Vom Leben im Wolkenkuckucksheim

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Oder warum die Unterdrückung Andersdenkender so simpel funktioniert

Jetzt träumen wieder viele vom Wolkenkuckucksheim. Wolkenkuckucksheim ein Synonym für Wunschtraum, Seifenblase. Jeder erliegt zu gewissen Zeiten dem schönen Traum eines Schlaraffenlandes, in dem nicht nur das Essen immer reichlich vorhanden ist, sondern auch die Menschlichkeit zwischen den Menschen den reinen Idealen entspricht. Aber wenn die Ideen der idealen Familie, Vater, Mutter, Kind, die sorgenfrei in ihrem schmucken Eigenheim leben, aufs Beste mit den Nachbarn auskommen, keinerlei Auseinandersetzungspunkte innerhalb der Familienmitglieder sich je abzeichnen werden, dann spricht man zu Recht vom Wolkenkuckucksheim.

Zu dieser Vorstellungswelt gesellt sich gerne eine Gesamtzufriedenheit, die gewährleistet durch Ehre, Stolz, Moral, Respekt, Verbundenheit, Recht, Anstand, Disziplin und Heimattreue ein Weltbild erschaffen, das nur durch Unterdrückung von Andersdenkenden und Andersfühlenden funktioniert. Dies wird aber bewußt in Kauf genommen, denn Ordnung muß sein: Wo kämen wir sonst hin? Die Folge ist eine Hörigkeit gegenüber staatlichen Gesetzen, gewieften Organisationen, religiösen Fanatikern oder anderen Gemeinschaften, die alles scheinbar negativ beeinflußende, den friedlichen Ablauf störende, zugunsten ihrer Anhänger aus dem Weg räumen. Dabei zertreten sie in Wirklichkeit die von ihnen in den Vordergrund gestellten Werte.

Aristophanes Theaterstück „Die Vögel“, aufgeführt im Jahr 414 v.Chr., kann ohne Bedenken mit den jetzigen Verhaltensmustern einiger Menschen verglichen werden, die ein Wolkenkuckucksheim als Lösung anstehender Probleme proklamieren. In der Philosophie und Literatur finden sich einige Beispiele, die diese Komödie als Adaption aufgegriffen haben. Arthur Schopenhauer in „Die Welt als Wille und Vorstellung“, Friedrich Nietzsche in seiner Schrift „Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne“, Walter Braunfels in der Oper „Die Vögel“ und in Alfred Hitchcocks „Die Vögel“ haben in ihren Werken Bezug auf Aristophanes Theaterstück genommen.

Das Interesse für diese widersinnige Werteweltvorstellung ist deshalb so groß, weil man damit seine eigene Verantwortung für das Wohl aller an der Haustüre abgeben kann.

Aristophanes und Berthold Brecht

Auf den Nenner gebracht und Berthold Brecht zitiert: „Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selbst!“

Aristophanes geht es in seiner Komödie „Die Vögel“ also im Wesentlichen um die negative Beeinflussung stupider, verbohrter und/oder unbedarfter Massen.

Und das zu ihrem eigenen Nachteil – was durchaus auch an die Jahre dreiunddreißig bis fünfundvierzig des letzten Jahrhunderts denken lässt. Autor Manfred Zorn

Es ist nichts verwerfliches, sich ab und zu eine Utopie von immerwährenden „Friede, Freude, Eierkuchen“ zu gönnen, aber wer dies wirklich leben will, muß sich dessen bewußt sein, daß wir außerhalb des Garten Eden leben, nicht hinter seinen geschützten Toren verweilen und somit an der Gestaltung und Problemlösung täglicher Aufgaben ständig mitwirken müssen mit vermittelnden, dem Frieden dienlichen Handeln.

