Internationaler Tag des Waldes: Landwirtschaft bedroht die Wälder

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Nach dem Ende des Waldsterbens zwei Drittel der Bäume erkrankt

Während die einen herablassend meinen, sie könnten jedwede Umweltschutzforderungen als hysterisches Gejammer diffamieren, obendrein wie die Axt im Walde durch die Welt stapfen, in dem weiterhin Mutter Erde erheblich belastet wird, zur Folge die gesamte Natur einschließlich uns Menschen leidet, bestehen wache Geister darauf, dennoch zu warnen.

Am heutigen 45. Internationalen Tag des Waldes stellen aufmerksame Beobachter fest, daß die Landwirtschaft die Wälder bedroht und zwar in einer Dimension, die keineswegs einfach ignoriert werden kann. Stickstoffemissionen aus Massentierproduktion sind ursächlich dafür verantwortlich, daher unbedingt zu reduzieren, wie ROBIN WOOD fordert.

Reizwort Waldsterben zunächst verbannt

Über zwei Jahrzehnte beschäftigten sich manche in der Bevölkerung mit dem beachtlichen Thema des Waldsterbens. Kein Wunder, sorgte doch in erster Linie ein höheres Straßenverkehrsaufkommen für eine zunehmende Luftverunreinigung, die nicht spurlos an den Bäumen vorrüberging. Saurer Regen belastete ihren Wuchs, sie erkrankten und etliche starben.

Nach einem langwierigen Prozeß, einem Ringen mit verantwortlichen Industriezweigen nebst der Autolobby, gelang es schließlich, das Problem mittels Rauchgasentschwefelungsanlagen, Filtersystemen und Katalysatoren vorläufig in den Griff zu bekommen. Zunächst erklärte 2003 die damalige Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast das „Waldsterben“ für beendet. Ende gut alles gut? Mitnichten. Eine viel zu lange Debatte hatte wohl etliche Zeitgenossen schlicht und ergreifend genervt, trotz all dieser Maßnahmen kann von einer Entwarnung der Waldzerstörung keineswegs die Rede sein.

Massentierhaltung erhöht Stickstoffemissionen

Was wiederum die Wälder erheblich belastet. Obwohl dies unser Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt nur zu genau weiß, der Bevölkerung verschweigt, wird darüber hinaus nichts dagegen unternommen, wie Rudolf Fenner, Waldreferent bei ROBIN WOOD anmahnte.

Die kürzliche Demo „Wir haben es satt“, die sich gegen das TTIP, Genfood und Massentierhaltung richtete, mehr als berechtigt, erst recht mit der jetzigen Feststellung, wie es um die Wälder bestellt ist?

Natürlich können bestimmte Ignoranten einfach herumposaunen, alles sei hysterische Panikmache, man sehe doch gerade hierzulande viele schöne Wälder. Damit ist den erkrankten Bäumen aber nicht geholfen. Der Kreislauf von immer mehr ungezügelten Fleischverzehr, betroffenen Tieren und Wäldern läßt sich in erster Linie stoppen, in dem der Verbraucher sein Verhalten überdenkt und ändert. Den dabei gut verdienenden Lobbyisten mag das egal sein, sie vermögen gar die Politik in deren Schranken zu verweisen, da jene offensichtlich viel zu halbherzig reagiert.

„Habt Ehrfurcht vor dem Baum, er ist ein einziges großes Wunder, und euren Vorfahren war er heilig. Die Feindschaft gegen den Baum ist ein Zeichen von Minderwertigkeit eines Volkes und von niederer Gesinnung des einzelnen.“ (Alexander Freiherr von Humboldt)

Lotar Martin Kamm

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Eine Hinfall-Geschichte

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Von Frau Klara (nennen wir sie einfach mal so, mir fällt momentan kein besserer Name ein und ich will auf keinen Fall, daß Klara von Euch auf der Straße, im Kaufhaus, im Aufzug, auf dem Spielplatz, beim Schwimmen, auf einer Brücke, im Zoo oder wo sonst auch immer erkannt wird, nur weil Ihr den richtigen Namen von ihr kennt. Denn ich habe ihr versprochen, diesen niemals weiterzusagen) möchte ich erzählen, wie ich sie kennen gelernt habe.

