Am Kleiderhaken

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Sie hingen bis heute Morgen
akkurat am Bügel im Schrank.

Fein säuberlich untereinander
am metallenen Krawattenhalter.
Nein, halt, einige Besondere lagen
aufgerollt in kleinen Kartonagen.

Sie hingen, lagen aufgerollt
bis heute Morgen im Schrank.

Einfarbig, gemustert, aus Seide,
viele wirklich eine Augenweide.
Ihre Farbenpracht so enorm,
okay, ihr kriegt eine andere Form.

Sie wurden zerschnitten, vor Ort,
surrende Nähmaschine, Stunden.

Schnitt, Naht, Schnitt, Naht,
sei froh, ich stutze nicht deinen Bart,
pikse dich nicht mit der Nadel,
kein Tattoo um den Bauchnabel.

Zerschnitten deines Manneszier,
über das körperliche Zierrat reden wir nicht, hier.

Sie hingen verteilt in der Wohnung,
aus Krawatten wurde Kleidung.
Bunte Röckchen sind sie jetzt,
dies Frauenherz nie wieder verletzt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Industriebäcker im Fokus der Kritik

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Biobäcker und selbst Brot backen die Alternative?

Nun könnte man ja ohne weiteres einwenden, Pech gehabt, so gestalte sich nun mal die Wirtschaft, und genau derjenige triumphiere, der eben durch clevere Einsparungen und bestimmte Verfahren es schaffe, die Preise erschwinglich für den Verbraucher zu halten.

Nur vergessen all jene „Glücklichen“ dabei gleichzeitig, dem Verbraucher auch reinen Wein einzuschenken, um es mal noch freundlich zu formulieren. Die Wirklichkeit schaut gar nicht gut aus, was da an Backwaren angeboten und verzehrt wird.

Eile backt das Brot, aber sie backt es schlecht

So lautet eine Redewendung in Griechenland. Wenn wir uns ihrem tieferen Sinn ein wenig ausführlicher widmen, wird schnell klar, wieviel Lebenserfahrung in ihr steckt. Früher haben sich die Bäcker wesentlich mehr Zeit gelassen, ein Brot zu backen, was wiederum zu guten Ergebnissen führte. Wer den ein oder anderen Familienbetrieb noch kennt, wo mit viel Liebe und besonders entsprechender Zeit und Sorgfalt gebacken wird, kann daher nur bestätigen, daß sie einfach besser schmecken.

Doch das allein muß nicht unbedingt ein Kriterium sein. All jene Verbraucher, die jahrelang die Erzeugnisse der Industriebäcker verzehrt haben, werden den Unterschied zunächst meist nicht feststellen, sogar oftmals ihren Bäcker nicht wechseln, zumal sie glauben, der günstigere Preis rechtfertige ihr Kaufverhalten. Das gilt erst recht für die Kunden, die darüber hinaus die Backwaren von den neuen Brotbackautomaten in Discountern wie Aldi, Lidl, Norma, etc. beziehen. Hierbei muß die entscheidende Frage gestellt werden: Was macht sie so billig?

Weg von den E-Nummern hin zu den Enzymen eine gute Lösung?

Keineswegs, im Gegenteil, die sogenannten Enzyme, nämlich die industriell hergestellten Eiweißstoffe werden obendrein aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen. Will der gleiche deutsche Verbraucher, der völlig zu Recht naserümpfend die Gentechnik ablehnt, andererseits billiges Industriebrot eben mit diesen künstlichen Enzymen bedenkenlos verspeisen? Da paßt was nicht zusammen. Das liegt aber auch an dem Informationsdefizit, wobei dem Verbraucher die im Brot enthaltenen Enzyme verschwiegen werden, weil das die Lebensmittelindustrie nicht muß.

