Satansbraten mögen den Weg zur Hölle finden

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Von der Unzufriedenheit reicher Übeltäter

Reichtum kennt keine Grenzen, das weiß der einfache Bürger ohnehin seit Urzeiten, hat sich in seinem Schicksal gefügt, sonst hätte er solche Machenschaften längst zum Teufel gejagt. Dieser läßt sich bekanntlich sowieso nicht lumpen, das Böse verfügt über eine schier magische Anziehungskraft, – bitte nicht mit der Erdanziehung verwechseln, auch wenn im Inneren von Mutter Erde es feurig brodelt, was wiederum schnell für die notwendige Assoziation des Teufels sorgen mag.

Wenn man schon das Böse zitiert, sollten keinerlei Beispiele fehlen, die diesem gerecht wären. Sofort wird der Geistreiche fündig. Zwangsläufig denkt der ein oder andere an den kleinen Herren mit dem schwarzen Schnauzbärtchen, der gerade ausgerechnet wieder in deutschen Landen eine bestimmte Anhängerschaft erhält bei dieser Partei mit den drei Buchstaben, die sich als die Alternative betrachtet, auch wenn sie nicht im geringsten eine vorweisen kann. Aber Hauptsache Mitläufer und Ahnungslose blenden, mit selbstgefälligen Spendern an der Seite schafft man den Sprung in den Bundestag. Zweck erfüllt, der Rest läuft von selbst, oder?

Geld schafft nötige Gefälligkeiten, teilweise völlig legal, per Korruption wie ehedem, das funktioniert weltweit, von der Mafia bis hinein in die Politik. Und schon gelangen wir erneut zum Reichtum, dem grenzenlosen. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten werden bis heute Träume wahr, egal ob per Tellerwäscher zum Millionär oder per Buchhandel zum bald reichsten Mann der Welt. Namen sind Schall und Rauch, es gab sie bereits zu genüge, was den einfachen Bürger nach wie vor in Schach hält. Ohne Fleiß kein Preis, bloß daß angesichts solcher Geldscheffeleien stets Betrug im Spiel, auf der Strecke bleiben etliche, die schlicht ausgebeutet werden.

Das wissen gleichwohl Politiker, um dieselben Muster umzusetzen, willfährige Steigbügelhalter der Superreichen, ein Stückweit sich gar prostituierend, alles des Reichtums willen, mithalten zu dürfen auf dem güldenen Parkett. Welch verlogene Scheinwelt, die immer noch brillant funktioniert, eine kleine betrügerische Elite gegen den Rest der Welt, der sich gefälligst fügen soll!

Aber der Teufel lacht sich ins heiße Fäustchen, klopft sich auf die glühenden Schenkel, man pokert weiter im sinnlosen Spiel der fiesen Gaunereien, die ganze Generationen betrügen, während der gelangweilte Reichtum ständig Kriege und Elend anzettelt, Investionen müssen sich schließlich lohnen. Wo bleibt die Schöpfung, die das alles zuläßt? Manch Verzweifelter, der noch an höhere, göttliche Mächte glaubt, resigniert, fühlt sich betrogen, um sein Leben beraubt.

Einzig und allein manch phantasievolle Kreative suchen und finden Nischen des Trostes, dem brutalen Alltag zu entfliehen, ihn nicht zuzulassen, vielmehr auf den Run des Geldes zu verzichten, ihn in den Wind zu schießen. Es zählt weder das Buckeln noch das Hinaufschauen zu jenen selbstgefällig arroganten Herrenmenschen. Welch gesunde Einstellung, die man jedem wünscht, um endlich diesen Reichtum zu verjagen, wo er hingehört: in die Hölle. Möge er dort schmoren bis in alle Ewigkeit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Persönlichkeit pflegen

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Ihr ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, war genauso schwierig, wie sie weinen oder voll Gram zu sehen. Stets war ihre Mimik darauf trainiert, eine selbstsichere durch nichts zu erschütternde attraktive Frau darzustellen. Eine Frau, die weiß, was sie will, in jeder Beziehung, beruflich, privat. Ihre Gefühle wurden diesem Willen untergeordnet, zu wissen, was man will, was sie will.