Ich bin viel geschäftlich unterwegs und habe es allerdings am liebsten, bei diesen Reisen möglichst nicht mit den anderen Fahrgästen in Kontakt zu kommen, so habe ich mir ein Abteil ausgesucht, das ziemlich am Ende des Zuges war und von dem ich hoffte, daß ich hier ziemlich ungestört meine Fahrt genießen könnte. Bei den ersten Haltestellen haben sich die zugestiegenen Reisenden in anderen Abteilen einen Sitzplatz genommen, und ich freute mich schon, denn nach dem nächsten Halt würde der Zug eine ziemlich lange Strecke ohne Zwischenstop fahren. Noch größer war meine Freude, als ich beim Heranfahren in den Bahnhof nur einen Bahnangestellten auf dem Bahnsteig stehen sah.

Als der Zug sich wieder in Bewegung setzte, hörte ich auf dem Gang ein Scheppern und Schleifen und Schnaufen. Eine zierliche alte Dame, alt deshalb, weil ihre Haare nicht mehr grau waren, sondern weiß schimmerten, lugte etwas grimmig und wohl leicht verstimmt in mein Abteil, und da der Zug auf der Strecke rumpelte, stieß sie mit ihrem Körper an meine Abteiltür, die sich daraufhin öffnete und purzelte regelrecht in mein Abteil. Sie murmelte so etwas wie „guten Tag“ schwang mit Kraft, woher sie die nahm, war mir nicht erklärlich, eine Koffertasche auf die obere Ablage und setzte sich mit Wucht mir gegenüber an den Fensterplatz, eine etwas zu groß geratene Handtasche, wohl eher auch eine Koffertasche, drückte sie fest an ihren Körper und starrte mit gesenktem Kopf auf den Boden.

Meine Laune war im Eimer und ich versuchte ihre Anwesenheit mit konzentriertem Blick nach draußen auf die vorbeirasende Landschaft, mir doch ein bißchen ein Zufriedenheitsgefühl zu gönnen. Aus den Augenwinkeln beobachtend saß die alte Dame auch nach einer gefühlten Viertelstunde immer noch mit der gleichen grimmig wirkenden Haltung auf ihrem Platz und zeigte kein Interesse, ihre Haltung zu ändern. Mir war das nur recht – aber irgendwie auch beklemmend und schließlich fixierte ich auch den Boden und streckte aus einer Verspannung heraus meine Beine nach vorne. In diesem Moment prustete lachend die Hand vor ihren Mund haltend und mit leuchtend feurig, feuchten Augen, um Luft schnappend, die alte Dame los und vor lauter hemmungslosem Gelächter fiel ihr ihre Tasche auf meine Füße, kurz nachdem ich bemerkt hatte, daß ich in der Hektik meines Aufbruches am Morgen zwei verschiedene Socken angezogen hatte.

Der Aufprall der Tasche auf meine Füße und ihr scheinbar nie mehr enden wollendes durch Glucklaute verstärktes Kichern brachten mich ebenfalls zu einem unkontrollierbaren Lachanfall, der mir die Tränen nicht nur in meine Augen trieb, sondern auch meine Nase zum Triefen brachte.

„Wissen Sie“, vernahm ich die alte Dame. „Wissen Sie, ich…“, begann sie nochmal, aber ihre Stimme versagte ihr wieder und sie prustete erstickte Lachlaute in ihre beiden Hände, mit denen sie versuchte, ihr Gesicht von den Tränen zu befreien. Ich hatte mir gerade eben Taschentücher aus meiner Jackentasche gefummelt, um das selbige zu tun und reichte ihr die Packung, als der Schaffner unser Abteil betrat mit den Worten: „Noch jemand zugestiegen? Fahrkartenkontrolle!“ und dabei entgeistert und hilflos den Kopf schüttelnd uns beide fixierte. Erschreckt durch das plötzliche Auftreten zog ich meine Hand mit der Packung Taschentücher zurück, um in meiner Jackeninnentasche nach meiner Fahrkarte zu greifen, da aber die alte Dame schon mit den Fingern die Packung festhielt, verlor sie ihr Gleichgewicht und fiel vornüber auf meine ausgestreckten Beine. Der Schaffner wollte den Sturz der alten Dame mit einem großen Schritt nach vorne aufhalten, dabei verdrehte er seinen Oberkörper nach links unten und prallte mit seinem Kopf auf meine Schenkel. Schlagartig war es vollkommen still im Abteil.