Doris Mock-Kamm

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Alltag ohne nennenswerte Vorkommnisse

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Zwischen Kriegsszenarien und Feierabend

Krisenstimmung in den Wohnzimmern deutscher Haushalte, wenn die Glotze tagtäglich über Massendemos und weltweite Kriege berichtet, Bilder des Grauens und des Haßes zeigt? Während er sich sein wohlverdientes Feierabendbier gönnt, sie das Abendessengeschirr in die Küche trägt, um die Spülmaschine zu füttern, der Sohnemann Ballerspiele in seiner chaotisch unaufgeräumten Bude spielt, die pubertierende Tochter längst auf Achse sich befindet mit einer Clique älterer Jungs und ihrer besten Freundin, statt bei dieser schön brav Bravo-Hefte zu lesen, was Mama ja ebenso mal tat.

Ein ganz gewöhnlicher Alltagsabend, ohne irgendwelche nennenswerte Vorkommnisse? Weit gefehlt! Mutter Erde blickt einer nie dagewesenen Zerstörungslust entgegen, die einzig und allein nur eine Spezies zustande bringt: der Mensch selbst. Anstatt aus seinem jahrtausendealten Erfahrungsschatz auch nur das mindeste an weisen Erkenntnissen umzusetzen, verrennt er sich nonstop in das gegenseitige Bekriegen, ständig dem Reichtum hinterherhechelnd, bloß in jedem einen Konkurrenten sehen zu wollen.

Was nutzen hierbei die vielen philosophischen Gedanken, eine ganze Flut toller Bücher über Verständnis, Liebe und Zusammenhalt, wenn ein paar wenige Kleingeister in ihrer Bösartigkeit den Weg der Zerstörung anordnen? Stets mit der bekundeten Absicht, im Sinne des Friedens zu handeln? Das Gegenteil droht somit der Menschheit. Ein immerwährender Prozeß ohne die geringste Chance auf dauerhaften Frieden. Dort, wo er über Jahrzehnte gnädigerweise anhalten durfte, denken wir an Europa, außer ans alte Jugoslawien, an die USA, die noch niemals wirklich angegriffen wurde, von Japans kurzen Angriffen auf Pearl Harbour auf einer der Hawaii-Inseln im Pazifik gelegen mal abgesehen, gab es somit Friedenszeiten für die Bevölkerung. Außerhalb tobten stets die Stellvertreterkriege.

Inzwischen schaut es erneut schlecht für Europa aus, die nicht weit entfernten Kriege in der Ukraine und in Syrien mögen schnell derart eskalieren, daß manch größenwahnsinnige Gesellen meinen, sie könnten Russland provozieren und gar angreifen. Etliche Versuche fruchteten bisherig noch nicht, aber taktisch perfide Ideen gehen bösartigen Wesen wohl niemals aus, beflügelt vom Herrschaftsgedanken, sich den Rest der Welt einzuverleiben. Und die Völker lassen dies fast schon ohnmächtig gleichgültig zu, weil oftmals Hoffnungsgedanken sie zu beruhigen versuchen, daß verantwortungsbewußte Politik dies verhindern wird.

Ein kurzer Blick in die Vergangenheit straft aber jene Illusion zugleich ab. Sie werden ohne mit den Wimpern zu zucken, ihre Ziele eiskalt und menschenverachtend durchsetzen, weil Vernunft nicht zählt, sondern einzig und allein die Erhaltung der eigenen Macht. Solange die Menschheit weiterhin tatenlos all jene Kräfte gewähren läßt, ändert sich nichts, kann der Weg der Zerstörung ungebremst sich fortsetzen zum Leidwesen sämtlichen Lebens auf Erden.

Die Tochter liegt in irgendeinem fremden Bett, ein nach hause kommen ausgeschlossen, das Geknatter von Maschinengewehrsalven ertönt im Zimmer des Sohnemannes, die Glotze zeigt keinen Schnee wie früher, nonstop werden Telephonnummern wiederholt, Mama liegt schnarchend allein im Ehebett, weil Papa auf dem Sofa eingenickt, es müffelt nach abgestandenen Bier im hell erleuchteten Haus der Familie.

