Waffen vermögen keine Ängste beseitigen

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Demnach gilt: Frieden schaffen ohne Waffen

Ihr, sein Lächeln war entwaffnend. Trifft diese Aussage zu, sind wir schnell bereit, dem Gegenüber freundlich und offen zu begegnen. Kleinkinder und Kinder sind zuweilen wahre Meister, uns mit ihrer Mimik davon abzuhalten, eine „Strafpredigt“ anhören zu müssen, wenn sie in irgendeiner Form über die Stränge geschlagen haben. Ihre „Waffe“ ist nicht ein Schuldeingeständnis, sondern ein unschuldiges, nichts „Böses getan haben Gesicht“. Und obwohl wir dieses Verhalten der Entwaffnung kennen, lassen wir es gerne geschehen.

Entwaffnet sein, ist gleichbedeutend mit kein Schutz vor dem Gegenüber. Manchmal sind es Kleinigkeiten, die wir gerne entwaffnend hinnehmen, wenn wir aus Versehen angerempelt werden, der Rempler sich aber sofort für sein Mißgeschick entschuldigt. Wenn wir in einer Warteschlange stehen und es ewig dauert, bis wir endlich an der Reihe sind, unser Geduldspegel schon im Keller ist und wir trotz unserer sauren Miene lächelnd nach unserem Anliegen gefragt werden.

Nun ist Waffe nicht gleich Waffe, ein Experte könnte sicher bei sämtlichen Oberbegriffen wie Messer, Pistole, Gewehr, Kanone, Speer, Pfeil und Bogen, um nur einige zu nennen, diese in vielerlei Unterordnungen aufteilen. Vielleicht ist aber unsere Entwaffnung je nach Situation auch ein Ablegen unterschiedlicher Abwehrmechanismen, die wir zur Vorsicht unser eigen nennen. Beim Zusammentreffen mit Menschen fahren wir automatisch, je nach Erfahrungswerten, die wir im Laufe des Lebens gesammelt haben, verschiedene Sensoren (Waffen) aus. Je nachdem, ob wir bei dem Menschen ein Gefühl von Übereinstimmung oder Ablehnung wahrnehmen, fällt auch unser Verhalten aus, von distanziert bis offenherzig.

Wenn bei jemandem der Colt locker sitzt, bedeutet es, daß er schnell gereizt ist oder werden kann und infolgedessen in Wut gerät oder er zumindest sich schnell angegriffen fühlt in seiner Persönlichkeit. Würden wir tatsächlich reelle Waffen tragen und uns nicht mehr nur auf unsere Erfahrungen und Instinkte verlassen, könnte es ohne weiteres zu vermehrten Verletzungen und Todesfällen kommen.

In vielen kriegerischen Zeiten mußten vor Versammlungen, Verhandlungen die Waffen vor der Türe abgelegt werden. Trotz dieser Einigung beider, aller Parteien, ist es hin und wieder dennoch zu Mißachtung dieser Vereinbarung gekommen. Die Gründe und Argumente hierfür sind genauso vielfältig wie es Sand am Meer gibt. Allerdings sind zwei Sachlagen wohl am aussagekräftigsten: Unehrlichkeit und keine Bereitschaft für Diskussion einschließlich daraus resultierender Kompromisse und der Faktor Zeit. Das sind wesentliche Voraussetzungen für eine Diskussion.

Zwischenmenschlich sind es in der Regel Unaufrichtigkeit, Angst und Machtanspruch, die unsere Sensoren (Waffen) blitzen lassen. In einer Gesellschaft, in der Gruppierungen Ängste schüren für Machteinfluß, Diskussionsthemen im Schnellverfahren durchboxen wollen, Diskussionsführungen als unaufrichtig bezeichnen, da sie nicht ihrem Weltbild entsprechen, ist es nicht verwunderlich, wenn eben diese Gruppierungen eine Lockerung des Waffengesetzes fordern. Ihre vordergründige Argumentation zur Sicherheit und Frieden widerspricht dem allerdings auf das Extremste. Denn Sicherheit und Frieden kann es nur ohne Waffen, ohne Ängste, ohne Lügen, mit dem Willen Veränderungen durch Diskussionskompromisse, eventuell über einen längeren Zeitraum geben.

Generell gilt zudem, Angst ist ein Schutzfaktor, der für alle Menschen gültig ist, die Angst als Mittel zum Zweck zu schüren, zeugt von Unaufrichtigkeit. Deshalb sollten ihre Sensoren (Waffen) wachsam sein, damit sie nicht entwaffnet werden.