Durch die Abteiltür drängten sich mehrere Fahrgäste, entsetzte Schreie, aber auch Lachen, murmelnde Geräusche waren zu hören und: „Ist jemand verletzt?“, „Kann ich Ihnen aufhelfen?“, „Drängeln Sie doch nicht so!“, „Was ist denn hier passiert?“, wurde durcheinander gerufen und von hinten quetschten sich immer mehr Menschen in unser Abteil. Der Schaffner war als erstes wieder auf seinen Beinen, wäre aber beinahe durch die hereinströmenden Fahrgäste in den Sitz neben der alten Dame gedrückt worden.

Des Schaffners Stimme dröhnte: „Alles in Ordnung, bitte gehen Sie zurück zu Ihren Plätzen!“, und er fuchtelte mit seinen Armen weit ausholend vor den erstaunten Menschen herum. “Hier gibt es nichts für Sie zu tun!“ Die alte Dame und ich saßen derweil in uns gekehrt mucksmäuschenstill auf unseren Plätzen, und ich erwartete, daß der Schaffner mit seiner kräftigen Stimme ein Donnerwetter auf uns herablassen würde, sobald die letzten neugierigen und helfen wollenden Fahrgäste aus dem Abteil vertrieben waren.

„Halten Sie Ihre Fahrausweise bereit und bleiben Sie auf Ihren Plätzen, die Kartenkontrolle kommt sofort!“ Er lehnte sich gegen die Abteiltür, griff gleichzeitig nach rechts und links und zog die an einer Halterung befestigten Vorhänge vor die Abteilfenster. Sich immer noch gegen die Abteiltür drückend, drehte er sich mit finsterer Miene zu uns, und während er „Wir sprechen uns später!“ ausstieß, grinste er uns beide spitzbübisch an und mühte sich nicht loszulachen. „Es scheint, Ihnen ist wirklich nichts ernsthaftes passiert, ich kümmere mich jetzt besser um die anderen Fahrgäste“, japste er und verließ unser Abteil.

„Entschuldigen Sie“, flüsterten die alte Dame und ich fast gleichzeitig. „Ich…“, fingen wir beide noch mal an. „Nein, bitte Sie zuerst“, sagte ich jetzt mit festerer Stimme. „Nun, ich möchte mich erst mal bei Ihnen entschuldigen für mein Lachen, Sie müssen nicht denken, ich hätte Sie ausgelacht, aber Ihre steife und unnahbare Haltung und dazu diese verschiedenen Socken, eigentlich setze ich mich nie zu einem Mann in ein Abteil, aber ich bin ja direkt hier hereingeflogen und gerade heute habe ich auch noch meine große Tasche dabei, da sind die neuesten Entwürfe meiner Plüschtiere drin, die ich zum Kindergarten von… (darf ich nicht sagen) bringe, damit…“

Sie redete und redete, dann redete und redete ich, dann redeten und redeten wir beide und noch nie in meinem Leben bedauerte ich, als mein Reiseziel aufgerufen wurde, daß ich nun aussteigen mußte. Klara und ich treffen uns seither ganz oft, denn wir fahren jetzt gemeinsam zu unseren Geschäftsterminen.

Doris Mock-Kamm

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Flüchtlingspakt mit der Türkei alles andere als folgerichtig

flickr.com/ strassenstriche.net/ (CC BY-NC 2.0)

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„Türkischer Deal“ stärkt Erdoğan

Erneut läßt diese Bundeskanzlerin sich feiern, gibt es tatsächlich Stimmen, die den ausgehandelten Flüchtlingspakt, der heute in Kraft tritt, als Erfolg begrüßen, obwohl er tatsächlich alles andere als folgerichtig. Aber dies läßt man lieber unter den Tisch fallen, Hauptsache man hat die Flüchtlingsströme gestoppt, Schleusern die Geldquellen genommen.