„Nein, nein, so läuft das nicht! Der Junge braucht eine starke Hand!“

„Aha, eine starke Hand, Prügel wohl?“

„Er braucht jemand, der ihn nach draußen bugsiert, an die frische Luft, anstatt ihn darin zu bestärken, auf seinem Hintern die Tage zu verbringen!“

Maria kannte diese Auseinandersetzungen schon bereits, als sie sich am ersten Urlaubstag noch auf dem Treppenabsatz befand, der zu der kleinen Pension führte. Sie wollte in den zwei Wochen, die sie gebucht hatte, Abstand gewinnen, sich neu stärken für die geplanten Projekte, die sie erwarteten, wenn sie wieder zu ihrer Beschäftigung bei einer Marketingfirma zurückkehrte. Wandern, spazieren, Kino, Theater, bummeln, durch die Gegend fahren, alleinsein, sich unter Menschen stürzen, sich einfach gehen lassen und spontanen Einfällen hingeben. Sie war nicht abgeneigt, sich die Haare schneiden zu lassen, seit sie das Kosmetik-, Friseur-, Modegeschäft mit Motivationstrainingsangebot entdeckt hatte. Es erschien ihr zuerst eine lächerliche Idee, als sie den Laden in einer Seitengasse des Marktplatzes entdeckte, der für seine Waren und Dienstleistung warb unter dem Motto, „Wir stylen nicht nur ihr Aussehen. Wir pflegen auch ihre Persönlichkeit.“

„Dein Sohn, Kai, lernt, das kann er nicht im Stehen. Schließlich wolltest du, daß er es mal besser hat. Jetzt hat er den Bogen raus, und du machst ihm das Leben zur Hölle mit deiner ständigen Nörgelei.“

„Ich nörgel also, wenn ich möchte, er solle sich mehr bewegen?“

Zu wissen, was man will, was sie will. Sie ist kinderlos geblieben, obwohl sie mehrere Liebschaften, Affären, feste Beziehungen pflegte, unterhielt, einmal bereits so gut wie verheiratet war. Ob es mit dem näherrückenden 40sten Geburtstag zusammenhing, wer konnte das so genau sagen, oder die Firma wirklich um neue Aufträge kämpfen mußte, sie entließ in den letzten Wochen ständig Mitarbeiter, stellte neue zu niedrigen Konditionen ein, die sie bis an deren Belastungsgrenzen mit Arbeit zuschüttete. Manche munkelten, sie wolle nur mehr Geld aus der Firma herauspressen, damit sie nach einem Verkauf, der unweigerlich bevorstehen würde, mit dem Gewinn ihr Selbstmitleid versüßen könnte.

„Kai bereitet sich auf das Abitur vor, er hat in Sport eine Zwei. In Mathe steht er auf Drei, in beiden Fremdsprachen eine Drei.“

„Ich kenne seine Noten!“

„Er möchte Dolmetscher werden.“

„Dolmetscher werden. Er will nur besser mit diesem ausländischen Flittchen skypen können!“

„Wir stylen nicht nur ihr Aussehen, Wir pflegen auch ihre Persönlichkeit“. Eine persönliche Pflege ist wohl jetzt für mich angesagt. Sie konnte die Auseinandersetzung der beiden nicht mehr hören. Maria packte ihr Buch ein, klemmte ihre Tasche unter den Arm, sprang die Stufen zur Straße runter, wobei sie mit dem freien Arm ihr Gleichgewicht ausbalancierte und traf dabei Kai mitten ins Gesicht, der gerade stürmisch hinter ihr aus dem Haus rannte. Ihren entsetzten Gesichtern ist es möglicherweise zuzuschreiben, daß sie beide, nachdem sie sich der Situation bewußt waren, sich anlächelten, lachten. Spontan streichelte Maria Kais gerötete Wange, griff nach seiner Hand. „Komm, ich lad dich zum Eis ein!“

„Okay! Wirklich?“

Nach anfänglichen stockenden Gesprächsbemühungen, in denen hauptsächlich Maria ihn mit Fragen überhäufte und Kai dem Anschein nach nur aus Höflichkeit antwortete, änderte er seine Zurückhaltung, als er über ihre Tätigkeit in der Marketingfirma erfuhr. Zwischen Eis, Getränken und Abendessen, die sie an diesem Nachmittag gemeinsam genossen, fand auch ein Telefonat mit Marias Chef statt, auf dessen Antwort sie mit Sekt anstießen.