Doris Mock-Kamm

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Es geschah vor 40 Jahren (15. bis 21. März 1976)

flickr.com/ roger4336/ (CC BY-SA 2.0)

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…Wußten Sie was… in der dritten Märzwoche 1976?

makadomo TV  begrüßt Sie recht herzlich zur dritten Sendung „Es geschah vor 40 Jahren…“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr eine Aneinanderreihung von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm
Lotar Martin Kamm

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„Aufstehen gegen Rassismus“ – ein neues Bündnis trotzt der AfD

Aufstehen gegen Rassismus

Rechte Bewegungen im Fokus kritischer Stimmen

Selbstverständlich kann und muß man die Politik der Bundesregierung kritisch anmahnen, sie nicht nur hinterfragen, oftmals deren Entscheidungen und Versäumnisse heftig anprangern, gewiße Allianzen skeptisch beäugen, deren Verfehlungen beim Namen nennen. Das hat jede Demokratie nicht nur auszuhalten, es darf stolz als wesentlicher Bestandteil dieser Politik benannt werden. Meinungsfreiheit ein wichtiges Bürgerrecht.

Nicht zu verwechseln mit Haßtiraden, Phrasen- und Parolendrescherei, um gegen das gesamte System zu hetzen, gegen die Politik im Lande, gegen die Polizei und all jene, die eben keinerlei Dbösartige iffamierung dulden, erst recht keine Intoleranz, bis hin zum Rassismus. Was geschieht da mitten in Europa, daß bereits in vielen anderen Ländern unseres Kontinents sich entwickeln konnte, inzwischen auch hierzulande zunehmend Fuß faßt mit einer neuen Rechten, deren angeblicher Abschied von Nazis nur Augenauswischerei bedeutet?

Sicherlich, dem offensichtlichen Bild von Glatzköppen in Springerstiefeln, welches die Straßen nicht mehr so oft zieren mag, begegnet man inzwischen eher Schlipsträgern oder normal aussehenden Bürgern, die lediglich in Gesprächen ihr nationales, patriotisches Gedankengut harmlos nett und akkurat vortragen, um dennoch per fremdenfeindlichen Statements auf den armen, gebeutelten, in die Ecke gedrängten Deutschen hervozuheben, der sich gegen Horden von Migranten bedroht fühlt, am Ende zur Wehr setzen muß. In manchen Kreisen spricht man schon von Bewaffnung, Notwehr bis hin zur Revolte gegen „die da im Berliner Reichstag“, die an allem Schuld seien zusammen mit all denen, die man kurzerhand als links oder gar linksfaschistisch tituliert, um sich selbst als Opfer zu bezeichnen.

Welch Hohn und verkehrte Welt! Während ein sich formierender Fremdenhaß einen ausschweifend rechten Mob beflügelt, mit der Faust in der Hosentasche zunächst angeblich friedlich durch Straßen zu marschieren, ein deutlich sichtbarer Rechtspopulismus neue Spielwiesen sucht, rundet nach nur drei Jahren im Lande des ehemaligen nationalsozialistischen Faschismus eine Partei das Ganze ab: Die AfD sitzt nunmehr in acht Landtagen, wenn auch als Opposition in den jeweiligen Parlamenten.

Grund genug, all die auf den Plan zu rufen, die bisherig erstaunt jenes Treiben beobachteten. „Aufstehen gegen Rassismus“, ein neues Bündnis trotzt der AfD. Was mit einer PEGIDA begann, sich durch die AfD fortsetzte, nämlich latent vorhandener Protest gegen Muslime, eine zunehmend fremdenfeindliche Haltung, erst recht aufgrund der Flüchtlingsströme, mündet inzwischen in eine politisch artikulierte Fassung, vom Wahlprogramm zum Programm dieser AfD. Dortigst ein Zerrbild alter rechter Forderungen, u.a. ein verklärtes Familienbild, bei dem die Frau hinten ansteht, der Mann das Ruder in die Hand nehmen soll, erst recht mit der Forderung, doch eine Gleichstellungsbeauftragte abzuschaffen, Schwule und Lesben wieder diskriminiert werden trotz halbherzigen Abstreitens. Mindestlohn und das ohnehin sozialrassistische Hartz-IV soll ebenso verschwinden. Die AfD grenzt die Schwachen der Gesellschaft per se einfach aus, drängt sie mit ihrer politischen Haltung erst recht an den Rand.