Hat man das? Viel eher stärkt der „Türkische Deal“ Erdoğan, der jetzt erst recht auftrumpfen kann und wird. Was reitet da die Bundesregierung, sich mit einem solchen Despoten einzulassen, mit ihm zu verhandeln, wo doch in der Türkei die Pressefreiheit ein jähes Ende erfährt, das Regime Kurden bekriegt, einen IS sponsert und hofiert? Eine Lösung schaut anders aus.

EU-Einigkeit letztlich heuchlerisches Spektakel

Wenn der Kanzleramtsminister Peter Altmaier in der Öffentlichkeit zum Besten gibt, es gäbe kein Anlaß zur Sorge, daß die Türkei keine Sicherheit für die Geflüchteten bieten könne, mit dem Schutz der Außengrenze die EU ihren humanitären Verpflichtungen nachkomme, den Schleusern das Handwerk lege, der Flüchtlingspakt sei ein starkes Signal der Einigkeit innerhalb der EU, dann sollte man widersprechen.

Davon kann mitnichten die Rede sein, viel eher gleicht deren Politik einem heuchlerischen Spektakel, wobei sie nicht mal weiß, ob überhaupt den Flüchtlingen wirklich geholfen wird. Man bedenke, sie werden zurückgedrängt in eine Türkei, die alles andere als humangerecht agiert, obendrein müssen es jetzt die Griechen richten per Asyllager? Woher sollen urplötzlich an die 4.000 Mitarbeiter kommen, die Griechenland zur Durchsetzung der Umsetzung des Übereinkommens benötigt, damit die Flüchtlinge bereits Anfang April nach vorheriger Einzelfallprüfung zwangsweise in die Türkei zurückgebracht werden? So schnell geht das aber nicht.

Völlig unklar wie die Regelung, daß für einen in die Türkei zurückgekehrter Syrer im Gegenzug die EU einen Syrer aus der Türkei aufnehmen will, funktionieren mag, wo doch die meisten EU-Mitgliedsländer wenige oder gar keine aufzunehmen gedenken.

Rein strategische Gesichtspunkte ausschlaggebend

Erneut verbleibt jener Eindruck, daß die EU und allen voran die Bundeskanzlerin den USA zuarbeiten, unbedingt den südöstlichsten NATO-Stützpunkt Türkei sich zu bewahren. Ein rein strategischer Gesichtspunkt, wobei Menschenrechte nebensächlich zu sein scheinen.

Anders kann und darf man diesen Flüchtlingspakt nicht werten, durch die Hintertür soll die Türkei als sicheres Land eingestuft werden. Folgt am Ende noch der EU-Mitgliedsbeitritt? Den bekanntlich Erdoğan sehnlichst herbeiwünscht? Wir sehen, in einer globalen Politik ist so ziemlich alles möglich, Hauptsache einige Lobbyisten erreichen dadurch ihre Ziele. Menschliches Leid interessiert sie dabei nicht im geringsten.

Lotar Martin Kamm

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Wer wird denn gleich in die Luft gehen

flickr.com/ txmx 2/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Das HB-Männchen allemal

Wer wird denn gleich in die Luft gehen! Nein, es sind nicht Mama und Papa, die ihren ersten Urlaub ganz weit weg, ohne ihre fast erwachsenen Kinder, nervös und mit den letzten Verhaltenserklärungen ihnen nochmals eindringlich liebevoll aufsagen, was sie zu beachten haben, um gleich mit dem Flieger in die Lüfte zu steigen. Es ist das HB-Männchen, das regelmäßig nicht nur über den Bildschirm suggerierte, alles wird und ist gut, wenn ein tiefer Zug an der Zigarette den Ärgernispegel runterstuft.

Die Werbung hätte sicher auch mit einem anderen Produkt, Kaffee, Tee, Schokolade, Alkohol, homöopathischem Beruhigungsmittel den Effekt erzielt, in aller Munde zu sein. Der Erfolg dieser Reklame lag im Wiedererkennen eines Menschen, entweder in der nächsten Umgebung oder in der Nachbarschaft, an dem Arbeitsplatz. Es waren die kleinen Alltagsszenen, die Widrigkeiten des Lebens, vermischt mit Tollpatschigkeit, ergibt Slapstick, Situationskomik.