Es gab nach ihrer Rückkehr seitens Kais Mutter eine lautstarke Standpauke, auch noch nachdem er ihr einen Praktikumsvertrag vorlegte, der inzwischen per Email angekommen war und Kai bis zum Studium, möglicherweise auch während des Studiums, ein kleines Einkommen garantierte. Sein Vater hingegen blinzelte ständig mit den Augen, Maria konnte nicht richtig einordnen, ob er damit seine Tränen wegwischte oder ob er sie als Mitverschworene ansah, jedenfalls drückte er abwechselnd seinen Sohn und Maria an seine Brust.

Ihr Selbstmitleid besser ertragen könnte. Zehn Tage vor ihrem Geburtstag erhielt jeder Mitarbeiter eine Einladung zum Abendessen im Hotel Excelsior, gewünscht waren Smoking für die Herren und Abendkleid für die Damen.

Smoking für Herren, Abendkleid für Damen. „Wir stylen nicht nur ihr Aussehen. Wir pflegen auch ihre Persönlichkeit.“ Maria klappte das Buch zu, das wandert morgen als erstes in den Papierkorb, und ich wandere morgen den Seetalweg entlang, den mir Kai empfohlen hat, viele Aussichtspunkte, Panoramasicht über die Stadt. Der Landschaft ist mein Aussehen egal, aber sie wird mit ihren Eindrücken meine Persönlichkeit mehr stylen als der Laden, in den ich heute flüchten wollte.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Insektensterben: Am Ende war’s niemand

Bloß keine Verantwortung übernehmen – Politik buckelt vor Lobbyisten

Stell dir mal vor, die Umwelt wird seit Jahrzehnten zerstört, nur keiner will es gewesen sein, das geschieht ohnehin nur so zum Schein?! Während noch zu Beginn der 1970iger Jahre in besorgten Bürgerinitiativen wachsame Menschen völlig zurecht die fatalen Fehler der konventionellen Agrarwirtschaft anprangerten, langsam aber stetig eine „grüne“ Politik sich organisierte, schließlich als Partei in den Deutschen Bundestag Platz nahm, bestand noch ein Quäntchen Resthoffnung, es könne sich was verbessern im Namen des Umwelt- und Naturschutzes.

Von all dem hoffnungsfrohen Enthusiasmus blieb allerdings nicht viel hängen, am Ende war’s niemand beim Insektensterben, welches erst jetzt die Bundes-umweltministerin Barbara Hendricks und ihr Ministerium anmahnt, davor warnt. Reichlich spät, zumal stets die Politik selbst samt den Grünen vor Lobbyisten buckelt, bloß keine Verantwortung übernehmen, so die eigentlich resultierende Erkenntnis.

EU reagiert zu zögerlich – noch kein totales Neonikotinoidverbot in Sicht

Natürlich muß man die Behauptung revidieren, die Grünen würden vor den Konzernen einknicken, sich nicht genügend einbringen, schlimmeres zu verhindern. Politik bleibt exakt das schmutzige Geschäft, welches man ihr nachsagt. Davon können die Grünen sich offensichtlich nicht befreien, innerhalb von Regierungsbündnissen mit der SPD sind prompt die Hände gebunden, dackelt die kleinere Partei der größeren hinterher, fügt sich in Mehrheitsbeschlüssen.

Gleichwohl verhält sich der Umweltausschuß des Europäischen Parlaments, wie ebenso Martin Häusling bemängelt. Statt einem totalen Neonikotinoidverbot zuzustimmen, werden halbherzig lediglich drei bienengefährliche Mittel verboten. Die Chemiegiganten können somit zusammen mit der Agrarwirtschaft andere Nervengifte den Naturkreisläufen zumuten. Zuvor bestand noch Hoffnung seitens Umweltschützern, die daher zunichte gemacht.

Mit den Insekten verschwinden die Vögel – Naturkreisläufe gefährdet

Die logische Schlußfolgerung zeigt sich in den letzten Jahren immer deutlicher. Mit dem Insektensterben verschwinden die Vögel, was sicherlich nicht nur für Europa gilt. Doch gerade das Agrarministerium mit Christian Schmidt an dessen Spitze läßt die Chemielobby und deren konventionellen Bauern gewähren, weiterhin werden Insektizide auf die Felder verspüht, eine Barbara Hendricks vom Umweltministerium greift ebenso wenig ein, es tummelt sich friedlicher in einer solchen Koalition, zu Lasten der Natur und Umwelt.