Lotar Martin Kamm

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Aus dem Traum gerissen wach den Tag beginnen

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Besser frisch und munter, statt den Wecker zu verfluchen

Sind es wirklich nur die leidlichen Montage, die uns unter immensen Anstrengungen morgens aus dem Bett kriechen lassen? Oder ist das eine Täuschung? Ist es nicht generell schwer, nach des Weckers Willen aus dem Traum gerissen zu werden, seinem Zeitgefühl zu gehorchen, obwohl wir ihm abends zuvor eine Weckzeit vorgegeben haben? Wären wir morgens, egal an welchem Tag wir aufstehen, nicht wacher, wenn wir uns mit Gelassenheit auf unser Körpergefühl verlassen würden und demzufolge den Schlaf unterbrechen,  wir körperlich und geistig wach sind?

In unserer modernen Arbeitswelt kaum vorstellbar. Schon Kleinkinder werden morgens früh aus den Federn gerissen, weil Mama und Papa zur Arbeit fahren müssen. Manchmal haben die Kleinen nicht mal eine Mahlzeit zu sich genommen, weil die Zeit zu eng, die Eltern verschlafen, wenn sie in der Krippe oder im Kindergarten eintreffen. Vielleicht sind sie an diesen Tagen nicht mit einem liebevollen „Guten Morgen!“ geweckt worden, keine Zeit, noch ein bißchen mit den Eltern zu kuscheln, sich auszustrecken und mit den Eltern etwas müde, schwerfällig, verpennt halt den Tag beginnen.

An solchen Tagen können wir nicht richtig wach sein, wir verträumen dann die ersten Stunden in heruntergefahrenem Streß, sind bei vielen Dingen nicht ganz auf der Hut, verzetteln uns leichter, können aus nichtigen Gründen aber auch komplett aus der Haut fahren. Wachsein ist Konzentration, Wachsein bedeutet, Gefahren frühzeitig zu erkennen, nicht nur mit wachen Augen, sondern mit allen Sinnen, Wachsein eine überlebenswichtige Komponente. Mit verschlafenem Verstand, Gefühlen, Reaktionen handeln wir oft wie in vernebelter Zeitlupe.

Nachtwächter, Wachen, Wachtürme, Wachfeuer, Wachposten, Wachhund sind alles Begriffe, die die Wache übernehmen, wenn wir dazu nicht in der Lage sind. Heute sind es automatische Sirenen an Häusern oder in Autos, Überwachungskameras und vieles mehr, die uns vermeintlich die Arbeit des Aufpassens, der Wachsamkeit bieten. Doch gänzlich läßt sich die eigene Wachsamkeit nicht auf Maschinen oder andere Menschen übertragen. Wir sind in erster Linie selbst dafür verantwortlich, wach, aufmerksam durch unser Leben zu gehen. Das erstreckt sich nicht nur auf körperliche Unversehrtheit, sondern auch auf geistige, seelische Wachheit.

Wachen vom althochdeutschen wachēn kommt von wecchen und bedeutet: frisch, munter sein. Der Wecker heißt nicht umsonst Wecker, er soll dafür sorgen, daß wir frisch und munter den Tag beginnen. Natürlich ist es allemal besser, einen Wecker oder Weckerin zur Seite zu haben, die mit einem freundlichen: Es ist Zeit aufzustehen! mit uns gemeinsam den Tag beginnen. Auch wenn es bisweilen nicht immer der richtige Zeitpunkt war, an dem die Kinder morgens entweder auf leisen Sohlen oder mit Höllenlärm das Elternschlafzimmer eroberten, sind dies doch im Nachhinein die Tage gewesen, an denen wir aufgeweckt in den Tag starteten.

Wenn wir wachsam, konzentriert und aufgeweckt, neugierig unsere Tage gestalten, haben wir die besten Chancen, abends relaxt den Schlaf zu begrüßen.