Fast alles, das uns zum Schmunzeln und Lachen bringt, erreicht unser Gemüt mit dem Erfolg, meistens, zum Verzeihen und Nachsehen. Jeder kennt selbst seine Grenzen, setzen wir das einfach mal voraus, bis der Geduldsfaden reißt und wir aus Wut, Enttäuschung, Verzweiflung selbst in Schimpftiraden verfallen. Gemeinhin sagt man, stille Wässerchen sind tief, gleichbedeutend, wenn der oder die mal loslegt, dann ist Land unter. Menschen, die sich wenig äußern, eher zurückhaltend sind, können, müssen aber nicht, wenn sie sich angegriffen fühlen, mit Wutausbrüchen aufwarten, die schockierend wirken. Einerseits, weil man es von so ruhigen, gelassenen Menschen nicht gewohnt ist, andererseits, weil diese Ausbrüche unerwartet kommen.

Choleriker, reizbare Menschen, also Menschen, die sehr schnell ihre Fassung verlieren, erzeugen, wenn man diesen Ausfällen öfters ausgesetzt war, eher vom Gegenüber eine starre Haltung. Die zuweilen dazu führt, ist man oft diesem Wüten ausgesetzt, eine Wut nach innen, das kann dazu führen, daß diese Menschen sich gefühlskalt geben, werden und sind.

Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Hier gilt natürlich, jedem Tierchen sein Plaisierchen. Aber mal ganz ehrlich, sind Ihnen nicht auch die Menschen lieber, die im täglichen Geschehen immer mal wieder kleinere Wutanfälle bekommen als diejenigen, die mit einer permanenten unterdrückten Gereiztheit durchs Leben gehen und ihre Wutanfälle nicht berechenbar sind?

Es mag vielleicht auch an gewißen Sternkonstellationen liegen, aber der Eindruck und immer öfter auch die Tatsachen bestätigen, daß viele Menschen zurzeit mit Wut im Bauch hausieren gehen. Es scheint zuweilen, wie ein Virus zu sein, und wer nicht mit wütend ist, wird als „Gutmensch“, als bezahlter Lobbyist, als Verblendeter, ja sogar als Faschist bezeichnet. Wer versucht, demokratische Grundregeln einzuhalten, wird von vornherein mit einem selbstgefälligen Diktat belegt.

Selbst Menschen, die ansonsten die glattgespülten Manager- Bankentypen mit Skepsis beäugten, die sektenartige Verhaltensmuster ablehnten, springen reihenweise auf den Zug der völkischen Argumente. Sie belächeln nicht mal mehr die künstlich gestellten Photos von harmonischen Familien, mit in Anzug und Kostüm gedresste Modells, die für die neue Arbeitswelt zufrieden in die Kameras blicken.

Sie ignorieren die Wegnahme der künstlerischen Freiheit, den Zwang zum idyllischen Familienzusammenhalt (reine Fiktion), Reduzierungen im sozialen Bereich, die Lockerung des Waffengesetzes, Streichung der Erbschaftssteuer, ein kleiner Einblick in die Zukunft und das fast nur aus dem Grund, daß zu viele Ausländer sich auf Kosten der Bürger bereichern würden.

Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Das HB-Männchen allemal.

Doris Mock-Kamm

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AfD – Arisch fanatisch Durchgeknallte im Siegesrausch

Ohne Wenn und Aber

Satirischer Rückblick…

Das alles nur, weil sie genug Stimmvieh erhielten aufgrund von vielen Flüchtlingen. Oh weh, man mag so manches Liedlein singen, über das, was letzten Sonntag geschah: die Wahl ein Jammertal. Ganz Schal klingt sie nach, das riecht nach politischen Krach.

Inzwischen weiß es längst jedes Kind: Deutschland im rechtspopulistischen Aufwind. Dabei könnten ganz geschwind alte Zeiten wiederkehren, wenn mittels arisch fanatisch Durchgeknallten, sie tun sich ja doch weiter vermehren, erneut ihre Parolen durch die Gassen erschallten. Schaut und hört genau hin: Bäume und Bücher vermitteln den tiefen Sinn. Ignoriert besser jenes engstirnige Treiben, bevor sie Eure Meinung für sich selbst einverleiben.