Man darf sich ausrechnen, in wie weit eine solche Entwicklung größere Kreise des Schadens anrichtet. Auch wenn der Satz der Cree nicht von ihnen selbst stammt, die Erkenntnis dieses Satzes trifft genau zu:

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

Mutter Erde hat genügend Antworten parat, in wie weit natürliche Kreisläufe ein sinnvolles Miteinander rechtfertigen. Nur der Mensch scheint sich seiner Rolle nicht mehr bewußt zu sein, deshalb zerstört er sie bedenkenlos, um dies auch noch als Fortschritt zu bezeichnen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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In Erinnerung an…

Keinen Augenblick
vermißt ich dich, oh Punkmusik,
begleitetest mich ein janzes Stück,
vor bald vier Jahrzehnten.
Was manche dabei herbeisehnten,
mag immerdar verweilen,
selbst hier in jenen Zeilen.

Ob The Ramones, The Clash
oder die Sex Pistoles, 999,
war alles keen Trash,
vielmehr musikalisch richtig fein.
Die Tanzfläche teils leegefegt
per zur Schau gezeigter Gewalt,
man sich heftigst bewegt,
manch Song stimmlich beschallt.

Musik verführte die Jugend zum Protest,
schließlich die Alten sie jenuch jehetzt,
so daß zu guter Letzt es gern mal fetzt,
damals bis heute im Jetzt.
Bisweilen geschah’s in gewissen Bahnen,
konnte man manches noch erahnen,
was den gezielten Widerstand suchte.
Der ein oder andere dennoch fluchte.

Die Zeichen der Zeit waren nicht zu übersehen,
obwohl Freaks bereits zuvor widersprachen.
Trotzdem ließ die ignorante Welt vieles geschehen,
hatten etliche so gar nichts zu lachen.
Jugend mußte dazu ihren Ausdruck verleihen,
sich finden im aufkommenden Konsum,
konnte somit nicht all den Reichtum verzeihen,
den vorgegaukelten, verlogenen Ruhm.

Jeden Augenblick, ganz ohne Trick,
lieb ich weiterhin dich, oh Punkmusik.
Gibst mir immer noch diesen Kick
wie vor vier Jahrzehnten.
Manch Nächte sich bis zum Morgen dehnten,
sie mag niemals von dannen eilen,
bis heute in jenen Zeilen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bücher an der Wand

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Ich brauche keine Wärmedämmung,
ich habe Bücher an der Wand,
und wird es mal ein harter Winter,
stecke ich die Schriften in Brand.

Schriften werden mit Kohle ausradiert,
auch die, die das Ertragen leichter machen.
Übrig bleiben schwarze zerbrechliche Reste,
sie zaubern Ziffern überall aus ihren Aschen.

Verloren gehen Papier und Pappe, kein Wort,
Worte schleichen sich nicht davon wie Diebe,
einmal erlesen, erfaßt, ewig mit dir verbunden,
sie geben Mut, Sinn, Fröhlichkeit, Seitenhiebe.

Alle Bücher sind auch aufmerksame Personen,
meinen sie es ehrlich, sorgen sie sich jetzt und hier,
sie loben, mahnen, bilden deinen Geist beim Lesen,
sie wärmen deinen Körper mit Kohle auf Papier.

Ich brauche keine künstliche Wärmedämmung,
ich besitze Regale voller Bücher an der Wand.
Sind die Tage gefüllt mit Kummer und Sorgen,
Kohle auf Papier wärmt Seele und den Verstand.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Kein Spaß ohne Hass, kein Traum ohne jenen rechten Abschaum

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Satirischer Rückblick…

Für den einen ziemlich kraß, wenn ohne Unterlaß sich tröges Gedankengut ausbreitet, während Bösartiges Pläne vorbereitet, für den anderen ein sichtbarer Raum. Globste kaum, wat dort sich find? Na, wart’s mal ab, weeß jedes Kind, die halten uns uff Trapp.