Selbst wenn ein Lebensmittelchemiker wie Udo Pollmer selbst kritisiert wird, weil er sich stark macht gegen die Lobby der Industriebäcker, so dürfen wir nicht all jene unterschätzen, die exakt zu denselben Ergebnissen kommen. Ehrliche Bäckermeister mit einem Gewissen und daher mit einer moralischen Verpflichtung ihren Kunden gegenüber können gar nicht anders, als ihr Handwerk nach bestimmten Regeln ausüben, werden eben nicht all jene Verschlechterungen in Kauf nehmen, einer Lebensmittelchemie auf den Leim gehen und sich überreden lassen.

Das hat natürlich leider auch seinen Preis, so mancher Bäcker konnte der billigen Konkurrenz nicht standhalten und mußte seinen Laden schließen. Wer aber jetzt meint, es seien nur die Discounter mit ihren Brotbackautomaten die schwarzen Schafe dieses alten Handwerks, der irrt gewaltig. Wer genau hinschaut, wird feststellen, daß da etliche Großbäckereien sich den Markt aufgeteilt haben, während die kleineren und mittleren Bäcker mit dem Anspruch der alten Backtradition nach und nach verschwinden. Sie können eben nicht zu solch billigen Preis backen.

Die Verbraucher selbst haben es in der Hand

Wenn weiterhin die Verbraucher statt auf gute Qualität zu achten, ihr Brot bei den Discountern, den Großbäckereiketten beziehen, wird das Sterben der traditionellen Bäcker sich fortsetzen. Neben den Biobäckern, die erfreulicherweise trotzdem zugenommen haben, ganz im Trend einer wachsenden Zahl Interessierter, die bemerkt haben, wie wichtig eine gute Ernährung ist, gibt es vereinzelt noch Familienbetriebe wie beispielsweise in Herrenberg bei Stuttgart die Bäckerei Jochen Baier oder das Stadtcafé Rosenow in Dierdorf im Kreis Neuwied.

Abgesehen von den Zusatzstoffen und den Enzymen hat industriell hergestelltes Brot fast keinen Nährwert mehr. Alle wichtigen und für unsere Gesundheit wertvollen Stoffe werden dem Getreidekorn entnommen, die wichtigen Ballaststoffe (Kleie) sowie der vitalstoffreiche Keim wird entfernt und eher dem Vieh verfüttert, als es dem Menschen zu gönnen. Das vitamin- und mineralstoffarme Auszugsmehl hat nur den Vorteil, gut lagerfähig und stärkereich zu sein, das war’s aber auch schon. Obendrein muß betont werden, daß ein aus solchem Mehl gebackenes Brot chronisch degenerative Krankheiten verursacht, es wird Raubbau an den körpereigenen Mineralienvorräten betrieben, es kommt zu Ablagerungen in den Gelenken und den Atemwegen.

Wer also sich ein gutes Brot gönnen mag, kauft es entweder noch beim kleinen Traditions- und Biobäcker oder aber backt es selbst. Mit ein wenig Übung kommt man bestimmt zu guten Ergebnissen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Verbraucherschutz

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Die Ruhe vor dem Sturm – alles nur Panikmache?

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Die Welt dreht sich, ob mit oder ohne uns Menschen. Egal wieviel Leid unsere Spezies sich und anderen antut, Mutter Erde folgt den kosmischen Gesetzmäßigkeiten ihrer Existenz, hinterfragt keineswegs. Das hat bereits etliche neben den großen Philosophen sich tagtäglich bewegt, warum ausgerechnet der Homo sapiens dermaßen unerschrocken sich selbst und der Natur schadet.

Dabei beruhigen nicht gerade solch Verantwortliche wie der „blonde Dolle“ in den USA, die Despoten in der Türkei und Nordkorea, Selbstgefällige wie jener Präsident in Russland oder das Königshaus in Saudi-Arabien, Zaghafte wie die ewige deutsche Kanzlerin, die Gemüter, vielmehr flammen Gedankenszenarien über die Ruhe vor dem Sturm auf. Alles nur Panikmache? Schließlich gab es schon immer in der Menschheitsgeschichte politische Umwälzungen, die mit apokalyptischen Vorhersagen kommentiert wurden.