Schon findet Rechtspopulismus neue Spielwiesen, tat eigentlich nicht überraschend aus dem Boden sprießen, Koalitionsgeschacher den neoliberalen Kurs aufsucht. Nichts gutes dabei geschieht, verflucht. Entspannung tut Not, auf weichen Kissen mag mancher gedankenverloren ruhen, egal ob grün, ob schwarz oder rot, Hauptsache keine braune Soße über diese Nation sich ergießt. Wir wissen doch, ansonsten am Ende viel Blut fließt.

Man mag über solche Zahlen der WHO erstaunt schauen, unsere Jugend auch nur das klauen, was Erwachsene ihnen vorleben. So ist das eben. Hatten wir vor Jahrzehnten noch gewiße Hoffnung und Ideale? Jetzt liegen mit einem Male zu viele Probleme in einer Schale voller Sorgen. Was geschieht dann erst morgen?

Eine Welt mit viel Waffen bestückt? Seid ihr etwa verrückt? Man kann doch deutlich sehen, wohin es führt, was kann geschehen mit Blick zu den USA, wo Jahr für Jahr jene Waffen schreckliches anrichten. Nein, danke, darauf sollten wir verzichten. Stattdessen aufstehen gegen Rassismus, nicht morgen, jetzt ist Schluß mit solch gefährlichem Stuß!

Schlimm genug, wohin Draghi und andere uns führten in ihrer profitgeilen Neurose, wir brauchen nicht noch mehr von jener dreisten Chose. Schluß damit, es reicht. Machen wir uns wieder fit, bevor die letzte Menschlichtkeit davon schleicht. Kennt noch jemand die alten Zeiten von Käfer und Ente mit viel Leichtigkeit? Seien wir besser zu solch friedlichen Zeiten bereit, das wäre gescheit. Wenn nicht, erwartet die meisten ohnehin das Jüngste Gericht.

Lotar Martin Kamm

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Ente und Käfer – kein wenig nostalgische Schwärmerei

flickr.com/ ffrfoggi/ (CC BY 2.0) - flickr.com/ Jesper2cv/ (CC BY-NC-ND 2.0)

flickr.com/ ffrfoggi/ (CC BY 2.0) – flickr.com/ Jesper2cv/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Viel eher handfeste Erinnerung an eine aufregende Zeit

Wer sie selbst nicht gefahren hat, hinter ihrem Lenkrad saß, kann wohl schwerlich nachempfinden, welches Gefühl der Liebhaberei, auch nach langen Jahren des Nichtfahrens, überschäumend von Nostalgiegedanken, – okay, man war schließlich auch noch jung -, ihr Anblick auslösen kann. Die Ente und der Käfer.

Zwei Fahrzeuge, die ein Lebensgefühl prägen konnten, vielleicht auch deshalb, weil es für viele das erste Auto war, ähnlich dem ersten Kuß oder die Erinnerung an die erste große Liebe, jedenfalls ist ein Platz im Herzen sicher.

Apropos Platz, es war immer wieder erstaunlich, wieviel Menschen in diesen beiden Autos mitfahren konnten. Es gab keine Gurte, keine Nackenstützen, dafür Aschenbecher vorne und hinten. Natürlich gab es Musik, nicht nur Radio, sondern Kassettenspieler, in manchen der Autos gab es sogar Quattro-Lautsprecher. Die Hitze im Auto wurde durch die heruntergekurbelten oder aufgeschlagenen Seitenfenster herausgepreßt, mit dem Ellbogen lässig auf die Autotür gelehnt und mit dem Arm ab und zu durch einem Auswärtsschwenk kühle Luft in den Innenraum gefächert. An manchen Wintertagen war es ratsam, seinen langen Maximantel mit Fellimitat anzubehalten, da nicht stetig eine angenehme Wärme das Auto durchflutete.

Wer als Tramper unterwegs war, konnte mit fast hundertprozentiger Sicherheit einen Lift in einer Ente oder Käfer ergattern, vorausgesetzt, sie waren nicht schon überfüllt mit Passagieren. In Frankreich konnte man die Ente und den Käfer auch ohne Dach, nein nicht Caprios mit Faltdach, sondern dachlos auf dem Straßenbild bestaunen, es waren sogar Enten und Käfer ohne hinteres Chassis auf den Straßen zu sehen. Und sie fuhren und fuhren.