Doris Mock-Kamm

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WWF erneut im Fokus scharfer Kritik

flickr.com/ wili_hybrid/ (CC BY-NC 2.0)

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Naturschutzorganisation in gewalttätige Mißhandlungen verwickelt

Da paßt mal wieder etwas nicht im geringsten zusammen: angebliches Engagement und eine entlarvend rauhe Wirklichkeit. Der schon des öfteren bererechtigt angeprangerte World Wide Fund For Nature (WWF), eine Schweizer Stiftung, eines der größten Natur- und Umweltschutzorganisationen, steht erneut im Fokus scharfer Kritik, ist in gewalttäge Mißhandlungen im zentralafrikanischen Kamerun verwickelt, wie Survival International vor kurzem berichtete.

Die Baka-„Pygmäen“, die weiter verstreut ebenso in Gabun, in Kongo und in der Zentralafrikanischen Republik leben, im übrigen zu eines der ältesten Homo sapiens-Population der Erde gehören, sind bereits seit längerem Landraub ausgesetzt, werden zunehmend brutal von Anti-Wilderei-Einheiten mißhandelt und gar gefoltert. Obwohl der WWF davon gesichert weiß, setzt die Stiftung unbeherzt ihre Werbekampagnen fort, in denen sie Unternehmen an die Leitsätze der OECD erinnert, trotz eigener ignoranter Verfehlungen.

WWF – dem Diktat von Konzernen unterstellt

Dabei steht die Schweizer Stiftung schon lange in heftiger Kritik. Kein Wunder, wie man anführen muß, schließlich bestimmen gerade diejenigen Konzerne die Vorgehensweise der Stiftung, von denen großzügige Spendengelder eintreffen. Insofern eine Politik voller Korruption und Unglaubwürdigkeit.

Ende der 1980iger Jahre geriet der WWF in die Schlagzeilen, weil mittels einem von der Stiftung überreichter Hubschrauber knapp 60 Wilderer in „Shoot to kill“-Aktionen erschossen wurden. Zu Beginn der 1990iger Jahre wurde der Natur- und Umweltschutzorganisation eine Beteiligung an der „Operation Lock“ vorgeworfen, bei der Organisationen in Südafrika unterwandert worden waren, die Handel mit Elfenbein und Nashörnern betrieben. Die Liste vieler Verfehlungen dieser großen Stiftung sprengt allerdings den Rahmen dieses Artikels.

Wie sich dem WWF gegenüber verhalten?

Ganz einfach, falls Sie Mitglied sind: austreten. Oder wollen Sie tatsächlich sich eine gewiße Mitverantwortung anhören müssen, selbst als stiller Spender? Wohl eher kaum. Auch hierbei gilt leider der Erfahrungswert: Je größer eine Organisation, obendrein von selbstgefälligen Spendern beglückt, desto wahrscheinlicher werden sie gesteuert und gar dahingehend beeinflußt, die eigenen Ziele zu verraten.

Schreiben Sie einen Brief an den Präsidenten Kameruns, wie hier empfohlen, den Baka zuliebe und vor allem, um einer solchen Stiftung wenigstens den moralischen Spiegel entgegen zu halten.

Lotar Martin Kamm

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Der Weg

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Der Weg,
der abgerissenen
Häute, die durchs
Nichts ins Nichts
einbrechen,
ist ein undurchsichtiger
Ball, der verknotet ist.

Der Weg,
sagte jener, der
keine Rolle spielt,
ist eine tiefblaue
Höhle
von Milchkannen,
die ihre Milch
zwar finden wollen,
aber nicht suchen.

Der Weg,
der übers Wasser,
die Stoffreste
und die (abgebrochenen)
Dornen führt,
steht einsam wacklig
am Ende
des Bergrandes.

Der Weg,
der angemodert
ist von Spinnen,
die ihr Netz suchen,
darf nie still
stehen
am Spiegel
hinterm Vorhang.