Und nun? Immerhin pflegt Mensch heutzutage eine erschreckend hohe technisierte Militärmaschinerie, die gleich sämtliches Leben mehrfach auszulöschen vermag, was eben früher nicht in dieser Form möglich war. Gleichzeitig greift die Gier nach Macht und Reichtum skrupellos um sich, verteilt auf immer weniger Schultern, während die große Masse ihr nahezu hilflos ausgeliefert. Das nennt Mensch gar Fortschritt. Er hat die Möglichkeiten, paradiesisch auf Erden zusammenzuleben, zieht es aber vor, die Zerstörung einfach zuzulassen. Welch Irrwitz!

Das Buch zuklappen, Gedanken voller Zweifel wegwischen, das eigene Leben in vollen Zügen genießen, sollte man meinen, simpelst zu vollziehen. Wenn da nicht die nackte, bestechend grausame Realität wäre, die all jene Ignoranten schneller einholen könnte, als ihnen lieb sein dürfte. Alles hängt mit allem zusammen, auch diejenigen, die gern verdrängen, werden somit eines Besseren belehrt. Historische Vergleiche gibt es unendlich viele, wo Dekadenz und Grausamkeit oftmals aufeinandertrafen, exzessiv ausgelebter Reichtum und extreme Armut und Elend.

Genug des Wehklagens, irgendwann verbleiben da kaum noch Lichtblicke eines Optimismus haften, der letzte Strohhalm, an dem man sich sorgenvoll zu klammern versucht. Jeder Tag sollte gelebt sein, als ob es der letzte sein könnte, mit entsprechender Rücksicht auf den Nächsten, einem behutsamen Miteinander voll gegenseitigem Respekt. Zuviel verlangt, eine solche eigentlich selbstverständliche Haltung? Offensichtlich, denn ansonsten wäre Mensch viel Leid erspart geblieben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Abschied-Blues

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„Möchten Sie noch einen Kaffee?“ Der junge Mann lächelte sie fast hingebungsvoll an, quatsch, ich denke jetzt einfach, er lächelt hingebungsvoll, nicht fast hingebungsvoll. Mit einer leicht vorgebeugten Kopfbewegung, so daß sie seine blauen Augen deutlicher wahrnahm als seine Frage, „möchten Sie noch einen Kaffee?“

„Einen Kaffee? Ja, und bringen Sie mir diesmal ein Stück Torte, etwas mit Sahne.“

Sie lächelte zurück, nicht gern, denn sie wußte, beim Lächeln hatte sie immer einen leicht schiefen Mund. Normalerweise hatte sie ihre Mimik unter Kontrolle, sie wußte, ab welchem Lächeln ihr Mund sich nach oben links verschob, schließlich hatte sie genügend Übungsstunden vor Spiegeln verbracht, um diese angeborene Ungleichheit in ihrem Gesicht zu vertuschen. Onkel Meinrads Mundwinkel reichte beim Lächeln fast bis zu den Ohrspitzen, Tante Elsie schaffte es, durch den Mundwinkelzug ihre Wangen unter die Augen zu drücken, Frank zeigte dadurch seine linke Zahnreihe, bei Sabines Lächeln zog sich zudem der rechte Mundwinkel nach unten, was soll’s, deshalb oder trotzdem versuchte sie, nachdem ihr der schiefe Mundwinkel wieder ins Bewußtsein kam, ein neues Lächeln aufzusetzen, das eher einem selbstgefälligen Grinsen gleichkam.

„Für die Tortenauswahl steht Ihnen unsere Kuchentheke zur Verfügung!“

„Vorhin haben Sie mir die Haselnuß-Krokant-Torte auch gebracht, dafür mußte ich nicht an die Theke kommen!“

„Haselnuß-Krokant-Torte haben wir im Angebot! Eine Torte, mit Sahne, das ist etwas anderes. Da ist die Auswahl zu groß, und deshalb wäre es sicher besser, von unserem Angebot an der Theke Ihre Sahnetorte auszusuchen.“

‚Er würde sogar einen ganzen Roman durchlächeln, einen reißerischen Thriller mit Mord und Totschlag würde er durchlächeln, ganze Geschichtsepochen mit einem Lächeln im Gesicht und in der Stimme könnte er vorlesen. Nicht einmal rutscht dieses Lächeln zu einem Grinsen, und nicht einmal verzieht er dabei die Mundwinkel. Streßiger Mensch‘, schoß es ihr durch den Kopf.