Das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“ setzt jener rechten Politik vor allem „Solidarität“ entgegen, wo eben keine Phobie geschürt wird, weil Kinder in einer Welt ohne Haß und Furcht aufwachsen sollen. Mögen sich noch viele anschließen, um ein Zeichen des Widerstandes zu setzen, aber auch die regierungsverantwortliche Politik anzumahnen, die nicht ganz schuldlos an diesem Desaster.

Lotar Martin Kamm

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Kissen – nicht nur Trostspender beim Kuscheln

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Kuschen wir aus einem Gefühl der Machtlosigkeit?

Wer sehnt sich nicht immer mal wieder nach einem Ruhekissen? Ein mit flauschigem Material gefülltes zusammengenähtes Stück Stoff, das man entweder fest an den Bauch drücken oder an dem man seinen Kopf anlehnen kann. Es gibt auch Menschen, die wir, wenn sie die Fähigkeit besitzen, uns zuzuhören und Trost spenden können, gerne mal mit „mein Ruhekissen“ titulieren.

Erstaunt es Sie, daß das Kissen aus mittelhochdeutsch küssen, küssī(n), althochdeutsch kussī(n), altfranzösisch coissin, cussin, über ein galloromanisches Substantiv mit derBedeutung „Sitzkissen, Kissen für die Hüfte“ zu lateinisch coxa Hüfte (lt. Duden) abgeleitet ist?

Wir kuscheln nicht nur gerne zur Winterszeit, wenn die Kälte und der triste Himmel uns nach Wärme und Geborgenheit sehnen läßt. Beim Fernseh- oder Filmabend, bequem vom Sofa aus genießend, legen wir den Kopf gerne auf das Kissen oder gleich auf mehrere. Der ein oder andere besitzt sicher sein Lieblingskissen als Erinnerung, da ein Geschenk von einem lieben Menschen, weil die Form und Farbe dafür sorgt, sich wohl zu fühlen, das Material eine beruhigende Wirkung hat. (Kräuterkissen)

Kuscheln, anschmiegen, Nähe spüren, ein fast intimer Moment, den wir ansonsten nur mit einem Menschen teilen, der uns sehr nahe steht, den wir lieben. Für alle Eltern eine unabdingbare Erfahrung, wenn das Kind den Abschiedskuß verweigert, da es ihm unangenehm, wenn Klassenkameraden sehen könnten, daß seine Eltern noch mit ihm kuscheln. Wie peinlich! Für diese Zeit der Abwendung des Kindes von den Kuscheleinheiten der Eltern gibt es keine direkte Altersangabe, denn die Entwicklungen der Kinder sind nicht regelkonform. Das Kind zeigt dadurch erste Selbstsicherheit und Selbständigkeit an.

Kuscheln ist eine Ableitung von dem Wort kuschen, das gleichbedeutend ist mit parieren, gehorchen. Wir kuschen aus dem Gefühl der Machtlosigkeit, Ohnmacht. Kusch! Ein Befehl der gegenüber Hunden ausgesprochen wird, manchmal auch gegenüber Kindern oder vermeintlich Unterlegenen. Es ist von dem französischen Befehlswort couche, leg dich, entnommen.

Wenn wir also mit dem Kissen kuscheln, uns anschmiegen, geben wir uns einer Machtlosigkeit hin? Irgendwie schon, oder? Denn jeder braucht ab und zu eine Auszeit der stetigen Aufmerksamkeit, des Aufpassens. Einen Platz der Sicherheit, der Geborgenheit. Wenn dieser Platz nicht nur das Sofa mit den Kissen ist, vielmehr ein Partner, dann sind die Küsse (Kissen) nicht Machtlosigkeit, sondern gegenseitiges Vertrauen.

Bleibt zu wünschen, daß viele Menschen in ihrem Leben genügend Kissen in ihrer Nähe haben, bei und vor allem, mit denen sie in Geborgenheit kuscheln können.

Doris Mock-Kamm

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Landtagswahlen: Koalitionsgeschacher um neoliberalen Kurs

flickr.com/ dirkvorderstrasse/ (CC BY 2.0)

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Parteipolitisches Kalkül nicht nur am Beispiel der FDP

Noch befinden sich nach den Landtagswahlen die in Frage kommenden Parteien für eine mögliche Regierungsbeteiligung in der Gesprächsphase, sondieren aus, in wie weit eine Zusammenarbeit möglich. Müssen wir dennoch von einem Koalitionsgeschacher um die Fortsetzung des neoliberalen Kurses sprechen? Erst recht beim parteipolitischen Kalkül am Beispiel der FDP?