Nafia

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Münchner Sicherheitskonferenz: Fronten verdeutlichen die Schieflage

flickr.com/ Metropolico.org/ (CC BY-SA 2.0)

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Medwedew bewertet US-Westen erwartungsgemäß

Jedes Treffen von Weltpolitikern vermag ein Stückweit Hoffnung hegen, daß mittels Gesprächen Prozesse in Gang gesetzt werden, die Welt ein wenig friedlicher zu gestalten. Wer dies meint, verkennt aber den Ernst der Situation. Selbst auf der Münchner Sicherheitskonferenz, der man nicht unbedingt einen hohen Stellenwert beimessen muß, verdeutlichen Fronten die Schieflage. So bewertet Medwedew bei seinem Auftritt den US-Westen erwartungsgemäß.

Die Systemmedien verhalten sich genauso wie bereits zuvor, aus Enttäuschung zum berechtigten Fernbleiben des russischen Präsidenten liest man eine simple Beurteilung über Medwedew selbst: Er sei mal der Gute gewesen, Putin personifiziert als das Böse. Im Spiegel-Artikel wird erneut die aggressive russische Haltung betont, während Christiane Hoffmann Steinmeiers Schadensbegrenzungsversuche hervorhob, Sergei Lawrow Gleichgültigkeit entgegenhielt, dieser bezweifle den mühsam ausgehandelten Kompromiß für eine Feuerpause im Syrien-Krieg. Aus russischer Sicht ohne weiteres verständlich mit Blick zum Putin-Bashing.

Russlands Premierminister spricht vom neuen Kalten Krieg

Und die Systemmedien des US-Westens markieren Erstaunen und Empörung. Welch zynisches Polittheater möchte man anfügen. Mit Blick auf die Karte, entlang der russischen Grenzen zum NATO-Europa sollte jedem halbwegs klar denkenden Zeitgenossen deutlich sein, welch perfides Szenario die US-amerikanische Politik in Wirklichkeit verfolgt. Russland sollte von Anfang an keinen Schritt in Richtung Weltmacht wagen, die USA selbst beanspruchen jene Option, kein Wunder, daß daher nach dem Fall der Mauer eine EU-Osterweiterung forciert wurde, mit dem Maidan-Putsch das Tor zur überdeutlichen Absicht aufgestoßen wurde: eine indirekte Kriegserklärung gen Russland, die endgültige Ansage zum neuen Kalten Krieg.

In sofern muß man Medwedew natürlich zustimmen, selbst wenn Kenneth Roth, der Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, wütent betonte, Russland habe Streubomben gegen Zivilisten in Syrien eingesetzt. Hier liest sich das ein wenig anders, wenn US-Kampfbomber vor Ort über Aleppo ertappt wurden. Aber davon will die westliche Propaganda nichts wissen, ihr Weltbild könnte sonst ins Wanken geraten nebst beeinflußten Menschenrechtsorganisationen.

Syrien-Krieg eskaliert zunehmend trotz politischer Bemühungen

Nach bald fünf Jahren Krieg in Syrien von Frieden keine Spur. Im Gegenteil, die Eskalation nimmt viel eher zu, wenn die Türkei zusammen mit Saudi-Arabien die Entsendung von Bodentruppen in Erwägung ziehen. Obendrein warnte jüngst Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Dschubeir, Russland könne Teil eines Religionskrieges werden, am Ende solle Assad besser von der Bildfläche verschwinden, das syrische Volk wolle diesen ohnehin nicht.

Gleichwohl betonte Erdoğan seine Entschlossenheit, bläst ins selbe Horn, droht inzwischen Russland, denkt gar über einen Krieg gegen das Riesenreich nach. Das paßt wohl alles in die eigentlichen Absichten des Hegemons, der genau jene Szenarien entscheidend mit herbeiführte.

Lotar Martin Kamm

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Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 2)

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Ein Drama mit offenem Ende

Mit steinernem Gesicht steht Angie, die Kanzleuse, am Rednerpult, ihr Blick schweift durch die Reihen ihrer Partei.