Sie versuchte ein entspanntes freundliches Smilen, ein Lächeln auf englische Art, ein königliches wohlwollendes Lächeln, so jedenfalls hatte sie ihr Gesichtsmuskulaturtraining genannt, die Übung, bei der ihre Mundwinkel einigermaßen gleichmäßig nur einen kleinen Zug nach oben bildeten.

„Ja, wenn es deshalb nötig ist, aufzustehen, so entscheide ich mich, sagen wir spontan für eine Schwarzwälder-Kirschtorte.“

Innerlich wollte sie schon frohlocken, ob dieses Coups, weil sie ihre Mundwinkel unter Kontrolle gehalten hatte, das spürte sie, aber dieser Erfolg war minisekundenlang, denn er, der Blauäugige, hielt sein Lächeln konstant weiterhin aufrecht, obwohl sie der Überzeugung war, diese ihre Antwort würde ihn sein Lächeln verlieren lassen.

„Schwarzwälder Kirschtorte und einen Kaffee! Bringe ich Ihnen sofort.“ Irgendwie schien eine gewisse Erleichterung durch sein Lächeln zu huschen, gleich hab ich dich an der Kandare, dachte sie.

Sie strich sich eine Haarsträhne aus der Stirn, die gar nicht mehr vorhanden war, allerdings war ihr diese Handbewegung immer erst wieder bewußt, wenn sie die Wegstreichbewegung beendet hatte. So ein Friseurbesuch brachte nicht nur eine äußerliche Veränderung mit sich, man war danach auch damit konfrontiert, sich seiner liebgewonnenen Gesten zu entwöhnen. Da ihr im Gegensatz zu früheren Friseurterminen dieses Mal ihr neues Aussehen behagte, schmunzelte sie vor sich hin, selbstvergessen und sogar glücklich darüber, etwas von ihren früheren Gewohnheiten an sich zu erkennen.

Frisch fröhlich, wie gerade aus der Dusche entsprungen, stellte er ihre Schwarzwälder Kirschtorte und den Kaffee vor sie hin.

„Bitteschön!“, lächelte er und war auch schon wieder weg.

„Dankeschön, gern geschehen“, murmelte sie vor sich hin. Mir mundet auch dieses zweite Stück Torte. Und dann nix wie weg, Alex wartet sicher schon vor dem Kino. Obwohl sie ein wenig unter Zeitdruck stand, pünktlich vor Filmstart einzutreffen, genoß sie jedes Stückchen Torte, ließ die einzelnen Stückchen auf der Zunge zergehen. Vor Freude lächelte sie, aber nur für sich allein, innerlich sozusagen, für Außenstehende nicht zu sehen.

Sie winkte ihn zu sich. „Ich möchte gerne bezahlen.“ Sein Lächeln ist einzigartig, aber meins noch mehr. Während er ihr das Wechselgeld überreichte, sie hatte natürlich den Betrag aufgerundet, er soll für sein Lächeln ja nicht darben müssen, fragte sie so beiläufig es ihr möglich war: „Haben Sie schon einmal einen Abschiedsbrief geschrieben?“

„Wie bitte?“, seine blauen Augen wurden blauer. Sagt man blauer, jedenfalls kamen sie ihr auf einmal nicht mehr hellblau vor, dunkler waren sie, blauer eben.

„Nicht was Sie jetzt vermutlich denken. Kein Abschiedsbrief in der Art, ich springe jetzt von der Brücke. Ich meine ein Schlußmachbrief, so Liebe aus und so.“

Seine Mundwinkel können doch rutschen, sie rutschen gerade nach unten, lächelnd, unsicher, aber sie rutschen. Sie fing an, sich über sich zu wundern, doch nur kurz, denn sie wollte schneller sein, als er denken kann. Ich bin Lucky Luke, ich rede jetzt schneller, als mein Geist denkt.