Auf alle Fälle. Wer hierbei die Parteien einfach gewähren läßt, darf sich nicht wundern, daß an bestehender Politik sich kaum was ändert, der harte Kurs eines Sozialabbaus fortgesetzt wird, kleine und mittlere Betriebe weiterhin um ihre Existenz kämpfen müssen, Konzerne hingegen hofiert werden.

Mögliche Koalitionen im Einzelnen

Während in Sachsen-Anhalt der bisherigen Großen Koalition nichts anderes übrig bleibt, als mit den Grünen ein Bündnis einzugehen, die nunmehr im Landtag sitzende AfD als Oppositionspartei ihr gegenüber sitzen wird, gibt es in den anderen beiden Bundesländern unterschiedliche Koalitionsmodelle.

In Rheinland-Pfalz meint die wieder erschienene FDP nunmehr, die hohen Stimmenverluste der Grünen für ihre Zwecke benutzen zu können. Da scheint jemand,  vom rechtspopulistischem Aufwind profitieren zu wollen? Hatten etliche Bürger bereits mit einem anhaltenden Abschied der FDP gerechnet, wurden sie nunmehr eines Besseren belehrt, wittert „Ghetto“-Lindner seine zweite Chance, um ausgerechnet die Grünen zu demütigen.

Einerseits paßt dies ganz gut ins Weltbild potentieller Protest- und AfD-Wähler, andererseits sollten gerade jene sich mal das bevorstehende Parteiprogramm ihres neuen Favoriten etwas genauer zu Gemüte führen: Es strotzt nur so von neoliberaler Überheblichkeit, was einer Fortsetzung bestehender Bundespolitik entspricht!

In Baden-Württemberg verhält es sich ganz ähnlich wie im Lande der Pfälzer. Obwohl dort durchaus eine Koalition der Grünen mit der CDU möglich zu sein scheint. Im Grunde Jacke wie Hose, oder? Zumal ein Herr Kretschmann dem TTIP ziemlich offen Chancen einräumt.

In Wirklichkeit setzt sich die bestehende Politik fort

Und wer tatsächlich meint, mittels einer AfD würde sich daran etwas ändern, der wird relativ schnell merken, wohin der Hase läuft. Außer diejenigen, die man mit simplen Mitteln blenden kann. Die gab es bereits vorher, was gleichzeitig genauso gewollt. Kritisch denkende Menschen sind ein Dorn im Auge der Politik. Hauptsache bestehende Machtverhältnisse dürfen sich nonchalant festigen, ohne irgendwelche Hinterfragungen. Dazu hat man ganz geschickt die Medien mit ins Boot geholt, spielt aufkeimend berechtigte Kritik einzelner herunter. Dabei funktionieren simple Feindbilder hervorragend, um mögliche Widerstände abzuwehren.

Inzwischen denken manche, es genüge, ein Feindbild lang genug zu verbreiten, um jedwedes genaueres Hinschauen zu verhindern. Das mag innerhalb eines Rechts-Links-Denkens noch fruchten, zumal mit einer AfD die Neue Rechte glaubt, sich wegducken zu können. Fehlanzeige, man schaue sich nur ihre eindeutigen Statements an, schon sind sie entlarvt. Im Grunde genommen dreht die Politik sich im Kreise, zum Leidwesen der Bürger. Es verbleibt ein neoliberaler Kurs, der die Eliten stärkt.

Lotar Martin Kamm

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Schlechte Ernährung löst Rauchen und Trinken bei Jugendlichen ab

flickr.com/ US Mission Geneva/ (CC BY-ND 2.0)

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Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Keine guten Nachrichten für Eltern in Nordamerika und Europa über ihre jugendlichen Sprößlinge. Ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommt zu dem Ergebnis, daß schlechte Ernährung das Rauchen und Trinken bei Jugendlichen ablöst.

Die WHO hatte Daten von cirka 220.000 Jugendlichen im Jahr 2014 ausgewertet. Dabei wurde festgestellt, daß die Zahlen der Tabakraucher als auch beim Alkoholkonsum im Vergleich zu den letzten vier Jahren rückläufig waren. Laut der WHO-Studienautorin Jo Inchley soll sich sogar „die Zahl derer, die jede Woche rauchen und trinken, im vergangenen Jahrzent halbiert haben“.