Und fuhr man in einer Ente geschlungene Straßen, vielleicht sogar Serpentinen, so beschlich einem fast das Gefühl, auf einem heißen Ofen zu sitzen und die endlose Freiheit zu besitzen, denn die Ente konnte sich phantastisch in die Kurven legen. Der Käfer eignete sich hierfür ein klein bißchen weniger, dafür vermittelte sein Motor zuweilen das Klanggefühl eines schweren Trucks, mit dem man in alle Ewigkeit brausen konnte.

Natürlich tropft dieser Text nur so von Schwärmereien und besagt nichts über die technischen Daten dieser Fahrzeuge, aber die sind bei einer nostalgischen Rückbesinnung auch nicht ausschlaggebend. Wichtig sind die Gefühle, das Lächeln und die Gedanken, die durch die Ente und den Käfer assoziiert werden können. Übrigens gibt es für Ente- und Käferfreunde etliche Möglichkeiten, mit Gleichgesinnten in Vereinen, Clubs ihre Sympathien für diese Autos zu teilen.

Manchmal hat man das Glück, vor allen Dingen in den wärmeren Monaten, nicht nur Enten und Käfer, ebenso auch verschiedene Trucks, sogenannte Sportwagen, Traktoren, Limousinen, den Trabant auf Oldtimertreffen zu bestaunen oder sie unerwartet in Schlangenformationen über den Asphalt gleiten zu sehen, oft mit dem Wunsch, möge das Ende der Schlange nicht so bald in Sicht kommen.

Doris Mock-Kamm

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Mario Draghi im Taumel zwischen Nullzins und Helikoptergeld

Euromünze

Nur wilder Aktionismus des Hausherren der EZB?

Arno von RosenDen Namen Draghi hat sicher schon jeder gehört, denn kaum eine Nachricht vom europäischen Finanzsektor verlässt den Äther, ohne das dieser Name fällt. Als Direktor der EZB (Europäische Zentral Bank) ist er der mächtigste Finanzchef in Europa und stets im Krieg mit den USA, die gerne Europa mit geringen Ratings unter Druck setzen und selber keinen müden Cent auf der hohen Kante haben.

Der gebürtige Italiener (68 Jahre) und studierter Finanzwissenschaftler ist seit 2011 Leiter der EZB und verließ dafür seinen Posten bei der Italienischen Nationalbank, bei der er immerhin doppelt soviel Gehalt bezog (über 750.000 Grundgehalt/ Jahr) wie als EZB Chef. Warum macht ein Finanzfachmann so etwas? Immerhin sollten Banker ja rechnen können.

Können sie auch, aber Draghi stieg zu einer Zeit ein, als Griechenland tief am Boden lag (mittlerweile sind die Griechen unter Bodenniveau abgesunken) und fast ganz Europa am Wackeln war. Die Immobilienblase hatte weltweit ganze Finanzinstitute vom Erdball gefegt, Merkel und Steinbrück deutschen Sparern mindestens 100.000 Euro als Spareinlage gesichert (illegal, ohne Zustimmung irgendwelcher Gremien wie Bundestag usw.) und die Arbeitslosenzahlen explodierten weltweit. Dann war Draghi der Retter in der Not?

Sagen wir mal so, die Situation wurde wie so häufig als alternativlos bezeichnet, was zur Folge hatte, dass die Staatschefs kurz mal alle wegsahen, als Draghi mit Milliarden und Abermilliarden ganze Staaten vor der Pleite rettete (gegen alle abgeschlossenen Verträge). Die Allzwecklösung hieß „billige Zinsen und somit billige Kredite für alle“. Klingt doch gut, oder? Leider hatten die Banken gerade riesige Verluste zu verzeichnen, nahmen einfach das billige Geld und legten es selber an, um an den Zinsen zu verdienen. Die Banken gaben auch die günstigen Zinsen nicht an ihre Kunden (wir alle) weiter, sondern labten sich an der größeren Differenz, bis die EZB Strafzinsen ausrief, weil das Geld schließlich in den Wirtschaftskreislauf als Investionen fließen sollte. Tat es trotzdem nicht.