„Ich will es kurz machen, schließlich waren Sie höflich zu mir. Mein Job ist es, Abschiedsbriefe zu überbringen, mündliche Abschiedsbriefe. Von ihrer Freundin, in ihrem Auftrag, teile ich Ihnen mit, Ihre Beziehung ist in dieser Minute beendet. Sehen Sie von Nachfragen ab, keine Telefonate, keine SMS, keine Emails, keine Briefe, absolut null und nichts in dieser Hinsicht, denn sie sind unnötig, es ist schlicht gesagt zu Ende.“

Sie stand auf, nickte ihr einstudiertes Lächeln, es hat wieder geklappt, die Mundwinkel sind dort, wo sie hingehören, juchhu, und verließ das Café, wissend, hinter ihr sind ein paar blaue, tiefblaue Augen auf sie gerichtet, in denen kein bißchen, absolut kein bißchen ein Lächeln zu erkennen ist.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Erdogan mischt die YPG-Miliz in Syrien auf

Riskantes Getöse zwischen den USA und Russland?

Der türkische Despot läßt keine Gelegenheit aus, um seine Herrschaftsansprüche nach außen hin geltend zu machen. Dafür ist er schon allzu lang bekannt, wenn auch mit mäßigem Erfolg, international betrachtet konnte er dadurch nicht unbedingt Sympathiepunkte einheimsen.

Stört das diesen Recep Tayyip Erdoğan? Mitnichten. Wer dermaßen unerschrocken auf politischer Weltbühne agiert, dem kann man kaum Ratschläge erteilen, geschweige Vernunft von ihm erwarten. Kein Wunder, daß längst von einem riskanten Spiel mit Trump und Putin die Rede. Der schwindende Einfluß der Türkei im Syrienkrieg Grund genug, um tatkräftig mit Imponiergehabe zu drohen, obwohl bevorstehende Verluste dies in Frage stellen sollten? Immerhin kann die YPG-Miliz sich durchaus behaupten, verfügt über viel Kriegserfahrung.

Die Lage in Syrien alles andere als hoffnungsfroh

Obwohl der IS in Syrien weitestgehend verdrängt, das Land in dieser Hinsicht eigentlich aufatmen könnte, verbleiben die alten Interessenskonflikte, sehen viele in Assad den Hauptgrund für diesen schon viel zu lange währenden Krieg. Von Beginn an begaben sich immer mehr Milizen in den Syrienkrieg, der weiterhin als Bürgerkrieg tituliert, obwohl dies keineswegs dem Geschehen gerecht wird. Zu viele Allianzen mit gänzlich unterschiedlichen Zielen sorgen für ein Anhalten dieses komplizierten Krieges.

Die neue Rolle Russlands und die kläglichen Versuche der Türkei sorgen nicht unbedingt für mehr Sicherheit in Syrien. Inzwischen kursiert der Begriff der Irak-Falle im Kontext zu den USA, die alles andere als eine glückliche Partie innehaben. Selbst schuld, sollte man ihnen entgegenschmettern. Immerhin sorgten gerade die USA dafür, diesen Krieg erst recht anzuheizen!

Erneut Erdoğan als Bad Boy unterwegs?

Betrachtet man den halbherzigen Widerstand seitens europäischer Politiker, auch bundesdeutscher in Sachen Erdoğan und dessen Entgleisungen, die diplomatisch angewandte Zurückhaltung, wird schnell klar, warum der Despot einfach seinen Kurs fortfährt, als sei nichts geschehen.

Wir erinnern uns an die kürzlichen Statements des türkischen Außenministers, der bereits wieder fröhlich von besseren Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei schwärmt. So schnell vergißt das politische Parkett die jüngsten Entgleisungen Erdoğans und dessen Gefolgsleuten, die Menschrenrechtsverletzungen, die ungeheuerliche Willkür in der Türkei?