Übertrieben, zuviel, daß die janze Pracht zerfiel? Wer solch Nazi-Gesocks walten läßt, dieses überall schamlos hetzt, darf sich hinterher fragen, ob Mahner nicht doch richtig lagen! Bewußte Provokationen beim G20-Gipfel sollten gerade all jene nicht verschonen, die noch friedlich demonstrieren wollten. Dabei nicht nur harsche Worte grollten, vielmehr am Ende nichts ist niemand, keinem recht, manchem wird gar schlecht.

Schaut mal gezielter zur Türkei, da könnt Ihr sehen, wat och hier kann geschehen. Einerlei, ob das Ende des „Marsches für Gerechtigkeit“ ein neuer Anfang sein wird. Die türkische Bevölkerung noch verwirrt, aber Despoten haben auf Erden nichts mehr verloren, och wenn manche sich fühlen auserkoren, ihren Kurs zu halten.

Das wußten schon die Alten, vom Streit zum Krieg führt dennoch nicht zum Sieg. Mensch möchte im Grunde stets in Frieden leben, wenn da nicht manche nach Macht eben streben. Ist’s so verkehrt, was uns jene Sehnsucht lehrt?

Dabei ist’s nie zu spät. Bei der Lufthansa erfolgt Stellenabbau zu Lasten der Sicherheit und Qualität. Wer die wohl berät? Stets das gleiche Bild: nach Profit gelechzt, ganz gezielt. Wir erleben es och bei den Chemielobbyisten, die wandeln uff denselben Pisten. Die EU-Kommission wirbt beim Glyphosat mit einer Light-Anwendung. Welch Redewendung! Statt die Gefahr fürs Volk einzugestehen, tun jene Herrschaften einfach hinwegsehen.

Ein Thema für Gassenhauer oder Krawallprofis? Nö, die ham selbst schiß. Ich auf Arbeit, hab keene Zeit, bin zwar zu manch Schandtaten bereit, aber nu mal langsam, wird schon, wenn soweit. So is des mit spontaner Wut, tut real nich jut, weil Eliten das exakt berechnen können, einplanen das Versöhnen. Den Klimawandel gab es immer schon, welch Hohn. Statt des Menschen Treiben mal genauer unter die Lupe zu nehmen, heißt’s abstreiten, sich keineswegs schämen bei so manch dubiosen Gefälligkeiten.

Berechtigte Wut, Rechtsrock-Konzert im thüringischen Themar sorgt für viel Unmut! Schließlich wollen die Nazi-Recken sich nicht weiter verstecken, sondern sich sammeln so kurz vor der Bundestagswahl. Endlich mal eine Partei dabei, die ihre Interessen vertritt, man jahrzehntlang doch litt. Jetzt kann man seinen Rassismus mal ausleben, nach Deutschtum streben. Jene Pappnasen vor lauter Blindheit das Wesentliche übersehen: Alles schon mal geschehen. Die große Mehrheit will an jener Schraube nicht mehr drehen!

Liebe muß auch Ablehnung aushalten, wenn Streit am Schalten und Walten, das betrifft des Menschen Los. Öffnet ja nicht jene Dos’, Pandora genannt, sonst wird alles je Dagewesene für immer verbannt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Liebe muß auch Ablehnung aushalten

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Du hast eine andere Familie gewählt,
dein Herz für uns auf Durchzug gestellt.
Du hast uns als Belastung empfunden,
das ist dein Gefühl, Recht, unumwunden.

Was bleibt da noch zu denken, zu sagen,
unsere Liebe ist zu groß, um zu hadern.
Was bleibt, sind viele bunte Erinnerungen,
der Wunsch, du bist von Glück umschlungen.

Nur du kannst deine Freiheit bestimmen,
Berge besteigen, ins Meer hinausschwimmen.
Deine Person ist die wichtigste im Leben,
wir hoffen, dir dafür genügend Stärke gegeben.

Liebe muß auch Ablehnung aushalten,
dies bedeutet nicht, Gefühle ausschalten.
Du weißt, wir befürworten Toleranz und Willen,
diese Zuversicht, Kraft finden wir im Stillen.

In der Melancholie unserer Einsamkeit
betreten wir die Wege der Bescheidenheit.
Sei dir deines Reichtums der Gaben bewußt,
auch die der Liebe, sonst spürtest du nie einen Kuß.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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