Und die lautet schlicht und ergreifend: Blendet das Volk wo immer möglich, Hauptsache die Bürger bemerken nicht die eigentlichen Beweggründe. Kein Wunder, daß im Zeitalter des Internets sich eine handfeste Opposition bilden konnte. Anfangs noch chaotisch, vor allem sich uneins untereinander. Gleichzeitig konnten all die sich wieder erheben, die noch Jahrzehnte zuvor aufgrund der Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs eher stillhalten mußten. Ihre Stunde rückte näher, als immer mehr Flüchtlinge gen Europa sich begaben, Nationalstolz und Rassismus fand wieder genug Futter, um sich im Volk zu manifestieren, vergessen die Entgleisungen des faschistischen Europas vom 20. Jahrhundert!

Der achte und letzte Teil folgt.

Lotar Martin Kamm

Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 1)

Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 2)

Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 3)

Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 4)

Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 5)

Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 6)

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Rüstung: Anstieg der Ausgaben in vielen Staaten seit letztem Jahr

flickr.com/ Intensivtäteraggressor/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Indizien für noch mehr Kriege und Terror

Die Welt blickt keineswegs friedlichen Zeiten entgegen, was allein schon die zunehmenden Kriege und Konflikte, mehr Terroranschläge, die bis nach Europa vordringen, verdeutlichen. Wer dabei noch von einer Entspannungspolitik reden mag, die gar ein sinnvolles Miteinander anstrebt, verkennt den Ernst der Lage. Der Anstieg der Rüstungsausgaben in vielen Staaten seit letztem Jahr verdeutlicht klare Indizien für noch mehr Kriege und Terror.

Man muß längst von einer Aufrüstung in allen Ebenen sprechen, die unsere Menschheit heimsucht, obwohl doch die meisten Bürger eigentlich viel lieber in friedlicher Koexistenz verweilen wollen. Woran liegt das? Was veranlaßt unsere Spezies, dermaßen unerschrocken ständig diese Spirale der Gewalt zuzulassen? Im Grunde ganz einfach: Überreichtum will sich nonstop vergrößern, während die allermeisten Menschen davon eben nicht partizipieren sollen.

Militärausgaben in schwindelerregender Höhe

Allen voran der Hegemon, die USA. In letztem Jahr waren es „nur“ 596 Milliarden US-Dollar, zwei Jahre zuvor noch 44 Milliarden mehr. Kein Wunder, daß die anderen Nationen zumindest sich weiterhin bedroht fühlen und ihre Ausgaben erhöhen, so wie Russland, China oder Saudi-Arabien. Das Königreich hatte im Jahre 2014 immerhin mit 10,4% Anteil am BIP und 80,3 Milliarden US-Dollar bereits sein Budget kontinuerlich erhöht, im letzten Jahr gar auf 87,2 Milliarden. China zog bisherig nach, obwohl dessen Wachstum des Wehretats bereits wieder sinkt. Gewiße Analysten vermuten aber deutliche höhere Militärausgaben.

Daß dabei Europa ebenso seine Ausgaben erhöhen wird, liegt auf der Hand, zumal gerade den USA nichts besseres einfällt, als Russland an den Ostgrenzen mithife der NATO erheblich zu bedrohen. Auch hierzulande steht die Doppelmoral auf festem Boden, werden fleißig Rüstungsgeschäfte mit Saudi-Arabien getätigt. Jene Politik scheint sich nicht für die Not und das Leid in Jemen zu interessieren, Hauptsache die Kasse stimmt.

Frieden chancenlos angesichts des Wettrüstens

Man sollte sich keinen Illusionen hingeben, daß die Welt friedlicher gestaltet wird. Das Gegenteil findet statt. Obwohl Mensch ohne weiteres die Möglichkeit hätte, das Wettrüsten tatsächlich zu beenden, nutzt er sie mitnichten. Zuviel Mißtrauen hält an, weil das Krebsgeschwür eines Überreichtums ständig sich vergrößert, die Gier nach ewigem Nachschub diesen beflügelt, seine angebliche Berechtigung zu verteidigen.

Rücksichtslos ersinnt er sämtliche Wege der Bereicherung bis hin zu Krieg und Terror. Solange dessen Gehilfen dieses bösartige Treiben unterstützen, ändert sich nichts. Nur ein echter Paradigmenwechsel im Bewußtsein der Menschheit selbst vermag dem ein Ende zu setzen. Dazu bedarf es nicht nur, die Zusammenhänge zu erkennen, anschließend muß eine klare Durchsetzung folgen, diesen gefährlichen Kreislauf endlich schnellstmöglich zu stoppen.

Lotar Martin Kamm

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Jammern

flickr.com/ _sleepingunsoundly/ (CC BY-NC 2.0)

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Jammern, jammern, jammern,
Frauen und Männer jammern.

Sie beklagen ihr Schicksal,
es ließ ihnen keine Wahl.
Die Kälte da draußen,
es ist zum Weglaufen.
Was sie alles ertragen,
keine Rücksicht ihrer Qualen,
keiner sieht ihr Leid,
überall Feinde weit und breit.

Sie gehen täglich essen,
Massage nicht vergessen,
das Übel der Welt,
Gott vergelt’s.
Das Klimpern in den Taschen,
Freunde haben es da gelassen,
Elektronik eine Selbstverständlichkeit,
man geht doch mit der Zeit.

Ihr Frust ist groß,
was ist mit der Welt los,
ihre Sorgen stets die Größten,
für Freunde gibt’s kein Trösten.
Im Mittelpunkt steht ihr Leid,
jeder Freund wird zum Feind,
der dies durchschaut
und aus dem Weg gegrault.

Sie leben meist mit Krankheiten,
um damit Mitleid zu erheischen.
Sie lassen keine Option offen,
nur sie, immer sie betroffen
von Mißgunst, Neid, Haß,
jeder will ihnen was.
Sie sind die Lieben, Netten,
das andere stets abwerten.

Falschheit läßt sich schlecht erkennen,
wenn ihre Lider meistens flennen
und sie nur bei ihren Themen
gestikulierend reden,
was alles sie getan und tun
und keiner sieht ihren Ruhm.
Sie kennen von dir nur ihren Nutzen,
benützen dich zum Schuheputzen.

Ihr Jammertal ist selbst erschaffen,
ihr Leben in der Berge Schatten
soll andere betroffen machen.
All dies Wissen wär zum Lachen,
würden die Nöte der Bedürftigen
die, die nicht nach Hilfen
schreien, rechtzeitig erkannt werden,
bevor sie sich das Leben nehmen.

Nafia

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