Man sollte sich letztlich nicht wundern im Hinblick zu machtpolitischen Vorteilen, denkt man an das Verhältnis zum Nato-Bündnis, an die vielen Waffengeschäftsinteressen. Da spielen riesige Geldsummen eine übergeordnete Rolle, sodaß kein Raum oder Platz übrigbleibt, um Humanität einzufordern. Kommt uns das nicht bekannt vor, auch hinlänglich den perfiden Verwicklungen der USA auf weltpolitischer Ebene?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Tanz den Bär

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Bärentatzen
auf Tapeten kratzen.
Wanddurchbruch,
auf der Flucht.
Straßenmusik
vertreibt Hirngymnastik.
Spuren
vergraben vom Wind.
Schneeweißchen
und Rosenrot
brauchen
keine Prinzen.
Selbstbewußtsein
und Frausein
sind ihre Prinzipien.
Da tanzt
der Bär.
Wo?
Sicher nicht
mehr da,
wo falsche Moral
mit Tradition
lockt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Flughafen Frankfurt: Treburer Oberwald besetzt

ROBIN WOOD unterstützt betroffene Gemeinden in ihren Protesten

Der Globalismus läßt sich keineswegs aufhalten und mit ihm dessen Auswirkungen auf Mensch und Natur erst recht nicht. Mit Blick zum Flugverkehr wird dies überdeutlich angesichts besonders steigender Zahlen im Inlandsflugverkehr. Obendrein nehmen Transportflüge gleichwohl zu.

Die Baumbesetzung gegen den drohenden Kahlschlag für den Frankfurter Flughafen ließ sich ROBIN WOOD einfallen, nicht zum ersten Mal, aber mit Sicherheit mit viel Engagement. Es sollen die bevorstehenden Bauarbeiten der Fraport AG verhindert werden, die rund sechs Hektar Wald zwischen den Städten Zeppelinheim und Walldorf roden will.

Berlins Verschiebung der Klimaziele beflügelt die Ignoranz

Ganz besonders all diejenigen, die ohnehin ebenso das Pariser Klimaabkommen negieren. Mit einem Donald Trump an der Spitze der USA argumentiert es sich ganz offensichtlich wesentlich leichter. Kein Wunder, daß auch Merkels Regierung ziemlich schnell die eigenen Klimaziele über Bord warf und zunächst weiter in die Zukunft schiebt, statt endlich zu den ursprünglichen Worten zu stehen.

Obwohl nach wie vor zwei Drittel des deutschen Waldes nach dem Waldsterben erkrankt, legt der bundesdeutsche Umweltschutz eben viel zu gering nach, zieht keine effektiven Konsequenzen. Ganz im Gegenteil wie man unschwer auch mit der geplanten Erweiterung des Frankfurter Flughafens zu Lasten dortiger Wälder feststellen muß.

Landesregierung wiederholte das Prozedere der Enteignung

Wie schon damals zuvor bei der Landebahn Nordwest. Die Fraport AG rechtfertigt völlig simpelst ihren wirtschaftlichen Bedarf und hugs flugs springt ihr die zuständige Landesregierung zur Seite, um betroffene Eigentümer ihrer Rechte zu berauben, deren Grundstücke werden nonchalant enteignet, schon darf mit dem Bau des Billig-fliegerflugsteigs begonnen werden.

Laut Bauplanung soll schon Mitte dieses Jahres mit dem teuren Flugsteig G (200 Millionen Euro) im Süden begonnen, zwei Jahre später dieser in Betrieb genommen werden. Die Protestgeschichten gegen Flughafenbauten wiederholen sich erneut, denken wir an den Streit um den Flärsheimer Wald in den 1980er Jahren, die Proteste vor rund zehn Jahren zur Verhinderung der Nordwest-Landebahn im Kelsterbacher Wald.

Im Ergebnis konnte sich jedesmal die Lobby des Flughafens durchsetzen, die Natur hatte das Nachsehen. Was seinen Ursprung mit den Planungen zur Startbahn West 1962 hatte, sich in ersten Protesten zu Beginn der 1970er Jahre entlud, setzt sich nunmehr fort. Ein Kampf ohne Aussicht auf Erfolg aus der Sicht der Flufhafengegner und Umweltschützer?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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