Dafür geht es uns jetzt gut und viele Menschen haben Arbeit, oder? Jain. Deutschland ist zwar das produktivste Land in Europa, aber es hat einen immensen Schuldenberg. Auch die so oft und gerne zitierten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze sind nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt entstanden, sondern bei Zeitarbeitsfirmen (die ebenfalls von der Agentur für Arbeit subventioniert werden), Werksverträgen (werden deutlich niedriger entlohnt als Standardarbeitsplätze) usw. Insgesamt besitzen 40% aller Deutschen …, nichts. Das sind immerhin 32 Millionen Deutsche (das erklärt auch teilweise die Zuwächse bei der AfD).

Übrigens, die schwarze Null gab es nie wirklich, denn diese wurde auch durch Sondereffekte erzielt, wie den Bad Banks, die von Bankinstituten konstruiert wurden, um ihre ruinösen Immobilienpapiere verschwinden zu lassen. Diese Negativposten wurden gestrichen und wie durch Zauberhand entstand ein ausgeglichener Haushalt. Ein Beispiel für Normalsterbliche. Ihre Frau hat sich sündhaft teure Schuhe geleistet (ja ja das ist ein übles Klischee, ich weiß, aber meine Frau liest meine langweiligen Artikel nicht), dafür haben Sie sich das Geld vom Nachbarn geliehen. Jetzt beschließen Sie, dem Nachbarn mitzuteilen, dass die juristische Haushaltskasse (gibt es nur virtuell) Pleite ist und der Nachbar nun sein Geld nicht zurück bekommt, außer er geht zu seinem Nachbarn (wir, die Steuerzahler) und lässt sich die Kohle dort wiedergeben. Sie sind jetzt aus dem Schneider, weil der Nachbar nun auf den anderen Nachbarn wütend ist, weil dieser nur einen Teil zurückzahlt (als Steuererstattung). Tatsächlich ist es das bekannte Prinzip rechte Tasche, linke Tasche, und am Ende bezahlt immer der Steuerknecht.

Nun etwas Gutes. Durch die erneute Senkung des Leitzinses (zu dem sich Deutsche Banken Geld von der EZB leihen können) von Null Prozent, ist auch jeder arme Bürger in der Lage, Geld als Kredit aufzunehmen. Das Problem ist nur, die 32 Millionen bekommen keine Kredite, gleichzeitig wird durch die Zinssenkung das Geld der Sparer entwertet und damit sogar größtenteils enteignet. So sind die prognostizierten Gewinnausschüttungen von Versicherern in den letzten 20 Jahren um mehr als 40% gesunken. Sollte die Auszahlung ursprünglich bei 100.000 Euro liegen, bekommen Sie heute nicht mal 60.000 in die Hand gedrückt. Keine guten Nachrichten für die Generation, die in den nächsten 10 Jahren in Rente geht (und das sind Massen). Bei der Riesterrente hat die Versicherungsbranche selbst Hand angelegt und die Sterblichkeit aufgrund eigener Fantasieberechnungen auf über 95 Jahre festgelegt, damit sich die ganze Sache für den Konsumenten rechnet, nur werden wir eben nicht so alt, denn selbst der Staat gibt eine Lebenswerwartung von höchstens 82 Jahren an.

EZB Bank Frankfurt

Fazit: Sollten Sie nicht zu den Menschen gehören, die Geld wie Matsch haben (die lesen meinen Artikel sowieso nicht), können Sie getrost auf jede Investition zur Altersvorsorge verzichten, denn bereits die Inflation und die Provisionen der Banker und Versicherer fressen jeden möglichen Gewinn auf. Legen Sie Ihr Geld lieber in einen Haussafe und warten Sie, bis Geld leihen wieder ordentlich teuer ist, denn dann bekommen Sie auch wieder etwas für Ihr sauer Verdientes. Richtig gut ist das natürlich für Finanzjongleure, denn die brauchen keine Gewinne an uns auszuschütten und hatten jahrzehntelang unser Geld, um damit Milliarden zu verdienen.

Es grüßt Sie Ihr Arno von Rosen vom Grund seiner Geldkassette, über mir der blaue Himmel, hinter mir die Glaspaläste der Banken und Versicherungen und der Blick nach vorne kommt dann morgen. Ich schließe heute mit einem Zitat, welches ich bereits seit 20 Jahren benutze.

„Das Geld ist nicht weg, es hat nur ein anderer.“

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