Angie: Danke für Ihre Zustimmung, meine Damen und Herren, verehrte Parteifreunde. Und an die Adresse der AfD sei gesagt. Schreiben Sie sich das hinter die Ohren, mit mir geht das nicht. Wir schaffen das, d.h. die Menschen da draußen im Lande und die vielen netten Flüchtlinge. Ihre Panikmache ob irgendwelcher Gewalttäter hilft niemandem. Geben Sie doch einfach zu, daß Sie nur auf Stimmenfang aus sind, statt handfeste Politik mitzugestalten.

Der Bundestagspräsident fällt ihr räuspernd ins Wort.

Bundestagspräsident: Gestatten Sie eine Zwischenfrage von der Vorsitzenden der AfD, Frau Frauke Petry, vereehrte Bundeskanzlerin Merkel?

Angie: Nur zu, es sei Ihnen erlaubt, Frau Petry.

Petry: Sicherlich haben auch Sie, Frau Merkel, von den neulichen Krawallen im Stadtteil Äußere Neustadt Dresdens gehört, bei denen 14 Menschen ums Leben kamen, überwiegend die eigenen Landsleute, also Deutsche, zwei Libyer waren unter den Opfern, wovon einer der Anführer gewesen war, der zuvor 8 Menschen eiskalt vor den Augen der aufgebrachten Menge ermordet hatte. Die Polizei wurde nicht nur viel zu spät alarmiert, obendrein handelte sie äußerst zögerlich, eher zurückhaltend. Im Nachhinein stellte sich gar raus, daß Innenminister Markus Ilbig selbst die Order dazu gegeben hatte, Polizeipräsident Kroll sich anschließend gar entschuldigte. Lebendig hat das niemand mehr gemacht. Meinen Sie nicht auch, daß eine derartige Politik der Ignoranz angesichts solch brutaler Vorfälle seitens „sogenannter Flüchtlinge“ nicht gerade für Vertrauen sorgt zusammen mit einer verkehrt eingewiesenen Polizei? Darüber hinaus die Bürger beginnen, sich selbst zu verteidigen, Bürgerwehren aufbauen, was dem Grundrecht auf Unversehrtheit entspricht?

Für einige Momente herrscht absolutes Schweigen im Bundestag.

Angie: Das muß ich zugeben, daß mir die Hände gebunden. So etwas darf natürlich nicht geschehen.

Kaum verkündet, schallendes Gelächter seitens der Opposition, der Linken als auch der AfD, die Grünen halten sich mal wieder heuchlerisch zurück.

Angie: Bitte, bitte, unterlassen Sie solche Häme, das gehört sich einfach nicht! Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um in Zukunft solche Schandtaten zu verhindern, meine Damen und Herren.

Der Vorhang schließt kurz. Umbau zum dritten Bild. Redaktion einer bekannten Zeitung. Ein Volontär sitzt verunsichert an seinem PC, schaut betreten um sich.

Volontär: Doch, das lasse ich mal so als Überschrift.

Die Zeit kommt hinzu, stellvertretend für den Chefredakteur oder Geschäftsführer, Hauptsache verantwortlicher Mainstream-Medien-Akteur.

Die Zeit: Hm… „Petry fordert Frau Merkel in Bundestagsdebatte heraus“ . Aha, gut so, schön reißerisch im Kern, gefällt mir, weiter so, Bernd.

Volontär: Danke, ich versuche, euch gerecht zu werden.

Kaum verläßt sein Vorgesetzter den Raum, hämmert er laut vorlesend in die Tasten.

Volontär: Während die Debatte eher von kleinen Neckereien bestimmt war….ne, nicht gut. Besser so: Während die Bundestagsdebatte sich eher in Schönrederei verzettelt, stellt Frau Petry eine Zwischenfrage, in der sie die Kanzlerin kompromittiert, der Staat habe seine Aufgabe verfehlt, die Bürger vor Flüchtlingen zu schützen. Souverän kontert die Kanzlerin, solche Ereignisse würden keinesfalls vorkommen.

Etwas weiter hinten trifft ein Fax ein. Der Volontär entnimmt es dem Gerät und liest leise vor sich hinmurmelnd erstaunt ab.