Vermehrter Fernsehkonsum, was gleichbedeutend mit weniger Bewegung einhergeht, zusammen mit unausgewogener und schlechter Ernährung, sind als besorgniserregend zu betrachten, weil nicht nur Fettleibigkeit die Folge, sondern ebenso etliche andere Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes etc. Hierbei sollten sich nicht nur die Eltern als Vorbildfunktion hinterfragen, vielmehr die Gesellschaft selbst, wobei gerade die Lebensmittelindustrie sowie die Werbeindustrie maßgeblich ihren schlechten Einfluß geltend machen.

Lotar Martin Kamm

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Rechtspopulismus sucht neue Spielwiesen

flickr.com/ Metropolico.org/ (CC BY-SA 2.0)

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Ein „Kontrollorgan“ soll es richten?

Anschaulich bewiesen am letzten Sonntag bei den drei Landtagswahlen, in deren Plenen nunmehr eine rechtspopulistische Partei sitzen wird, vom Volke gewählt, die Alternative für Deutschland (AfD). Eine zahlenmäßig große Opposition in den Parlamenten, draußen auf der Straße deren „Stachel im Fleisch“, die PEGIDA. Ihr Chef, Lutz Bachmann, möchte es als „Kontrollorgan“ richten, wie er verkündete, gleichwohl irgendwann per eigener Partei antreten.

Wenn Rechtspopulismus neue Spielwiesen sucht, um sich obendrein politisch nicht nur zu artikulieren, sondern tatsächlich im Volke fündig wird, Anhänger mobilisieren kann, sich ihm anzuschließen, dann muß sich die bestehende politische Landschaft fragen, was da verkehrt lief in den zurückliegenden Jahren. Die Schuld bei den anderen Parteien zu suchen, nur nicht bei sich selbst, bringt letztlich nichts, da es in Wirklichkeit um handfeste Versäumnisse geht. Welche das sind, sollte spätestens jetzt deutlich geworden sein.

Fremdenfeindlichkeit war stets latent vorhanden

Nicht nur zu Hitlers Zeiten, davor genauso wie danach. Sie findet eigentlich überall statt, mal mehr, mal weniger. Dennoch bleibt den Menschen nichts anderes übrig, als sich zu arrangieren, was sie auch überwiegend tun. Aber genau das wollen all jene nicht wahrhaben, die ständig eine Bedrohung in jedem Ausländer vermuten. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es die Italiener, später die Türken. Heute sind es wesentlich mehr Nationalitäten, greift gleichzeitig eine Islamophobie, die mit dem 9/11 bewußt in Gang gesetzt wurde.

Angesichts des Bollwerks des alten Kommunismus, des zweiten deutschen Staates, der DDR, dem anhaltenden Schuldkomplex in der BRD selbst, verharrten die rechten Kräfte, ein paar Versprengte versuchten eine NPD am Leben zu halten, es folgten die Versuche der Republikaner. Erst mit dem Fall der Mauer, dem Ende des Kommunismus, konnte sich allmählich eine neue Rechte formieren und sammeln, was besonders in Europa gelang, auch als Widerstand zur EU selbst. Nunmehr konnte in der BRD nach etlichen Protesten einer PEGIDA sich politisch eine AfD etablieren, sammelte all jene ein, die noch verunsichert schwankten per Ausländerhaß, einer NPD nicht trauten. Das Gegenteil der Linken hat einen Namen, ein Sammelbecken rechtspopulistischer Bürger erhalten.

Ein kurzfristiges Intermezzo oder anhaltend standfester Rechtsruck?

Dazu bedarf es einer gezielten Frage: Woher kommen eigentlich urplötzlich all die vielen Gelder für diese AfD? In etwa nur Spenden vom Volk? Da müssen schon im Hintergrund welche sitzen, die ein großes Interesse hegen, diese Partei zu sponsern. Nichts geschieht zufällig, erst recht nicht, wenn viel Geld im Spiel.

Man muß daher ein kurzfristiges Intermezzo der AfD eher ausschließen, was vor allem im nächsten Jahr bei der Bundestagswahl sich zeigen wird. Klar doch, zurückgehende Flüchtlingsströme können Verlust von Wählerstimmen für diese junge rechte Partei bedeuten, obwohl viel Unzufriedenheit und Proteste deren Sympathisanten auf den Plan rief.

Lotar Martin Kamm

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