Volontär: Gegen 13:30 Uhr wurde die Feuerwehr in Gießen benachrichtigt, zwei Schulen, eine Realschule und das nebenan stehende Gymnasium brennen lichterloh. Dort hatten sich cirka 678 Flüchtlinge aufgehalten. Die Stadt hatte ihnen die Räume zur Verfügung gestellt, alle Schüler mußten in den benachbarten Schulen irgendwie unterkommen. Nach ersten Erkenntnissen war keine Brandstiftung im Spiel, obwohl der Verdacht weiterhin nahe steht, zumal in zwei Schulen gleichzeitig wohl kein technischer Defekt ursächlich geschehen könne.

Hm, ach, und jetzt sollen wir mal wieder hinzudichten, wer für jenes Verbrechen verantwortlich, obwohl keiner etwas wirklich weiß? Am besten diese angeblichen Nazis?

Kaum ausgesprochen, schaut Bernd verunsichert sich um.

Der Vorhang schließt sich. Kurzer Umbau zur Szene Vier. Auf allerhöchster Ebene sitzen sich einige Politiker in der bekannten deutschen Talkrunde „Knüppelhart und unfair“ gegenüber.

Moderator: Den Fernsehzuschauern brauche ich ohnehin Sie nicht mehr vorzustellen, Ihre Bekanntheit steht außer Frage. Mögen Sie als französischer Nachbar und Freund Stellung beziehen zu den Problemen mit den Flüchtlingen in Ihrem Land selbst, zumal Frau Le Pen inzwischen äußerst sinnvolle Maßnahmen ergriffen hat, die Ihnen so gar nicht in den Sinn kamen?

Sackohrzieh: Jetzt wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen, n’est-ce pas? So sagt man doch in Ihrer Sprache? Natürlisch abe isch stets versucht, den ausländischen Mitbewohnern eine Möglischkeit der Integration anzubieten, nur wir wurden gerade von der deutschen Politik, der Bundeskanzlerin überrascht, die keinerlei wirklisches Konzept vorgelegt hatte. Sondern vielmehr alles durschwinkte, was auf der Flucht war!

Ein Raunen geht durchs Studiopublikum.

Beerde: Na na na, lieber Herr Sackohrzieh, dies entsprach aber auch den Vorgaben der EU, die immerhin entscheidend mitgewirkt hatte an den Zuständen der Situation, oder?

Moderator: Da gebe ich doch gleich mal das Wort weiter an die USA, sie müßten am ehesten wissen, inwieweit Ihre Kriegspolitik zu jenen Früchten beitrug, oder?

USA: Well, ich danke Ihnen. Selbstverständlich obliegen sämtliche Folgen unserer Doktrin…äh…maybe zu hart ausgedrückt, unserer Vorstellung von einem unabdingbaren Weltfrieden. Manchmal können nur die Waffen für den nötigen Respekt sorgen!

Die Teilnehmer in der Runde tauschen entsetzte Blicke aus, das Publikum im Saal murmelt vor sich hin.

Der Bär: Da muß ich mal entschieden intervenieren, im Namen der Russen, aber auch derjenigen europäischen Länder, die sich eben nicht haben in die EU einverleiben lassen, vielmehr darauf bestanden, ihre nationalen Interessen zu bewahren. Gut so. Hinzu kommt, werte USA, Sie wissen nur zu genau, daß weder die Russische Föderation noch die VR China als auch viele andere Staaten in der Welt dem Kurs des Dollars, Ihrem Land blindlings folgen wollen. Was heißt das im einzelnen? Ich sage es Ihnen: eine Abkehr vom Globalismus, eine Rückbesinnung zu den ureigenen Werten der Menschheit, die gerade darauf Rücksicht nehmen muß, sie nicht gänzlich zu zerstören.

Heftiger Applaus folgt, der Vorhang schließt sich.

Fortsetzung folgt.

Lotar Martin Kamm

Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 1)

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